Foto: Lennart Ootes (FIDE Chess)
Bei der Blitz-Weltmeisterschaft der Frauen in Doha, Katar, ging es nicht nur um diesen Titel, sondern auch um den achten Platz der Kandidatinnen. Und es war knapper als es am Ende aussah. Letztlich gewann sie ihren dritten Blitz-WM-Titel und spielt auf Zypern mit.
Von Thorsten Cmiel
Assaubayeva (21) gewann ihren bisher dritten Blitz-WM-Titel nach 2021 und 2022. In den K.o.-Runden setzte sich die Kasachin recht deutlich zunächst gegen die Chinesin Zhu Jiner und dann Anna Muzychuk durch. Diese hatte auf die Qualifikation für das Turnier der Kandidatinnen gehofft, musste aber auf Schützenhilfe von anderen Spielerinnen hoffen, denn der Abstand beider Spielerinnen war größer als 16 Punkte und daher reichte der Ukrainerin ein möglicher Sieg im Finale nicht.
Die größte Chance aus Sicht von Anna Muzychuk ergab sich in der letzten Runde des Vorturniers nach Schweizer System in der folgenden Stellung. Die Ex-Weltmeisterin Antoaneta Stefanova hatte selbst noch Qualifikationschancen für das K.o.-Finale, musste aber aus der folgenden Stellung gegen Assaubaeva einen vollen Punkt holen. Die Kasachin hatte einen halben Punkt Vorsprung vor mehreren Spielerinnen und musste „nur“ Remis erreichen, um sich weiter zu qualifizieren.


Beide Fotos (Lennart Ootes) stammen aus anderen Runden. Links Antoaneta Stefanova, Rechts zeigt Bibisara auf das hier von der weißen Dame besetzte Feld b7.
In dieser Stellung war die Bulgarin Stefanova dran und es war bisher alles sehr gut gelaufen. Die wesentlichen Faktoren sind ein ungelenk postierter Springer auf a4 und ein schwacher Bauer auf b7. Wie sollte Weiß hier am besten fortsetzen und einen gewinnbringenden Vorteil nachweisen?
Die Bulgarin verpasste in dieser Partie mehrfach ihre Chancen und musste letztlich beim Knockout-Finale zusehen.
Eigentlich schien die Russin Valentina Gunina sicher qualifiziert. Allerdings verlor sie ihre Letztrundenbegegnung ausgerechnet gegen die Ukrainerin Anna Muzychuk und schied aus. Es begann das große Rechnen, wer es über die Stichkampfregelung schaffen würde.


Halbfinals
Die Paarungen sahen Bibisara Assaubaeva zunächst gegen Zhu Jiner vor. Anna Muzychuk war Favoritin gegen die Niederländerin Eline Roebers. Das war eine erste wichtige Weichenstellung, denn Anna hätte durch einen Sieg gegen die Kazachin ihre eigenen Chancen für das Erreichen des Turniers der Kandidatinnen verbessern können. Bibisara gewann ihr Match deutlich und sicherte sich die erhoffte Qualifikation frühzeitig. Assaubaeva löste also das Ticket als 8. Kandidatin. Das zweite Halbfinale verlief spannender und wurde erst in der vierten Partie entschieden.




Finale
Die Entscheidung im Finale fiel erst in der vierten Partie des Wettkampfes.



Fotos: Lennart Ootes (FIDE Chess)