Die 15-jährige Chinesin Lu Miaoyi ist ohne Zweifel ein Top-Talent. Aber noch fehlt es ihr etwas an Konstanz. In Dortmund 2025 war ein Up-Swing dran, nachdem der World-Cup kurz zuvor eher unglücklich verlaufen war. Schauen wir uns ihre Partien beim internationalen Frauenturnier in Dortmund an.
Lu Miaoyi ist in der August-Liste die Nummer 26 und bei den Mädchen die Nummer zwei hinter Divya Desmukh, die aber in diesem Jahr letztmals dabei sein wird. Jetzt in Dortmund gab es einiges Plus für die Chinesin. Lu Miaoyi startete mit vier Siegen und hätte in der fünften Runde gegen Elisabeth Pähtz einen weiteren vollen Punkt durchaus verdient gehabt. In der Schlussrunde gelang es Dinara Wagner doch noch die Tabellenführende etwas zu stoppen. Mit einer Performance von 2597 und einem Ratingzuwachs von zwölf Punkten sollte die junge Chinesin trotzdem zufrieden gewesen sein.
Im World-Cup in Batumi war das Turnier nach der dritten Runde (erste Runde Freilos) für Lu Miaoyi bereits vorbei. Gegen die Ukrainerin Yulia Osmak war Lu allerdings nicht Favoritin.
Historisches Foto: José Raúl Capablanca und Emanuel Lasker. Quelle: Cubadebate.
Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.
Diesmal folgen wir Capablanca, der 1921 in Havanna den Titel von Lasker (+4, 10=, -0) übernahm. Wir beginnen diesmal aber mit einer Partie aus 1914, die in St. Petersburg zwischen Capablanca und Emanuel Lasker gespielt wurde. Eigentlich sah es mehrfach nach einem Sieg des Kubaners aus im Verlauf, aber Lasker konnte die Partie mit Glück und Geschick zusammen halten.
Diese Partie von Capablanca gegen Emanuel Lasker bot einige spannende Momente in unterschiedlichen Spielphasen. Die erste Frage war zunächst wie Lasker hier fortsetzen sollte.
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Welcher Zug ist hier dem Kubaner mit Weiß zu empfehlen und wie ist die Stellung danach einzuschätzen. Siegbert Tarrasch irrte sich übrigens bei seinen zeitgenössischen Analysen.
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Wie ist die Stellung nach 73.g5 einzuschätzen?
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In dieser Stellung aus dem WM-Kampf von Capablanca gegen Lasker im Grand Casino de Playa in Havana 1921 unterlief dem 52-jährigen Emanuel Lasker gegen seinen 20 Jahre jüngeren Gegner ein recht grober Fehler, den man eigentlich nicht erklären kann. Nach dieser 14. Partie gab Lasker mit einem 0-4-Rückstand den Wettkampf vorzeitig auf. Der Wettkampf stand 5 zu 9 aus Sicht von Lasker und ihm machte das Klima auf Kuba zu schaffen, heißt es.
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Über den Wettkampf in Havana gibt es eine ganze Menge Literatur. Spannend sind für historisch interessierte Schachliebhaber beispielsweise die Kommentare von Lasker selbst die man hier finden kann.
Eine 19-jährige Inderin aus Nagpur erobert die Schachwelt im Sturm. Divya Deshmukh dominiert den Stichkampf gegen ihre Landsfrau Humpy Koneru und gewinnt den Weltpokal der Frauen in Batumi, Georgien. Gleichzeitig ist sie die 44. Frau, die sich den GM-Titel sichert und der 88. indische Großmeister.
Mehr Historisches und Statistisches: Divya Deshmukh ist nach Koneru Humpy, Harika Dronavalli und Vaishali Ramesbabu die vierte Inderin, die den Titel eines Großmeisters holt und die erste Inderin überhaupt, die den Weltpokal gewinnt. Zwei Jahre zuvor scheiterte Praggnanandhaa im Finale an Magnus Carlsen in der offenen Klasse.
Divya spielte in Batumi zwölf Partien mit klassischer Bedenkzeit. Vier Siegen stand eine Niederlage im Turmendspiel gegen Zhu Jiner gegenüber und brachten Divya ein Eloplus von 15 Punkten. In drei ihrer sechs Wettkämpfe musste die Inderin in die Stichkämpfe, gewann diese aber in allen Fällen souverän in der ersten Zeitkadenz und ohne eigene Niederlage. Ein beeindruckendes Boss-Resultat für das der Weltschachbund 50 Tausend US-Dollar als Siegprämie vorsieht.
Die Ergebnisse von Divya in Batumi
1. Schnellschachpartie (15+10)
Divya Deshmukh – Koneru Humpy 0.5 – 0.5
In der ersten Partie führte Divya die weißen Steine. In der Blitzphase der Partie hatte hier die 19-jährige Inderin aus Zentralindien eine Chance deutlichen Vorteil zu erzielen. Wie?
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Weiß sollte hier mit einem Schachgebot mit der Dame auf b8 beginnen und nach dem Turmrückzug nach d8 den Bauern auf a7 einkassieren. Der Königszug nach h7 kommt wegen des Turmzugs nach c8 nicht in Betracht. In der Partie begann Divya mit dem Turmschach auf c8, Schwarz reagierte mit dem Turm und diesmal ging der Bauer a7 nicht verloren. Es gab noch einige Züge und die Partie endete folgerichtig unentschieden.
2. Schnellschachpartie (15+10)
Koneru Humpy Koneru – Divya Deshmukh 0 – 1
Schauen wir uns die Partie zunächst unkommentiert an. In den ersten vierzig Zügen passiert wenig. Dann folgt eine erste überraschende Verschärfung von Humpy Koneru, die einfach abwarten konnte. Die Partie blieb danach lange Zeit ausgeglichen bis die Fehler sich bei wenig Restzeit häuften.
Die Stellung sollte ausgeglichen sein. Zuletzt hatte sich Divya ihres Doppelbauern auf der f-Linie entzogen. Es gab hier zwei Möglichkeiten den Bauern zu schlagen oder den eigenen König nach e4 zurück zu beordern. Humpy Koneru wählte den schlechtesten dieser Züge. Ein Schock. Sie nahm mit dem Turm und hielt dadurch ihre Bauernstruktur intakt, musste dafür aber einen passiven Turm auf a1 hinnehmen.
Hier kann Schwarz recht klinisch gewinnen. Wie sollte das passieren?
Hier ist erneut Divya am Zuge. Wie sollte sie hier fortsetzen?
Wie sollte sich Humpy Koneru am besten wehren?
Ein erneuter Klassiker in Endspielen sollte hier von Divya mit Schwarz gespielt werden. Welcher?
Der letzte Fehler entscheidet. Wie sollte Humpy hier mit Weiß spielen? Machen wir daraus eine Fifty-Fifty-Entscheidung. Was ist besser der Vorzug des vorderen h-Bauern nach h7 oder der Königszug nach e5?
Bevor wir zu den Antworten auf die Fragen kommen kann man sich anschauen wie die Livekommentierung aus Indien aussah. Sagar Shah und Amruta von Chessbase haben Divya viele Jahre begleitet auf ihrer Reise bis hierhin und wurden ebenfalls emotional und litten mit der jüngeren Inderin mit. Bei aller landsmannschaftlichen Neutralität war der Sieg von Divya historischer einzuordnen als ein Sieg ihrer fast doppelt so alten Gegnerin gewesen wäre.
Die Partien an zweiten Finaltag fanden diesmal unter umgekehrten Vorzeichen statt. Während die Inderinnen sich nach präzisem Spiel unentschieden trennten, konnte diesmal die Entscheidung über den dritten Platz und den Einzug ins Turnier der Kandidatinnen fallen. Nach spannendem Verlauf gewann Tan Zhongyi.
Von Thorsten Cmiel
Finale: Koneru Humpy – Divya Deshmukh 0.5 – 0.5
Erneut zeigte sich die 19-jährige Divya Deshmukh gut vorbereitet von ihrem immer noch geheimen Trainer. In der Partie kam es diesmal zu wenig kritischen Situationen. Divya folgte in einer positionell überzeugenden Variante Magnus Carlsen und kam nie wirklich in Bedrängnis. Entsprechend ausgelassen wirkte die Inderin im späteren FIDE-Kurzinterview mit dem FIDE-Presseverantwortlichen Michael Rahal.
Spiel um Platz 3: Lei Tingjie – Tan Zhongyi – 0.5 – 0.5
Die Partie der beiden Chinesinnen war ausgekämpfter als die schnelle Spielweise in der Eröffnungsphase vermuten ließ. Zunächst verpasste Tan einen klaren Gewinn nach einem Fehler ihrer Gegnerin und nachdem alles auf ein Remis hindeutete, unterlief Lei Tingjie ein gröberes Versehen und sie verlor. Nach der Partie schien die Stimmung der beiden Chinesinnen dennoch freundschaftlich.zu sein.
Im Finale des World Cup in Batumi geht es für Divya vor allem um einen kurzen Weg zum Großmeistertitel, denn die Qualifikation zum Turnier der Kandidatinnen hat sie schon geschafft. Die Chinesinnen Tan Zhongyi und Lei Tingjie kämpfen um die direkte Qualifikation zum Turnier der Kandidatinnen.
Von Thorsten Cmiel
Es war eine kurze Phase in der für Divya Deshmukh mehr drin war, aber diese letztlich zwei Chancen dürften den 19-jährigen neuen Superstar der Frauen im Schach ärgern. Die Eröffnung hatte Humpy Koneru offensichtlich nicht vorbereitet und geriet schon früh unter Druck. Divya spielte furchtlos und opferte eine Figur für Initiative und schnellen Angriff. Koneru Humpy konnte mit Hilfe ihrer Gegnerin knapp ausgleichen. Wenn man der Bildsprache vertrauen kann, dann war Divya enttäuscht vom Ausgang der Partie.
Finale: Divya Deshmukh – Koneru Humpy 0.5 – 0.5
Die 19-jährige Inderin Divya Deshmukh hat sich mit Weiß bisher meistens bestens vorbereitet gezeigt. Diesmal war es nicht anders und die Spielerin aus Nagpur erwischte ihre Landsfrau nicht auf der Höhe, aber dann kam es wie so oft in komplexen Varianten. Divya fand nicht die beste Fortsetzung in der folgenden Stellung.
Weiß ist am Zuge und hat mehere interessante Spielweisen zur Verfügung. Was ist die beste Spielweise.
Divya hatte sich in der letzten Diagrammstellung für ein Figurenopfer auf c4 entschieden. Zunächst ist nach der Annahme und dem Schachgebot mit dem Turm auf e1 Schwarz dran. Wie sollte sich Humpy hier am besten verteidigen?
Wir wechseln erneut die Perspektive. Wie sollte Divya in dieser Stellung am besten fortsetzen?
Die Antworten auf die drei Fragen finden sich im Text der Partieanalyse.
Spiel um Platz 3: Tan Zhongyi – Lei Tingjie 0.5 – 0.5
Die Partie entscheidet welche der beiden Spielerinnen erneut Kandidatin wird. Beide Spielerinnen hatten in Toronto 2024 mitgespielt und Tan Zhongyi sogar gewonnen. Lei Tingjie verlor in der Startrunde in Toronto und lief ihrer Startniederlage lange Zeit hinterher. Diese Partie war im Vergleich mit der Finalpartie der Inderinnen etwas weniger spannend. Die beiden Chinesinnen hatten in den Vorjahren die letzten beiden Weltmeisterschaftskämpfe gegen Yu Wenjun verloren, zuletzt dieses Jahr war die Exweltmeisterin Tan ihrer Landsfrau unterlegen. Am Ende behauptet die Besserengine einen ordentlichen schwarzen Vorteil für Lei Tingjie.
Erneut entscheidet Nervenstärke ein Match. Humpy Koneru dominierte erst in der Blitzphase ihre Gegnerin Lei Tingjie. Für Indien bedeutet der Sieg, dass jetzt zwei indische Spielerinnen für das Kandidatenturnier qualifiziert sind. Indien zieht mit den Chinesinnen gleich.
Von Thorsten Cmiel
Schnellschachpartien 15 + 10
Die erste Partie sah Lei Tingjie vorne, die griff an und traute sich dann doch nicht. Sie bekam eine zweite Chance und konnte diese erneut nicht nutzen. Damit endete die erste Partie im Remis. weniger ereignisreich war die zweite Schnellschachpartie mit (15+10), also 15 Minuten Grundbedenkzeit und zehn Sekunden Inkrement pro Zug.
Weiß hat einig Figuren im Angriff. Was sollte Lei Tingjie hier spielen?
Die zweite Partie war eher langweilig und sah die Inderin mit Weiß nie wirklich vorne.
Schnellschachpartien 10 + 10
Die zweite Schnellschachrunde zeigte sehr spannendes Schach mit einigen Windungen und beidseitig einigen Chancen Fehlern. Beide Spielerinnen gewannen letztlich ihre Weißpartien und es ging in die nächste Runde (Blitz).
Blitzpartien 5 + 3
Diesmal gelang es der Inderin mit Weiß früh einen großen Vorteil zu erspielen. Die Chinesin stellte Material ein, die Inderin revanchierte sich und die Partie war ausgeglichen und Lei packte ihren Turm an und konnte eine Drohung von Humpy nicht mehr abwehren. Tragisch. In der zweiten Partie gelang es der Chinesin nicht erneut einen Vorteil zu erarbeiten, sondern es war Humpy Koneru, welche die Partie lange Zeit dominierte. Die Chinesin versuchte noch etwas mit einem zu motivierten Opfer, lief aber in einen Konter.
Lei Tingjie hatte mit beiderseits wenig Sekunden auf der Uhr schon etwas unglücklich agiert und fasste hier den eigenen Turm an. Der konnte nicht nach a7 und es gab auch keine andere Möglichkeit die Drohung des gegnerischen Damenzugs nach d7 mit Doppeldrohungen gegen f7 und des Gewinns der Dame via des Turmzuges nach c8 abzuwehren. Ohne ihr Malheur hätte sie vermutlich den Damenzug nach f8 gefunden. Zwar hängt der eigene Turm auf a1, aber Schwarz kassiert dann einfach den weißen Turm auf c7 via Schachgebot auf d6.
Es ging hin und her: Beide Inderinnen konnten mit Weiß im Turmendspiel gewinnen. Dann war beiden Spielerinnen der Gewinn entglitten und es sah nach zwei Stichkämpfen aus. Am Ende gewann die jüngere Inderin doch noch, weil ihre Gegnerin zu schnell und immer wieder ungenau spielte. Divya gewann glücklich, aber genauso verdient und steht als erste Spielerin im Finale der Weltpokal der Frauen in Batumi in Georgien.
Von Thorsten Cmiel
Turmendspiele sollten die Spielerinnen auf Weltebene eigentlich beherrschen, aber wenn der Einsatz hoch und die Bedenkzeit knapp ist, dann passieren unfassbare Fehler. Insofern war der zweite Halbfinaltag denkwürdig und historisch. Mit Divya Deshmukh qualifizierte sich die 19-jährige Inderin für das Finale. Das bringt ihr nicht nur mindestens 35.000 US-Dollar ein, sondern vor allem sichert sich Divya durch das Ergebnis die erste GM-Norm und bei einem Sieg im Finale ist sogar der GM-Titel drin.
1. Halbfinale: Humpy Koneru – Lei Tingjie 0.5 – 0.5
Nach lange Zeit ausgeglichenem Spiel verdaddelte die Chinesin das Turmendspiel und stand vor dem Aus. Humpy Koneru sollte eigentlich gewinnen, aber auch die ältere der beiden verbliebenen Inderinnen zeigte überraschende Schwächen bei der Siegführung. Sie verpasste die gleiche Idee zweimal und muss deshalb am nächsten Tag im Schnellschach erneut ran.
An beiden Brettern gab es an diesem Tag spannende Turmendspiele. Wie sollte Koneru Humpy hier am besten fortsetzen?
2. Halbfinale: Divya Deshmukh – Tan Zhongyi 1 – 0
Selten hat man so ein Drama bei den Partien mit klassischer Bedenkzeit im Weltcup in Batumi gesehen. Es ging um viel, vor allem für die Inderin. Damit man die Partie und ihren Verlauf besser nachvollziehen kann, zerlege ich besonders lange Partien in mehrere Abschnitte. Aber es gab noch mehr spannende Momente als hier herausgehoben wurden.
Unkommentierte Partie
Ausgewählte Momente einer ausgekämpften Partie
Beginnen wir mit einigen Fifty-Fifty-Entscheidungen, die ich beim Zuschauen für interessant hielt. Welche Entscheidung jeweils richtig war, kann in der ausführlichen Analyse nachgesehen werden.
In der Eröffnungsphase hatte die Inderin eindeutig mehr vom Spiel. Hier ist einer von mehreren spannenden Fifty-Fifty-Momenten. Die Frage lautet: Wie sollte es Weiß mit dem Damentausch halten? Oder sollte Divya besser auf den Tausch auf d8 verzichten und die Damen mit dem Zurückschlagen auf c1 für einen späteren Angriff auf dem Brett behalten?
Ebenfalls Fifty-Fifty-Entscheidung. Diesmal geht die Frage an die Schwarzspielerin. Sollte die Chinesin mit dem Läufer oder mit dem Bauern auf d5 zurückschlagen?
Eine weitere Fifty-Fifty-Entscheidung. Soll Divya auf a7 nehmen oder besser den f-Springer nach d6 ziehen?
Beide Türme sind angegriffen. Was ist hier der stärkste Zug für Schwarz? – So präsentiert ist es sicher einfacher als in einer praktischen Partie, in der man nicht weiß, dass etwas in der Luft liegen könnte. Aber keine Angst gelegentlich sind meine Fragen Fallstricke. Und nun?
Wie sollte Weiß hier am besten fortsetzen? Divya hat es nach 21 Sekunden richtig gespielt und eigentlich war die Partie entschieden.
Hier gibt es für die Chinesin Tan Zhongyi zwei Züge, die das Remis sichern. Von ihren zehn Minuten Restzeit verbrauchte Tan nur zwei Minuten und entschied sich falsch. Das zu schnelle Spielen in Endspielen war ihr schon vor wenigen Monaten zum Verhängnis beim WM-Kampf gegen Ju Wenjun geworden.
🇮🇳 19-year-old Divya Deshmukh advances to the Finals of the FIDE Women’s World Cup 2025!
Zweimal Indien gegen China. Es geht um ein wichtiges Zeichen, ob die Inderinnen oder weiter China die Schachwelt bei den Frauen dominieren können. Mit Zhu Jiner ist bereits eine Chinesin für das Turnier der Kandidatinnen qualifiziert. Die Inderinnen könnten ausgleichen, wenn es ihnen gelingt zwei Qualifikationsplätze zu besetzen.
Von Thorsten Cmiel
Neben der Qualifikation zum Turnier der Kandidatinnen geht es auch um ordentlich Preisgeld in Batumi. Die Siegerin erhält 50.000 US-Dollar. Die restlichen Preisgelder sind 35.000, 25.000 und 20.000 US-Dollar. Neben der Finalpaarung wird der dritte Platz ebenfalls ausgespielt. Die Gewinnerin des Spiels um Platz drei bekommt den dritten Qualifikationsplatz.
Die vier Halbfinalistinnen
Name (Land)
Geburtsjahr (Alter)
Elozahl (Elo-Delta)
Weltranglistenplatz
Titel
Lei Tingjie (China)
1997 (28)
2557 (+14.6)
3
GM
Tan Zhongyi (China)
1991 (34)
2527 (+12.8)
8
GM
Koneru Humpy (Indien)
1987 (38)
2536 (+0.8)
4
GM
Divya Deshmukh (Indien)
2005 (19)
2463 (+6.4)
18
IM
1. Halbfinale: Lei Tingjie – Humpy Koneru 0.5 – 0.5
Das folgende Video der FIDE zeigt wie die Chinesin zum Brett kommt und ihre Gegnerin bei der Meditation nicht stören will.
🧘♀️ When your opponent is meditating and you don’t want to disturb the vibe…
— International Chess Federation (@FIDE_chess) July 22, 2025
In diesem Moment verbrauchte die Chinesin sechs ihrer verbliebenen knapp vierzig Minuten Restbedenkzeit. Sie fand hier nicht die richtige Fortsetzung. Was ist ihr hier zu empfehlen?
2. Halbfinale: Tan Zhongyi – Divya Deshmukh 0.5 – 0.5
Die Chinesin spielte in der Eröffnung ziemlich zahm und musste sich früh mit dem halben Punkt zufrieden geben. Im 13. Zug (b3-b4) hatte Tan wieder einen ihrer positionellen Böcke eingebaut. Danach stand Divya zufriedenstellend und kam nicht mehr sonderlich ins Schwitzen. Man merkt den Spielerinnen an, dass der Weltcup und sein teilweise emotionales Auf- und Ab an die Grenzen der Kräfte geht.
Divya Deshmukh (19) setzt ihr beeindruckendes Turnier fort. Der Tag begann mit einem Sieg mit den weißen Steinen gegen Harika Dronavalli (34). In der zweiten Partie war die Angelegenheit nicht ganz so überzeugend. Aber am Ende setzte sich der starke Wille der jüngeren Inderin durch.
Von Thorsten Cmiel
In der ersten Partie folgten die Spielerinnen lange einer Stichkampfpartie von Harika und Goryachkina aus dem Jahr 2021. Harika, diesmal mit Schwarz unterwegs, wich zuerst ab, indem sie auf den Sprengungszug mit ihrem c-Bauern zunächst verzichtete und einige bekannte nützliche Züge spielte. Ein Fehler genügte Divya dann, um großen Vorteil zu erzielen.
In der Pause bereitete sich Divya am Rechner vor, wohingegen ihre Gegnerin früh am Brett erschien. Es wurde ein Krimi, der leicht den Ausgleich hätte bedeuten können.
Zwei Inderinnen und zwei Chinesinnen spielen im Halbfinale gegeneinander. Nach den Partien mit klassischer Bedenkzeit ist lediglich nicht klar, welche Inderin gegen Tan Zhongyi antreten muss. Divya Deshmukh und Harika Dronavalli müssen noch im Schnellschach ran.
Von Thorsten Cmiel
Lei Tingjie (CHN) – Nana Dzagnidze (GEO) 2 – 0
Den sichersten Eindruck machte die Chinesin Lei Tingjie im Viertelfinale. Zwar hatte auch die Georgierin Nana Dzagnidze in der Eröffnungsphase der ersten Partie ihre Chancen, aber in der zweiten Partie stand Lei die gesamte Partie zunächst besser und dann auf Gewinn. Ihre Gegnerin hatte eine Chance auf Ausgleich, aber mehr nicht. Lei muss im Halbfinale gegen die Iinderin Koneru Humpy antreten.
Koneru Humpy (IND) – Song Yuxin (CHN) 1.5 – 0.5
Die Inderin gewann die erste Partie recht überzeugend nachdem die Chinesin in der folgenden Stellung einen überraschenden Zug auswählte.
Eine spannende Stellung ist auf dem Brett entstanden. Jetzt sollte die Chinesin Song am besten ihren Springer nach f8 zählen und den Bauern auf e6 decken. Stattdessen beendete sie die Eröffnungsphase mit der kurzen Rochade und stand nach dem Nehmen auf e6 schlecht. Es gab noch einige kleinere Swings, aber die Inderin gewann ihre Partie insgesamt verdient.
Tan Zhongyi (CHN) – Vaishali (IND) 1.5 – 0.5
In der ersten Partie hatte Vaishali ihre Chancen mehr als den halben Punkt zu holen. Dafür musste sie in der folgenden Stellung richtig reagieren. In der Folge bliebt die Stellung trotz der leichten materiellen Unwucht immer etwa ausgeglichen.
Welchen Zug sollte Weiß hier am besten spielen? Die Lösung liegt so gefragt auf der Hand. Der richtige Zug war es den Springer auf f3 mit dem Turm via a3 zu decken. Nach dem Damenzug der Inderin nach e2 war der größte Teil des erarbeiteten Vorteils weg.
Die Chinesin gewann insgesamt verdient eine schwierige Partie mit zahlreichen interessanten Wendung. Vaishali bekam erneut ihre Chance, nutzte diese allerdings nicht. Zunächst eine Fehleinschätzung der Chinesin und dann etwas später eine überraschende Entscheidung der Inderin.
Fifty-Fifty: In dieser Stellung reduzieren wir die Auswahl auf zwei grundsätzlich Alternativen. Soll Weiß mit f5 fortsetzen und die gegnerische Dame attackieren oder nicht? Was ist Weiß sonst zu empfehlen?
Wie sollte die Inderin am Zug hier mit Schwarz fortsetzen? Sie entschied sich prinzipiell falsch und flog letztlich nach einigem Hin- und Her bei diesem Spiel auf zwei Resultate aus dem Rennen.
Divya Deshmukh (IND) – Harika Dronavalli (IND)
Der Ereignisloseste Wettkampf im Viertelfinale bisher. Die erste Partie der beiden Goldmedaillen aus Budapest im Vorjahr sind sicherlich keine Rivalinnen, die sich aufs Schärfste bekämpfen. So kam es auch, aber in der zweiten Partie hatte die 19-jährige Divya durchaus Chancen, wollte dann aber das Remis vermutlich zu sehr.