
Titelfoto: Lennart Ootes. St. Louis Chess Club.
Erst durch einen Sieg in der letzten Runde konnte Wesley So zu dem Spitzenduo aufschließen. Im Blitz-Stechen dann siegt der US-Amerikaner und holt sich diesen prestigeträchtigen Titel vor Praggnanandhaa und Fabiano Caruana.
Von Thorsten Cmiel
Das Stechen begann mit einem Weißsieg von Praggnanandhaa gegen Fabiano Caruana.


Der entscheidende Fehler unterlief dem US-Amerikaner hier. Statt 26…f4 sollte er seine Dame via g5 aktivieren.
In der zweiten Stichkampfpartie gewann Wesley So gegen den Inder Pragg seine Weißpartie und stellte die Vorzeichen zu seinen Gunsten.


Der überraschende Moment passierte hier. Pragg zieht den König nach d7. Kein schlechter Zug, der ihm aber in der Folge einige Schwierigkeiten einhandelt. einfacher war es mit der Dame nach d7 zu ziehen und nach dem Schlagen auf b7 seinen König nach f7 zu ziehen, um den Turm auf a8 zu decken.
Einige Züge später fand der Inder keinen besseren Zug als erneut seinen König nach d7 zu ziehen. Das erwies sich jedoch diesmal als Fehler. Die ganze Konstruktion krankte an der fehlenden Idee wie man die Türme miteinander verbinden konnte. Der Maschinenraum hatte eine kreative Idee: Schwarz spielt a6-a5, stellt seinen Läufer nach b6 und überführt seinen König nach a7.
Entschieden wurde der Mini-Wettkampf in der Partie zwischen Fabiano Caruana und Wesley So. Zunächst war Wesley gut aus der Eröffnung gekommen und hatte einigen positionellen Vorteil erwirtschaftet. Erst im Schwerfigurenmittelspiel bekam die Partie eine größere Unwucht, die Fabiano aber mit wenig Restzeit nicht nutzen konnte.


Einer von zwei Momenten in denen Fabiano seine Stellung mächtig verstärken konnte. Nach einem Sieg des US-Amerikaners wäre der Stichkampf mit Armageddon-Partien weiter gegangen. Caruana fand hier und in der folgenden Stellung nicht die beste Fortsetzung.
Wesley So hat zuletzt seine Dame auf die lange Diagonale (a8-h1) gezogen und so den gegnerischen König anvisiert. Wie sollte Weiß reagieren?

Der Sieg im Stichkampf genügte für Wesley So nicht mehr, um sich für das Finale der Grand Chess Tour in Brasilien Ende Oktober zu qualifizieren.

Fotos: Lennart Ootes. St. Louis Chess Club.