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Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess)

Heute stand die Begegnung der zwei Kandidaten Anish Giri und Javokhir Sindarov im Mittelpunkt des Interesses. Beide Kandidaten zeigten Schwächen in Präzision und im Rechenteil des Bauernendspiels. Praggnanandhaa verlor gegen Nodirbek Abdusattorov ein Turmendspiel, das er als potentieller Weltmeister nicht verlieren darf. Vincent Keymer verlor wegen einer taktischen Unaufmerksamkeit Partie und Führung.

Von Thorsten Cmiel

Das Masters in Wijk aan Zee hat eine lange Tradition mit herausragenden Partien, aber auch manche überraschende Kurzpartie war dabei. Der erste Spieltag 2026 war insofern mit dem Sieg von Niemann in 16 Zügen keineswegs ein historisches Ereignis. 32 Jahre zuvor verlor Ex-Weltmeister Anatoly Karpov eine legendäre Kurzpartie bei der er eine Figur nach einem einfachen Doppelangriff verlor. Darauf verweist ein X-Eintrag von Douglas Griffin. Das Turnier 1993 fand in einem K.o.-Modus statt und Karpov gewann seinen Wettkampf später noch und war ebenfalls im Turnier siegreich.


Wijk 2026 in Zahlen

In der Schachwelt stellen manche Statistiker historische Vergleiche an. Daher soll hier erwähnt werden, dass die Ausgabe 2026 mit einem Elo-Durchschnitt von 2726 der Kategorie 20 entspricht. Die Ausgabe 2025 hatte eine identische durchschnittliche Rating aufgewiesen. Die Turnier-Kategorie 20 war in den 2020er-Jahre die angestrebte Größenordnung. Anders als Turniere im Sinquefield-Cup oder bei Norway-Chess sind Kategorie-Rekorde mit 14 Teilnehmern kaum zu erreichen und auch nicht notwendig.

Aus den unterschiedlichen Elozahlen der Teilnehmer – von Vincent Keymer (2776) bis hin zu Thai Dai Van Nguyen (2656) – ergeben sich spezifische Erwartungswerte für die Ergebnisse. So müssen die ersten sechs Spieler im Feld ein Ergebnis von Plus Zwei (7.5 Punkte aus 13) vorweisen, um keine Ratingpunkte zu verlieren. Nguyen am anderen Ende des Spektrums benötigt „lediglich“ ein Ergebnis von Minus Zwei (5.5 Punkte), um sogar etwas Rating hinzuzugewinnen.

Die Bedenkzeit 2026 wurde angepasst an das diesjährige Kandidatenturnier (Open) auf Zypern. Es wird mit einer Startbedenkzeit von 120 Minuten für die ersten vierzig Züge gespielt. Danach erhalten die Spieler einen erneuten Zeitzuschlag von 30 Minuten für den Rest der Partie inklusive 30 Sekunden je Zug ab dem 41. Zug. Im letzten Jahr sah die Zeiteinteilung noch eine sehr lange Bedenkzeitregelung (100+50+15 bei 30 Sekunden pro Zug vom ersten Zug an) vor.

Wie es lief in Runde 2 im Masters

Diesmal gab es zwei entschiedene Partien. Erneut hätten es aber vier Entscheidungen sein müssen: Sowohl der Usbeke Javokhir Sindarov als auch Anish Giri dürften mit ihrer Frühform nicht vollkommen zufrieden sein. Mit Praggnanandhaa leistete sich der Titelverteidiger aus dem Vorjahr und einer der als Mitfavorit gehandelten Spieler beim Kandidatenturnier, einen Fehlstart. Wie der 20-jährige Inder seine Partie in einem technischen Endspiel verlor dürfte in Chennai die Alarmglocken läuten lassen. Diese Partie schauen wir uns wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung in den nächsten Tagen gesondert an. Die zweite entschiedene Partie dürfte insbesondere die deutschen Fans enttäuschen: Der deutsche Starspieler Vincent Keymer verlor nach einer nicht allzu schwierigen, aber dennoch schönen taktischen Finesse diesmal deutlich.

Giri mit Ungenauigkeiten

Anish Giri zeigte am zweiten Tag hintereinander eine scheinbar schluderige Leistung. Sein Gegner allerdings war nicht in der Lage die Fehler seines Gegners auszunutzen. Es begann mit einem Rechenfehler beider Spieler. Aber der zweite Höhepunkt war ein von Giri schlecht gespieltes Bauernendspiel. Erneut bestrafte sein usbekischer Gegner das nicht.


In der Partie der beiden Kandidaten hatte Anish Giri einen taktischen Fehler in seine Kalkulation eingebaut und zuvor den zentralen Bauern auf d4 verloren. Sindarov ging ihm letztlich auf den Leim und bemerkte seinen Fehler sofort. Wie sollte er in der Diagrammstellung fortsetzen?


In diesem Bauernendspiel ist Anish Giri mit Weiß am Zuge. Schwarz wird in der Konstellation einen gedeckten Freibauern bilden können. Die Frage ist wie man die Stellung mit Weiß trotzdem Remis halten kann.


Der Moment der Wahrheit. Sindarov war am Zuge und sollte was spielen? Er tat es nicht und zog sehr schnell, um sich in der Nachbetrachtung dann vermutlich zu ärgern.


Das Comeback von Vladimir Fedoseev

Die Niederlage vom Vortag provozierte einige grundsätzliche Fragen. Das erläuterte Fedoseev im Interview nach der Partie und kommentierte ausführlich seinen Sieg gegen Vincent Keymer. Der entscheidende Moment war in der folgende Stellung gekommen. Dabei schockte mich mehr eine Entscheidung von Vincent Keymer kurz zuvor. Schach mag im Zeitalter der Engines noch mehr ein konkretes Spiel sein, aber das ist insbesondere bei Vincents bevorzugten Positionsspiel-Stil diesmal kein Argument.


In dieser Stellung fand Vladimir Fedoseev einen sehr starken Zug, wobei die scheinbar einfachen Folgen komplexer sind als man mit einem schnellen Blick feststellen kann.


Pragg mit Fehlstart

Ein Spieler muss bei Rundenturnieren mit zwei Schwarzpartien beginnen. Diesmal traf es den Inder mit der Startnummer acht, also einen über dem Durst sozusagen. Dennoch ist es eher selten, dass Spieler mit einer Doppelnull beginnen. In einem der Vorjahre gewann Gukesh mit der gleichen Startnummer sogar seine beiden Auftaktpartien. Am ersten Tag war Pragg seinem Kumpel in die Variante gelaufen und diesmal scheiterte er im Endspiel. Das Endspiel mit vier gegen drei Bauern und einem wenig entfernten Freibauern ist ein theoretisches Remis, aber die Sache ist in der Praxis nie einfach. Wir betrachten diese Partie und die entscheidende Spielphase gesondert, weil es vermutlich einiges zu lernen gibt.


Spannende Remis-Partien

Die Partie zwischen dem 14jährigen Türken Yağız Kaan Erdoğmuş und dem Inder Aravindh Chithambaram hatte einige taktische Momente, welche die Spieler nach der Partie im gemeinsamen Interview mit Fiona Steil-Antoni beleuchteten.


Partien ohne Swing

Nach etwas mehr als anderthalb Stunden war die zweite Partie des Kandidaten Matthias Blübaum gegen Hans Niemann vorbei. Erneut ohne Makel, aber auch nicht sonderlich ereignisreich.



Paarungen der Kandidaten

Anish GiriPraggnanandhaaSindarovBluebaum
Anish GiriXRunde 50.5 – 0.5Runde 10
PraggnanandhaaRunde 5XRunde 12Runde 7
Sindarov0.5 – 0-5Runde 12XRunde 4
BluebaumRunde 10Runde 7Runde 4X

Ergebnisse Masters 2026

Ergebnisse Challengers 2026

Was im Challenger geschieht

Am zweiten Tag verloren die drei niederländischen Spieler sämtliche Partien und weisen im Challenger-Turnier einen Score von Null aus Sechs auf. Auch im Masters läuft es noch nicht für die heimischen Spieler. Es gibt natürlich auch erfreuliche Meldungen je nach Perspektive: Lu Miaoyi gewann ihre Schwarzpartie gegen den Inder Panesar Vedant und führt das Turnier mit Zwei aus Zwei an. Die Kandidatin Bibisara Assaubaeva benötigte mit Schwarz etwas Glück, um diesmal die Punkte zu teilen.

Ergebnisse Chess-Results.

Offizielle Homepage.

Fotos: Darius Gorzinski, Lennart Ootes (Tata Steel Chess), Jurriaan Hoefsmit (Tata Steel Chess).


Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess) Heute stand

Foto: Dariusz Gorzinski.

Vier Kandidaten und eine Kandidatin überprüfen ihre Form in diesem Jahr in Wijk aan Zee. Es stehen 13 Runden an und das kommt dem Geschehen im Kandidatenturnier durchaus nahe. In der ersten Runde verloren gleich zwei Kandidaten ihre Schwarzpartien. Sindarov drohte sogar eine Niederlage mit Weiß in der Partie des Tages.

Von Thorsten Cmiel

Ein Turnier mit 14 Teilnehmern zu verfolgen ist keine einfache Angelegenheit. Am besten sucht man sich einige Spielerinnen und Spieler raus, denen man folgen und mit denen man mitfiebern kann. Oft sind das landsmannschaftliche Vorlieben. Die meisten Teilnehmer stellen traditionell die Inder – Tata Steel als Hauptsponsor ist ein indisches Unternehmen und stellt daher immer ein größeres Kontingent an Spielern und niederländische Spieler sind natürlich ebenfalls prominent vertreten. Als Deutscher kann man sich natürlich dem Fokus auf die zwei aktuell erfolgreichsten Spieler Vincent Keymer, der erstmals in Wijk als Favorit im Masters an den Start geht, und Matthias Blübaum, der in einigen Wochen das Kandidatenturnier spielt, kaum entziehen. Zudem ist es natürlich eine spannende Frage wie die Frühform der Kandidaten aussieht. In der ersten Runde verloren sogar zwei Kandidaten ihre Auftaktbegegnungen und der Usbeke Javohir Sindarov stand kurz vor einer Niederlage. Für deutsche Fans zeigte Matthias Blübaum eine ansprechende und fehlerfreie Leistung mit Schwarz und remisierte ohne größere Probleme. Vincent Keymer gewann seine Partie gegen Anish Giri nach einem überraschenden Kollaps seines Gegners. Netter Start.

Paarungen der Kandidaten

Anish GiriPraggnanandhaaSindarovBluebaum
Anish GiriXRunde 5Runde 2Runde 10
PraggnanandhaaRunde 5XRunde 12Runde 7
SindarovRunde 2Runde 12XRunde 4
BluebaumRunde 10Runde 7Runde 4X

Turnierübergreifend misslang der kollektive Start der Niederländer. Nur Jorden van Foreest holte für die fünf Niederländer einen halben Punkt mit den weißen Steinen und das war eher glücklich. Im Challenger-Turnier verloren die drei Teilnehmer (Erwin L’Ami, Max Warmerdam und Eline Roebers) ihre Auftaktbegegnungen. Jede Partie kann natürlich genauso aus einer anderen Perspektive betrachtet werden. Die Chinesin Liu Miaoyi (Jahrgang 2010) gewann ihre Weißpartie gegen Max Warmerdam und sorgte für ein erstes Ausrufezeichen. Die kasachische Kandidatin Bibisara Assaubaeva gewann gegen den US-Boy Andy Woodward (2010). Sicherlich Geschichten, die erzählt werden sollten. Manche werden sich für die jüngsten Teilnehmer im Feld interessieren. Da ist zum einen das größte türkische Talent Yağız Kaan Erdoğmuş (2011) aus Bursa und im Challenger-Turnier die spanischsprachige Hoffnung aus Buenos Aires, Faustino Oro (2013), der Goldjunge. Wie in jedem Jahr ist es den Organisatoren gelungen, sehr illustre Felder zusammenzustellen. Es dürfte in beiden Turnieren spannend werden.

Den Organisatoren gelang es diesmal nicht, das Turnier pünktlich anzufangen, da eine Demonstration von Extinction Rebellion stattfand und diese den Eingang mit Kohle zuschütteten, um auf Umweltsünden des indischen Titelsponsors Tata Steel in den Niederlanden hinzuweisen. Was blieb war eine Verspätung von anderthalb Stunden für die Spieler und die weltweite Übertragung.

Momente aus Runde 1

In der ersten Runde gab es im Masters drei entschiedene Partien, was eine gute Quote zum Auftakt war. Die Partien von Fedoseev gegen Hans Niemann und die Partie von Vincent Keymer und Kandidat Anish Giri gingen recht schnell und nach groben Versehen zu Ende.


In der Partie von Hans Niemann (USA) und Vladimir Fedoseev nahm hier der für Slowenien antretende ehemalige Russe mit seinem Springer auf c5, um den ungedeckten Läufer auf d3 zu nutzen.



In dieser Stellung war der niederländische Top-Spieler und Kandidat mit Schwarz am Zuge. Was ist von dem Schlagen des Bauern auf d4 zu halten und gab es andere Züge, die in Frage kamen?


Das indische Duell

Arjun Erigaisi verpasste 2025 erneut die Qualifikation zum Kandidatenturnier auf Zypern und darf nur zuschauen. Zudem ist Wijk bisher ein eher schwieriges Turnier. Insofern dürfte ihm sein Start-Zielsieg gegen Praggnanandhaa, kurz Pragg, Hoffnung auf ein gutes Turnier 2026 geben.


Arjun Erigaisi (2003) spielte zum Auftakt gegen den Titelverteidiger und Kandidaten Pragg (2005). Die Eröffnung erwies sich als Volltreffer für den älteren Inder. Wie sollte Schwarz in dieser Stellung reagieren und eine ausgeglichene Stellung reklamieren? In der Partie passierte noch einiges mehr, aber Pragg fand nach einem Fehler in dieser Stellung nie wieder zurück ins Geschäft.



Wie sollte Schwarz hier am besten fortsetzen. Falls Sie den f-Bauern ziehen wollen, wie weit soll der vorziehen? In der Partie verpasste Thai Dai Van Nguyen seine Chance auf einen vollen Punkt mit Schwarz.

Die Partie des Tages

Nach ausgeglichener Eröffnungsphase überspielte Weltmeister Gukesh (2006) seinen usbekischen Gegner und Kandidaten Javokhir Sindarov (2005) mit Schwarz. Die Partie nahm einen letztlich tragischen Verlauf für den Inder, der eine weltmeisterliche Partie spielte und dann zuletzt nur noch an sich selbst scheiterte. Wir betrachten die Partie in vier Phasen, wobei die Eröffnungsphase am wenigsten bot, da beide Spieler sich in der so genannten Carlsbader-Struktur gut auskannten.



Es sieht so aus als würde hier Weiß auf c6 das Material – er ist einen Bauern hinten – zurück bekommen. Hier spielte der Weltmeister einen starken Zug, der ihm Vorteil sicherte. Gukesh hatte etwas mehr als fünf Minuten für seine Entscheidung. Er nahm sich letztmals etwas Zeit und zog nach etwa vier Minuten.


Es bleiben ihnen anderthalb Minuten für zwei Züge – 30 Sekunden Inkrement gibt es erst nach Zug 40. Sie sehen das „Damenopfer“ für Springer und Turm auf b4. Spielen oder auf a4 erstmal zwischentauschen ist hier die Frage. In zwei Zügen geht es dann um die Frage wie die Stellung zu bewerten ist.



Hier fand Gukesh mit den schwarzen Steinen am Zuge einen sehr starken Zug. Ihr Vorschlag bitte.


Wie sollte Schwarz hier am besten fortsetzen, um dem Dauerschach zu entkommen?



Wie sollte Schwarz hier die Schachgebote des Gegners bekämpfen? Es entscheidet sich hier noch nicht, ob Gukesh nur Remis spielt, aber ein präziser Zug erleichtert die künftigen Ereignisse zu beherrschen.


Die letzte Chance für Gukesh sich den vollen Punkt zu sichern ist nach zähem mehrstündigem Kampf gekommen. Wie sollte Gukesh mit Schwarz hier seine Gewinnchancen sichern?


Die Remispartien ohne Swings

Die restlichen zwei Partien gingen vergleichsweise ereignisfrei über die Bühne. Die Schwarzspieler zeigten solide Leistungen und dürften mit ihrem Auftakt zufrieden gewesen sein.



Masters Wijk aan Zee 2026

Challengers Wijk aan Zee 2026

Offizielle Homepage Wijk.

Resultate Chess Results.

Fotos: Dariusz Gorzinski, Jurriaan Hoefsmit (Tata Steel Chess) und Lennart Ootes (Tata Steel Chess).


Foto: Dariusz Gorzinski. Vier Kandidaten und eine Kandidatin

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel India 2026).

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.

Der Inder Nihal Sarin (geboren 2004) war eigentlich für das Tata-Steel-India-Turnier im Januar 2026 gar nicht vorgesehen und ersetzte Gukesh, der vermutlich aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte. Nihal, der seit längerer Zeit mit seinen indischen Landleuten Praggnanandhaa, Erigaisi und Gukesh nicht mehr mithalten kann, ist ein Experte in schnelleren Bedenkzeiten und gewann diesmal die Schnellschach-Version und landete beim Blitzen auf dem zweiten Platz. Wir schauen diesmal auf einige Momente vom Blitzturnier.


Beim Blitzschach gehört manchmal auch Glück dazu. Zuletzt hatte Vishy Anand hier seinen Läufer nach b2 gezogen. Wie erledigte Nihal den Job gegen die indische Legende?


Zuletzt hatte Nihal hier seinen Turm nach e6 gezogen und so den Läufer auf b2 attackiert. Wie sollte Pragg hier am besten reagieren mit dem Turmzug nach b1 oder nach c2? In der Partie lag Pragg falsch und verlor?


Zuletzt hatte Pragg den Turm seines Gegners attackiert. Wie sollte sich Vidit hier verteidigen? Dem älteren Spieler unterlief hier ein grobes Versehen. Das geht besser. Wie?


Hatte Vishy Anand (56) im Schnellschach mit der jungen Generation noch gut mitgehalten, erlebte er im Blitzen für seine eigenen Standards ein Desaster. Der spätere Turniersieger Wesley So aus den USA spielte hier welchen Zug, der Vishy zur Aufgabe bewog. Auch in dieser Partie war der Verlauf keineswegs einseitig gewesen.

Lichess-Quelle zum Tata-Steel-India-Blitzturnier.

In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.

Hinweis

Die Partien können heruntergeladen werden, indem man auf den Downloadbutton unter Diagrammen klickt.


Mehr Lasker-Aufgaben

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel India 2026). Der

Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai.

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.

Bei diesen Aufgaben sind einige Stellung aus einer amerikanischen Universitätsliga dabei, auf die Susan Polgar aufmerksam gemacht hat.


Weiß steht eindeutig dominant. Wie sollte er hier am stärksten fortsetzen. Eine recht einfache Aufgabe zum Start, oder?


Diese Stellung ist aus einer Partie, die inzwischen siebzig Jahre her ist. Wie sollte Weiß hier fortsetzen?


Wie sollte Schwarz hier am besten fortsetzen. Auch hier gibt es nicht nur einen Weg, aber einen klaren Gewinn zu finden ist in jedem Fall sinnvoll.


Weiß scheint zu gewinnen. Oder gibt es eine Spielweise für Schwarz, die ihm noch eine Chance gibt?

In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.

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Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai. Der

Foto: Lennart Ootes (FIDE Chess)

Bei der Blitz-Weltmeisterschaft der Frauen in Doha, Katar, ging es nicht nur um diesen Titel, sondern auch um den achten Platz der Kandidatinnen. Und es war knapper als es am Ende aussah. Letztlich gewann sie ihren dritten Blitz-WM-Titel und spielt auf Zypern mit.

Von Thorsten Cmiel

Assaubayeva (21) gewann ihren bisher dritten Blitz-WM-Titel nach 2021 und 2022. In den K.o.-Runden setzte sich die Kasachin recht deutlich zunächst gegen die Chinesin Zhu Jiner und dann Anna Muzychuk durch. Diese hatte auf die Qualifikation für das Turnier der Kandidatinnen gehofft, musste aber auf Schützenhilfe von anderen Spielerinnen hoffen, denn der Abstand beider Spielerinnen war größer als 16 Punkte und daher reichte der Ukrainerin ein möglicher Sieg im Finale nicht.

Die größte Chance aus Sicht von Anna Muzychuk ergab sich in der letzten Runde des Vorturniers nach Schweizer System in der folgenden Stellung. Die Ex-Weltmeisterin Antoaneta Stefanova hatte selbst noch Qualifikationschancen für das K.o.-Finale, musste aber aus der folgenden Stellung gegen Assaubaeva einen vollen Punkt holen. Die Kasachin hatte einen halben Punkt Vorsprung vor mehreren Spielerinnen und musste „nur“ Remis erreichen, um sich weiter zu qualifizieren.

Beide Fotos (Lennart Ootes) stammen aus anderen Runden. Links Antoaneta Stefanova, Rechts zeigt Bibisara auf das hier von der weißen Dame besetzte Feld b7.


In dieser Stellung war die Bulgarin Stefanova dran und es war bisher alles sehr gut gelaufen. Die wesentlichen Faktoren sind ein ungelenk postierter Springer auf a4 und ein schwacher Bauer auf b7. Wie sollte Weiß hier am besten fortsetzen und einen gewinnbringenden Vorteil nachweisen?

Die Bulgarin verpasste in dieser Partie mehrfach ihre Chancen und musste letztlich beim Knockout-Finale zusehen.


Eigentlich schien die Russin Valentina Gunina sicher qualifiziert. Allerdings verlor sie ihre Letztrundenbegegnung ausgerechnet gegen die Ukrainerin Anna Muzychuk und schied aus. Es begann das große Rechnen, wer es über die Stichkampfregelung schaffen würde.

Halbfinals

Die Paarungen sahen Bibisara Assaubaeva zunächst gegen Zhu Jiner vor. Anna Muzychuk war Favoritin gegen die Niederländerin Eline Roebers. Das war eine erste wichtige Weichenstellung, denn Anna hätte durch einen Sieg gegen die Kazachin ihre eigenen Chancen für das Erreichen des Turniers der Kandidatinnen verbessern können. Bibisara gewann ihr Match deutlich und sicherte sich die erhoffte Qualifikation frühzeitig. Assaubaeva löste also das Ticket als 8. Kandidatin. Das zweite Halbfinale verlief spannender und wurde erst in der vierten Partie entschieden.


Finale

Die Entscheidung im Finale fiel erst in der vierten Partie des Wettkampfes.


Offizielle Homepage.

Chess-Results.

Fotos: Lennart Ootes (FIDE Chess)


Foto: Lennart Ootes (FIDE Chess) Bei der Blitz-Weltmeisterschaft

Anfang Januar gab die FIDE neue Regeln für einen Qualifikationsweg für das Kandidatenturnier 2028 bekannt. Der Hauptunterschied ist, dass es offenbar nur noch einen Kandidaten via diesem Qualifikationspfad geben wird. Für das aktuelle Kandidatenturnier waren es zwei – jeweils für ein Jahr.

Von Thorsten Cmiel

Am Kandidatenturnier 2026 auf Zypern nehmen Fabiano Caruana (2024) und Praggnanandhaa (2025) teil. Beide qualifizierten sich via FIDE Circuit, was eine erfolgreiche Saison in einem dem Kandidatenturnier vorgelagerten Jahr markiert.

In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse der aktuellen Ergebnisse aus dem FIDE Circuit 2024 und 2025 zusammen gespielt worden. Sie zeigen, dass sich mit Fabiano Caruana und Praggnanandhaa die zwei besten Spieler nicht nur in ihren jeweiligen Jahren, sondern auch über den längeren Zeitraum qualifiziert haben. Betrachtet wurden die zehn besten Resultate im klassischen Schach.

Quelle der Grafik: Gutsy Gambit.

Die Entscheidung für die Änderungen fiel im FIDE Council am 26. Dezember 2025. Aus den jüngsten Ausführungen der FIDE geht zwar nicht hervor, dass sich nur ein Spieler qualifiziert, aber für die zwei angekündigten neuen Qualifikationsplätze via Total-Weltmeisterschaft musste Platz geschaffen werden. Der Ratingplatz stand ohnehin zur Disposition nach eher absurden Qualifikationen von Firouzja (2024) und Nakamura (2026) und der jährliche FIDE-Circuit-Platz scheint die zweite Konzession zu sein. Das dürfte nicht jedem gefallen.

Künftig sollen bis zu zwölf Ergebnisse und davon maximal vier Turniere als Rapid- und Blitzturniere zählen. Auch die Berechnungsmethoden wurden leicht geändert und es bleibt dabei, dass die Spieler nicht nur geschlossene Turniere in der Wertung haben dürfen. Die neue Total-Weltmeisterschaft bekommt den Status eines klassischen Turniers zuerkannt.

Pressemeldung der FIDE.

Technische Regulierungen.

Fotos: Dariusz Gorzinski.


Anfang Januar gab die FIDE neue Regeln

Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai.

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.


Eine Studie oder ein Teil davon Weiß ist am Zuge und gewinnt. Eine schicke Lösung steht an, die studienerfahrene Löser vermutlich einfacher finden.


Nicht so schwierig. Schwarz ist am Zuge und gewinnt wie?


Dieses Turmendspiel aus dem World-Cup 2025 geht ans Eingemachte. Wie sollte Schwarz sich verteidigen?


Eine Studie bei der Weiß am Zuge ist. Kann Weiß gewinnen? Falls ja, wie?

In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.

Hinweis

Die Partien können heruntergeladen werden, indem man auf den Downloadbutton unter Diagrammen klickt.


Mehr Lasker-Aufgaben

Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai. Der

Foto: Lennart Ootes (FIDE Chess)

Am Ende lagen drei Frauen punktgleich vorne. In der elften Runden hatten sowohl die Chinesin Zhu Jiner als auch die Inderin Koneru Humpy wie Siegerinnen ausgesehen. Beide verspielten ihre Chancen und es freute sich die sprichwörtlich Dritte. Aleksandra Goryachkina, die als Russin unter neutraler Flagge antrat und den Stichkampf gewann.

Das chinesische Duell

Beginnen wir mit den entscheidenden Momenten, die zu den Stichkämpfen um den WM-Titel führten. In der chinesischen Paarung Zhu Jiner – Tan Zhongyi hatte Tan eine hoffnungslose Stellung mit viel Kreativität und Mut ausgeglichen, um dann erneut falsch abzubiegen. In dem folgenden Diagramm kam es zur letzten falschen Entscheidung.


Die Partie war nach anfänglichen Fehlern von Tan aus der Eröffnung heraus lange Zeit für Zhu Jiner glatt gewonnen gewesen, aber Tan verwickelte ihre Gegnerin in allerlei taktische Handgreiflichkeiten und hatte letztlich Erfolg mit ihrer Verwirrstrategie. Wie sollte Zhu Jiner hier mit Weiß auf das Schachgebot reagieren?


Das indische Duell

Als wäre es inszeniert. In der zweiten wegweisenden Paarung der elften Runde trat Humpy Koneru (38) gegen Savitha Shri (18) an. Und auch in dieser Paarung lag die Favoritin nach ausgeglichenem Verlauf lange Zeit vorne. Ungleichfarbige Läufer sind aber nicht nur in Partie mit schnellerer Bedenkzeit schwierig zu handhaben. So auch hier.


Auch in dieser Partie entschied der letzte Fehler über den Ausgang der Partie. Wie sollte Koneru Humpy hier mit den schwarzen Steinen am besten fortsetzen?


Stichkampf entscheidet

Die etwas absurde Regel besagte, dass nur zwei von drei Spielerinnen in den Stichkampf gehen und der zudem zwei schnelle Blitzpartien (3+2) vorsieht. Im World-Cup beispielsweise wurde die Bedenkzeit zumindest zunächst reduziert. Die unglücklichste Wertung hatte die Inderin Koneru Humpy, welche das gesamte Turnier mit vorne lag und dennoch eine schlechtere Wertung aufwies als ihre Konkurrentinnen. Sie musste letztlich zuschauen und sich diesmal mit dem dritten Platz zufrieden geben. Immerhin das Preisgeld wird geteilt.



Kandidatinnen-Rennen offen

Die eigentlich spannende Frage ist welche achte Spielerinnen es ins Kandidatenturnier schafft. Der letzte Tag lief insofern zugunsten der Kasachin Bibisara Assaubaeva, die zwar selbst keine Punkte beim Frauen-Event-Zyklus holte, aber von ihren relevanten Gegnerinnen holten nur Anna Muzychuk und Lei Tingjie jeweils zwei Punkte. Immerhin jetzt ist klar: Anna muss im Blitzen ins Finale kommen (32 Punkte) und Lei das Turnier (48 Punkte) sogar gewinnen, genau wie Harika. Die Chinesin Song Yuxin müsste ebenfalls das Finale erreichen, um an Bibisara vorbeizuziehen. Immer vorausgesetzt, dass die Kasachin selbst nicht punktet. Der kompletter Punktestand im Event-Zyklus.


Ich war mir sicher, dass Lei Tingjie den letzten Platz auf Zypern doch noch klarmachen würde. Hier war die Chinesin in der zehnten Runde mit Schwarz gegen Humpy Koneru am Zuge und war sich ein wenig mit der Stellung beschäftigt, der sieht keine aktiven Optionen für Weiß auf der c-Linie. Aber wie sollte Lei hier fortsetzen? Die Antwort und etwas mehr findet sich in der folgenden Analyse.


Relevanter Stand im Frauen-Events-Zyklus

Hinweis: Lei Tingjie und Anna Muzychuk konnten im Rapid jeweils nur zwei Punkte holen, was keinen großen Unterschied im Gesamtstand ergibt, aber die Wahrscheinlichkeit für eine Qualifikation der Kasachin erhöht.

Ergebnisse bei Chess-Results. Offizielle Homepage.

Fotos: Lennart Ootes, Anna Shtourman (beide FIDE Chess).


Foto: Lennart Ootes (FIDE Chess) Am Ende lagen

Foto: Anna Shtourman (FIDE Chess)

Bei der Schnellschach-WM der Frauen spitzt sich die Situation im Kampf um einen Platz im Turnier der Kandidatinnen zu. Die Favoritin für einen Qualifikationsplatz, die Kasachin Assaubaeva, scheint keine Punkte mitzunehmen und mehrere Verfolgerinnen können aufholen.

Chance des Tages

In der offenen Klasse remisierte Magnus Carlsen zunächst gegen den Franzosen Maxime Vachier-Lagrave, der in der folgenden Stellung eine gute Chance hatte. Welchen Zug sollte er hier, vermutlich auf Verdacht und Stellung folgen lassen.



Partie des Tages


Spieler des Tages

Vladislav Artemiev begann den zweiten Tag mit zwei Siegen gegen Arjun Erigaisi und Magnus Carlsen. Er ist damit der zu schlagende Spieler in den anstehenden Finalrunden. Seine Spezialität in diesem Turnier scheint es zu sein, seine Gegner durch horrende eigene Zeitnot zu mangelnder Vorsicht zu verleiten.


In dieser Stellung zog Artemiev seinen e-Bauern ein Feld nach vorne, vermutlich um das Remis zu forcieren. Was war seine Idee nach dem Zurückschlagen? Magnus wollte es offenbar nicht kam aber vom Regen in die sprichwörtliche Traufe.


Mit großer Wahrscheinlichkeit ist der nächste Schnellschachweltmeister unter den ersten Sechs im aktuellen Klassement zu finden. Die größte Überraschung im Feld der Führenden ist bisher der erst 14-jährige Türke Yagiz Kaan Erdogmus aus Bursa. Fans freuen sich schon auf die Begegnung des US-Amerikaners Hans Niemann mit Magnus Carlsen in einer der nächsten Runden.


Frauenturnier: Indien und China vorne

Das Turnier der Frauen führen die Titelverteidigerin Humpy Koneru und die Chinesin Zhu Jiner. Beide Frauen spielen in der neunten Runde gegeneinander und einige Paarungen mit den Verfolgerinnen stehen in den verbliebenen drei Runden noch an. Dabei spielt vor allem der Kampf um den achten Qualifikationsplatz im Turnier der Kandidatinnen eine entscheidende Rolle. Die Siegerin im Schnellschachturnier bekommt 84 Punkte. Ein geteilter erster Platz bringt einigen Zuwachs.

Die beiden führenden Spielerinnen sind beide bereits für das Turnier der Kandidatinnen qualifiziert. Einen halben Punkt zurück erscheint ein alleiniger Sieg einer Außenseiterin unwahrscheinlich. Daher konzentrieren wir uns auf die anderen Spielerinnen mit sechs Punkten, die gegenüber Bibisara Assaubaeva (wie Ju Wenjun nur 4.5 Punkte) aufholen könnten. Die zwei Russinnen Goryachkina und Lagno sind ebenfalls qualifiziert und damit irrelevant für diese Überlegungen: Lei Tingjie (62.00) hat aktuell die besten Chancen näher an die Kasachin (99.40) zu rücken als Harika Dronavalli (58.50), die in einem Turnier (Blitz oder Rapid) einen halben Punkt besser abschneiden muss als die Chinesin. Momentan ist es wahrscheinlich, dass über den Qualifikationsplatz erst im Blitzturnier entschieden wird. Ein geteilter erster Platz wäre ein wichtiger Schritt für die Chinesin oder die Inderin. Beide Spielerinnen haben noch keine einzige Partie verloren und könnten in einer der Schlussrunden gegeneinander spielen.

Fotos: Lennart Ootes und Anna Shtourman (FIDE Chess).


Foto: Anna Shtourman (FIDE Chess) Bei der Schnellschach-WM

Foto: Lennart Ootes (FIDE Chess)

In Katar finden die Speedmeisterschaften im Schach 2025 statt. Den Anfang macht das Schnellschach. In der offenen Klasse werden 13 Runden und bei den Frauen elf Runden an drei Tagen gespielt. Bei den Frauen geht es sogar um einen Platz im Turnier der Kandidatinnen.

Von Thorsten Cmiel, Patagonien.

In der offenen Klasse ist Magnus Carlsen einmal mehr der Favorit. Im Vorjahr hatte er nach enttäuschendem Start einen Skandal um seine Jeans vom Zaun gebrochen und war ausgestiegen. Inzwischen sind Jeans ohne Löcher ein akzeptables Kleidungsstück.

Weltmeister und damit Titelverteidiger wurde allerdings ein anderer und der ist genauso wie insgesamt fast 250 Teilnehmer ebenfalls dabei. Überraschenderweise spielen diesmal nur vier deutsche Spieler mit. Neben Vincent Keymer, Rasmus Svane und Alexander Donchenko fehlen Frederik Svane und Matthias Bluebaum von den deutschen Top-Spielern. Vielleicht ist das ein erster Hinweis auf die Teambildung für das Kandidatenturnier auf Zypern in vier Monaten.

Bei den Frauen sind 141 Teilnehmerinnen im Schnellschach gemeldet. Keine deutsche Spielerin traut sich bei den schnelleren Bedenkzeiten mitzuspielen. Vielleicht wollten die deutschen Frauen auch einfach mal in Ruhe Weihnachten feiern. Titelverteidigerin ist Koneru Humpy aus Indien.

Der aktuelle Stand beim letzten Qualifikationsplatz sieht im Frauen-Circuit so aus. Die erste Spielerin, die noch nicht qualifiziert ist für das Turnier der Kandidatinnen auf Zypern ist die Kasachin Bibisara Assaubayeva. Zur Einordnung: Ein erster Platz bei der Schnellschach-WM der Frauen brachte der Siegerin 84 Punkte. Die Siegerin im Blitz, Ju Wenjun, erhielt 48 Punkte. Das ist auch diesmal so. Die ersten acht Spielerinnen erhalten Punkte.

Stand vor Schnellschach-WM FIDE-Events 2024/25

Punktevergabe Fide-Events

Letztlich kann sich sogar eine Spielerin, die noch gar nicht in Erscheinung getreten ist bis dahin in der Saison. Allerdings ist dafür ein Sieg im Schnellschach zwingend. Bei den Frauen wurden am ersten Tag vier Runden und in der offenen Klasse fünf Runden gespielt. Der Titelverteidiger Volodar Murzin (2 aus 5) und der deutsche Topspieler Vincent Keymer (2.5) kamen nicht gut aus den Startblöcken. Vincent stellte in der fünften Runde recht grob einen Springer ein, weil er eine einfache Gabel seines Gegners übersah.


In dieser Stellungf spielte Vincent nach fünf Minuten den überraschenden Damenzug nach e2.


Der Inder Praggnanandhaa hat nicht nur im Turnierschach als auch im Schnellschach ein Problem mit dem Einteilen seiner Bedenkzeit. Die obige Stellung ist auf dem Brett entschieden und der Inder verlor diese Gewinnstellung sogar noch. Wie sollte er hier fortsetzen? Was sollte er vermeiden? Manches kann man im Schach nicht erklären. Jedenfalls ist auffällig, dass Pragg bis Zypern noch ein ernstes Problem lösen muss. Sandipan Chanda ist ein 42-jähriger Schachgroßmeister und einer der Coaches von WACA, der Westbridge Anand Chess Academy. Hier verliert also der Schüler gegen einen seiner Trainer. Hoffen wir für den jüngeren Inder, dass er daraus seine Lehren zieht.


Die Paarungen für die sechste Runden sind bereits kurz nach Spielschluss bekannt. Die Paarungen an den ersten zehn Brettern sind sicher noch nicht aussagekräftig, aber geben einen ersten Hinweis wer am Ende vorne landen könnte.

Der argentinische Goldjunge, Faustino Oro, hatte schon zu Beginn einige schwergewichtige Gegner und verlor seine beiden Schwarzpartien gegen Wesley So und Levon Aronian nach hartem Kampf. Vorher hatte er bereits gegen Shakhriyar Mamedyrov und Leinier Dominguez Perez remisiert. Die Fehlerquote war gegen Ende des Tages etwas hoch, aber die argentinischen Fans können mit dem Ergebnis ihres Hoffnungsträgers am ersten Tag zufrieden sein. Gegen Levon entschieden einige grobe Fehler und ein Hin- und Her die Partie. In der ersten Runde hatte der junge Argentinier noch eine im höheren Sinne gewonnene, aber komplexe Stellung unentschieden gegeben.

Immer wieder war der Dresscode ein Thema. Verboten sind aber weder nationale Trachten noch Körperschmuck. Wie immer wurden die Fotografen schnell fündig.

Bei den Frauen ergibt sich die Spannung aus dem noch offenen Platz im Turnier der Kandidatinnen auf Zypern Ende März 2026. Harika Dronavalli liegt bisher aussichtsreichsten, aber der Kampf dürfte spannend werden. Nicht unterschätzen sollte man neben der Kazachin Assaubaeva die Chinesin Yuxin Song, die etwas besser als ihre Landsfrau Lei Tingjie positioniert ist.

Die Inderin Vaishali hatte in der dritten Runde mit Tan Zhongyi eine der Mitfavoritinnen geschlagen und sie hatte mit drei Punkten aus drei Partien einen sehr guten Start erwischt. Gegen die Ukrainerin und Ex-Weltmeisterin Mariya Muzychuk hatte Vaishali eine Gewinnstellung und patzte sogar noch gröber als ihr Bruder eine Runde später.


In dieser Stellung war Vaishali mit Weiß am Zuge und griff den Bauern auf a5 sofort ab. Was ist falsch an dem Zug? Mir zu einfach und ich löse nicht aus wie die Ukrainerin danach fortsetzte. Manche Fehler sind überraschend und weit unter dem Spielniveau, das man erwarten darf. Auf der anderen Seite gehören Fehler eindeutig zum Spiel dazu.

Die Ergebnisse können am besten bei Chess-Results abgerufen werden. Wer lieber die offizielle Seite des Veranstalters nutzt, der wir hier fündig. Die besten Live-Übertragungen liefern in der Regel die FIDE selbst mit Peter Leko und Jovanka Houska auf Youtube. Oder beim Meister direkt – Chessbase India mit einem „leichten“ indischen Bias.

Fotos: Lennart Ootes und Anna Shtourman (FIDE Chess).


Foto: Lennart Ootes (FIDE Chess) In Katar finden