Foto: Dariusz Gorzinski
Die Global Chess League wird vom indischen Mahindra-Konzern gesponsert. Wer bezahlt bestimmt. In diesem Jahr läuft die vierte Ausgabe dieses Team-Wettbewerbs mit Schnellschachpartien.
Für mich ist das gewählte Format bei der Suche nach Fehlern in kritischen Momenten erfreulich ergiebig. Die Spieler sollten allerdings die Ergebnisse selbst nicht zu ernst nehmen. Das Turnier ist vor allem eine Show. Immerhin: Manche Schwächen der Spieler werden bei dem Format offen gelegt, in Turmendspielen beispielsweise. Die Bedenkzeit ist ein Hybrid mit Blitzphase (2 Sekunden/Zug ist die Standardzeit) am Ende. Anders als in der ersten Ausgabe, die ohne Inkrement auskam, flogen diesmal nur selten die Figuren. Tragik gehört allerdings weiter zum Konzept der Global Chess League.
Beginnen wir mit einem der dominierenden Spieler der letzten zwei Jahrzehnte im Weltschach: Vishwanathan Anand (56). Er kann bei diesem Format eindeutig mit den Jungspunden nicht mehr mithalten. Vielleicht hat auch der ungeplante Präsidentenjob bei der FIDE die Vorbereitung auf das Turnier gekostet. Seiner Popularität in Indien dürfte das allerdings kaum schaden.

Nepomniachtchi – Anand. GCL Indien.
Vishy Anand war für diese Partie gut vorbereitet und steht jetzt mit Schwarz vor seinem 22. Zug. Weiß droht unangenehm seinen Springer auf c6 einzupflanzen. Wie sollte er hier am besten fortsetzen?
Anand – Sindarov. GCL Indien.
Turmendspiele haben eine große Remis-Breite. Hier sind Bauern auf zwei Flügeln zu beachten. Wie sollte der Inder seine Verteidigung organisieren?
Vachier-Lagrave – Anand. GCL Indien.
Betrachten wir die kritische Stellung anhand von zwei historischen Beispielen im Turmendspiel. Eines der beiden Endspiele ist von der Schacholympiade 1960 in Leipzig. Das zweite Beispiel stammt von einem Schachweltmeister, der über Turmendspiele publiziert hat und als Endspiel-Experte galt.

Carlsen – Anand. GCL Indien.
Was ist in dieser Stellung von dem gespielten Springer-Zug nach d4 zu halten?

Nepomniachtchi – Carlsen. GCL Indien.
Nepo steht vor seinem 60. Zug. Sollte er einfach auf e4 den Bauern schlagen und mit zwei Bauern mehr einfach gewinnen?

Sindarov – Nepomniachtchi. GCL Indien.
Wie sollte der nächste Herausforderer hier am besten mit Schwarz agieren?


Arjun Erigaisi – Nihal Sarin. Global Chess League Indien.
In einer Partie voller Fehler entschied der letzte. Sollte Arjun den Bauern auf g3 schlagen?


Nihal – Pranesh. GCL Indien.
Hier spielte der jüngere Inder einen absurden Zug und schlug den Bauern auf b3.
Pranesh – Nihal. GCL Indien.
Wie sollte Nihal mit Schwarz hier fortsetzen?

Magnus Carlsen – Ian Nepomniachtchi. GCL, Indien.
Einer der entscheidenden Momente im Finale des Events ist erreicht. Wie sollte der Norweger hier fortsetzen? Wie ist die Stellung einzuschätzen?





Homepage der Global Chess League (GCL). Titelbild: Dariusz Gorzinski. Foto von W. Smyslov: Dagobert Kohlmeyer.
Fotos: GCL. Titelfoto: Dariusz Gorzinski. Foto Smyslow: Dagobert Kohlmeyer.