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Osten dominiert in Dresden

Foto: Dariusz Gorzinski (Dortmund).

Die deutschen Seniorenmeisterschaften waren in beiden Altersklassen stark umkämpft. Letztlich gab es drei verdiente Sieger. Bei den Jungsenioren gewann Dieter Kaiser aus Dresden, der zeitweise dem Feld enteilt war. In der älteren Senioren-Gruppe gewann der Lausitzer Großmeister Rainer Knaak vor dem Internationalen Meister Joachim Brüggemann aus Erfurt, der zugleich deutscher Nestorenmeister wurde.

Von Thorsten Cmiel

Sehr positiv an der Deutschen Meisterschaft in Dresden war, dass in beiden Gruppen 180 Partien erfasst wurden. Damit gibt es für eine Berichterstattung eine größere Auswahl und bessere Analyse-Möglichkeiten. Ich habe mich entschieden, für beide Turniere die Partien mehrerer Spieler vorne genauer unter die Lupe zu nehmen.

Beginnen wir mit den älteren Senioren. Das Turnier hat einen klaren Sieger hervorgebracht. Wenn man dessen Partien genauer beobachtete, dann waren die acht Punkte von Rainer Knaak, allerdings gar nicht erwartbar. Mir sind vor allem seine Endspiele aufgefallen. Das spricht für seinen Kampfgeist und seine immer noch vorhandene Widerstandskraft in kritischen Stellungen. Gleichzeitig zeigt sich, dass nicht mal ein Ex-Weltmeister so einfach durch ein Feld bei den deutschen Senioren durchmarschieren kann, ohne ordentlich Gegenwehr erfahren zu haben.

Endtabelle Deutsche Senioreneinzelmeisterschaft 65+


DSEM 65+. Dresden 2026. 230 Teilnehmer. Vollständige Tabelle und Quelle.

Um bei den älteren Senioren unter die Top-5-Spieler zu kommen, so wenige Hauptpreise (1.000, 700, 500, 300 und 100 Euro) gab es in beiden Gruppen jeweils, musste man mindestens sieben Punkte holen. Das gelang sechs Spielern von denen vier Akteure eine Performance von mehr als 2300 Punkten erreichten. Eine sehr starke Leistung der Spieler.

Souveräner Sieger DSEM 65+: Rainer Knaak


Hans-Joachim Vatter – Rainer Knaak (Runde 5). DSEM 65+. Dresden 2026.

Die Gretchenfrage: Sollte Weiß vor dem Schlagen des Bauern auf f5 noch Schachgebote mit dem Turm einbauen?



Jürgen Juhnke – Rainer Knaak (Runde 6). DSEM 65+. Dresden 2026.

Etwa hier ging Elisabeth Pähtz bei der Live-Kommentierung in die Pause und kündigte ein baldiges Remis an. Als sie zurück kam stand Rainer glatt auf Gewinn. Was war passiert? Immerhin mir half das Beschäftigen mit dieser Partie einen Tag später, ein Endspiel mit ungleichen Läufer und einem Bauern weniger souverän zu remisieren.


Ein Gedankenspiel


Gehirnakrobatik

Diese Stellung ist Zugzwang und gewonnen für Schwarz trotz des falschen Läufers. Dieses Problem hatte ich mir beim Zuschauen von Rainer Knaaks Partie als Begründung dafür überlegt, weshalb ich das Festlegen der Bauern auf a5 und a6 unterlassen hätte. Vermutlich kann man diese Stellung nicht erzwingen, nachdem Weiß seinen Läufer für e- und h-Bauern geopfert hat. Aber die pure Existenz dieser Konstellation mahnt zur Vorsicht.

Glück gehört zum Geschäft

Karl-Heinz Kannenberg spielte in der dritten Runde eine sehr starke Partie gegen den haushohen Turnierfavoriten, der ein frühes und typisches Bauernopfer nicht rechtfertigen konnte und die meiste Zeit der Partie hinten lag im Verlauf der Partiebewertung.


Rainer Knaak – Karl-Heinz Kannenberg (Runde 3). DSEM 65+. Dresden 2026.

Hier gibt es zwei Bauernzüge mit dem bereits weit vorgepreschten Bauernduo auf c4 und d4. Fifty-Fifty. Einer gewinnt und der andere nicht. Ihre Wahl.


Jungsenioren (50+)

Der Schwerpunkt meiner Betrachtungen liegt natürlich auf dem Turnier (DSEM 50+) an dem ich teilgenommen habe. Es wurde sehr intensiv gekämpft und in der Spitzengruppe gab es viele entschiedene Partien (als kleine Informationshilfe zum Lesen der folgenden Tabelle: Wer sieben Punkte bei fünf Siegen erzielte, der ist ohne Niederlage geblieben und so weiter).

Endtabelle Deutsche Senioreneinzelmeisterschaft 50+


DSEM 50+. Dresden 2026. 75 Teilnehmer. Vollständige Tabelle und Quelle.

Bei den Jungsenioren war das notwendige Gesamtergebnis für einen Spitzenplatz wegen der geringeren Teilnehmerzahl niedriger. Der spätere Sieger Dieter Kaiser aus Dresden war mit fünfeinhalb Punkten aus sechs Partien grandios gestartet und remisierte seine letzten drei Partien. Bemerkenswert ist vielleicht noch, dass keiner der drei Elo-Favoriten mit Zahlen über 2300 es in die Top-Drei schaffte. Die Elo-Verluste der drei Favoriten summierten sich auf 41 Punkte. Das zeigt einmal mehr, dass Elozahlen keineswegs einfach auf den Tisch gelegt werden können, um Schachpartien zu gewinnen, wie man in Dresden 2026 ebenfalls im Masters der offenen Klasse beobachten konnte.

Der Kaiser von Dresden

In Magdeburg 2021 war ein Lokalmatador nah dran am Titel. Mike Stolz aus Magdeburg verlor seinen Titel am grünen Tisch, da irgendein Gremium beim Schachbund dem Isländer Henrik Danielsen den ausgerufenen Titel beließ. Inzwischen ist man beim Spitzenverband des deutschen Schach weiter. Deutscher Meister kann nur werden, wer entweder geborener deutscher Staatsbürger oder FIDE-Deutscher ist. Angeblich geht das aus der Verklausulierung in der Turnierordnung hervor, so die Information des Schachbundes auf meine Anfrage vor Dresden. Immerhin man will das Thema präziser fassen.

Aber: Falls die Turnierordnung so eindeutig ist, müsste der Deutsche Schachbund Mike Stolz nachträglich zum deutschen Seniorenmeister (50+) 2021 ernennen. Denn Änderungen an der Turnierordnung hat es meiner Kenntnis nach seither diesbezüglich nicht gegeben. Lediglich in den Ausschreibungen der Folgejahre fand sich eine scheinbare Präzisierung: FIDE-Deutscher sollte der Sieger sein, hieß es. Das war ebenfalls nicht treffsicher. Natürlich konnte auch die ehemalige Präsidentin des Schachbundes deutsche Meisterin werden, obwohl sie bis vor gar nicht so langer Zeit FIDE-Engländerin war. Als Deutsche rechnete sie sich bessere Chancen bei der Wahl ins Präsidium der European Chess Union (ECU) aus und plötzlich war möglich was vorher nicht ging, aber viele Schachspieler in Deutschland aufregte.

Nach den Wagner-Spielen in 2025 gewann dieses mal Dieter Kaiser aus Dresden. Er ist nicht der erste gefeierte Kaiser in Dresden. Bereits am 14. September 1882 hatte Kaiser Wilhelm I. Dresden einen Besuch abgestattet. Diesmal ging es allerdings nicht um Politik und Dieter Kaiser, der bei Grün-Weiß Dresden spielt, war schon vor Ort.

Hinweis: Leider habe ich kein Foto von Dieter Kaiser beim Schachbund gefunden – bevorzugt am Brett. Es gibt ein Foto des Siegers in einer Kollage. Ich selbst habe keine Fotos im Turniersaal gemacht, da das Verwenden von Handys dort verständlicherweise verboten ist und ich grundsätzlich mein Mobiltelefon im Hotel lasse. Daher ist man als Berichterstatter auf die Fotos des Veranstalters angewiesen. Aus der Not geboren habe ich die Künstliche Intelligenz beauftragt etwas im historischen Kontext zu basteln. Das ist keine Respektlosigkeit dem Sieger gegenüber, zumindest nicht von mir.


Dieter Kaiser – Frank Belke (Runde 3). DSEM 50+. Dresden.

Die Eröffnung ist dem Schwarzspieler in dieser Partie erkennbar misslungen. Weiß steht vor seinem 17. Zug und sollte wie fortsetzen?



Dieter Kaiser – Ihor Tymoshenko (Runde 5). DSEM 50+. Dresden 2026.

Wie kann Weiß hier die Partie schnell beenden?



Dieter Kaiser – Markus Hochgräfe (Runde 6). DSEM 50+. Dresden 2026.

Die kritische Stellung in dieser Partie, die vermutlich über den Titelgewinn mitentschieden hat. Wie sollte Weiß hier am besten fortsetzen? Ich schlage vor, man beginnt mit der Kandidatenauswahl. Die Lösung gibt es in der ausführlichen Partieanalyse.



Cliff Wichmann – Dieter Kaiser (Runde 7). DSEM 50+. Dresden 2026.

Cliff Wichmann ist neuer deutscher Senioren(50+)-Schnellschachmeister und lag zu diesem Zeitpunkt des Turniers einen halben Punkt hinter Dieter Kaiser. In dieser Stellung macht der Internationale Meister mächtig Druck gegen den rückständigen Bauern b6 und hätte er hier seinen e- oder seinen c-Bauern vorgezogen, wäre die Verteidigungsaufgabe für Dieter Kaiser schwierig geworden. Cliff Wichmann zog seinen Läufer nach e4, Schwarz konterte mit dem Damenzug nach h6 und konnte die Stellung im Gleichgewicht halten. Nach zwei weiteren Remis kam es dann zur Krönung.

Partieanalysen

Der Geier

In der ersten und in der dritten Runde saß ich Reiner Heimrath gegenüber, der einen alten Bekannten wiederbelebte. Eine Eröffnung, die auf die Arbeiten von Stefan Bücker zurückgehen, der in der Gruppe 65+ als Dritter recht erfolgreich dabei war, aber insgesamt diesmal solider als in seiner Jugend agierte.

Erstellt mit KI (artta.ai)


Den Geier habe ich vor ca. 40 Jahren in einigen Blitzpartien selbst regelmäßig ausprobiert, um dann zum Benko-Gambit zurückzukehren. Heutzutage ist es noch mutiger den Vogel zu aktivieren. Der charakteristische Springerzug ins Zentrum und falls notwendig zurück nach d6 ist objektiv allerdings ohne Zweifel fragwürdig.



Endspiele und andere Kapriolen

Philidor-Stellung und Regelkenntnis

In Turmendspielen passieren manchmal überraschende Dinge, aber auch bei den Großmeistern ging manches Turmendspiel in Dresden schief. Das war jetzt mein zweites Turnier in Folge in dem ein Spieler trotz Philidor-Stellung verloren hat. Der Schwarze hatte zum Schluss sogar noch eine Alternative.


Frank Belke – Michael Lehmann (Runde 2). DSEM 50+. Dresden 2026.

Hier sollte und konnte der Schwarzspieler auf c7 im 148. Zug mit einem Turmschach auf c7 und einem weiteren Turmschach unter angekündigtem Opfer das Remis erreichen. Denn der letzte weiße Bauernzug, der ein Schlagfall im 99. Zug auf d5 war, ist dann lange genug zurück. Freilich war so viel Regelkenntnis gar nicht notwendig, da die Stellung auch ohne „Turmopfer“ immer noch ausgeglichen war.



Frank Belke – Michael Lehmann (Runde 2). DSEM 50+. Dresden 2026.

Aus einer früheren Phase der gleichen Partie. Weiß steht ohne Zweifel auf Gewinn. Welche Gewinnfortsetzung ist Weiß hier zu empfehlen?


Frank Belke – Michael Lehmann (Runde 2). DSEM 50+. Dresden 2026.

Wie sollte Weiß hier am besten fortsetzen, um den vollen Punkt einzufahren? Es gibt mehr als einen Weg.


Erstellt mit KI (artta.ai)

Gleichfarbige Läufer

Ein Endspiel der Jungsenioren zeigt wie schwierig es in Endspielen oft ist, den richtigen Gewinnplan zu finden oder die richtige Verteidigung. Die Partie ist meines Erachtens zum weiteren Selbststudium geeignet und bedarf sicherlich weiterer Analysen. Wenn man den Maschinenraum befragt, gab es sechs oder sieben Bewertungs-Swings, so wie ich es nennen würde. Der letzte Fehler entschied die Partie


Reiner Heimrath – Matthias Wilsch (Runde 8). DSEM 50+. Dresden.

Eine der vielen schwierigen Situationen in dieser Partie: Wie sollte Schwarz sich verteidigen? Ist die Stellung überhaupt noch haltbar? Mehr dazu und ähnlichen Stellungen im Verlauf findet sich in der Partieanalyse.


Ein Turm ihn zu knechten!

In der folgenden Stellung kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Dennoch passieren solche Unglücke immer wieder. Das Missgeschick im folgenden Diagramm unterlief Arnold Huhndorf aus Köln, der nach einem grandiosen Start der Titelheld dieser Geschichte und des gesamten Turniers hätte sein können. Er stand sich aber selbst im Weg.

Erstellt mit KI (artta.ai)


Arnold Huhndorf – Thorsten Roth (Runde 7). DSEM 50+. Dresden 2026.

Vielleicht hätte hier der Highländer-Spruch, es kann nur einen geben, besser gepasst. Aber auch der Herr-der-Ringe-Spruch passt. Welchen Zug sollte Weiß hier mit verbundenen Augen spielen?


Ihor Tymoshenko – Arnold Huhndorf (Runde 6). DSEM50+. Dresden 2026.

Bereits eine Runde zuvor hatte Arnold sein Turnier – gestartet war er mit 4 aus 5 und hatte in Runde 6 bereits die Ranglistenersten Eins bis Vier hinter sich – geschrottet. Sein Gegner war nicht wirklich mit seinem Angriff am Königsflügel durchgedrungen, sondern hatte ihm mit seinem letzten Zug, der Springer war von e2 nach g3 gezogen, etwas Zeit gelassen. Welchen Zug sollte Schwarz hier und später noch in jedem Fall spielen.


Schlusskämpfe

Schlussrundenpartien folgen ihrer besonderen Logik, zumindest wenn beide Spieler gewinnen wollen. In den folgenden drei Partien aus der Schlussrunde gab es teilweise schon früh größere Unwuchten und nicht in jedem Fall ging es so aus wie der Maschinenraum ausgerechnet hatte.


Markus Hochgräfe – Frank Schwarz (Runde 9). DSEM 50+. Dresden 2026.

Schwarz hat zuletzt ein Schach geboten. Weiß kann nach vorne ziehen oder zurück weichen. Was ist stärker?


Markus Hochgräfe – Frank Schwarz (Runde 9). DSEM 50+. Dresden 2026.

Weiß steht vor seinem 41. Zug. Wie geht es am besten weiter?


Markus Hochgräfe – Frank Schwarz (Runde 9). DSEM 50+. Dresden 2026.

Erkennbar ist die Partie deutlich verwickelter als noch einige Züge zuvor. Wie sollte Weiß im 63. Zug fortsetzen und wie ist die Stellung inzwischen zu bewerten?


Erstellt mit KI (artta.ai)


Frank Zeller – Gerald Löw (Runde 9). DSEM 50+. Dresden.

Gerald Löw hatte mit 7…h7-h5 den Fehdehandschuh auf das Brett geworfen. Nicht jeder spielt so riskant in einer Schlussrunde. Die Partie verlief in der Folge allerdings nicht in seinem Sinne. In dieser Stellung sollte Schwarz wie fortsetzen?


Leningrad fällt

Frank Reinemer blieb seinem Repertoire auch in der letzten Runde treu, hatte später Ausgleich und verpasste seine Chance. Aber auch so blieb er der Spieler mit dem zweitgrößten Elo-Zuwachs in der Spitzengruppe.


Mein eigenes Turnier

Dieser Blog ist für mich eine Art Hilfsmittel, um mich regelmäßig mit Schach und meiner eigenen Entwicklung zu beschäftigen, hier einige Momente aus meinen eigenen Partien.

Mein ärgerlichstes Erlebnis im Turnier hatte ich rückblickend betrachtet bereits in der zweiten Runde als ich später in Gewinnstellung Remis gab. Das eigentliche Problem waren aber meine manchmal sehr genauen und zu oft etwas oberflächlichen Kalkulationen vorher.


Michael Esser – Thorsten Cmiel (Runde 2). DSEM 50+. Dresden 2026.

Ich hatte mit Schwarz eine sehr gute Partieanlage hingelegt und war jetzt gefordert. Wie sollte ich hier am besten fortsetzen? Mein erster Gedanke war es den Turm nach h4 zu ziehen, um den Angriff weiter fortzusetzen. Schwarz droht bereits mit dem weiteren Vormarsch des Bauern nach d4. Aber wie geht es nach dem Königszug nach g2 – deckt f3 und h3 – weiter? Ich spielte hier einen Zug, der rein gar nichts mit anspruchsvollem Schach zu tun hat. Ich zog meinen Turm nach b5, da ich dachte das würde auch ausreichen. Nach dem Läuferzug nach f4 stand ich plötzlich schlechter. Der Zug mit dem Turm war vermutlich mein schlechtester Zug im gesamten Turnier und verspielte meine Gewinnstellung – in der Folge hatte ich zunächst Glück. Am Ende wurde es dann komplett absurd.


Michael Esser – Thorsten Cmiel (Runde 2). DSEM 50+. Dresden 2026.

Nach dem Kontrollzug hatten wir diese Stellung auf dem Brett. Beide Seiten haben einen starken Freibauern auf der gegnerischen dritten Reihe. Ich war optimistisch, weil ich einige Varianten bereits kalkuliert hatte, zumal die Partie den erwarteten Verlauf nahm. Bis dahin stimmte meine Kalkulation wieder. Dann kam es zu folgender Situation.


Michael Esser – Thorsten Cmiel (Runde 2). DSEM 50+. Dresden 2026.

Gibt es einen Unterschied, ob man auf e4 zunächst ein Schachgebot unterbringt, oder ist es einfach egal und das Umwandeln des d-Bauern genügt zum Gewinn? Ich scheiterte natürlich an dieser einfachen Aufgabe. Entscheidend war das diesmal allerdings noch nicht.



Frank Schwarz – Thorsten Cmiel, Runde 4, DSEM 50+, Dresden 2026.

Die Eröffnungsvorbereitung war mal aufgegangen. Inzwischen sind wir bereits im Freestyle der Partie. Was sollte ich mit Schwarz hier am besten spielen? Die Partie bot später noch andere spannende Momente, aber die blende ich hier einfach aus. Die ausführlich Lösung gibt es übrigens ebenfalls nicht öffentlich, sondern nur den besten Zug. Nur so viel: Ich fand hier nicht die beste Fortsetzung. Viel Erfolg damit es besser zu machen.

Performance okay, Chancenverwertung nicht

Mein eigenes Ergebnis war zwar eine kleine Steigerung bei der Performance zu den Vorjahren (2274 in Dresden 2026, nach 2271 in Bad Neuenahr 2025, 2225 in Bad Wildungen 2024 und 2100 in 2023). Aber leider ging mir gesundheitlich hintenraus wieder die Kraft aus – ich habe teilweise nur gezogen, Hand-Züge ausgeführt sagt man heutzutage im angelsächsischen Raum. Dabei gab es noch eine schicke Chance in der achten Runde, nachdem meinem Gegner ein Fehler unterlaufen war. Mich stören aber mehr eigene Fehler und in der folgenden Stellung musste ich mit Schwarz eine Entscheidung treffen. Ich fand in dieser Stellung meinen zweiten groben Fehler des Turniers und zum Glück bestrafte mein Gegner mich nicht einmal. Danach gab es noch weitere kritische Phasen in denen ich erneut mit einer Qualität mehr am Gewinn vorbei spielte.


Ihor Tymoshenko – Thorsten Cmiel (Runde 8). DSEM 50+. Dresden 2026.

Schwarz hat hier etwa ein halbes Dutzend Kandidatenzüge. Ich war besonders erfolgreich und fand den schlechtesten meiner Auswahl.


Ihor Tymoshenko – Thorsten Cmiel (Runde 8). DSEM 50+. Dresden 2026.

Mein Gegner hat einen „Budenzauber“ gestartet als er auf h7 nahm. Meine Frage lautete hier. Soll ich den Springer nehmen? Ich rechnete richtig und entschied mich dennoch aus praktischer Sicht falsch.


Nach diesem frustrierenden Partieverlauf in der achten Runde wollte ich nicht mehr weitermachen. Dabei war mein Turnier bis dahin objektiv gar nicht so schlecht gewesen und die durchschnittliche Züge-Zahl lag bei anständigen 39 Zügen. In drei Schwarzpartien hatte ich zwischendrin und als erster Spieler der Partie Gewinnstellungen erreicht und remisierte dennoch sämtliche Partien. Ein Fortschritt war aus meiner Sicht allerdings, die Chancen überhaupt erzielt zu haben. 30 Elo-Punkte und die viertbeste Performance (hinter den beiden Turniersiegern und Arnold Huhndorf) im Feld sind allerdings weiterhin klar verbesserungsbedürftig.

Fotos vom Schachgipfel Dresden: Finn Engesser (DSB). Andere gesondert gekennzeichnet.

Schachgipfel Dresden (Offizielle Homepage).

Chess-Results.

Li-Chess (übertragene Partien vom Schachgipfel – kann man herunterladen – leider fehlt bei Li-chess die korrekte Beschreibung des Turniers und bei den Daten gibt es eine Art Bug bei der ersten Partie eines Tages).


Service-Hinweis

Die Partie-Analysen können als PGN-Datei heruntergeladen werden, indem man im Partie-Fenster den hier markierten Button nutzt.


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