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Historisches Foto.

Aus Lasker-Aufgaben wurden in diesem Blog Capablanca-Aufgaben und wir setzen die Serie in den nächsten Monaten mit Euwe-Aufgaben fort.

Der Niederländer Max Euwe (1901-1981) war von 1935 bis 1937 als Amateur ein eher überraschender fünfter Schach-Weltmeister. Sein Einfluss auf das Schach geht aber deutlich über seinen großartigen Erfolg in den Niederlanden hinaus. Er war publizistisch mit einer ganzen Reihe an Eröffnungsbüchern aktiv. Von 1970 bis 1978 war er fünfter FIDE-Präsident. Seine akademische Ausbildung war die eines Mathematikers und später wurde er Professor für Kybernetik. Die kurze Biographie von Max Euwe kann bei Wikipedia angesehen werden. Besonders empfehle ich den Beitrag von Johannes Fischer für Chessbase zum 90-jährigen Jubiläum der „Perle von Zandvoort“. Diese Partie betrachten wir in dieser Aufgabenserie etwas genauer.


Wie sollte Max Euwe hier mit Weiß gegen Alexander Aljechin fortsetzen? Die Partie hat übrigens eine schachhistorische Bedeutung und sogar einen eigenen Namen.


Hier ist erneut Weiß am Zuge. Sollte Max Euwe hier auf f5 schlagen? Berechnen sie die Folgen des Schlagens auf c3.


Wie sollte Max Euwe hier am besten fortsetzen?


Der vierte Euwe-Zug in dieser Aufgabenfolge.

In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.


Hinweis

Die Partien können heruntergeladen werden, indem man auf den Downloadbutton unter Diagrammen klickt.


Historisches Foto. Aus Lasker-Aufgaben wurden in diesem Blog

Foto: Lennart Ootes.


Ein Gespräch über den Einfluss der Computer und Freestyle-Schach mit Peter Heine Nielsen.

Von Thorsten Cmiel


Mein Gesprächspartner ist der dänische Schachgroßmeister Peter Heine Nielsen. Mit neun gewonnenen WM-Titelkämpfen ist der 52-Jährige der bisher erfolgreichste Sekundant der Schachgeschichte. Nachdem er zunächst für Viswanathan Anand aktiv war, ist er seit dem Weltmeisterschaftskampf 2013 für Magnus Carlsen im Einsatz. Peter vertritt sehr pointiert die These, dass der beste Schachspieler der Welt durch Freestyle-Schach (andere nennen das Chess960 oder Fischer-Schach) ermittelt werden sollte. Einige kontroverse Ansichten über das klassische Schach, die ich für überzogen, aber gleichzeitig spannend hielt, reizten mich, ihn um ein Interview zu bitten, das wir via Video-Konferenz Mitte September 2025 zeitgleich mit der letzten Runde des Grand-Swiss-Turniers in englischer Sprache führten.

Wie existentiell ist die Krise im klassischen Schach?

Als ich ihn frage, ob das klassische Schach sich in einer existentiellen Krise befinde, überrascht mich Peter mit der Einschätzung, Schach sei auf höchster Ebene weitgehend gelöst. Peter ist nicht sicher, ob klassisches Schach noch vielleicht 15 Jahre dazu dient, den Weltmeister zu bestimmen, er sieht aber in der Zukunft Probleme. Er formuliert das so: „Ich mag den allgemeinen Trend nicht, und ich versuche, ihn zu beschreiben und die Probleme zu diskutieren.“ Da Peter auf X (vormals Twitter) sehr aktiv ist, sieht er dort gelegentlich falsche Zuspitzungen seiner Position. Während des Grand-Swiss-Turniers reklamierten viele das Geschehen dort als ein gutes Beispiel dafür zu sehen, dass das klassische Schach nicht in einer Krise stecke. Das sei eine Art typischer Rhetorik auf beiden Seiten. Klassisches Schach sei natürlich weiter gut spielbar. Das beruhigt mich, aber im Nachhinein frage ich mich, was Peter Heine genau meint.

Erzwungene Unentschieden und kurze Bauernzüge

Wir kommen recht schnell auf eine konkrete Partie zu sprechen, die Peter als Beispiel dient, das Problem aus seiner Sicht zu veranschaulichen. Nikita Vitiugov hatte in der sechsten Runde in Samarkand gegen Aronian in einer der schärfsten Varianten der französischen Verteidigung einen Weg gewählt, der es seinem Gegner unmöglich machte, dem Remis auszuweichen. Peter dazu: „Das erscheint mir ein Mangel des Spiels in technischer Hinsicht zu sein. Es ist schade, dass ein Spieler dem anderen ein Remis aufzwingen kann. Wer hat ein Interesse daran, dass das Spiel einfach so endet? Ich meine, niemand, außer vielleicht der weiße Spieler, der glücklich darüber ist, dass er gegen einen etwas stärkeren Spieler unentschieden gespielt hat.“


Ein anderes Beispiel sei das typische Remis in der Berliner Verteidigung. Peter glaubt, dass Aronian Französisch nicht spielte, um Remis zu machen, sondern weil er kämpferisch eingestellt war. Wir kommen schnell zum Kern seiner Argumentation: „Ich möchte nicht, dass ein Spieler schlechte Züge und Eröffnungen spielen muss, um ein erzwungenes Remis zu vermeiden. Und im Allgemeinen gilt das auch für Weiß.“ Zu dem Thema schrieb Peter einige Tweets, die online kontrovers diskutiert wurden. Er sieht eine Entwicklung, bei der selbst Spitzenspieler Züge spielen, die gegen klassische Prinzipien verstoßen. Das könne man natürlich auch fälschlicherweise als Evolution bezeichnen. In der ersten Runde im Sinquefield Cup hatte Fabiano Caruana gegen Jan Krzysztof Duda im dritten Zug seinen Bauern nicht nach c4 (Damengambit), sondern nach c3 gezogen. Peter: „Ich glaube nicht, dass das auf eine Evolution zurückzuführen ist. Es geht in erster Linie darum, die Vorbereitung durch den Computer zu vermeiden.“ Genau so habe Daniil Dubov in einem Interview mit New in Chess argumentiert. Beim Schach habe man einen Punkt erreicht, an dem Weiß im Allgemeinen seinen Anzugsvorteil nicht mit guten Eröffnungen in einen Vorteil umsetzen kann, sondern in der Praxis geschickter nutzt, um den Gegner auf für diesen weniger bekanntes Terrain zu locken.



Was ist ein guter Zug im Spitzenschach?

Hier kommen wir zu seinen Erfahrungen als Coach in WM-Kämpfen. Manchmal müsse man aus der Notwendigkeit heraus Züge wie h3 oder h6 spielen, um zu überraschen, meint Peter. Das sei zwar irgendwie cool, aber es seien keine großartigen Züge. Ich weise als Gegenbeispiel auf den Schwarzsieg von Gukesh beim Kandidatenturnier gegen die klassische Nimzoindisch-Variante von Nijat Abasov hin. Ein anderes Beispiel, das allerdings gescheitert ist, war Ding Lirens erste Weißpartie im WM-Kampf 2023 gegen Ian Nepomniachtchi.



Anish Giri kommentierte für Chessbase den 4. Zug von Ding Liren aus der ersten Partie des WM-Kampfes gegen Ian Nepomniachtchi so: „Rapport-Einfluss! Ding wartet mit einer frühen Überraschung auf, die mehr im Stil von Richard Rapport als von ihm selbst ist. Der wichtigste und möglicherweise einzige Punkt des Zuges ist es, den Gegner aus dem Buch zu bringen.“


Außerdem wende ich allgemeiner ein, dass Peter wohl auf der Grundlage klassischen Schachwissens argumentiere, ob ein Zug ein guter oder kein guter Schachzug ist. Peter Heine Nielsen dazu: „Ich habe keine Zweifel daran, dass 1.e4 a6 bei optimalem Spiel ein Remis ist, aber wir sagen trotzdem, dass a6 ein schlechter Zug und e5 ein guter Zug ist.“ Das würde nicht über Sieg oder Niederlage entscheiden so Nielsen. Er habe kürzlich an einem Fernschach-Turnier teilgenommen. Dort habe man den Computer als Hilfe. Man versteht dann, dass alles ein Remis ist. Der einzige Spaß bestehe also vielleicht darin, den dümmsten Zug zu spielen, der am Ende zu einem Remis reicht. Wenn man anfange, völlig absurde Züge zu spielen, nur um Spaß zu haben, dann sind natürlich b3 und c4 beide gleichwertig. (Hier bezieht sich Peter Heine auf Magnus Carlsens 6. WM-Partie gegen Ian Nepomniachtchi mit 6.b3 statt dem katalanischen Zug 6.c4).



Nach klassischen Prinzipien sei c4 ein besserer Zug als b3. Das heißt, man greife das Zentrum an und versuche, keine Zeit zu verlieren. Das sei sehr logisch: „Wenn wir Freestyle spielen, versuchen wir nach Prinzipien und logischem Denken zu spielen.“ Immerhin Peter Heine fühlt sich herausgefordert von meinem Argument und legt nochmals nach: Er könne garantieren, dass Magnus den Zug 6.b3 nicht gespielt habe, weil er diesen für einen guten Zug halte, sondern weil er seinen Gegner aus dem Buch herausdrängen wollte. „Nicht, dass wir damit vollständig erfolgreich waren oder dass Magnus das in dieser Phase wollte, aber der Hauptgrund war, dass er [Nepo] offensichtlich alle Probleme von Schwarz in dieser Eröffnung mehr oder weniger gelöst hat und wir keine Ahnung hatten, wie wir weiterkommen sollten. Den b-Bauern zu ziehen diente dazu, um mit dem Schachspielen anzufangen.“

Dass Spieler wie Caruana oder Gukesh beide früh Züge wie c2-c3 spielen, sei noch ein stärkeres Zeichen, weil es sich um sehr passive Züge handelt. Es seien Züge, die vor 150 Jahren gespielt wurden, weil man die Dynamik nicht verstanden habe. Jetzt seien wir an einem Punkt angelangt, an dem sämtliche dynamischen Positionen gelöst seien und Topspieler etwas Langweiliges spielen müssen, nur um das Spiel in Gang zu bringen. Königsindisch sieht er auf höchstem Niveau dagegen fast gar nicht mehr.



„Mein Argument ist, dass wenn wir Freestyle-Schach spielen, sich niemand an Lösungen für 900 Positionen erinnern kann, was bedeutet, dass wir anfangen können, auf der Grundlage allgemeiner Prinzipien Schach zu spielen, Mensch gegen Mensch. Mein allgemeiner Punkt ist, dass man beim Freestyle-Schach sieht, wie Spieler denken, während man beim klassischen Schach in hohem Maße sieht, wie Leute versuchen, sich zu erinnern.“ Auch hier gebe ich Peter Heine unwillkürlich Recht.

Die Stärke der Engines

Es sei wichtig zu verstehen, dass es in seiner Karriere einen großen Unterschied in der Computertechnologie gab. Früher habe man teilweise Züge vorbereitet, die nach modernen Maßstäben zum Verlust führen. Gleichzeitig habe man Dinge entdeckt, die sich über die Zeit bewährt haben. Die Arbeit als Sekundant war also viel abwechslungsreicher. Heutzutage habe er den Eindruck, dass Computer so stark seien, dass die Hardware kaum noch eine Rolle spiele. Das war früher anders: In Bonn war das Team Anand noch sehr stolz darauf, eine Art Remote-Engine einzusetzen. 2010 war klar, dass Topalov einen stärkeren Computer hatte, und das machte dem Team im Grunde genommen große Angst. „Wir versuchten, Anti-Computer-Schach zu spielen, was glücklicherweise gut zu Vishys Stil gegen Topalov passte. Aber heute sind die Engines meiner Meinung nach so stark, dass es keine Rolle mehr spielt.“ Das sehe ich genauso und frage mich, warum Spieler, die sich nicht für Weltmeisterschaftskämpfe vorbereiten, überhaupt Cloud-Engines nutzen.

„Heutzutage liefert die Engine meist die Lösung mehr oder weniger sofort. Die Dinge haben sich also dramatisch verändert. Meine gesamte Karriere als Sekundant in einem Atemzug zu betrachten, funktioniert also nicht. Aber natürlich versuchten wir sowohl mit Vishy als auch mit Magnus bis zu einem gewissen Grad, die Dinge mit mathematischer Präzision zu planen.“ Praktische Überlegungen spielten eine große Rolle. Manchmal wurde etwas probiert, was man früher als „freien Zug” bezeichnete. Man versucht dabei ein forciertes Abspiel zu spielen, bei dem der Gegner, wenn er sich nicht gut erinnert oder das Problem nicht lösen kann, verliere oder es zu einem Unentschieden komme. In anderen Fällen versuche man, einige praktische Ansätze zu verfolgen, die weniger scharf sind.

Wer trifft die Entscheidungen in der Eröffnung, was unterschied Carlsen und Anand?

„Bis zu einem gewissen Grad kann man argumentieren, dass das ein Geheimnis ist, aber ich denke Magnus spielt keine Matches mehr. Wir schicken Magnus etwas, und er sieht es sich an. Bei Vishy wäre es ein gemeinsamer Prozess, bei dem wir darüber sprechen und diskutieren. Aber bei Magnus war es eher eine einseitige Kommunikation. Wie trifft er also seine endgültigen Entscheidungen? Die ehrliche Antwort lautet: Ich weiß es nicht.“

Hängepartien

Zwischendurch will ich wissen, ob Peter schon einmal Hängepartien gespielt hat, denn deren Abschaffung war eine der größten Veränderungen, die der Einsatz von Computern und inzwischen Engines für das Wettkampfschach gebracht hat. Peter sagt, er seit alt genug, um schon einmal Hängepartien gespielt zu haben, allerdings nur sehr wenige bei dänischen Meisterschaften, und es sei nichts Besonderes dabei gewesen. Nach etwas Nachdenken erinnert er sich an Hängepartien in Budapest und in Belarus, die er falsch eingeschätzt hatte und nicht gewinnen konnte. „Ich stimme zu, es war eine interessante Sache, und es gibt großartige Momente von vertagten Partien in der Schachgeschichte. Aber ich denke, wir alle verstehen jetzt, dass es keinen Sinn mehr macht.“

Experimente

„Wir haben ein wenig mit Hassabis [gemeint ist Demis Hassabis, dessen Team Alpha Zero und Alpha Go entwickelt hat] geplaudert, bevor er Experimente durchführte, bei denen eine Regel des Schachspiels geändert wurde, um zu sehen, ob es das Spiel verbessert. Ich war ein großer Fan dieses Experiments. Ich hoffte, dass sagen wir mal, die Patt-Regel abgeschafft wird und Schach dadurch besser wird. Aber das ist nicht der Fall. Als die neuronalen Netze aufkamen, war es für mich eine erstaunliche Erfahrung, mir für alle möglichen Schacheröffnungen, mit denen ich mich mein Leben lang beschäftigt habe, zu verstehen, was die neueste KI darüber denkt.“

Warum Freestyle?

„Freestyle war ein langjähriger Traum von Magnus. Wir dachten zunächst, dass man klassisches Schach mit langer Zeitkontrolle und Freestyle-Schach mit kurzer Bedenkzeit spielen sollte. Magnus dachte, dass es genau umgekehrt sein sollte. Die Freestyle-Serie war eine Gelegenheit, es auszuprobieren. Ich glaube nicht, dass Magnus klassisches Schach abschaffen will, aber dass es seine am wenigsten bevorzugte Form des Schachspiels ist.“

Erklärbarkeit

Ich konfrontiere Peter Heine Nielsen mit dem Problem, dass selbst starke Großmeister die Züge beim Freestyle ohne Rechnerhilfe nicht erklären können. Ich bin zunächst überrascht über seine Antwort: „Ich stimme dieser Sichtweise im Prinzip zu. Das ist natürlich ein Nachteil. Sie sagen, dass es für Großmeister schwierig ist, dem zu folgen, aber ich meine, wie viele können die laufende Finalrunde im Grand Swiss verstehen, in der um zwei Kandidatenplätze gekämpft wird, und ich meine: wirklich verstehen. Das erfordert ein sehr gutes Verständnis. Ich meine, man muss die Partien verstehen, das Tiebreak-System verstehen und so weiter.“ In dem Punkt bin ich nicht bei ihm, denn ich glaube, klassisches Schach ist für Interessierte durchaus erklärbar und zwar für Zuschauer ganz unterschiedlicher Spielstärken.

Peter gibt zu, dass er gegenüber Freestyle-Schach zunächst ebenfalls äußerst skeptisch war, und er hat eine bemerkenswerte Begründung parat: „Die Leute behandeln mich inzwischen wie jemanden, der Schach-Eröffnungen nicht mag, aber ich bin ein führender Experte. [Er bezieht sich hier offensichtlich auf Diskussionen in Sozialen Medien.] Zumindest denke ich das seit vielen Jahren. Zuerst als Spieler war ich immer viel besser in Eröffnungen, und ich habe es zu meinem Lebensunterhalt für zwei ziemlich starke Spieler gemacht. Ich liebe es, über Schacheröffnungen nachzudenken. Und das ist immer noch das, was ich täglich mache. Ich verbringe täglich Stunden damit, Schachöffnungen zu analysieren und neue Ideen für Magnus zu entwickeln.“

Die akademische Sicht

Schach werde durch den Einfluss von Computern und die Tatsache, dass man immer die gleiche Ausgangsposition habe, ziemlich künstlich. „Deshalb bin ich im Laufe der Zeit dazu gekommen, es aus akademischer Sicht zu betrachten: Was ist das beste Spiel? Ich denke, Freestyle-Schach ist ein besseres Spiel als normales Schach.“

Ich bringe den Einwand von Danny Rensch, dass die Fans ihre Eröffnungen wiedererkennen wollen. Das könnte durchaus sein, meint Peter dazu. Schach sei in seinem Sinne verstanden eine Elitesportart. In keinem Sport gibt es so viele Unentschieden wie im Schach. In keinem anderen Sport gibt es Sportler, die sich derart lange Computer- und computerbasierte Vorbereitungen zu merken versuchen. Es gäbe viele Sportarten, die sich mit Einsatz moderner Datenanalysen stark verändert haben. Er nennt Baseball und Basketball, aber es seien immer noch Menschen, die rausgehen und versuchen die neuen Erkenntnisse umzusetzen: “Nur weil ein Dreipunktewurf etwas effizienter ist als ein Zweipunktewurf, heißt das nicht, dass man ihn einfach so ausführen kann. Schach ist ein nicht-physischer Sport. Und natürlich sind wir viel stärker von Computern beeinflusst. Das ist auch der Grund, warum wir das Problem des Betrugs haben.“

Kommerzielle Erwägungen, neue Formate, Bedenkzeiten

Bei der Frage, ob ein Spiel dessen Geschehen kaum jemand versteht, kommerziell erfolgreich sein kann, liegen wir tatsächlich auseinander. Peter argumentiert mit einigen jüngeren Erfahrungen für seine Position. „Magnus hielt das E-Sport-Turnier für einen wichtigen Schritt in der Vermarktung, und es handelte sich um ein echtes Zuschauererlebnis. Es gibt Leute, die das verfolgen und die jubeln. Gespielt wird in einer Art Stadion, und man beschränkt sich auf eineinhalb bis zwei Stunden Zeit. Das fühlt sich wie ein ziemlich intensives Event an. Für mich war das ein spannendes Erlebnis, Magnus gegen Nakamura zuzusehen. Gespielt wurde auf sehr hohem Niveau. Nun, natürlich sind die Geschmäcker verschieden, aber für mich war es interessanter als zum Beispiel eine klassische Partie zu sehen. Einige würden sagen, dass das Grand-Swiss-Turnier sehr spannend war. Ich weiß nicht, ob ich dem zustimme. Wie viele schauen sich solch eine Partie sieben Stunden lang live an? Ich würde nicht denken, dass es so viele sind. Und das ist mein Punkt: Wir schauen Schach, das im Fernsehen lange Zeit übertragen wird. Zwischendurch schreiben wir E-Mails, schauen eine Fernsehserie, holen die Kinder von der Schule ab und so weiter. Ist das wirklich die Art und Weise, wie man Sport schaut?“

Zuschauerfreundlichkeit

„Mein Argument ist, dass ich Schach in dieser Hinsicht für schwierig halte. Nicht nur Freestyle-Schach. Ich meine, es ist ein Wunder, dass man eine Million Norweger dazu bringen kann, Schach zu schauen. Aber in Wirklichkeit schalten sie wegen Magnus Carlsen ein.“

Man könne argumentieren, er versuche die klassische Zeitkontrolle zu retten. Das sei eine gute Kombination mit Freestyle. Ob Freestyle-Schach in dieser Hinsicht ein kommerzieller Blockbuster sein kann, weiß Peter nicht. Schach werde es vermutlich nie wirklich sein. Fußball wird wahrscheinlich immer weitaus mehr Zuschauer haben als Schach. Und so sei es nun einmal.

Was für Freestyle mit langer Bedenkzeit spricht

Ist es nicht ein Widerspruch, dass Magnus sich für eine kürzere Bedenkzeit im klassischen Schach ausspricht, aber bei Freestyle für längere Bedenkzeiten ist?

„Ich weiß nicht, ob ich mir selbst widerspreche. Ich denke, dass Freestyle-Schach für die besten Spieler der Welt so schwierig ist, dass sie eigentlich eine klassische Zeitkontrolle bekommen sollten, um gutes Schach spielen zu können. Wenn man sich zum Beispiel die Partien von Magnus und Nakamura ansieht, spielen sie großartiges Schach, obwohl sie jeweils nur zehn Minuten Zeit haben. Natürlich machen sie Fehler. Aber um ehrlich zu sein, dieses Turnier, das gerade zu Ende gegangen ist – übrigens herzlichen Glückwunsch an Matthias Blübaum. Es wurde auch durch Vincent Keymer entschieden, der gegen ihn einen großen Fehler gemacht hat. Keymer tut mir wirklich leid. Er hat fantastisch gespielt, ist großes Risiko eingegangen und hat wirklich sein Bestes gegeben. Und dann kommt er so zu kurz vor dem Ende ins Straucheln.“



Wer profitiert, wenn statt klassisch Freestyle gespielt wird?

Ich frage mich schon einige Zeit, welcher Spielertyp beim Freestyle größere Chancen hätte. Meine Vermutung war, dass so genannte Kreativspieler im Freestyle besser abschneiden könnten. Die Antwort von Peter überrascht mich.

„Natürlich schadet es vor allem den Spielern, die stark auf die Eröffnung setzen, wie ich zum Beispiel. Als aktiver Spieler habe ich Chess960 deshalb nicht gemocht, weil es meine größte Stärke zunichte gemacht hätte. Ich war eine Art Serve-and-Volley-Spieler, der viel Energie in seinen Aufschlag investiert hat. Nakamura wurde 2022 Weltmeister. Er kann gut mit kürzeren Zeitkontrollen umgehen, wie sie in diesem Turnier gespielt wurden. Es ist nicht so, dass er ein Spezialist für Chess960 ist. Die lange Bedenkzeit begünstigt nach meiner Einschätzung vor allem strategische Spieler, weil man tatsächlich beim Freestyle viel über seine Strategie nachdenken muss und sollte. Oft haben wir gesehen, dass Spieler mit Weiß sehr schnell eine dominante Position erlangten, weil deren Gegner strategische Dinge falsch verstanden hatten. Im Vergleich dazu kennen wir im klassischen Schach die allgemeinen Strategien. Es gibt Spieler, die sie tiefer und besser verstehen, vor allem Magnus. Ich spreche nicht von 1000 Spielern. Ich spreche von 20, mich selbst nicht mitgerechnet. Freestyle-Schach begünstigt Spieler, die ein gutes allgemeines Verständnis der Schachprinzipien haben, und Spieler die offen dafür sind, Dingen auf den Grund zu gehen. Natürlich hilft es, wenn man das Spiel liebt. Wenn man es interessant findet und gerne spielt, dann analysiert man es etwas tiefer und bleibt neugierig, anstatt es nur zu spielen, weil es ein gut bezahltes Event ist.“

(Hinweis: Peter Heine hat eine Zusammenfassung der deutschen Version gegengelesen und autorisiert. Wer den Text auf der Website in einer anderen Sprache liest, der erhält eine automatische Übersetzung und keine Garantie für die Richtigkeit der Übersetzung.)





Foto: Lennart Ootes. Ein Gespräch über den Einfluss

Foto: Dariusz Gorzinski

Mit einer weiteren starken Leistung in der Schlussrunde gewann Nodirbek Abdusattorov das 88. Turnier im Januar in den Niederlanden. Im Challengers scheiterte der legendäre ukrainische Großmeister Vlassily Ivanchuk trotz Sieges in der Schlussrunde, aber der US-Junge Andy Woodward konnte seinen Vorsprung durch einen eigenen Erfolg verteidigen. Im Qualifikationsturnier für das nächste Challengers-Turnier gewann der deutsche Internationale Meister Christian Glöckler (geboren 2011) mit einer grandiosen Performance von 2899 Punkten.

Von Thorsten Cmiel

Die vollständige Tabelle zeigt ein klares Bild. In diesem Jahr dominierten die beiden usbekischen Großmeister. Dabei blieb einzig Javokhir Sindarov ungeschlagen. Allerdings hatte der Kandidat in der letzten Runde, ähnlich wie zu Beginn des Turniers gegen Gukesh, gehöriges Glück und gewann seine Partie gegen den Tabellenletzten Dai Thai Van Nguyen letztlich sogar noch. Von den vier Kandidaten im Turnier überzeugte nur der Usbeke. Matthias Blübaum darf ebenfalls weitgehend zufrieden sein und hatte immerhin mal einen kleinen Moment in der Sonne nach seinen zwei Siegen gegen Gukesh und Anish Giri in Folge. Pragg spielte wie Fabiano Caruana im Jahr 2018 ein durchwachsenes Turnier. Ihn und sein Team könnte beruhigen, dass der US-Amerikaner nach exakt dem gleichen Ergebnis der Sieg im Kandidatenturnier in Berlin gelang.

Letztrundensiege für die Usbeken

Der Inder Arjun Erigaisi kommt mit dem Turnier in Wijk in der Regel nicht zurecht und anders als Gukesh, der auch 2026 wieder großen Kampfgeist zeigte, hatte man bei Arjun und Pragg am Ende des Turniers das Gefühl, dass die beiden Inder keine echte Gegenwehr aufbauen konnten. Nodirbek Abdusattorov zeigte erneut eine starke Leistung und gewann scheinbar problemlos mit Schwarz gegen den Inder. In der Partie von Sindarov gegen Nguyen passierte Einiges und es sah lange nach einem Unentschieden aus. Dann folgte ein weitere chaotische Zeitnotphase. Die Kraft reichte für den tschechischen Großmeister nicht aus und ihm unterlief erst spät in der Partie dann ein spielentscheidender Fehler..


Tragik

Der unglücklichste Spieler war sicherlich der tschechische Großmeister Thai Dai Van Nguyen. Er kam mit der Bedenkzeit nicht zurecht. Gespielt wurde diesmal mit 120 Minuten für 40 Züge und danach gab es weitere dreißig Minuten für den Rest der Partie und 30 Sekunden pro Zug ab dann. Das hat Konsequenzen. Spieler müssen mit weniger als fünf Minuten auf der Uhr ihre Züge nicht mehr mitschreiben, aber später nachtragen. Nguyen hatte gegen den Inder Aravindh sogar eine Figur mehr, aber verlor. Gegen Hans Niemann konnte er ebenfalls gewinnen, aber spielte in Zeitnot einen ungenauen Zug, der die Partie drehte. Einem ähnlichen Szenario folgte die Partie auch in der Schlußrunde.


Zunächst war hier der Kandidat am Zug. Beide Spieler haben einen gefährlichen Freibauern auf dem Brett. Der a-Bauer ist in jedem Fall ein Aktivposten für den Usbeken, der hier mit Schwarz einen Zug finden muss und grob daneben griff. Wie sollte er hier weiter fortsetzen und wie ist die Stellung zu bewerten?


Der Usbeke hatte zuletzt seinen Läufer zurück gezogen – der Zug soll besonders solide sein. Wer einen Halbzug zuvor diesen Zug ausgeschlossen hatte, ist hier im Vorteil. Wie sollte Weiß jetzt am besten warum auf den Läuferzug reagieren? Die Lehre vom „Drawback“, also den Nachteil des letzten Zuges zu nutzen, hilft hier bei der Lösungsfindung.


Vladimir Fedoseev mit Sieg in der Schlussrunde

Für den ehemaligen Russen, der jetzt für den slowenischen Schachverband antritt, begann das diesjährige Turnier mit einer schnellen Niederlage gegen Hans Niemann. Mit seinem Sieg in der Finalrunde kam Vladimir auf fünfzig Prozent und gewann sogar noch etwas Rating (+4) hinzu. Auch diese Partie wurde nach einem groben Fehler


Machen wir aus dieser Situation eine Fifty-Fifty-Frage: Welcher Zug ist zuverlässiger, das Schlagen auf f5 mit dem Läufer oder der Tausch der Läufer nach Schlagen auf c3?


Matthias mit friedlicher Schlussrunde

In der letzten Runde waren die beiden punktgleichen Großmeister Matthias Blübaum und Yağız Kaan Erdoğmuş mit der Punkteteilung zufrieden und spielten eine offensichtlich beiden Spielern bekannte Fortsetzung. Da der 14-jährige Türke mit der etwas schlechteren Elozahl ins Rennen ging, gewann er sogar vier Elopunkte mehr als Matthias, der mit seiner gezeigten Form für das Kandidatenturnier zufrieden sein dürfte.


Weitere Remis-Partien im Masters

Die Begegnung zwischen Gukesh und seinem ehemaligen Zuarbeiter Vincent Keymer war vermutlich für deutsche Fans die Partie mit der größten Aufmerksamkeit. Für Zuschauer wurde einiges geboten und man sah, dass Gukesh sich nicht mit einem schnellen Unentschieden begnügen würde. Nach großem Kampf endete die Partie dann doch friedlich. Matthis Blübaum und der 14-jährige Türke Yagis Kaan Erdogmus waren sich recht schnell handelseinig. Praggnanandhaa schien gegen den Niederländer Jorden Van Foreest ein weiteres mal hinter sich greifen zu müssen. Im Wijk-Endspiel mit Turm und Springer gegen Turm und Springer verpasste Jorden ausgerechnet im Kontrollzug seine Chance und die Partie endete wenig später Remis. Auch Anish Giri und Hans Niemann beschlossen kein Risiko zu gehen und trennten sich letztlich friedlich.




Andy Woodward (2010) gewinnt Challengers

Das Qualifikationsturnier für das Masters im nächsten Jahr für viele Spieler ein Highlight. Allerdings passierte es nicht wenigen Spielern im Jahr darauf bei den „Großen“ einen Schock zu erleiden. So erging es Alexander Donchenko, Arjun Erigaisi und in diesem Jahr dem Vorjahressieger Dai Thai Van Nguyen. Um oben mitzuhalten muss der US-Amerikaner die Zeit sicherlich gut nutzen. Aber es gab natürlich noch andere Geschichten. Besonders schwer in Tritt kam der niederländische Großmeister Erwin L’Ami, der zudem in der letzten Runde gegen den späteren Turniersieger unterlag. Ein sehr solides Turnier spielte die Frauen-Kandidatin Bibisara Assaubaeva, die mit ihrem Probelauf zufrieden sein dürfte und Anfang Februar in Deutschland eine Art Schaukampf mit guter Dotierung spielen soll. Faustino Oro (2013) spielte ein solides Turnier und holte mehr als im Jahr zuvor. Wohingegen die andere Juniorin im Feld, die Chinesin Lu Miaoyi (2010), keine sichtbare Ergebnisverbesserung vorweisen kann im Vergleich zum Vorjahr.

Offizielle Homepage.

Ergebnisse bei Chess Results.

Fotos: Dariusz Gorzinski .


Foto: Dariusz Gorzinski Mit einer weiteren starken Leistung

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess)

Matthias Blübaum konnte seine Position oberhalb der 2700 Punkte-Grenze nicht lange halten. Der Usbeke Nodirbek Abdusattorov scheint nicht mehr zu stoppen zu sein. Nur sein Landsmann Sindarov kann noch in etwa mithalten. Der zweite Usbeke im Turnier ist bislang der einzige im Feld, der verlustpunktfrei ist. Immerhin: Vincent Keymer scheint das Turnier versöhnlich beenden zu können. Er gewann gegen den tschechischen Großmeister Thai Dai Van Nguyen und spielt ungefähr seinen Erwartungswert (Plus 2). Bei den Herausforderern liegen zwei jüngere Großmeister vor einem Altmeister. Beim Qualifikationsturnier ist Christian Glöckler jetzt durch.

Von Thorsten Cmiel

Nach dem Sieg gegen einen der direkten Konkurrenten dürfte der Usbeke im vierten Anlauf das Tata Steel Turnier in Wijk gewinnen können. Eine Tabelle mit vier indischen Großmeistern in der zweiten Turnierhälfte hatte zuletzt eher Seltenheitswert.

Kleinigkeiten entscheiden

In der Partie des Tages gewinnt Nodirbek Abdusattorov gegen Matthias Blübaum, einen seiner Verfolger im Feld. Dabei entscheiden letztlich Kleinigkeiten. Matthias zieht im entscheidenden Moment zu schnell und wird von Nodirbek präzise gekontert.


Eine Fifty-Fifty-Frage: Wohin sollte der Usbeke hier mit seinem König ausweichen?


Der kritische Moment in der Partie des deutschen Kandidaten. Wie sollte Schwarz sich hier am besten verteidigen? Matthias zog in diesem Moment zu überhastet und geriet schnell in spielentscheidenden Nachteil. Die Sache ist dennoch total kompliziert und die Kosten eines Fehlers sind gestiegen. Was sollte Schwarz hier also versuchen?


Yağız Kaan Erdoğmuş zurück

Der junge türkische Großmeister gewinnt erneut eine Partie und das nach zwei für ihn sicher schmerzhaften Niederlagen gegen Giri und Gukesh. Mit vier Siegen bei drei Niederlagen ist ihm bereits eine Runde vor Schluss ein großartiges Ergebnis sicher. Vladimir Fedoseev kassierte eine weitere deutliche Niederlage mit der Petrov-Verteidigung.


In dieser Stellung muss Weiß seine attackierten Läufer ziehen. Aber wohin? Der junge Türke spielte einen taktisch motivierten Zug, der stark war. Aber es war nicht die beste Fortsetzung. In jedem Fall steht der Yagis Kaan hier bereits deutlich auf der Gewinnerstraße.


Weiß ist in dieser Stellung dran. Einmal ausknipsen bitte.


Keymer mit drei Siegen in Folge

Der tschechische Großmeister Dai Thai Nguyen wurde zum Zielspieler gegen Ende des Turniers in Wijk. Es mag bitter sein für den Sieger des Challenger-Turniers aus dem Vorjahr, aber lange Turniere zahlen ihren Tribut. Auch heute konnte Nguyen letztlich nicht ausreichend lange gegenhalten .


Vier Remis-Partien im Masters

Die Remis-Partien der zwölften Runde boten durchaus spannende Momente. Dabei betrachte ich die Partie von Aravindh und Giri in einem gesonderten Beitrag. Lediglich die Begegnung der zwei Kandidaten Pragg und Sindarov war ein schnelles Remis ohne Ideen und Inspiration.



Nach welchem starken Zug gehen bei Schwarz (Erigaisi) hier bereits die Lichter aus? Jorden fand übrigens diesen Zug nicht. Das ist Ansporn genug, oder?




Paarungen der Kandidaten

Anish GiriPraggnanandhaaSindarovBluebaumErgebnis
Anish GiriXRemisRemisNiederlage1.0 – 2.0
PraggnanandhaaRemisXRemisRemis1.5 – 1.5
SindarovRemisRemisXSieg2.0 – 1.0
BluebaumSiegRemisNiederlageX1.5 -1.5

Die Kandidaten haben ihre Partien untereinander gespielt. Zwei entschiedene Partie gab es: die Niederlage von Matthias Blübaum gegen Javokhir Sindarov und der Verlust von Anish Giri in der zehnten Runde ebenfalls gegen Matthias Blübaum.

Die Kommentierung ist inzwischen professioneller geworden. Zuschauer können den Kommentatoren live zuschauen und anders als früher am Demobrett können Zuschauer die Partien auf großen Bildschirmen verfolgen. Auch selbst eine Partie spielen in gepflegtem Ambiente ist möglich.

Offizielle Homepage.

Ergebnisse bei Chess Results.

Fotos: Lennart Ootes (Tata Steel Chess).


Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess) Matthias Blübaum

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess). Zuschauer in Wijk.

Die Inder hatten vor längerer Zeit noch die Eigenschaft nicht an sich zu und ihre Stärken zu glauben. So erzählt der indische Erfolgstrainer Ramesh RB die Entwicklung. Die junge Generation hatte das geändert und die Erfolge der letzten Jahre lassen vergessen, dass die Inder auch nur junge Sportler sind, die gelegentlich Rückschläge erleiden. Aber vier von vier ist natürlich bemerkenswert, insbesondere wenn man sich an das indische Finale im Vorjahr erinnert.

Von Thorsten Cmiel

Pragg (gegen Vincent Keymer) und Arjun (gegen Javokhir Sindarov) verlieren diesmal ihre Weißpartien und das indische Duell von Gukesh und Aravindh geht etwas überraschend Remis aus. Der Weltmeister hatte sich zwischendrin gute Chancen erspielt. Anish Giri überzeugte bei seiner Partie gegen den jungen Türken Yağız Kaan Erdoğmuş und Hans Niemann gewann gegen den zuletzt unglücklich agierenden Tschechen Nguyen, der von den anderen Spielern als Zielspieler ausgeguckt worden zu sein scheint.

Vincent gewinnt gegen Pragg

Die frühe Eröffnungsphase war positiv für Vincent verlaufen und eigentlich konnte man eine typische Partie von Vincent erwarten. Dann unterlief ihm doch ein Missgeschick und der Inder jonterte in der folgenden Stellung. Es entwickelte sich ein etwa balanciertes Geschehen bei materiellem Ungleichgewicht. Ein Remis schien nicht unwahrscheinlich.


In dieser Stellung war der Inder am Zuge und zeigt wieder einmal seine Kreativität. Der folgende Zug war natürlich vorher schon vorbereitet gewesen. Was hat er mit Weiß hier gespielt und was war seine Absicht nach der schwarzen Antwort?


Hier ist Vincent Keymer mit Schwarz am Zuge. Der deutsche Großmeister fand einen sehr starken Zug.


Gukesh mit Unvollendeter

Der jüngste Weltmeister aller Zeiten spielt in der Regel engagiertes Schach und setzt seine guten Rechenfähigkeiten gezielt ein. Gelegentlich überspielte der Inder seine Gegner aus der Eröffnung heraus. Es ist daher überraschend welche Chance er in dieser Partie nicht nutzte. Aber solche Überseher passierten während des Turniers fast allen Teilnehmern. Er wird sich dennoch geärgert haben.


Gukesh war in dieser Stellung am Zuge und sollte wie fortsetzen? Der Weltmeister ging überraschend an seiner Chance in der Diagrammstellung vorbei.


Giri putzt 14-jährigen Türken weg

Man muss sie schlagen so lange sie noch jung sind. Das ist im Spitzenschach inzwischen eine Weisheit, die vermutlich ihren wahren Kern hat. Der Kandidat Anish Giri war in Wijk mit 31 Jahren der älteste Teilnehmer im Masters. Im Challengers sah es anders aus: Dort zeigte der 56-jährige Vassily Ivanchuk, dass er immer noch eine feine Klinge schlagen kann. Die starke Partie von Giri betrachte ich in Kürze bei der Vorstellung der acht Kandidaten. Hier zunächst nur die Notation.


Sindarov gewinnt gegen gegen glücklosen Erigaisi

Es gibt Spieler, die immer wieder erfolgreich in Wijk agieren – Nodirbek Abdusattorov ist solch ein Spieler. Arjun konnte nur einmal im Challengers (2022) glänzen, aber seit er im Masters spielt häufen sich die eher schlechten Resultate für den Inder (2023 4.0 aus 13; 2024 nicht dabei; 2025 5.5 aus 13).


Hans im Glück

Die Gebrüder Grimm schrieben im 19. Jahrhundert ihr eher untypisches Märchen von Hans, der das Glück empfindet, egal was er macht. Märchen gehen meist irgendwie glücklich aus. Das Märchen wurde vielfach interpretiert, etwas was man beim Schach heutzutage nicht mehr tun muss, denn die Engine verbreitet die objektive Wahrheit: Nguyen hatte in der folgenden Stellung eine sehr gute Chance, die er aber ungenutzt lies wie so oft in diesem Turnier.


Hätte Thai Dai Van Nguyen hier seinen c-Bauern vorgeschoben, wäre für Hans das Spiel fast vorbei gewesen. Zwar kostet der b-Bauer Material, aber die weißen Bauern sind mächtiger. Nguyen begann im 39. Zug mit dem Turmzug nach b5 und gab die a-Linie auf. Das erwies sich als grober Fehler. Schade.


Remis-Partien im Masters

Diesmal endeten wieder drei Partien mit Remis. Gukesh die größte Chance aus – siehe oben – nach einer zuvor hervorragend geführten Partie. Hier noch die vollständige Notation




Paarungen der Kandidaten

Anish GiriPraggnanandhaaSindarovBluebaumErgebnis
Anish GiriXRemisRemisRunde 101.0 – 2.0
PraggnanandhaaRemisXRunde 12Remis1.0 – 1.0
SindarovRemisRunde 12XNiederlage1.5 – 0.5
BluebaumSiegRemisSiegX1.5 -1.5

Inzwischen haben die Kandidaten einige Partien untereinander gespielt. Zwei entschiedene Partie gab es bisher: Niederlage von Matthias Blübaum gegen Javokhir Sindarov und der Verlust Anish Giri in der zehnten Runde gegen ebenfalls Matthias Blübaum.

Ivanchuk macht Druck

Zuvor hatte der Ukrainer gegen Andy Woodward gewonnen und dessen längere Erfolgsserie nach der Auftaktniederlage gestoppt. Diesmal war der Aseri Suleymanli an der Reihe und Chucky hatte zwei Runden vor Schluss doch noch Chancen sich für das Masters 2027 zu qualifizieren. Die andere Geschichte schreibt die junge US-Amerikanerin, die mit zwei Siegen in den Schlussrunden eine GM-Norm erzielen könnte.


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Ergebnisse bei Chess Results.

Fotos: Lennart Ootes (Tata Steel Chess).


Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess). Zuschauer

Foto: Dariusz Gorzinski.

Der Deutsche Schachbund ist bei Senioren nicht als Förderer der Senioren bekannt. Der Etat-Ansatz für den Seniorenreferenten ist seit Jahren ein 600-Euro-Witz. Als der neue Senioren-Referent im Herbst 2025 eine Etaterhöhung beantragte, fand sich natürlich ein Funktionär, der den Antrag aus formalen Gründen gar nicht erst zugelassen hat. Jetzt wollten der Senioren-Referent und das Präsidium offenbar guten Willen zeigen. Das ging schief, leider.

Ein Kommentar von Thorsten Cmiel.

Am 21. Januar 2026 gab der Deutsche Schachbund bekannt, dass man bei Teilnahme von Teams bei der Senioren-Team-Weltmeisterschaft in Durres, Albanien, im April 2026 das Startgeld für Teams übernimmt, die unter „Germany“ antreten. Eine an sich lobenswerte Idee, denn das Präsidium scheint dahinter zu stehen, wie es in der Pressemeldung des Deutschen Schachbundes angedeutet wird. Seit 2024 fällt das Seniorenschach nach Willen der Präsidentin unter die Regeln des Leistungssports, wie sich aus einem Disput nach der Deutschen Meisterschaft in Bad Wildungen 2024 ergab.

Damals wurde kritisiert, dass in der Vergangenheit zu viele durchschnittliche Teams mit dem Etat des Senioren-Referenten nach unklaren Regeln gefördert wurden. Das kann man nachvollziehen. Präsidium und Senioren-Referent gaben jetzt bekannt, dass diesmal Teams die Förderung erhalten, die am 1.1.2026 eine bestimmte Durchschnitts-Elozahl aufweisen. Zitieren wir den Schachbund mit seinem eigenen Text.

Die Elo-Zahl ist entscheidend

Für Mannschaften der Kategorie 50+, die unter dem Namen Germany starten, wird das Startgeld vom DSB übernommen, wenn die durchschnittliche Elo-Zahl der Mannschaft am 1.1.2026 mindestens 2400 beträgt.

Für Mannschaften der Kategorie 65+, die unter dem Namen Germany starten, wird das Startgeld vom DSB übernommen, wenn die durchschnittliche Elo-Zahl der Mannschaft am 1.1.2026 mindestens 2300 beträgt.

Für Frauen-Mannschaften der Kategorie 50+, die unter dem Namen Germany starten, wird das Startgeld vom DSB übernommen, wenn die durchschnittliche Elo-Zahl der Mannschaft am 1.1.2026 mindestens 2200 beträgt.

Für Frauen-Mannschaften der Kategorie 65+, die unter dem Namen Germany starten, wird das Startgeld vom DSB übernommen, wenn die durchschnittliche Elo-Zahl der Mannschaft am 1.1.2026 mindestens 2100 beträgt.

Bei Erreichen eines der Preisränge in der jeweiligen Kategorie wird das Preisgeld bei einer Mindesteilnehmerzahl von fünf Mannschaften verdoppelt.

Ich habe mir daraufhin mal die Elozahl der besten zehn Spielerinnen und Spieler der jeweiligen Altersgruppe im Februar 2026 (macht keinen Unterschied) angesehen, da ich spontan keine Teams zusammenstellen konnte in allen Altersklassen. In der offenen Klasse sind starke Teams denkbar und es wäre erfreulich solche Teams bei der Senioren-Team-WM zu sehen.

Deutsche Top10-Senioren

Aufmerksame Leser werden sofort erkennen, dass die Frauen im Nachteil bei der Förderung sind. 2200 als Durchschnitt für die Frauen 50+ ist nicht ganz einfach zu erreichen, aber möglich wenn eine oder zwei Spielerinnen der ersten Drei der Top10 50+ antreten wollen. Bei den Frauen 65+ müssten Spielerinnen anderer Nationen unter deutscher Flagge antreten, denn die beste deutsche Spielerin, immerhin Weltmeisterin 2024, kann die durchschnittlich geforderte Elozahl nicht aufbringen. Ein Team ist also theoretisch gar nicht möglich.

Ich überlasse es jedem sich seine Meinung zur Seniorenförderung des Deutschen Schachbundes zu bilden.

(*) Die Kombination der Satzzeichen (?!) in dieser Reihefolge bezeichnet bei Schachkommentaren einen fragwürdigen Zug.


Foto: Dariusz Gorzinski. Der Deutsche Schachbund ist bei

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess)

Der deutsche Kandidat punktet zunächst gegen Gukesh und diesmal gegen Anish Giri. Der indische Weltmeister spielt weiter Ergebnis-Ping-Pong und Vincent kommt ebenfalls mit einem Sieg zurück. Bei dem Challenger-Turnier gibt es einen Führungswechsel nach einem Sieg von Vassily Ivanchuk gegen Woodward. Jetzt liegt der Aseri Aydin Suleymanli vorne.

Von Thorsten Cmiel

Die Tabelle zum dritten Ruhetag sieht mit Nodirbek Abdusattorov einen Führenden. Ihm folgen drei Spieler mit einem halben Punkt Rückstand. Vermutlich wird einer aus dieser Viererbande das Turnier gewinnen. Enttäuschend ist die Form der zwei Kandidaten mit viereinhalb Punkten bisher.

Kandidaten unter sich

In der Partie gab es einen Moment in dem Anish Giri großen Vorteil ausgelassen hat. Beide Spieler übersahen eine Feinheit früh in der Partie. Das reiht sich ein in die oberflächlichen Partien, die wir von Anish Giri zu Beginn des Turniers gesehen haben.


In dieser Stellung war Giri am Zuge und konnte seine Dame nach h4 stellen. Stattdessen zog er seinen Springer sofort nach g7. Was ist der Unterschied und wie geht es nach dem Damenzug überhaupt konkret weiter?


Wie sollte Matthias Blübaum hier am besten fortsetzen?. Natürlich spielte der deutsche Großmeister genau so.


Gukesh siegt gegen 14-jährigen Türken

Der jüngste Weltmeister aller Zeiten wird vermutlich in kurzer Zeit von der nächsten Generation Großmeister angegriffen. Noch konnte er Yağız Kaan Erdoğmuş allerdings noch auf Abstand halten. Es war knapp.


Gukesh hatte zuletzt auf c4 geschlagen, um einem wahrscheinlichen Remis-Ausgang zu entgehen. Wie sollte sich nach dem offensichtlichen Springerzug nach b6 das Geschehen weiter entwickeln und was könnte der Weltmeister danach geplant haben?


Mit seinem letzten Zug hatte Gukesh die gegnerische Dame weitgehend eingesperrt. Wie sollte der Junge Türke hier weiter fortsetzen? Beide Spieler hatten diese Situation mit wenig Restzeit falsch eingeschätzt.


Keymer gewinnt gegen Arjun

Wie der deutsche Großmeister im Interview nach der Partie verriet, hatte er gegen Arjun bislang in klassischen Partien oft das Nachsehen gehabt. Erfreulich ist, dass Vincent inzwischen gelegentlich mit dem Königsbauern beginnt und zusätzlich zu seinen typischen geschlossenen Stellungen auch offene Stellungen zulässt. Erinnert sei an seine Partie in Biel gegen Pragg, als der etwas später kam, bei Ansicht der Übertragungsanzeigen nicht glauben konnte was er sah und sein Brett suchte. Der Königsbauer stand im ersten Zug auf dem Feld e4.


Aravindh mit erstem Sieg

Der Tscheche Thai Dai Van Nguyen ist inzwischen seit einigen Runden zu oft Opfer seiner Zeitnot geworden in seiner Partie gegen den Inder Aravindh Chitambaram sah es lange sogar nach einem Sieg für Nguyen aus. Mit wenig Zeit verlor dieser sogar noch.


Remis-Partien im Masters

Drei Partien endeten Remis. Lediglich Thai Dai Van Nguyen hatte von den sechs beteiligten Spielern so etwas wie einen dauerhaften leichten Vorteil. Letztlich hatte Nguyen kurz vor der Zeitkontrolle ein strukturell besseres Endspiel und daher realistische Chancen, mehr als einen halben Punkt zu erreichen. Seine Vorteile zu verdichten gelang ihm allerdings nicht. In der Partie zwischen den zwei Kandidaten scheint Matthias Blübaum seinem Gegner in eine vorbereitete Variante gelaufen zu sein, ihm gelang es aber die Stellung zusammen zu halten. Stark.




Paarungen der Kandidaten

Anish GiriPraggnanandhaaSindarovBluebaumErgebnis
Anish GiriXRemisRemisRunde 101.0 – 2.0
PraggnanandhaaRemisXRunde 12Remis1.0 – 1.0
SindarovRemisRunde 12XNiederlage1.5 – 0.5
BluebaumSiegRemisSiegX1.5 -1.5

Inzwischen haben die Kandidaten einige Partien untereinander gespielt. Zwei entschiedene Partie gab es bisher: Niederlage von Matthias Blübaum gegen Javokhir Sindarov und der Verlust Anish Giri in der zehnten Runde gegen ebenfalls Matthias Blübaum.

Christian Glöckler hat einen Lauf und manchmal kommt auch noch Glück dazu. In dieser Partie überschritt sein Gegner in ausgeglichener Stellung die Bedenkzeit. Mit jetzt sechs Punkten aus sechs Runden hat der Deutsche gute Chancen nächstes Jahr im Challengers anzutreten.


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Ergebnisse bei Chess Results.

Fotos: Lennart Ootes (Tata Steel Chess), Jurriaan Hoefsmit (Tata Steel Chess).


Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess) Der deutsche

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess)

Bisher war der Vorjahressieger ein Schatten seiner selbst. In seiner Partie gegen seinen langjährigen Trainingspartner und Freund aus Chennai gelang Praggnanandhaa letztlich sein erster voller Punkt. In der neunten Runde gab insgesamt vier entschiedene Partien. Der deutsche Kandidat Matthias Blübaum holte gegen den amtierenden Weltmeister einen weiteren vollen Punkt und zeigt bislang eine ansprechende Leistung. Spieler der Stunde war erneut der Türke Yağız Kaan Erdoğmuş.

Von Thorsten Cmiel

Die meisten Partien im Masters haben bisher Vincent Keymer und Aravindh Chitambaram verloren. Immerhin konnte der Favorit laut Setzliste drei Partien gewinnen. Dennoch könnte sich das Turnier zu einer erneuten Enttäuschung für den Deutschen entwickeln. Das ist schade, denn in diesen Tagen wurde bekannt, dass Vincent erstmals bei der Grand Chess Tour und beim Norway Chess dabei ist.

Yağız Kaan Erdoğmuş holte aus den letzten vier Partien dreieinhalb Punkte und scheint seinen Durchmarsch in Richtung 2700-Elo-Punkten fortzusetzen. Es ist fast unwirklich, dass die junge Generation immer neue Rekorde aufzustellen scheint. Die Turnierserie in Wijk aan Zee gibt traditionell jungen Talenten eine Chance in ihren Turnieren. Neben Erdoğmuş sind in diesem Jahr Faustino Oro (2013), Andy Woodward (2010), Lu Miaoyi (2010) und Christian Glöckler (2011) hervorzuheben, die sich in unterschiedlichen Phasen ihrer individuellen Entwicklung befinden und gute Zukunftsaussichten aufweisen.


Matthias Blübaum zeigte gute Eröffnungskenntnisse, die lehrreich für Spieler ähnlicher Strukturen sein dürften. Wie sollte Weiß hier fortsetzen? Es gab hier noch eine hochkarätige Vorgängerpartie in der der Weiße besser als der Inder in dieser Partie agierte.


Wie setzte Matthias Blübaum hier mit Schwarz fort?


Während der Liveübertragung des Interviews mit Matthias Blübaum ist zudem das spannende Geschehen in der Partie von Thai Dai Van Nguyen und dem jungen Türken zu sehen.

Erdoğmuş gewinnt in hektischer Zeitnot

Thai Dai Van Nguyen verlor diesmal wegen seiner Zeitnot. Mit 46 Sekunden für zehn Züge etwas knapp dran verpasste er den Turmtausch und zog stattdessen seinen Springer an den Rand und stellte zunächst den Bauern b2 ein. Diesen Fehler konnte er nicht mehr reparieren gegen einen Gegner, der ebenfalls sichtbar nervös und hektisch wirkte, aber sehr aufmerksam agierte.


Keymer verliert erneut

Vincents Gegner kannte die Eröffnung offensichtlich erneut besser als der Deutsche, der einen weiteren rabenschwarzen Tag erlebte. Jorden Van Foreest wiederum durfte zufrieden sein mit seiner flott vorgetragenen Angriffspartie.


Es gibt sicherlich viele Momente hervorzuheben in dieser Partie. Großes Kino folgte: Hier nahm Jorden mit seinem Springer auf c4, weil sich das richtig anfühlte. Spieler des London-und des Jobava-Systems werden diese Partie lieben.


Pragg gewinnt Turmendspiel

Diesmal gewann Pragg gegen seinen langjährigen Trainingspartner aus Chennai. Anders als sein Turmendspiel gegen Nodirbek Abdusattorov gewann er diesmal. Beide Partien zeigen, dass Verteidigen viel schwieriger als der offensive Part ist.


Dieser Moment scheint entscheidend gewesen zu sein. Wie sollte Aravindh hier am besten fortsetzen. Das Endspiel hatte noch mehr spannende Momente parat, die man aber ausführlicher untersuchen sollte.


Remis-Partien im Masters

Erneut endeten drei Partien mit Remis. Das Duell der beiden führenden Usbeken dauerte zwar einige Zeit, war aber nie im Ungleichgewicht. Gleiches gilt für die beiden anderen Begegnungen: Arjun Erigaisi scheint genug von Wijk zu haben, wieder einmal und Hans Niemann wirkte zuletzt auch nicht mehr zu engagiert. Anish Giri scheut ebenfalls Risiken und Vladimir Fedoseev scheint nach der Niederlage am Tag zuvor mit dem Remis zufrieden gewesen zu sein.




Paarungen der Kandidaten

Anish GiriPraggnanandhaaSindarovBluebaumErgebnis
Anish GiriXRemisRemisRunde 101.0 – 1.0
PraggnanandhaaRemisXRunde 12Remis1.0 – 1.0
SindarovRemisRunde 12XNiederlage1.5 – 0.5
BluebaumRunde 10RemisSiegX0.5 -1.5

Inzwischen haben die Kandidaten einige Partien untereinander gespielt. Einzig entschiedene Partie war die Niederlage von Matthias Blübaum gegen Javokhir Sindarov.


Im Zehnkampf wird ein Platz im Challengers-Turnier des nächsten Jahres ausgespielt. Vorne liegt mit Christian Glöckler (geboren 2011) ein deutsches Jungtalent. Johannes Fischer hat sich für Chessbase dessen Turnier im Schatten der zwei Hauptereignisse etwas genauer angesehen.

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Ergebnisse bei Chess Results.

Fotos: Lennart Ootes (Tata Steel Chess).


Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess) Bisher war

Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai.

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.


Beginnen wir mit einer Studie. Weiß am Zuge gewinnt.


Schwarz hat zuletzt rochiert. Wie sollte Weiß hier fortsetzen und großen positionellen Vorteil reklamieren?


Weiß ist am Zuge und gewinnt. Wie?


Diese Stellung stammt aus einer Simultan-Partie von Alexander Alekhine (Aljechin) und ist fast 100 Jahre alt.

In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.

Hinweis

Die Partien können heruntergeladen werden, indem man auf den Downloadbutton unter Diagrammen klickt.


Mehr Lasker-Aufgaben

Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai. Der

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess).

In der achten Runde spielte Gukesh nach zwei schmerzhaften Niederlagen in Folge erneut eine engagierte Partie, der man phasenweise nur staunend zuschauen kann. Der Weltmeister geht weiterhin Risiken ein und vertraut seinen Rechenkünsten. Kritik am Weltmeister kommt bisher vor allem von Couch-Analysten aus den Sozialen Medien, die Klicks wollen. Sie sollten zukünftig stumm bleiben und den 19-jährigen Weltmeister sich weiter entwickeln lassen. Die anderen dürfen sich aus grandiose Leistungen des Jungen aus Chennai freuen.

Gukesh hat bekanntlich einen ganz besonderen Weg an die Weltspitze zurück gelegt. In den ersten Jahren bis zur Großmeisterreife verzichtete er auf das Arbeiten am Rechner und entwickelte was heutzutage seine größte Stärke ist: seine Kalkulationen sind tiefer als die anderer Spieler. Aber pures Rechnen hilft oft nur bis zu einem bestimmten Punkt. Man muss die vor dem geistigen Auge vorhandenen Stellungen auch richtig bewerten können. Die vorliegenden Partie gegen Vladimir Fedoseev (31), der Russland wegen des Ukraine-Krieges den Rücken gekehrt hat und inzwischen für Slowenien antritt.

Gukesh ist sein eigener Kopf. In einem Interview sagte der indischen Großmeister Vishnu Prasanna, sinngemäß den aus meiner Sicht legendären Satz: Würde Gukesh die gleichen Lösungen im Kopf haben wie er, würde er sich als Trainer Sorgen machen.


Die Eröffnungsphase ist vorbei und die Stellung scheint etwa ausgeglichen zu sein. In dieser Stellung ist Gukesh am Zuge. Es geht darum, eine wichtige grundsätzliche Entscheidung vorzubereiten. Weiß will offensichtlich jetzt oder nach weiterer Vorbereitung im Zentrum zuschlagen. Die grundlegende Frage lautet also: wie man mit Schwarz dem begegnen will. Oft haben Züge Vor- aber auch Nachteile. Wie sollte Schwarz hier warum fortsetzen?


Hier ist erneut Schwarz am Zuge. Wie sollte Gukesh auf den Schlag im Zentrum reagieren? Wer in der vorherigen Diagrammstellung wie Gukesh seinen Turm nach c8 gezogen hat, sollte die Antwort auf den e-Bauern bereits berechnet haben. Oder?


Vladimir Fedosseev hatte zuletzt seinen e-Bauern vorgezogen. Wie geht es weiter? Und vor allem wie ist die Stellung nach der besten Fortsetzung einzuschätzen? Spoiler: Gukesh lag natürlich richtig.


Hat sich Gukesh verrechnet? Jetzt sind beide schwarzen Läufer angegriffen (g7 und b7). Wie sollte er hier fortsetzen und was ist von der Stellung zu halten? Wer die vorherigen Verwicklungen richtig berechnet hat, der kann sich überlegen, ob die eigene Entscheidung vorher richtig war.


Relativ einfach diesmal. Gukesh hat aktuell einen Bauern für die Figur weniger. Noch allerdings ist die weiße Springer aus dem Spiel. Gukesh musste also möglichst energisch nachsetzen. Wie sollte er hier weiterspielen und das Materialverhältnis etwas zu seinen Gunsten verbessern?


Ein bekanntes Prinzip bei der Stellungsbewertung lautet, dass es nicht darauf ankommt wie Figuren aktuell wirken, sondern welche Figuren auf dem Brett übrig bleiben. Man kann das noch etwas anders formulieren und adaptieren. Welchen Zug hat Gukesh hier wohl gespielt?


Das Ende naht. Welchen Zug spielte der Inder hier?


André Schulz war zu Beginn des Turniers in Wijk aan Zee dabei und hat seine Eindrücke für die Newssite von Chessbase ausführlich beschrieben. Den größten Fanandrang verursacht natürlich der Schach-Weltmeister aus Indien.

Schulz-Bericht aus Wijk 2026

Diese Grafik ist ein Screenshot von Lichess, die einen sehr gut organisierten Eindruck macht, anders als die Turnierdarstellung beim Marktführer Chess.com. Dort ist der Informationsbereich zum verfolgen von Turnieren eher schlecht organisiert.

Fotos: Lennart Ootes (Tata Steel Chess), Dariusz Gorzinski.


Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess). In der