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HomeSchacholympiade 2026Nationen-Wertung

Nationen-Wertung

In den bisher vier gespielten Runden waren die deutschen Teams Favorit. Das gilt auch für andere Nationen. Jetzt geht das Turnier erst richtig los, denn der Spielstärkeunterschiede zwischen den Kontrahenten lässt jedes Unentschieden nicht mehr gleich als Sensation erscheinen. Die kombinierte Wertung wird als „Gaprindashwilli-Preis“ vergeben.

Von Thorsten Cmiel

Indien, die Vereinigten Staaten, China, Usbekistan und Deutschland sind die fünf Nationen mit perfektem Start in beiden Leistungsklassen. Das ist neu für die deutschen Teams. In Chennai 2022 spielte das deutsche Open-Team erst in der Schlussrunde gegen eine nominell stärkere Nation und verlor gegen Indien 2. Auch in Budapest war das Team nie näher dran. Diesmal geht es bereits in der fünften Runde gegen das favorisierte US-Team. Die Frauen müssen gegen die starken Kasachinnen ran, die auf dem dritten Platz gesetzt sind.

In der fünften Runde müssen beispielsweise die Inderinnen gegen die Polinnen antreten. Diese hatten in Budapest gegen die späteren Siegerinnen gewonnen und eine Mini-Krise in Indien ausgelöst.

Fabiano Caruana und Wesley So in guter Form. Bisher.

Deutschland darf diesmal gegen die Vereinigten Staaten ran. Das US-Team konnte bisher an den vorderen Brettern überzeugen. Awonder Liang am fünften Brett erwies sich als Schwachpunkt im Team. Auch Levon Aronian musste schon manchen Schreckmoment überstehen. Deutschland versucht daher die gleiche Aufstellung wie am Tag zuvor – mit Alexander Donchenko am vierten Brett.

In der vierten Runde verlor Vasyl Ivanchuk, da er im vierzigsten Zug und in der Folge falsch lag. Aber wer würde in der folgenden Stellung mit etwas mehr als einer Minute nicht so spielen wie der Ukrainer?


Caruana – Ivanchuk. Schacholympiade 2026.

In dieser Stellung zog der Ukrainer seinen Springer nach c2 und attackierte den gegnerischen Turm und den Springer auf d3.



Anton Korobov – Wesley So. Schacholympiade 2026.

Weiß hat eine Bauern geopfert für Initiative. Was ist hier vom Damnenzug nach e4 – greift den Springer auf h4 an und droht Matt auf h7 – zu halten?


Elisabeth trägt das Frauen-Team

Die deutschen Frauen sind abhängig von der Leistung ihrer ehemaligen Spitzenspielerin, die nach ihrer Schwangerschaft wieder eingestiegen ist. Ihre Tochter und Mutter sind ebenfalls in Samarkand dabei, dank eines Programms der FIDE.


Wenn man Nummer 10 der Setzliste ist, dann müssen letztlich ungefähr drei Spielerinnen über ihrem nominellem Niveau spielen, um in die Medaillen zu kommen. Die Inderinnen müssen nur ihre übliche Leistung abrufen und dann laufen sie für die Goldmedaille mit.

Präsidenten-Rennen

Hier in Samarkand ist nur Wadim Rosenstein wirklich präsent. Er empfängt Delegierte im Minutentakt in einem abgedunkelten Raum auf seinem Messestand. Leider hat mal wieder keiner der FIDE und der lokalen Organisatoren daran gedacht, dass man sich vielleicht mal ungestört unterhalten will. Gestern hatte ich versucht einen Ort zu finden, um ein Interview zu machen. Der VIP-Raum wäre eine Möglichkeit, aber für den habe ich keine Zugangsberechtigung.

Die European Chess Union (ECU) hat sich derweil in einem Statement klar für eine Wahl in Samarkand ausgesprochen, die Folgen einer Verschiebung wären unabsehbar. Zuletzt hatten vor allem afrikanische Staaten eine Verschiebung gefordert, da sie keine Visa bekommen hätten. Gerüchten zufolge hat Timur Turlov nicht mehr die erwartbare Mehrheit und will daher die Wahl verschieben. Das Problem mit den Visa soll inzwischen gelöst sein. Korruption spielt natürlich eine Rolle beim Stimmenerwerb, wie man hört.

Ein weiteres Gerücht ist, dass Timur Turlov kurz vor einer Sanktion durch Europa sein könnte. Er wäre dann nicht mehr wählbar, zumal die FIDE in ihrer Vergangenheit bereits Erfahrungen mit einem Präsidenten gemacht hat, der auf einer Sanktionsliste stand.

FIDE-Bericht von Michael Rahal.

Offizielle Homepage.


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