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Foto: Michal Walusza (FIDE Chess). Das Foto zeigt Aydin Suleymanli beim World Cup in Goa 2025.

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.

Die heutigen Aufgaben stammen aus der Begegnung zweier Junggroßmeister. Mit Weiß spielte der aserbaidschanische Großmeister Aydin Suleymanli (Jahrgang 2005), der wie ein anderer starker Großmeister der Schachgeschichte aus Baku stammt. Sein Gegner ist der US-Großmeister Mishra Abhimanyu (Jahrgang 2009).


Wie sollte Weiß hier fortsetzen, um das Remis zu sichern?


Der letzte Zug des Weißspielers war nicht sehr glücklich und jetzt ist Schwarz dran. Wie sollte er hier fortsetzen, um ein Chance auf einen vollen Punkt zu behalten?


Erneut ist hier Weiß am Zuge. Wie sollte er fortsetzen?


Erneut war hier Schwarz am Zuge. Wie konnte er hier den vollen Punkt holen?

In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.

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Die Partien können heruntergeladen werden, indem man auf den Downloadbutton unter Diagrammen klickt.


Mehr Lasker-Aufgaben

Foto: Michal Walusza (FIDE Chess). Das Foto

Das Foto zeigt Ediz Gurel (TUR) in Goa 2025 von: Michal Walusza (FIDE Chess).

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.


Kann Weiß sich in diesem Turmendspiel noch verteidigen? Falls ja, wie?


Ein weiteres Turmendspiel. Gibt es hier noch eine Verteidigung für Weiß, der am Zuge ist?


In dieser Studie wird ein weißer Gewinn gesucht. Attacke – Riposte und zwar mehrfach sind gefragt.


Mit seinem letzten Zug – der Läufer zog von c1 nach b2 scheint der Weiße die Oberhand gewonnen zu haben. Wer hat hier für Schwarz noch eine Idee?

In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.

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Das Foto zeigt Ediz Gurel (TUR) in

Foto: Eteri Kublashvili (FIDE Chess) World Cup, Goa 2025.

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.


Beginnen wir die Aufgaben mit einem recht einfachen Bauernendspiel. Kann Weiß hier mehr als Ausgleich herausholen?


Weiß ist dran und sollte hier wie fortsetzen? Ein Großmeister tat sich hier schwer. Die Aufgabe ist trotzdem eher als leicht zu bezeichnen.


Faustino Oro, 12 Jahre alt, ist das vielleicht größte südamerikanische Talent aller Zeiten. Hier ist der junge Argentinier bei der argentinischen Landesmeisterschaft 2025 mit Weiß am Zug und sollte wie fortsetzen? Letztlich ging Faustino nach furiosem Start in das Turnier etwas die Puste aus und er erreichte die gewünschte Großmeisternorm nicht.


Weiß steht offensichtlich gut. Wie sollte er hier fortsetzen? Beginnen Sie mit Kandidatenzügen und dann ist es einfach zu entscheiden. Oder?

In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.

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Foto: Eteri Kublashvili (FIDE Chess) World Cup,

Foto: Dariusz Gorzinski. Budapest 2024.

Der indische Superstar Praggnanandhaa, kurz Pragg, spielt aktuell in London ein Open-Turnier, um seinen Platz als Kandidat im nächsten Jahr abzusichern. In der ersten Runde spielte er gegen den 16-jährigen FIDE-Meister Stanley Badacsonyi aus England. Es kam im einsetzenden Endspiel zu größeren Verwicklungen, die der Inder letztlich besser meisterte.

Von Thorsten Cmiel

450 Elo-Punkte Unterschied sind im Turnierschach eine schier unüberbrückbare Hürde. Und normalerweise bekommt ein auf dem Papier derart unterlegener Gegner keine Chance. In der Turnierpraxis und insbesondere in Erstrunden von Open-Turnieren kommt es dann doch immer wieder zu der einen oder anderen Überraschung. Wir schauen uns die spannende Spielphase beim London Chess Classics an. Pragg wäre im gleichzeitig stattfindenden Eliteturnier der Favorit, er benötigt aber noch ein verwertbares Ergebnis aus einem offenen Turnier mit mindestens 50 Teilnehmern, um seine Führung im FIDE Circuit 2025 zu sichern.

Wir sehen eine spannende Endspielphase, die deutlich durch Taktik und Aktivität der Figuren bestimmt wird. Zunächst sind die Damen noch auf dem Brett, aber Pragg musste dem Tausch ohnehin zustimmen. Danach blieb die Sicherheit des schwarzen Königs trotz reduzierten Materials der bestimmende Faktor. Einige Momente seien als Fragen genauer beleuchtet.


Ein Befund lautet sicherlich: Die Königsstellung des Schwarzen sieht gefährdeter aus. Auf der Habenseite ist der schwarze c-Bauer nicht ungefährlich. Aktuell droht Weiß zudem seinen h-Bauern ein Feld nach vorne zu schieben. Was sollte Pragg mit Schwarz hier spielen und wie ist die Stellung überhaupt einzuschätzen?


Mit seinem letzten Zug hatte Pragg den gegnerischen Läufer auf e3 attackiert und den Weg für den c-Bauern frei gemacht. Wie sollte Stanley hier fortsetzen? Er hat hier eigentlich eine Art Fifty-Fifty-Situation.


Eine nette komplexe Kalkulationsaufgabe aus einer Eventualvariante. Schwarz kann hier zwei logische Züge folgen lassen: Entweder zieht Schwarz hier seinen e-Bauern ein Feld vor oder er lässt seinen c-Bauern direkt laufen. Eine gute Übung, um einige Berechnung anzustellen und anschließend die Ausgangsstellung zu beurteilen. In der später folgenden Analyse finden sich einige Varianten zum Abgleich.


Stanley hatte seinen Läufer nicht direkt nach g1 gezogen und stand nun vor der Frage, wie er mit der neuen Situation umgehen soll. Entweder er zieht jetzt mit dem Läufer doch nach g1 oder er nimmt den Bauern auf e5 und greift danach mit dem Springer und Turm an. Was ist richtig?


Schade. Ein spannender Fight, der beiden Spielern unterschiedliche Aufgaben zur Nachbereitung aufgibt: Der Engländer spielte im entscheidenden Moment zu schnell und unterschätzte, nach großem Kampf vorher, vermutlich seine Chancen. Allerdings dürften beide Spieler kurz vor dem Kontrollzug keine genaue Einschätzung der Lage auf dem Brett gehabt haben.

Quelle: allison badacsonyi (@ABadacsonyi) / X chess mum.

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Foto: Dariusz Gorzinski. Budapest 2024. Der indische Superstar

Titelfoto: Michał Walusza (FIDE Chess)

Der 19-jährige Usbeke Javokhir Sindarow gewinnt nach zwei Schnellpartien den World Cup 2025 im indischen Goa und sichert sich ein Preisgeld von 120.000 US-Dollar. Sein chinesischer Gegner Wei Yi bekommt 85.000 Dollar und beide sind erstmals Kandidaten für die Gukesh-WM.

Von Thorsten Cmiel

World Cup 2025, Goa (Indien). Der Wettkampf der beiden Schachgroßmeister war lange Zeit ausgeglichen. Am Ende gewann der jüngere Spieler und daran könnte die letzte finale Frische einen erheblichen Anteil gehabt haben. Für beide Spieler gab es bis zum Finale viele Partien und teilweise schwierige Situationen zu meistern. Tatsächlich waren die beiden klassischen Partien sehr präzise Partien ohne echte Höhepunkte für die Zuschauer. Nur für einen kurzen Moment war der Chinese mit Schwarz dran an einer etwas besseren Stellung, aber er verpasste seine kleine Chance.

Bilanzen beider Finalisten

Die Tabellen geben einen guten Überblick. Die ersten zwei Kämpfe gewann der Usbeke bereits in der klassischen Phase. Danach wurden die Gegner stärker und es wurde knapper. Gegen Frederik Svane gewann Sindarov noch einmal mit klassischer Zeitkontrolle. Bemerkenswert ist, dass der Usbeke keinen Wettkampf im Blitzen spielen musste. Wei Yi hingegen musste gegen den Iraner Parham Maghsoodloo in die erste Blitzrunde (5+3).

Wei Yi verliert erst in der letzten Partie des Turniers. Man muss allerdings anmerken, dass der Inder Arjun Erigaisi bei etwas mehr Einsatz gegen den Chinesen auf Gewinn stand. Auch die zweite Schnellschach-Partie gegen Andrey Esipenko war ein kleines Überlebenswunder. Insofern scheint der Sieg des Usbeken im World Cup eindeutig verdient zu sein.

Resultate beim World Cup in Goa.


Erste klassische Partie endet friedlich

Zu den zwei klassischen Partien gibt es wenig zu sagen. Lediglich in der ersten Partie verpasste der Chinese Wei Yi eine kleinere Chance, die seine einzige in diesem Wettkampf bleiben wird.


Die Stellung ist ein wenig aus den Fugen geraten. Wie sollte der Usbeke mit den weißen Steinen am besten fortsetzen?


Wie sollte Wei Yi hier mit Schwarz fortsetzen? Der Chinese findet an dieser Stelle nicht die richtige Fortsetzung und die Partie verflacht in der Folge zusehends.



Wenig los in der Zweiten

Das beste was man über die Partie sagen kann ist, dass es sich im Abgleich mit der Rechenmaschine um perfektes Schach handelte. Für Zuschauer war die Partie natürlich nicht so spannend. Zu kommentieren gab es nichts, auch wenn sich die Live-Moderatoren Jan Gustafsson und Peter Leko redlich bemühten.


Sindarov gewinnt den Stichkampf

Bereits nach zwei Schnellschachpartien (15+10) war der Wettkampf beendet. Der Usbeke Javokhir Sindarov triumphierte nachdem Wei Yi ein Turmopfer zum Ausgleich ausgelassen hatte. Ein Motiv, das er im Halbfinale gegen Andrei Esipenko in ähnlicher Form noch gesehen hatte.

Die Qualität der Partien war weiterhin sehr hoch. Diesmal bekam der Chinese keine Chance. Sindarov hatte bereits in der ersten Partie für einen Zug lang eine Gewinnchance im Endspiel ausgelassen. Entscheidend war letztlich dann ein grobes Versehen des Chinesen mit 20 Sekunden auf der Uhr. Damit war der World Cup beendet und der 19-jährige Javokhir Sindarov der verdiente Sieger. Er war damit der erste Usbeke seit Rustam Kasimdzhanov, der 2004 im lybischen Tripolis ein ähnliches Format mit 128 Teilnehmern gewann und zum FIDE-Weltmeister gekürt wurde. Nicht zu vergessen bei historischen Betrachtungen ist natürlich der Team-Erfolg der Usbeken, die in Chennai 2022 die Goldmedaille bei der Schacholympiade gewannen. Seither sind die Usbeken des Teams nationale Helden. Zuletzt hatte der Düsseldorfer Unternehmer Wadim Rosenstein angekündigt, in Usbekistan Sindarov-Schachschulen zu eröffnen. Gutes Timing.


Wie sollte der Usbeke Sindarov mit Weiß hier am besten fortsetzen? Wie ist die Stellung danach zu bewerten? Wer will, rechnet ein wenig. Die relevanten Varianten finden sich in der folgenden Analyse.



Der entscheidende Moment ist gekommen. Wie sollte der Chinese hier mit Weiß am besten fortsetzen. Stattdessen folgte der letzte Fehler bei diesem recht langen Turnier.


Sieger-Interview von Theo Waits (Li-Chess)

Li-Chess-Interviews.

Fotos: Michał Walusza (FIDE Chess).


Die Partieanalysen können durch Klicken auf den hier orange markierten Button heruntergeladen werden.


Titelfoto: Michał Walusza (FIDE Chess) Der 19-jährige Usbeke

Titelfoto: Michał Walusza (FIDE Chess)

Mit einem klaren 2-0-Sieg in den klassischen Partien qualifizierte sich der 23-jährige Andrey Esipenko für das Kandidatenturnier auf Zypern. Ihm gelang es sich erneut zu konzentrieren. Nach gutem Essen und ein paar Bier wie er nach der Partie in einem Interview sagte.

Von Thorsten Cmiel

Andrey Esipenko gewinnt die erste Partie

Man ist es nach dem Halbfinale fast nicht mehr gewohnt, aber ein Spieler gewann in einer Begegnung mit klassischer Bedenkzeit. Auf dem Brett war ein Sizilianer. Nach den beiden Partien lobte Andrey Esipenko seinen Freund und Sekundanten Großmeister Dawid Arturowitsch Parawjan, der ebenfalls genau wie beim Grand Swiss vor Ort war.


Wir sind noch in der Eröffnungsphase. Wie sollte Schwarz hier fortsetzen. Überraschenderweise dachte der Usbeke hier längere Zeit nach und wählte einen anderen Zug als zwei seiner Vorgänger.


Wie sollte Weiß hier am besten fortsetzen? Was ist von dem Springerzug nach d6 zu halten? Untermauern sie am besten ihre Meinung mit einigen kurzen Varianten.


Nodirbek Yakubboev war in diesem Moment unter Zeitdruck. Ihm blieben noch zwei Minuten und 45 Sekunden für neun Züge. Sein Gegner verfügte noch über etwas mehr als zwölf Minuten. Was ist von dem Schachgebot mit dem Springer auf d3 zu halten?


Esipenko gewinnt auch die zweite Partie

Wie in der ersten Partie zog der Usbeke einen Läufer nach d5, diesmal schlug er sogar einen Bauern und erneut war das ein schlechter Zug. Danach lief es für den Russen wie auf Schienen. Er benötigte nur noch einige präzise Züge und die fand er diesmal, scheinbar leicht. Alle verbliebenen vier Spieler zeigen bisher eine gewisse Erschöpfung und Esipenko meinte, dass er sich zwei Monate erholen müsse. Danach dürfte die Vorbereitung auf das Kandidatenturnier beginnen.


Eine schachliche Gretchenfrage: Wie hältst du es mit dem Bauern auf d5? Wegnehmen oder einen anderen Zug vorschlagen ist hier die Aufgabe.


Nodirbek hat den Bauern auf d5 geschlagen und jetzt war Esipenko dran. Sein Zug kommt nicht sonderlich überraschend und beruht auf einem typischen Standardmotiv. Es war für den Russen scheinbar nicht sonderlich schwierig zu gewinnen in dieser Partie, was an diesem Tag für einen völlig erschöpften Gegner spricht.


Esipenko steht offenkundig auf Gewinn. Aber man kann natürlich stylisch gewinnen und solch einen Zug suchen wir hier.

Esipenko´s Weg

In fünf von sieben Matches musste der Russe in den Stichkampf. Gleichzeitig gewann er seinen ersten und letzten Wettkampf mit 2 – 0. Jetzt löst er den Aseri Nija Abasov ab, der sich 2023 noch als Vierter für das Kandidatenturnier qualifiziert hatte, da Magnus Carlsen nicht mitspielen wollte. Insgesamt brachte sein Ergebnis ihm einen Zuwachs von 14.6 Elo-Punkten. In keinem seiner Wettkämpfe musste Esipenko in die Blitzphase. Genau wie der spätere Sieger Sindarov.

Fotos: Michał Walusza (FIDE Chess)


Titelfoto: Michał Walusza (FIDE Chess) Mit einem klaren

Titelfoto: Michał Walusza (FIDE Chess)

Von Thorsten Cmiel

World Cup, Goa (Indien). Ein grober Einsteller von Andrey Esipenko (23) entschied den Wettkampf und damit die direkte Qualifikation für Wei Yi (26). Die Entscheidung im anderen Wettkampf waren einige schlechte Entscheidungen im Doppelturmendspiel zwischen den zwei Usbeken. Javokhir Sindarov (19) gewann gegen seinen Freund Nodirbek Yakubboev (23).

Nach vier Remis mit klassischer Bedenkzeit wurden beide Wettkämpfe bereits mit 15 + 10 im Schnellschach entschieden. Die beiden Sieger buchen damit das Ticket für das Kandidatenturnier auf Zypern im Frühjahr nächsten Jahres. Inzwischen wurde zudem bekannt, dass Praggnanandhaa das Open der London Chess Classics (LCC) mitspielen will. Das dürfte bei normalem Verlauf seine Qualifikation im Kandidatenturnier endgültig sichern.

Die spannendste Phase der klassischen Partien analysierte der ungarische Großmeister Peter Leko in dem folgenden Video von Chessbase India.

Wei Yi – Andrey Esipenko 1.5 – 0.5

Die erste Partie im Stichkampf verlief recht ereignislos. Sie folgte zunächst den Bahnen aus der klassischen Partie. Erst im zehnten Zug (10.h3) kam es zu einem neuen Zug durch den Russen und stellte den Chinesen nicht vor allzu schwierige Aufgaben, schien es. Hinten heraus konnte Wei Yi nach einem Fehler seines Gegners sogar mehr rausholen, verpasste aber seine Chance und gab sich mit einer dreimaligen Stellungswiederholung zufrieden.



Wie sollte Wei Yi hier mit den schwarzen Steinen am besten fortsetzen?


Die zweite Partie entscheidet

In der zweiten Stichkampfpartie sah Andrei Esipenko, der unter neutraler FIDE-Flagge antreten muss, lange Zeit als Sieger aus und verlor nach einem groben Fehler sogar noch seine Partie und muss jetzt mit Nodirbek Yakubboev den dritten Qualifikanten für das Kandidatenturnier ausspielen.


Wie sollte Andrey Esipenko hier mit Schwarz seine Stellung verstärken?


Hier ist Wei Yi mit Weiß am Zuge und sollte sich wie am besten verteidigen?


Einen Halbzug später war Andrei Esipenko mit Schwarz am Zuge und ihm unterlief ein Fehler. Letztlich wurde es einen Zug später sogar noch dramatischer. Wie sollte der Russe hier am besten fortsetzen.


Der entscheidende Moment. Esipenko war damit beschäftigt seinen c-Bauern zu sichern, der durch ein Schachgebot mit dem Springer auf d5 bedroht war, dabei vergaß der Russe seinen ebenfalls attackierten Turm auf g2. Esipenko zog seinen Bauern nach c6, der Chinese nahm den Turm weg und Esipenko gab auf.


Wei Yi im Siegerinterview

Im Gespräch mit Theo Waits von Li-Chess bezeichnet der Chinese seine Stimmung nach der Partie als ekstatisch. Er ist qualifiziert für das Kandidatenturnier und die Eröffnungsvorbereitung sei gut gelaufen. Über einen Sekundanten – Ex-Weltmeister Ding Liren ist ein Freund von ihm – hat er sich noch keine Gedanken gemacht. Ebenfalls bekannt wurde, dass Xiangyu Xu (1999) der aktuelle Sekundant von Wei Yi ist. „Seine Unterstützung ist so wichtig, weil er nicht nur die Spielzüge für mich vorbereitet, sondern mir auch mehr Selbstvertrauen gibt und mit mir reden kann, sodass ich vor den Spielen nicht so nervös bin.“. Das sagte er in einem anderen Interview über seinen gleichaltrigen Sekundanten.

Sindarov – Yakkuboev 1.5 – 0.5

Der Stichkampf der zwei Usbeken wurde bereits in der ersten Partie entschieden. In der zweiten Partie hatte nur Javokhir Sindarov noch mehrere Gewinnchancen. 2022 gewannen die beiden Großmeister gemeinsam bei der Schacholympiade die Team-Goldmedaille und teilen sich mit Roman Vidoniak einen Trainer.


In dieser Stellung der ersten Stichkampf-Partie war jetzt Nodirbek gefragt, einen Weg zum Ausgleich zu finden. Er fand keine ausreichende Idee und geriet hier bereits auf eine schiefe Bahn. Was ist ihr Vorschlag?


Hier ist ein überzeugender Weg für den Schwarzspieler gefragt. Was sollte er hier als nächstes unternehmen?


Javokhir hat ein Zwischenschach auf f6 gegeben. Wie sollte Weiß auf diesen Zug am besten reagieren?


2. Partie – nur Sindarov mit Chancen

Die Partie sah nur Vorteile für den ohnehin führenden Javokhir Sindarov. Ich gebe daher nur die Partie an im Schnelldurchlauf und die Notation.



Foto: Michał Walusza (FIDE Chess).


Titelfoto: Michał Walusza (FIDE Chess) Von Thorsten Cmiel World

Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai.

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.


Die erste Stellung stammt von der Frauen-Team-Weltmeisterschaft 2025 in Linares. Sie hatte erheblichen Einfluss, da Kazachstan bei einem Sieg im Finale gewesen wäre. Die Frage lautet: Kann Weiß am Zuge gewinnen und falls ja, wie?


Auch die zweite Partie stammt aus dem Halbfinale der Frauen-Team-WM. Die mit einem B-Team angetretenen Chinesinnen spielen gegen die Russinnen, die von der FIDE zugelassen wurden, unter neutraler Flagge zu spielen. Ein Skandal wenn man mich fragen würde. Verdrängen wir für diesen Moment die Schachpolitik. Wie sollte Weiß hier möglichst kräftig fortsetzen?


Diese Stellung stammt aus einer Partie von Alexei Shirov, die er 1993 gegen Eric Lobron im Jahr 1993 spielte. Weiß hatte hier sogar zwei Möglichkeiten, um ein bestimmtes Merkmal dieser Stellung auszunutzen. Shirov entscheidet sich für den komplizierteren Weg. Gesehen habe ich dieses Beispiel bei Großmeister Renier Castelano auf Twitter.


Wer den Gewinnweg in der dritten Aufgabe gefunden hat, der hat hier einen Vorteil. Oder? Alexei Shirov jedenfalls schien sich zehn Jahre später nicht erinnert zu haben. Das zweite Beispiel stammt aus einer Trainingssession mit Elisabeth Pähtz für Prochess-Training und es war ein Zufall, dass beide Beispiele von Alexei Shirov stammen.

In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.

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Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai. Der

Michał Walusza (FIDE Chess)

Schade. Deutschland bringt leider keinen zweiten deutschen Großmeister durch ins Kandidatenturnier 2026 auf Zypern. Alexander Donchenko gelang es, nach seinem dramatischen und kräftezehrenden Stichkampf am Tag zuvor, nicht mehr einen echten Fight mit echten Chancen hinzubekommen.

Von Thorsten Cmiel

Nodirbek Yakubboev gewinnt erste Partie

Die erste Partie von Alexander Donchenko im Viertelfinalkampf mit dem Usbeken Nodirbek Yakubboev sah zunächst eine ungenaue Zugfolge vom deutschen Großmeister. Sein Gegner hingegen zeigte sich insgesamt besser vorbereitet und spielte an diesem Tag hervorragendes Schach. Trainiert wird Nodirbek vom deutsch-ukrainischen Trainer und Internationalen Meister Roman Vidonyak aus München, dem der Usbeke später in einem Interview dankte.


Eine spannende Stellung: Wie sollte Schwarz hier fortsetzen? Es gibt zwei prinzipielle Ideen. Man tauscht auf d5 und nach dem logischen Zurückschlagen mit dem c-Bauern bekommt man eine Benoni-Struktur auf das Brett. Oder man verzichtet auf den Tausch bzw. schiebt diesen auf.


Bereits der entscheidende Moment in dieser Partie. Schwarz muss seinen 11. Zug spielen und greift daneben. Nehmen wir an, dass wir verständlicherweise mit Schwarz nur zwei Züge erwägen: Das Schachgebot mit der Dame auf h4 und den Springerrückzug nach g7. Was ist richtig?


Auch in Gewinnstellungen sollte man weiter genau spielen. Wie verstärkte hier der Usbeke seine Stellung weiter?


Keine Chance mit Weiß

In der zweiten Partie hatte Alexander Donchenko Weiß, konnte aber keinen größeren Druck ausüben. Erneut zeigte sich der Usbeke gut vorbereitet und die einzigen Probleme schuf Nodirbek selbst als er zunächst einen größeren Vorteil verspielte und unnötig in Zeitnot geriet. Letztlich endete die Partie mit einem nie gefährdeten Remis und so war Alexander als erster Spieler im Viertelfinale raus. Schade, aber nicht unverdient.

Bis hierhin folgten die beiden Akteure einer Partie von Alexander vom German Masters in Magdeburg 2020. Hier befragte er den Läufer mit dem a-Bauern und erreichte wenig. Stattdessen spielte er diesmal seinen Turm nach c1, erreichte aber auch diesmal wenig. Vermutlich muss Weiß vorher bereits anders agieren.


Nodirbek Yakubboev war der einzige Spieler in der zweiten Partie, der mehr als einem halben Punkt näher kam. Genau in diesem Moment sollte der Usbeke mit Schwarz was spielen?


Fotos: Michał Walusza (FIDE Chess).


Michał Walusza (FIDE Chess) Schade. Deutschland bringt leider

Foto: Michał Walusza (FIDE Chess)

Von Thorsten Cmiel

Beide deutsche Spieler scheiterten überraschend an Endspielen in der fünften Runde. Immerhin, Alexander Donchenko kann noch durch einen Stichkampf ins Viertelfinale einziehen. Frederik ist leider raus, nachdem er schon in der ersten Partie nach großem Kampf hinter sich greifen musste.

Frederik nach großem Kampf raus

Frederik Svane spielte zwei hochinteressante Partien. In der ersten Partie gelang es ihm zunächst nicht, seinem Angriff überzeugend vorzutragen und so landete er nach mehreren Damenzügen in einer fast hoffnungslosen Lage. Aber sein 19-jähriger usbekischer Gegner Javokhir Sindarov konnte seinen Vorteil nicht halten und nach der Zeitkontrolle sah es nach einem baldigen Remis aus. Als ich nach einem längeren Spaziergang an der spanischen Mittelmeerküste dann wieder in einem Café auf die Stellung schaute, konnte ich es fast nicht glauben. Frederik hatte die Stellung leider falsch angepackt und verloren. Schaut man genauer hin, dann war es nach einer ungenauen Verteidigung nicht mehr so einfach und später wurde es komplett unübersichtlich und Frederik verlor irgendwann den Faden. Im Rückspiel gelang es Frederik gegen einen hervorragend vorbereiteten Gegner zwar einen Bauern zu erobern, aber es sprang kein ausreichender Vorteil dabei heraus. Frederik war raus.


Wie sollte Sindarov hier seinen Stellungsvorteil am besten weiter ausbauen? Der Maschinenraum gibt ein klares Votum ab, der Usbeke sah die Idee, war aber nicht überzeugt, wie er im Interview einen Tag später sagte.


Es kommt hier für Schwarz darauf an, einen möglichst überzeugenden Verteidigungsplan zu entwickeln


Das entstandene Endspiel war extrem schwierig zu spielen. An dieser Stelle im 53. Zug konnte sich Frederik vermutlich letztmals verteidigen. Was sollte er hier spielen.



Don lässt Chancen liegen

Während die erste Partie kaum Höhepunkte im Wettkampf von Alexander Dochenko mit dem vietnamesischen Großmeister Le Quang Liem (34) bot, kam es in der zweiten Partie gleich mehrfach zu Bewertungswechseln. Dabei zeigten beide Spieler Lücken bei ihrem Wissen über Turmendspiele, oder sie waren einfach erschöpft. Für Beobachter einige spannende Momente, um darüber nachzudenken, wie man eine gewonnene Partie am besten gewinnt.


Alexander Donchenko versuchte einiges in dieser als Remiswaffe für beide Seiten bekannten Variante. Wie sollte der Vietnamese hier mit Weiß am besten reagieren? Die Antworten zu diesem und den nächsten Diagrammen finden sich in der ausführlichen Partiekommentaren.


Hier war jetzt Schwarz am Zuge. Alexander sollte hier wie und warum fortsetzen? Diese Entscheidung war nicht einfach und der Don fand im 37. Zug mit 52 Sekunden nicht die richtige Zugfolge.


Hier war Le Quang Liem mit Weiß am Zuge. Er muss den e-Bauern decken, aber was ist besser? Von e2 oder d2 aus. Beides hat seine Vorteile (König verteidigt entweder den eigenen b-Bauern oder ist näher am potentiellen freien gegnerischen h-Bauern), aber einer zählt mehr. Welcher?


Hier war wieder Alexander Donchenko am Zuge und musste sich entscheiden, wohin sein eigener König ziehen soll. Nach d6 oder nach b6. Beides hat Vorteile und beide Züge verderben nichts, aber was ist die praktisch bessere Entscheidung?


Weiß droht einfach seinen b-Bauern auf den Weg zu schicken. Wie kann Schwarz den Bauern aufhalten? Zunächst agierte Alexander etwas unentschlossen und beide Spieler wiederholten die Züge, dann exekutierte Alexander die richtige Idee. Gutes Kalkulationstraining ist diese Stellung in jedem Fall. Eine kleine Nebenfrage dazu: Wie ginge es nach dem Königszug nach d5 weiter?


Entwickeln sie einen Gewinnplan für den Nachziehenden. Das ist kein Hexenwerk und ich war eigentlich sicher, dass zumindest Alexander jetzt sicher in die sechste Runde einziehen würde. Pustekuchen, leider.


Ich war nervös, denn Alexander zeigte erneut Unsicherheiten und wiederholte die Züge. Was allgemein als clevere Profistrategie gilt, ist es oft nicht und hier war der Grund mehr Unsicherheit. Schwarz kann hier seinen König nach e2 oder nach g2 ziehen. Was ist richtig?


Es bleibt zu hoffen, dass Alexander nicht zu sehr mit sich ins Gericht geht, denn ohne Schlaf beispielsweise sinken seine Chancen sicherlich. Letztlich haben beide Spieler in diesem Turmendspiel – überraschend für Großmeister – einige sehr schlechte Züge gespielt.

Was sonst noch los war

Vor allem der Schlusspunkt in der Partie von Levon Aronian (43) gegen den indischen Superstar Arjun Erigaisi war ein Highlight der klassischen Partien. Neben dem Inder schafften noch der Usbeke Nodirbek Yakuboev und der Chinese Wei Yi den Einzug in die sechste Runde, die das Viertelfinale ist. Die anderen Spieler müssen einen Tag später nachsitzen.


Ein schicker Schluss aus der Partie von Levon Aronian und Arjun Erigaisi, ebenfalls aus der zweiten Partie in Runde fünf brachte die Inder zum Jubeln. Warum war der letzte Zug von Weiß, der seinen Turm von d1 nach e1 zog, keine gute Idee?

Fotos: Eteri Kublashvili, Michał  Walusza (FIDE Chess). Der FIDE und ihren Fotografen sei auf diesem Wege ein Dank für tolle Fotos ausgesprochen. Die Berichterstattung über Schach gewinnt meines Erachtens durch tolle Fotos und eine große Vielfalt und deren Auswahl. Leider ist das Fotoangebot bei vielen Turnieren anderer Organisationen und Veranstalter meist noch nicht auf diesem qualitativen Niveau.

Michał Walusza bei Instagram.



Service-Hinweis

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Foto: Michał Walusza (FIDE Chess) Von Thorsten Cmiel Beide deutsche