Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess)
Matthias Blübaum konnte seine Position oberhalb der 2700 Punkte-Grenze nicht lange halten. Der Usbeke Nodirbek Abdusattorov scheint nicht mehr zu stoppen zu sein. Nur sein Landsmann Sindarov kann noch in etwa mithalten. Der zweite Usbeke im Turnier ist bislang der einzige im Feld, der verlustpunktfrei ist. Immerhin: Vincent Keymer scheint das Turnier versöhnlich beenden zu können. Er gewann gegen den tschechischen Großmeister Thai Dai Van Nguyen und spielt ungefähr seinen Erwartungswert (Plus 2). Bei den Herausforderern liegen zwei jüngere Großmeister vor einem Altmeister. Beim Qualifikationsturnier ist Christian Glöckler jetzt durch.
Von Thorsten Cmiel
Nach dem Sieg gegen einen der direkten Konkurrenten dürfte der Usbeke im vierten Anlauf das Tata Steel Turnier in Wijk gewinnen können. Eine Tabelle mit vier indischen Großmeistern in der zweiten Turnierhälfte hatte zuletzt eher Seltenheitswert.


Kleinigkeiten entscheiden
In der Partie des Tages gewinnt Nodirbek Abdusattorov gegen Matthias Blübaum, einen seiner Verfolger im Feld. Dabei entscheiden letztlich Kleinigkeiten. Matthias zieht im entscheidenden Moment zu schnell und wird von Nodirbek präzise gekontert.
Eine Fifty-Fifty-Frage: Wohin sollte der Usbeke hier mit seinem König ausweichen?
Der kritische Moment in der Partie des deutschen Kandidaten. Wie sollte Schwarz sich hier am besten verteidigen? Matthias zog in diesem Moment zu überhastet und geriet schnell in spielentscheidenden Nachteil. Die Sache ist dennoch total kompliziert und die Kosten eines Fehlers sind gestiegen. Was sollte Schwarz hier also versuchen?


Yağız Kaan Erdoğmuş zurück
Der junge türkische Großmeister gewinnt erneut eine Partie und das nach zwei für ihn sicher schmerzhaften Niederlagen gegen Giri und Gukesh. Mit vier Siegen bei drei Niederlagen ist ihm bereits eine Runde vor Schluss ein großartiges Ergebnis sicher. Vladimir Fedoseev kassierte eine weitere deutliche Niederlage mit der Petrov-Verteidigung.

In dieser Stellung muss Weiß seine attackierten Läufer ziehen. Aber wohin? Der junge Türke spielte einen taktisch motivierten Zug, der stark war. Aber es war nicht die beste Fortsetzung. In jedem Fall steht der Yagis Kaan hier bereits deutlich auf der Gewinnerstraße.
Weiß ist in dieser Stellung dran. Einmal ausknipsen bitte.

Keymer mit drei Siegen in Folge
Der tschechische Großmeister Dai Thai Nguyen wurde zum Zielspieler gegen Ende des Turniers in Wijk. Es mag bitter sein für den Sieger des Challenger-Turniers aus dem Vorjahr, aber lange Turniere zahlen ihren Tribut. Auch heute konnte Nguyen letztlich nicht ausreichend lange gegenhalten .


Vier Remis-Partien im Masters
Die Remis-Partien der zwölften Runde boten durchaus spannende Momente. Dabei betrachte ich die Partie von Aravindh und Giri in einem gesonderten Beitrag. Lediglich die Begegnung der zwei Kandidaten Pragg und Sindarov war ein schnelles Remis ohne Ideen und Inspiration.

Nach welchem starken Zug gehen bei Schwarz (Erigaisi) hier bereits die Lichter aus? Jorden fand übrigens diesen Zug nicht. Das ist Ansporn genug, oder?




Paarungen der Kandidaten
| Anish Giri | Praggnanandhaa | Sindarov | Bluebaum | Ergebnis | |
| Anish Giri | X | Remis | Remis | Niederlage | 1.0 – 2.0 |
| Praggnanandhaa | Remis | X | Remis | Remis | 1.5 – 1.5 |
| Sindarov | Remis | Remis | X | Sieg | 2.0 – 1.0 |
| Bluebaum | Sieg | Remis | Niederlage | X | 1.5 -1.5 |
Die Kandidaten haben ihre Partien untereinander gespielt. Zwei entschiedene Partie gab es: die Niederlage von Matthias Blübaum gegen Javokhir Sindarov und der Verlust von Anish Giri in der zehnten Runde ebenfalls gegen Matthias Blübaum.



Die Kommentierung ist inzwischen professioneller geworden. Zuschauer können den Kommentatoren live zuschauen und anders als früher am Demobrett können Zuschauer die Partien auf großen Bildschirmen verfolgen. Auch selbst eine Partie spielen in gepflegtem Ambiente ist möglich.



Ergebnisse bei Chess Results.
Fotos: Lennart Ootes (Tata Steel Chess).