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HomeWeltmeisterschaft 2028FIDE-Circuit 2026-2027Fedoseev glänzt vor dem Ruhetag (Wijk 5)

Fedoseev glänzt vor dem Ruhetag (Wijk 5)

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess)

Vladimir Fedoseev gewinnt nach einer kreativen Angriffsleistung gegen den Inder Arjun Erigaisi und geht mit Plus in den Ruhetag. Weltmeister Gukesh kam zu seinem ersten vollen Punkt und Vincent Keymer ist zurück im Geschäft. Im Challenger-Turnier dominiert Jugend über Erfahrung.

Von Thorsten Cmiel

Vincent Keymer steigt wieder ins Turnier ein. Sein Sieg gegen den Inder Aravindh erfolgte im besten Keymer-Stil und lässt ihn mit einem 50-Prozent-Score sicherlich etwas entspannter den Ruhetag zum Krafttanken nutzen. Arjun Erigaisi setzt seine Enttäuschungen fort. Nach der Eröffnung sah er früh wie der sichere Sieger aus. Einige belanglose eigene Züge beförderten das Comeback des Gegners. Später dann gab es eine unwirkliche Situation zu lösen und der Inder scheiterte. Die Begegnung der zwei Führenden zwischen Nodirbek Abdusattorov und Hans Niemann endete nach friedlichem Verlauf genau so. Aus deutscher Perspektive ist anzumerken, dass Matthias Blübaum nach seiner krachenden Niederlage am Vortag ein sicheres Remis einfahren konnte. Die Partie der beiden Kandidaten endete ebenfalls friedlich. In der Partie von Javokhir Sindarov gegen den jungen Türken Yağız Kaan Erdoğmuş entschied scheinbar ein recht grobes Versehen zugunsten des Usbeken. Die Partie bekam allerdings noch einen weiteren Schlenker nachdem der Usbeke seinen Vorteil zunächst verspielte. Im Turmendspiel scheiterte Yağız Kaan vermutlich an der geringen Restbedenkzeit. Seinen ersten Sieg verzeichnete Weltmeister Gukesh nach starker Leistung mit den schwarzen Steinen.

Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn nach jeder Runde auf den Tabellenstand eines Turniers zu schauen. Aber nach fünf von 13 Runden und vor einem anstehenden Ruhetag kann man eine erste kurze Bilanz ziehen. Zumindest ist jetzt klar wer einen Fehlstart hingelegt hat und insofern mit dem bisherigen Verlauf unzufrieden sein dürfte und beim wem es bisher läuft. Tabellen erstellt mit Chessbase 2026.

Zwischenstand Masters

Zwischenstand Challengers

Die größte Überraschung im Masters dürfte sein, dass mit Praggnandhaa und Giri zwei Kandidaten hinten im Feld zu finden sind. Die beiden deutschen Spieler sind mit 50 Prozent im Mittelfeld zu finden. Zwei Siege in zwei Tagen spülen Sindarov als zweiten Usbeken an die Spitze des Feldes. Nur der US-Amerikaner Hans Niemann kann bisher mithalten. Im Challengers-Turnier liegen die jungen Wilden vorne. Sehr gut halten sich Carissa Yip und die Kandidatin Bibisara Assaubaeva. Nach ihrem schwachen Start zu Beginn liegen die Niederländer weiter hinten. Nach drei Niederlagen in Folge liegt ausgerechnet der Turnierfavorit Velimir Ivic auf einem geteilten letzten Platz.

Partie und Zug des Tages

Die Begegnung zwischen Vladimir Fedoseev und Arjun Erigaisi war in gewisser Weise die aufregendste Begegnung des Tages. Zunächst sah alles nach einem erneuten Sieg für den Inder aus, der früh einen Bauern gewann, dann allerdings etwas uninspiriert agierte. Vladimir nutzte im Mittelspiel eine Unaufmerksamkeit des Gegners zunächst um auszugleichen und dann kam es noch schlimmer für Arjun.


Arjun hatte aus der Eröffnung heraus im frühen Mittelspiel gute Chancen. Hier stellt sich die Frage, wie sollte der Inder hier am besten fortsetzen?


Arjun verbleibt mit einem Mehrbauern. Seine Dame steht etwas exponiert. Es ergibt also Sinn die Dame wegzuziehen. Aber welche Feld bietet sich an?


Hier ist zunächst Schwarz am Zuge. Zu entdecken gilt es einen sehr starken Zug, den Fedossev nach der Partie für sich adelte.


Einen Halbzug später ist diesmal der Inder mit den weißen Steinen dran. Ab hier sind Rechenkünste gefragt. Zunächst sollte der Weiße das Schlagen des Turms auf c3 bewerten und dann eine Einschätzung wagen. Falls das Ergebnis nicht überzeugt, wird man eine Alternative für Weiß finden müssen.


Keymer mit Comeback

Eine gute Partie gelang Vincent Keymer gegen den Inder Aravindh. Der spielte ein aggressives Bauernopfer und war zumindest zeitlich deutlich besser aus den Startböcken gekommen. Vincent versuchte erst gar nicht die Eröffnungsvariante seines Gegners zu widerlegen. Der Inder fand im frühen Mittelspiel nicht die beste Fortsetzung und baute einen recht deutlichen Fehler ein, der es dem Deutschen ermöglichte, sein Zentrum endgültig zu stabilisieren. Einen weiteren schwächenden Zug später war es ganz aus.


Die Eröffnungsphase ist vorbei und Vincents König steht noch in der Mitte. auf der anderen Seite hat der Deutschen einen Mehrbauern. Welcher starke weiße Zug ist ihm vermutlich nicht schwergefallen?


Mit seinem letzten Zug hatte Aravindh auf g5 einen Springer geschlagen. Vincent kann jetzt das Material mitnehmen oder auf e3 den Läufer mitnehmen. Was ist ihre Empfehlung?


Nach welchem schicken Schlusszug von Vincent gab der Inder Aravindh auf?


Gukesh legt los

In der ersten Runde hatte Gukesh den Gewinn verspielt, aber in allen Partien danach solide Leistungen gegen seine Landleute gezeigt. Diesmal klappte der Gewinn nach einer erneut soliden Partie mit den schwarzen Steinen.


Sindarov mit Verwertungsschwächen gegen Erdoğmuş

Der usbekische Kandidat Javokhir Sindarov konnte nach einem groben Versehen des Türken gleich zweimal den sprichwörtlichen Sack zumachen. In beiden Fällen verspielte er seinen Vorteil wieder. Dabei dürfte sein deutscher Trainer besonders aufmerksam den Zeitverbrauch seines Schützlings beobachtet haben. Letztlich gewann Sindarov die Partie im Turmendspiel mit Hilfe seines Gegners doch noch. Damit rückt Sindarov zu Hans Niemann und Nodirbek Abdusattorov auf.


Wie sollte der junge Türke hier im 32. Zug mit Schwarz fortsetzen?



Erneut ist hier Yagiz Kaan am Zuge. Das Turmendspiel bietet gute Remischancen, da der verteidigende Turm den a-Bauern von hinten attackieren kann. Was sollte der 14-jährige Türke tun und wie sollte er seine Verteidigung organisieren?



Spitzenreiter verstecken sich

Die Partie von Hans Niemann und Nodirbek Abdusattorov endete recht leistungsgerecht Unentschieden. Lediglich der US-Amerikaner konnte während der Partie phasenweise etwas Druck aufbauen, konnte aber in keiner Phase seine angesammelten Vorteile weiter verdichten.


Ausgeglichenes Kandidaten-Duell

Praggnanandhaa und Anish Giri sind beide sicherlich mit ihrem bisherigen Abschneiden unzufrieden. Insofern konnte man zwei eher friedlich eingestellte Spieler erwarten, die ihre Probleme vor dem Kandidatenturnier nicht noch weiter verschärfen wollten. Spät in der Partie kam es dann zu einer Situation, die im Team Pragg kurzzeitig Panik ausgelöst haben dürfte.


Praggnanandhaa hatte zuletzt seine Dame von e3 nach d4 gezogen, statt auf c5 zu tauschen. Das war eigentlich ein riskantes Unterfangen und der virtuelle Helfer reklamiert Vorteil für Giri nach Schlagen auf a3. Die Niederländer war aber schon mit den Gedanken im Ruhetag und tauschte die Damen auf d4. Kurze Zeit später endete die Partie unentschieden. Glück diesmal nicht für Giri.


Matthias Blübaum konsolidiert


Paarungen der Kandidaten

Anish GiriPraggnanandhaaSindarovBluebaum
Anish GiriXRemisRemisRunde 10
PraggnanandhaaRemisXRunde 12Runde 7
SindarovRemisRunde 12XNiederlage
BluebaumRunde 10Runde 7SiegX

Ergebnisse Masters

Ergebnisse Challengers

Elines Angriffspartie

Nach schwierigem Start (0 aus 4) zeigte Elise Roebers ihre wirkliche Spielstärke. Es ist immer erfreulich Spieler nach einem wichtigen Sieg zu sehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Niederländerin jetzt ins Turnier findet und ihren Gegnern zumindest etwas entgegensetzen kann.


Offizielle Homepage.

Ergebnisse bei Chess Results.

Fotos: Lennart Ootes (Tata Steel Chess).


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