Foto: Andrei Anosov (FIDE Chess)
2027 gibt es ein neues Format für den World-Cup und den Frauen World-Cup. 2025 hatten Divya Deshmukh und Javokhir Sindarov im alten reinen K.o.-Format gewonnen. Der Weltschachbund Fide verschlankt das Event und geht mit der Zeit.
Von Thorsten Cmiel
Der World-Cup ist mit jeweils drei Qualifikanten bislang das wichtigste Turnier zur Qualifikation für die Kandidatenturniere und zwar sowohl in der offenen Klasse als auch bei den Frauen.
Der FIDE verkürzt die Gesamtdauer der Veranstaltungen von 27 bzw. 23 auf 19 Tage. Die Grundidee des K.o.-Formats, das seit 2005 besteht, bleibt nach einer hybriden Startphase erhalten. Die Teilnehmerzahl steigt im Open-Turnier von 206 auf 224 Spieler und im Frauenturnier von 103 auf 128 Spielerinnen. Neu ist: Ab 2027 bestehen beide Welt-Cup-Turniere aus zwei unterschiedlichen Qualifikationsphasen.
Phase 1 als Schweizer System
Die Eröffnungsphase besteht aus neunrundigen Turnieren an fünf Tagen nach dem Schweizer System, die mit einer Zeitkontrolle von 45 Minuten und 30 Sekunden pro Zug ausgetragen werden. Das ist die eigentliche Revolution des neuen Spielmodus, die zur Verkürzung des Gesamtevents geführt hat.
Der Open-Weltcup umfasst in der offenen Klasse vier Gruppen, wohingegen der Frauen-Weltcup in zwei Gruppen unterteilt ist. Die Gruppen sollen von der Spielstärke her gleichstark sein.
Phase 2 im K.o.-Modus
Die besten Spielerinnen jeder Gruppe ziehen in die K.o.-Phase ein. In der offenen Klasse kommen die vier besten Spieler aus jeder Gruppe weiter. Im Frauen-Weltcup die acht besten Spielerinnen aus jeder der beiden Gruppen. Damit kommen insgesamt 16 Spielerinnen und Spieler weiter.
Hybride Bedenkzeit: Das Achtelfinale, das Viertelfinale, das Halbfinale und das Finale werden nach dem bestehenden Weltcup-Format und mit klassischer Bedenkzeit ausgetragen.
Preisgeld
Das Gesamtpreisgeld für die beiden Veranstaltungen wurde deutlich erhöht, von 2,67 Millionen US-Dollar im Jahr 2025 auf 3,3 Millionen US-Dollar im Jahr 2027. Das Preisgeld wird auf alle Teilnehmer verteilt, wobei der der Preis für den Sieger unverändert bleibt.
Mein Kommentar
Durch das neue kürzere Format wird ein wesentlicher Schwachpunkt der bisherigen Welt-Cup-Turniere behoben. Dadurch ist das Einbauen in die Turnierkalender von Profis einfacher, da zuletzt immer häufiger Terminkollisionen auftraten. So musste die Freestyle-Bewegung beispielsweise weichen. Auch zwischen E-Sport-Events und Traditionsturnieren gab es 2026 Clashes, die manche Spieler in Loyalitätskonflikte bringt. Auf der anderen Seite erhalten die Favoriten nicht mehr das Privileg erst zur zweiten Runde anreisen zu dürfen. Das ist eine grundsätzlich gute Entwicklung, aber der Preis ist nicht zu unterschätzen: Das neue Schnellschach-Format (45 Minuten + Inkrement von 30 Sekunden) hält Einzug in die Qualifikation zur Weltmeisterschaft. Noch ist nicht bekannt wie viele Qualifikanten sich aus der neuen Total-Schach-Serie qualifizieren. Aber auch hier gewinnen kürzere Bedenkzeiten an Bedeutung.