Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess)
Der deutsche Kandidat punktet zunächst gegen Gukesh und diesmal gegen Anish Giri. Der indische Weltmeister spielt weiter Ergebnis-Ping-Pong und Vincent kommt ebenfalls mit einem Sieg zurück. Bei dem Challenger-Turnier gibt es einen Führungswechsel nach einem Sieg von Vassily Ivanchuk gegen Woodward. Jetzt liegt der Aseri Aydin Suleymanli vorne.
Von Thorsten Cmiel
Die Tabelle zum dritten Ruhetag sieht mit Nodirbek Abdusattorov einen Führenden. Ihm folgen drei Spieler mit einem halben Punkt Rückstand. Vermutlich wird einer aus dieser Viererbande das Turnier gewinnen. Enttäuschend ist die Form der zwei Kandidaten mit viereinhalb Punkten bisher.


Kandidaten unter sich
In der Partie gab es einen Moment in dem Anish Giri großen Vorteil ausgelassen hat. Beide Spieler übersahen eine Feinheit früh in der Partie. Das reiht sich ein in die oberflächlichen Partien, die wir von Anish Giri zu Beginn des Turniers gesehen haben.
In dieser Stellung war Giri am Zuge und konnte seine Dame nach h4 stellen. Stattdessen zog er seinen Springer sofort nach g7. Was ist der Unterschied und wie geht es nach dem Damenzug überhaupt konkret weiter?
Wie sollte Matthias Blübaum hier am besten fortsetzen?. Natürlich spielte der deutsche Großmeister genau so.

Gukesh siegt gegen 14-jährigen Türken
Der jüngste Weltmeister aller Zeiten wird vermutlich in kurzer Zeit von der nächsten Generation Großmeister angegriffen. Noch konnte er Yağız Kaan Erdoğmuş allerdings noch auf Abstand halten. Es war knapp.

Gukesh hatte zuletzt auf c4 geschlagen, um einem wahrscheinlichen Remis-Ausgang zu entgehen. Wie sollte sich nach dem offensichtlichen Springerzug nach b6 das Geschehen weiter entwickeln und was könnte der Weltmeister danach geplant haben?
Mit seinem letzten Zug hatte Gukesh die gegnerische Dame weitgehend eingesperrt. Wie sollte der Junge Türke hier weiter fortsetzen? Beide Spieler hatten diese Situation mit wenig Restzeit falsch eingeschätzt.

Keymer gewinnt gegen Arjun
Wie der deutsche Großmeister im Interview nach der Partie verriet, hatte er gegen Arjun bislang in klassischen Partien oft das Nachsehen gehabt. Erfreulich ist, dass Vincent inzwischen gelegentlich mit dem Königsbauern beginnt und zusätzlich zu seinen typischen geschlossenen Stellungen auch offene Stellungen zulässt. Erinnert sei an seine Partie in Biel gegen Pragg, als der etwas später kam, bei Ansicht der Übertragungsanzeigen nicht glauben konnte was er sah und sein Brett suchte. Der Königsbauer stand im ersten Zug auf dem Feld e4.


Aravindh mit erstem Sieg
Der Tscheche Thai Dai Van Nguyen ist inzwischen seit einigen Runden zu oft Opfer seiner Zeitnot geworden in seiner Partie gegen den Inder Aravindh Chitambaram sah es lange sogar nach einem Sieg für Nguyen aus. Mit wenig Zeit verlor dieser sogar noch.

Remis-Partien im Masters
Drei Partien endeten Remis. Lediglich Thai Dai Van Nguyen hatte von den sechs beteiligten Spielern so etwas wie einen dauerhaften leichten Vorteil. Letztlich hatte Nguyen kurz vor der Zeitkontrolle ein strukturell besseres Endspiel und daher realistische Chancen, mehr als einen halben Punkt zu erreichen. Seine Vorteile zu verdichten gelang ihm allerdings nicht. In der Partie zwischen den zwei Kandidaten scheint Matthias Blübaum seinem Gegner in eine vorbereitete Variante gelaufen zu sein, ihm gelang es aber die Stellung zusammen zu halten. Stark.

Paarungen der Kandidaten
| Anish Giri | Praggnanandhaa | Sindarov | Bluebaum | Ergebnis | |
| Anish Giri | X | Remis | Remis | Runde 10 | 1.0 – 2.0 |
| Praggnanandhaa | Remis | X | Runde 12 | Remis | 1.0 – 1.0 |
| Sindarov | Remis | Runde 12 | X | Niederlage | 1.5 – 0.5 |
| Bluebaum | Sieg | Remis | Sieg | X | 1.5 -1.5 |
Inzwischen haben die Kandidaten einige Partien untereinander gespielt. Zwei entschiedene Partie gab es bisher: Niederlage von Matthias Blübaum gegen Javokhir Sindarov und der Verlust Anish Giri in der zehnten Runde gegen ebenfalls Matthias Blübaum.



Christian Glöckler hat einen Lauf und manchmal kommt auch noch Glück dazu. In dieser Partie überschritt sein Gegner in ausgeglichener Stellung die Bedenkzeit. Mit jetzt sechs Punkten aus sechs Runden hat der Deutsche gute Chancen nächstes Jahr im Challengers anzutreten.
Ergebnisse bei Chess Results.
Fotos: Lennart Ootes (Tata Steel Chess), Jurriaan Hoefsmit (Tata Steel Chess).