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HomeWeltmeisterschaft 2026Candidates 2026Zypern: Anna Muzychuk ersetzt Humpy Koneru

Zypern: Anna Muzychuk ersetzt Humpy Koneru

Foto: Lennart Ootes (FIDE Chess).

Koneru Humpy verzichtet auf die Teilnahme am Turnier der Kandidatinnen, das in sechs Tagen im Luxusressort St. Georges auf Zypern starten soll. Die Regularien sehen vor, dass die nächste noch nicht qualifizierte Spielerin aus der Frauen-Serie nachrückt. Das ist die Ukrainerin Anna Muzychuk. Das gab die FIDE am Sonntagabend bekannt.

Die Inderin Humpy Koneru hatte in einem Interview mit Susan Nihan von der Hindustan Times bereits angekündigt, dass für sie die Sicherheit auf Zypern nicht gewährleistet scheint. Sie kündigte ihren Rückzug auf X, vormals Twitter, an und kurz darauf folgte eine erklärende Nachricht des Weltschachbundes FIDE. Als Reaktion auf Humpy Konerus Bedenken hatte der deutsche Unternehmer und Schach-Mäzen Wadim Rosenstein per X-Tweet angeboten die Organisation und Kosten der Kandidatenturniere in Deutschland zu übernehmen. Das Angebot kam entweder zu spät (19. März 2026) oder wurde gar nicht erwogen.

Die Regularien sehen als erste Nachrückerin die Ukrainerin Anna Muzychuk vor, die schon in Toronto 2024 dabei war. Anna Muzychuk war bereits Blitz- und Schnellschach-Weltmeisterin und gehört seit etwa einem Jahrzehnt zu den aussichtsreichsten Anwärterinnen auf den Weltmeistertitel der Frauen. Am nächsten dran am klassischen Titel war Anna im Jahr 2017 als sie im Finale gegen die Chinesin Tan Zhongyi, die auch auf Zypern dabei ist, unterlag.

Auch interessant ist, dass die Paarungen wie vorgesehen bestehen bleiben, denn eigentlich müssen föderationsgleiche Spielerinnen und Spieler in der ersten Runde gegeneinander antreten. Statt gegen Humpy Koneru spielt Divya Deshmukh in der ersten Runde jetzt mit Weiß gegen Anna Muzychuk. In der zweiten Runde spielen dann die zwei verbliebenen Inderinnen gegeneinander und Anna Muzychuk muss gegen Tan Zhongyi ran.

Bei den Frauen ist die Nachrücker-Regelung einfach organisiert. In der offenen Klasse sind die Regeln in der Tat komplexer angelegt und die FIDE hat insofern Glück, dass bislang kein männlicher Spieler ausgestiegen ist. In Zukunft dürfte der Weltschachbund an dieser Stelle eine bessere Regulierung für kurzfristigen Ersatz anstreben. Ein Fall eines Nachrückens betraf das Kandidatenturnier 2024 in Toronto als Magnus Carlsen als Gewinner des World-Cup 2023 und nicht überraschend frühzeitig absagte. Der Azeri Nijat Abasov hatte ausreichend Zeit zur Vorbereitung.

Wer bei welchem Aussteiger nachrückt hängt von dem ursprünglichen Qualifikationspfad des Ausscheidenden ab. Vier Spieler könnten theoretisch kurzfristig angefragt werden. Sollte beispielsweise Hikaru Nakamura aussteigen, dann rückt der Usbeke Nodirbek Abdusattorov nach, der das Jahr mit zwei Siegen in Wijk aan Zee und Prag gestartet ist (eine Korrektur erfolgte durch den Autor des X-Tweets selbst). Die Spekulationen waren zuletzt in den sozialen Medien durch einen Tweet von Nakamura angeheizt worden bei dem sich der US-Amerikaner über einen Stromausfall auf Zypern geäußert hat. Stromausfälle hängen auf Zypern allerdings nicht mit der aktuellen Risiko-Situation zusammen, sondern kommen Berichten zufolge auf der Insel immer mal wieder vor. Man sollte zudem erwarten, dass in einem Luxusresort ein Generator vorhanden ist, um kurzfristige Stromschwankungen auszugleichen. Bei einem Stromausfall könnte am ehesten die Übertragung in die Schachwelt leiden.

Tatsächlich befinden sich bereits erste Spieler und Spielerinnen auf Zypern und beziehen ab dem 26. März ihre Hotelzimmer im Luxusresort. Weitere Spielerinnen oder Spieler hatten sich bisher zumindest öffentlich nicht für eine Verlegung ausgesprochen und jetzt ist es für eine Verlegung bei Einhalten des Zeitplans zu spät.

Pressemeldung der FIDE

Kandidatenturniere auf Zypern


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