Bei der Blitz-Weltmeisterschaft der Frauen in Doha, Katar, ging es nicht nur um diesen Titel, sondern auch um den achten Platz der Kandidatinnen. Und es war knapper als es am Ende aussah. Letztlich gewann sie ihren dritten Blitz-WM-Titel und spielt auf Zypern mit.
Von Thorsten Cmiel
Assaubayeva (21) gewann ihren bisher dritten Blitz-WM-Titel nach 2021 und 2022. In den K.o.-Runden setzte sich die Kasachin recht deutlich zunächst gegen die Chinesin Zhu Jiner und dann Anna Muzychuk durch. Diese hatte auf die Qualifikation für das Turnier der Kandidatinnen gehofft, musste aber auf Schützenhilfe von anderen Spielerinnen hoffen, denn der Abstand beider Spielerinnen war größer als 16 Punkte und daher reichte der Ukrainerin ein möglicher Sieg im Finale nicht.
Die größte Chance aus Sicht von Anna Muzychuk ergab sich in der letzten Runde des Vorturniers nach Schweizer System in der folgenden Stellung. Die Ex-Weltmeisterin Antoaneta Stefanova hatte selbst noch Qualifikationschancen für das K.o.-Finale, musste aber aus der folgenden Stellung gegen Assaubaeva einen vollen Punkt holen. Die Kasachin hatte einen halben Punkt Vorsprung vor mehreren Spielerinnen und musste „nur“ Remis erreichen, um sich weiter zu qualifizieren.
Beide Fotos (Lennart Ootes) stammen aus anderen Runden. Links Antoaneta Stefanova, Rechts zeigt Bibisara auf das hier von der weißen Dame besetzte Feld b7.
In dieser Stellung war die Bulgarin Stefanova dran und es war bisher alles sehr gut gelaufen. Die wesentlichen Faktoren sind ein ungelenk postierter Springer auf a4 und ein schwacher Bauer auf b7. Wie sollte Weiß hier am besten fortsetzen und einen gewinnbringenden Vorteil nachweisen?
Die Bulgarin verpasste in dieser Partie mehrfach ihre Chancen und musste letztlich beim Knockout-Finale zusehen.
Eigentlich schien die Russin Valentina Gunina sicher qualifiziert. Allerdings verlor sie ihre Letztrundenbegegnung ausgerechnet gegen die Ukrainerin Anna Muzychuk und schied aus. Es begann das große Rechnen, wer es über die Stichkampfregelung schaffen würde.
Halbfinals
Die Paarungen sahen Bibisara Assaubaeva zunächst gegen Zhu Jiner vor. Anna Muzychuk war Favoritin gegen die Niederländerin Eline Roebers. Das war eine erste wichtige Weichenstellung, denn Anna hätte durch einen Sieg gegen die Kazachin ihre eigenen Chancen für das Erreichen des Turniers der Kandidatinnen verbessern können. Bibisara gewann ihr Match deutlich und sicherte sich die erhoffte Qualifikation frühzeitig. Assaubaeva löste also das Ticket als 8. Kandidatin. Das zweite Halbfinale verlief spannender und wurde erst in der vierten Partie entschieden.
Finale
Die Entscheidung im Finale fiel erst in der vierten Partie des Wettkampfes.
Anfang Januar gab die FIDE neue Regeln für einen Qualifikationsweg für das Kandidatenturnier 2028 bekannt. Der Hauptunterschied ist, dass es offenbar nur noch einen Kandidaten via diesem Qualifikationspfad geben wird. Für das aktuelle Kandidatenturnier waren es zwei – jeweils für ein Jahr.
Von Thorsten Cmiel
Am Kandidatenturnier 2026 auf Zypern nehmen Fabiano Caruana (2024) und Praggnanandhaa (2025) teil. Beide qualifizierten sich via FIDE Circuit, was eine erfolgreiche Saison in einem dem Kandidatenturnier vorgelagerten Jahr markiert.
In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse der aktuellen Ergebnisse aus dem FIDE Circuit 2024 und 2025 zusammen gespielt worden. Sie zeigen, dass sich mit Fabiano Caruana und Praggnanandhaa die zwei besten Spieler nicht nur in ihren jeweiligen Jahren, sondern auch über den längeren Zeitraum qualifiziert haben. Betrachtet wurden die zehn besten Resultate im klassischen Schach.
Die Entscheidung für die Änderungen fiel im FIDE Council am 26. Dezember 2025. Aus den jüngsten Ausführungen der FIDE geht zwar nicht hervor, dass sich nur ein Spieler qualifiziert, aber für die zwei angekündigten neuen Qualifikationsplätze via Total-Weltmeisterschaft musste Platz geschaffen werden. Der Ratingplatz stand ohnehin zur Disposition nach eher absurden Qualifikationen von Firouzja (2024) und Nakamura (2026) und der jährliche FIDE-Circuit-Platz scheint die zweite Konzession zu sein. Das dürfte nicht jedem gefallen.
Künftig sollen bis zu zwölf Ergebnisse und davon maximal vier Turniere als Rapid- und Blitzturniere zählen. Auch die Berechnungsmethoden wurden leicht geändert und es bleibt dabei, dass die Spieler nicht nur geschlossene Turniere in der Wertung haben dürfen. Die neue Total-Weltmeisterschaft bekommt den Status eines klassischen Turniers zuerkannt.
Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai.
Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.
Eine Studie oder ein Teil davon Weiß ist am Zuge und gewinnt. Eine schicke Lösung steht an, die studienerfahrene Löser vermutlich einfacher finden.
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Nicht so schwierig. Schwarz ist am Zuge und gewinnt wie?
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Dieses Turmendspiel aus dem World-Cup 2025 geht ans Eingemachte. Wie sollte Schwarz sich verteidigen?
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Eine Studie bei der Weiß am Zuge ist. Kann Weiß gewinnen? Falls ja, wie?
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In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.
Hinweis
Die Partien können heruntergeladen werden, indem man auf den Downloadbutton unter Diagrammen klickt.
Am Ende lagen drei Frauen punktgleich vorne. In der elften Runden hatten sowohl die Chinesin Zhu Jiner als auch die Inderin Koneru Humpy wie Siegerinnen ausgesehen. Beide verspielten ihre Chancen und es freute sich die sprichwörtlich Dritte. Aleksandra Goryachkina, die als Russin unter neutraler Flagge antrat und den Stichkampf gewann.
Das chinesische Duell
Beginnen wir mit den entscheidenden Momenten, die zu den Stichkämpfen um den WM-Titel führten. In der chinesischen Paarung Zhu Jiner – Tan Zhongyi hatte Tan eine hoffnungslose Stellung mit viel Kreativität und Mut ausgeglichen, um dann erneut falsch abzubiegen. In dem folgenden Diagramm kam es zur letzten falschen Entscheidung.
Die Partie war nach anfänglichen Fehlern von Tan aus der Eröffnung heraus lange Zeit für Zhu Jiner glatt gewonnen gewesen, aber Tan verwickelte ihre Gegnerin in allerlei taktische Handgreiflichkeiten und hatte letztlich Erfolg mit ihrer Verwirrstrategie. Wie sollte Zhu Jiner hier mit Weiß auf das Schachgebot reagieren?
Das indische Duell
Als wäre es inszeniert. In der zweiten wegweisenden Paarung der elften Runde trat Humpy Koneru (38) gegen Savitha Shri (18) an. Und auch in dieser Paarung lag die Favoritin nach ausgeglichenem Verlauf lange Zeit vorne. Ungleichfarbige Läufer sind aber nicht nur in Partie mit schnellerer Bedenkzeit schwierig zu handhaben. So auch hier.
Auch in dieser Partie entschied der letzte Fehler über den Ausgang der Partie. Wie sollte Koneru Humpy hier mit den schwarzen Steinen am besten fortsetzen?
Stichkampf entscheidet
Die etwas absurde Regel besagte, dass nur zwei von drei Spielerinnen in den Stichkampf gehen und der zudem zwei schnelle Blitzpartien (3+2) vorsieht. Im World-Cup beispielsweise wurde die Bedenkzeit zumindest zunächst reduziert. Die unglücklichste Wertung hatte die Inderin Koneru Humpy, welche das gesamte Turnier mit vorne lag und dennoch eine schlechtere Wertung aufwies als ihre Konkurrentinnen. Sie musste letztlich zuschauen und sich diesmal mit dem dritten Platz zufrieden geben. Immerhin das Preisgeld wird geteilt.
Kandidatinnen-Rennen offen
Die eigentlich spannende Frage ist welche achte Spielerinnen es ins Kandidatenturnier schafft. Der letzte Tag lief insofern zugunsten der Kasachin Bibisara Assaubaeva, die zwar selbst keine Punkte beim Frauen-Event-Zyklus holte, aber von ihren relevanten Gegnerinnen holten nur Anna Muzychuk und Lei Tingjie jeweils zwei Punkte. Immerhin jetzt ist klar: Anna muss im Blitzen ins Finale kommen (32 Punkte) und Lei das Turnier (48 Punkte) sogar gewinnen, genau wie Harika. Die Chinesin Song Yuxin müsste ebenfalls das Finale erreichen, um an Bibisara vorbeizuziehen. Immer vorausgesetzt, dass die Kasachin selbst nicht punktet. Der kompletter Punktestand im Event-Zyklus.
Ich war mir sicher, dass Lei Tingjie den letzten Platz auf Zypern doch noch klarmachen würde. Hier war die Chinesin in der zehnten Runde mit Schwarz gegen Humpy Koneru am Zuge und war sich ein wenig mit der Stellung beschäftigt, der sieht keine aktiven Optionen für Weiß auf der c-Linie. Aber wie sollte Lei hier fortsetzen? Die Antwort und etwas mehr findet sich in der folgenden Analyse.
Relevanter Stand im Frauen-Events-Zyklus
Hinweis: Lei Tingjie und Anna Muzychuk konnten im Rapid jeweils nur zwei Punkte holen, was keinen großen Unterschied im Gesamtstand ergibt, aber die Wahrscheinlichkeit für eine Qualifikation der Kasachin erhöht.
Bei der Schnellschach-WM der Frauen spitzt sich die Situation im Kampf um einen Platz im Turnier der Kandidatinnen zu. Die Favoritin für einen Qualifikationsplatz, die Kasachin Assaubaeva, scheint keine Punkte mitzunehmen und mehrere Verfolgerinnen können aufholen.
Chance des Tages
In der offenen Klasse remisierte Magnus Carlsen zunächst gegen den Franzosen Maxime Vachier-Lagrave, der in der folgenden Stellung eine gute Chance hatte. Welchen Zug sollte er hier, vermutlich auf Verdacht und Stellung folgen lassen.
Partie des Tages
Spieler des Tages
Vladislav Artemiev begann den zweiten Tag mit zwei Siegen gegen Arjun Erigaisi und Magnus Carlsen. Er ist damit der zu schlagende Spieler in den anstehenden Finalrunden. Seine Spezialität in diesem Turnier scheint es zu sein, seine Gegner durch horrende eigene Zeitnot zu mangelnder Vorsicht zu verleiten.
In dieser Stellung zog Artemiev seinen e-Bauern ein Feld nach vorne, vermutlich um das Remis zu forcieren. Was war seine Idee nach dem Zurückschlagen? Magnus wollte es offenbar nicht kam aber vom Regen in die sprichwörtliche Traufe.
Mit großer Wahrscheinlichkeit ist der nächste Schnellschachweltmeister unter den ersten Sechs im aktuellen Klassement zu finden. Die größte Überraschung im Feld der Führenden ist bisher der erst 14-jährige Türke Yagiz Kaan Erdogmus aus Bursa. Fans freuen sich schon auf die Begegnung des US-Amerikaners Hans Niemann mit Magnus Carlsen in einer der nächsten Runden.
Foto Lennart Ootes (FIDE Chess). Nihal Sarin – Erdogmus (Weiß)Foto Lennart Ootes (FIDE Chess)
Frauenturnier: Indien und China vorne
Das Turnier der Frauen führen die Titelverteidigerin Humpy Koneru und die Chinesin Zhu Jiner. Beide Frauen spielen in der neunten Runde gegeneinander und einige Paarungen mit den Verfolgerinnen stehen in den verbliebenen drei Runden noch an. Dabei spielt vor allem der Kampf um den achten Qualifikationsplatz im Turnier der Kandidatinnen eine entscheidende Rolle. Die Siegerin im Schnellschachturnier bekommt 84 Punkte. Ein geteilter erster Platz bringt einigen Zuwachs.
Die beiden führenden Spielerinnen sind beide bereits für das Turnier der Kandidatinnen qualifiziert. Einen halben Punkt zurück erscheint ein alleiniger Sieg einer Außenseiterin unwahrscheinlich. Daher konzentrieren wir uns auf die anderen Spielerinnen mit sechs Punkten, die gegenüber Bibisara Assaubaeva (wie Ju Wenjun nur 4.5 Punkte) aufholen könnten. Die zwei Russinnen Goryachkina und Lagno sind ebenfalls qualifiziert und damit irrelevant für diese Überlegungen: Lei Tingjie (62.00) hat aktuell die besten Chancen näher an die Kasachin (99.40) zu rücken als Harika Dronavalli (58.50), die in einem Turnier (Blitz oder Rapid) einen halben Punkt besser abschneiden muss als die Chinesin. Momentan ist es wahrscheinlich, dass über den Qualifikationsplatz erst im Blitzturnier entschieden wird. Ein geteilter erster Platz wäre ein wichtiger Schritt für die Chinesin oder die Inderin. Beide Spielerinnen haben noch keine einzige Partie verloren und könnten in einer der Schlussrunden gegeneinander spielen.
Fotos: Lennart Ootes und Anna Shtourman (FIDE Chess).
In Katar finden die Speedmeisterschaften im Schach 2025 statt. Den Anfang macht das Schnellschach. In der offenen Klasse werden 13 Runden und bei den Frauen elf Runden an drei Tagen gespielt. Bei den Frauen geht es sogar um einen Platz im Turnier der Kandidatinnen.
Von Thorsten Cmiel, Patagonien.
In der offenen Klasse ist Magnus Carlsen einmal mehr der Favorit. Im Vorjahr hatte er nach enttäuschendem Start einen Skandal um seine Jeans vom Zaun gebrochen und war ausgestiegen. Inzwischen sind Jeans ohne Löcher ein akzeptables Kleidungsstück.
Weltmeister und damit Titelverteidiger wurde allerdings ein anderer und der ist genauso wie insgesamt fast 250 Teilnehmer ebenfalls dabei. Überraschenderweise spielen diesmal nur vier deutsche Spieler mit. Neben Vincent Keymer, Rasmus Svane und Alexander Donchenko fehlen Frederik Svane und Matthias Bluebaum von den deutschen Top-Spielern. Vielleicht ist das ein erster Hinweis auf die Teambildung für das Kandidatenturnier auf Zypern in vier Monaten.
Bei den Frauen sind 141 Teilnehmerinnen im Schnellschach gemeldet. Keine deutsche Spielerin traut sich bei den schnelleren Bedenkzeiten mitzuspielen. Vielleicht wollten die deutschen Frauen auch einfach mal in Ruhe Weihnachten feiern. Titelverteidigerin ist Koneru Humpy aus Indien.
Der aktuelle Stand beim letzten Qualifikationsplatz sieht im Frauen-Circuit so aus. Die erste Spielerin, die noch nicht qualifiziert ist für das Turnier der Kandidatinnen auf Zypern ist die Kasachin Bibisara Assaubayeva. Zur Einordnung: Ein erster Platz bei der Schnellschach-WM der Frauen brachte der Siegerin 84 Punkte. Die Siegerin im Blitz, Ju Wenjun, erhielt 48 Punkte. Das ist auch diesmal so. Die ersten acht Spielerinnen erhalten Punkte.
Stand vor Schnellschach-WM FIDE-Events 2024/25
Punktevergabe Fide-Events
Letztlich kann sich sogar eine Spielerin, die noch gar nicht in Erscheinung getreten ist bis dahin in der Saison. Allerdings ist dafür ein Sieg im Schnellschach zwingend. Bei den Frauen wurden am ersten Tag vier Runden und in der offenen Klasse fünf Runden gespielt. Der Titelverteidiger Volodar Murzin (2 aus 5) und der deutsche Topspieler Vincent Keymer (2.5) kamen nicht gut aus den Startblöcken. Vincent stellte in der fünften Runde recht grob einen Springer ein, weil er eine einfache Gabel seines Gegners übersah.
In dieser Stellungf spielte Vincent nach fünf Minuten den überraschenden Damenzug nach e2.
Der Inder Praggnanandhaa hat nicht nur im Turnierschach als auch im Schnellschach ein Problem mit dem Einteilen seiner Bedenkzeit. Die obige Stellung ist auf dem Brett entschieden und der Inder verlor diese Gewinnstellung sogar noch. Wie sollte er hier fortsetzen? Was sollte er vermeiden? Manches kann man im Schach nicht erklären. Jedenfalls ist auffällig, dass Pragg bis Zypern noch ein ernstes Problem lösen muss. Sandipan Chanda ist ein 42-jähriger Schachgroßmeister und einer der Coaches von WACA, der Westbridge Anand Chess Academy. Hier verliert also der Schüler gegen einen seiner Trainer. Hoffen wir für den jüngeren Inder, dass er daraus seine Lehren zieht.
Die Paarungen für die sechste Runden sind bereits kurz nach Spielschluss bekannt. Die Paarungen an den ersten zehn Brettern sind sicher noch nicht aussagekräftig, aber geben einen ersten Hinweis wer am Ende vorne landen könnte.
Der argentinische Goldjunge, Faustino Oro, hatte schon zu Beginn einige schwergewichtige Gegner und verlor seine beiden Schwarzpartien gegen Wesley So und Levon Aronian nach hartem Kampf. Vorher hatte er bereits gegen Shakhriyar Mamedyrov und Leinier Dominguez Perez remisiert. Die Fehlerquote war gegen Ende des Tages etwas hoch, aber die argentinischen Fans können mit dem Ergebnis ihres Hoffnungsträgers am ersten Tag zufrieden sein. Gegen Levon entschieden einige grobe Fehler und ein Hin- und Her die Partie. In der ersten Runde hatte der junge Argentinier noch eine im höheren Sinne gewonnene, aber komplexe Stellung unentschieden gegeben.
Immer wieder war der Dresscode ein Thema. Verboten sind aber weder nationale Trachten noch Körperschmuck. Wie immer wurden die Fotografen schnell fündig.
Bei den Frauen ergibt sich die Spannung aus dem noch offenen Platz im Turnier der Kandidatinnen auf Zypern Ende März 2026. Harika Dronavalli liegt bisher aussichtsreichsten, aber der Kampf dürfte spannend werden. Nicht unterschätzen sollte man neben der Kazachin Assaubaeva die Chinesin Yuxin Song, die etwas besser als ihre Landsfrau Lei Tingjie positioniert ist.
Die Inderin Vaishali hatte in der dritten Runde mit Tan Zhongyi eine der Mitfavoritinnen geschlagen und sie hatte mit drei Punkten aus drei Partien einen sehr guten Start erwischt. Gegen die Ukrainerin und Ex-Weltmeisterin Mariya Muzychuk hatte Vaishali eine Gewinnstellung und patzte sogar noch gröber als ihr Bruder eine Runde später.
In dieser Stellung war Vaishali mit Weiß am Zuge und griff den Bauern auf a5 sofort ab. Was ist falsch an dem Zug? Mir zu einfach und ich löse nicht aus wie die Ukrainerin danach fortsetzte. Manche Fehler sind überraschend und weit unter dem Spielniveau, das man erwarten darf. Auf der anderen Seite gehören Fehler eindeutig zum Spiel dazu.
Die Ergebnisse können am besten bei Chess-Results abgerufen werden. Wer lieber die offizielle Seite des Veranstalters nutzt, der wir hier fündig. Die besten Live-Übertragungen liefern in der Regel die FIDE selbst mit Peter Leko und Jovanka Houska auf Youtube. Oder beim Meister direkt – Chessbase India mit einem „leichten“ indischen Bias.
Fotos: Lennart Ootes und Anna Shtourman (FIDE Chess).
Foto: Michal Walusza (FIDE Chess). Das Foto zeigt Aydin Suleymanli beim World Cup in Goa 2025.
Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.
Die heutigen Aufgaben stammen aus der Begegnung zweier Junggroßmeister. Mit Weiß spielte der aserbaidschanische Großmeister Aydin Suleymanli (Jahrgang 2005), der wie ein anderer starker Großmeister der Schachgeschichte aus Baku stammt. Sein Gegner ist der US-Großmeister Mishra Abhimanyu (Jahrgang 2009).
Wie sollte Weiß hier fortsetzen, um das Remis zu sichern?
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Der einfachste Weg zum Remis bestand im Tausch von weißem g- und schwarzem b-Bauern. Das erreicht man an dieser Stelle am besten durch Vorziehen des eigenen g-Bauern.
Der letzte Zug des Weißspielers war nicht sehr glücklich und jetzt ist Schwarz dran. Wie sollte er hier fortsetzen, um ein Chance auf einen vollen Punkt zu behalten?
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Schwarz kann hier seinen b-Bauern vorziehen und dadurch einen eigenen Freibauern schaffen. So passierte es auch in der Partie.
Erneut ist hier Weiß am Zuge. Wie sollte er fortsetzen?
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Es war fast tragisch im Verlauf. erneut sollte Weiß seinen g-Bauern losschicken. Hier war das sogar der einzige Zug, um die Stellung im Gleichgewicht zu halten.
Erneut war hier Schwarz am Zuge. Wie konnte er hier den vollen Punkt holen?
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In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.
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Die Partien können heruntergeladen werden, indem man auf den Downloadbutton unter Diagrammen klickt.
Das Foto zeigt Ediz Gurel (TUR) in Goa 2025 von: Michal Walusza (FIDE Chess).
Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.
Kann Weiß sich in diesem Turmendspiel noch verteidigen? Falls ja, wie?
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Ein weiteres Turmendspiel. Gibt es hier noch eine Verteidigung für Weiß, der am Zuge ist?
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In dieser Studie wird ein weißer Gewinn gesucht. Attacke – Riposte und zwar mehrfach sind gefragt.
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Mit seinem letzten Zug – der Läufer zog von c1 nach b2 scheint der Weiße die Oberhand gewonnen zu haben. Wer hat hier für Schwarz noch eine Idee?
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In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.
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Foto: Eteri Kublashvili (FIDE Chess) World Cup, Goa 2025.
Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.
Beginnen wir die Aufgaben mit einem recht einfachen Bauernendspiel. Kann Weiß hier mehr als Ausgleich herausholen?
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Weiß ist dran und sollte hier wie fortsetzen? Ein Großmeister tat sich hier schwer. Die Aufgabe ist trotzdem eher als leicht zu bezeichnen.
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Faustino Oro, 12 Jahre alt, ist das vielleicht größte südamerikanische Talent aller Zeiten. Hier ist der junge Argentinier bei der argentinischen Landesmeisterschaft 2025 mit Weiß am Zug und sollte wie fortsetzen? Letztlich ging Faustino nach furiosem Start in das Turnier etwas die Puste aus und er erreichte die gewünschte Großmeisternorm nicht.
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Weiß steht offensichtlich gut. Wie sollte er hier fortsetzen? Beginnen Sie mit Kandidatenzügen und dann ist es einfach zu entscheiden. Oder?
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In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.
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Der indische Superstar Praggnanandhaa, kurz Pragg, spielt aktuell in London ein Open-Turnier, um seinen Platz als Kandidat im nächsten Jahr abzusichern. In der ersten Runde spielte er gegen den 16-jährigen FIDE-Meister Stanley Badacsonyi aus England. Es kam im einsetzenden Endspiel zu größeren Verwicklungen, die der Inder letztlich besser meisterte.
Von Thorsten Cmiel
450 Elo-Punkte Unterschied sind im Turnierschach eine schier unüberbrückbare Hürde. Und normalerweise bekommt ein auf dem Papier derart unterlegener Gegner keine Chance. In der Turnierpraxis und insbesondere in Erstrunden von Open-Turnieren kommt es dann doch immer wieder zu der einen oder anderen Überraschung. Wir schauen uns die spannende Spielphase beim London Chess Classics an. Pragg wäre im gleichzeitig stattfindenden Eliteturnier der Favorit, er benötigt aber noch ein verwertbares Ergebnis aus einem offenen Turnier mit mindestens 50 Teilnehmern, um seine Führung im FIDE Circuit 2025 zu sichern.
Wir sehen eine spannende Endspielphase, die deutlich durch Taktik und Aktivität der Figuren bestimmt wird. Zunächst sind die Damen noch auf dem Brett, aber Pragg musste dem Tausch ohnehin zustimmen. Danach blieb die Sicherheit des schwarzen Königs trotz reduzierten Materials der bestimmende Faktor. Einige Momente seien als Fragen genauer beleuchtet.
Ein Befund lautet sicherlich: Die Königsstellung des Schwarzen sieht gefährdeter aus. Auf der Habenseite ist der schwarze c-Bauer nicht ungefährlich. Aktuell droht Weiß zudem seinen h-Bauern ein Feld nach vorne zu schieben. Was sollte Pragg mit Schwarz hier spielen und wie ist die Stellung überhaupt einzuschätzen?
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Die Stellung ist noch im Gleichgewicht. Schwarz sollte entweder seinen Turm zurück ziehen, um die siebte Reihe zu verteidigen oder zunächst die Damen tauschen. Das kam aber für den Inder vermutlich nicht in Betracht und die Partie ging erstmal weiter und später tauschte Pragg dann doch die Damen.
Mit seinem letzten Zug hatte Pragg den gegnerischen Läufer auf e3 attackiert und den Weg für den c-Bauern frei gemacht. Wie sollte Stanley hier fortsetzen? Er hat hier eigentlich eine Art Fifty-Fifty-Situation.
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Die Frage ist eigentlich nur eine Fangfrage. Mit etwas Zeit und Logik ist eindeutig der Läuferzug nach g1 richtig. Das liegt als einfaches Entscheidungskriterium daran, dass Weiß nach der naheliegenden Antwort mit dem Vorrücken des e-Bauern vor eine weitere Entscheidung gestellt wird. Diese betrachten wir einen Moment später.
Eine nette komplexe Kalkulationsaufgabe aus einer Eventualvariante. Schwarz kann hier zwei logische Züge folgen lassen: Entweder zieht Schwarz hier seinen e-Bauern ein Feld vor oder er lässt seinen c-Bauern direkt laufen. Eine gute Übung, um einige Berechnung anzustellen und anschließend die Ausgangsstellung zu beurteilen. In der später folgenden Analyse finden sich einige Varianten zum Abgleich.
Stanley hatte seinen Läufer nicht direkt nach g1 gezogen und stand nun vor der Frage, wie er mit der neuen Situation umgehen soll. Entweder er zieht jetzt mit dem Läufer doch nach g1 oder er nimmt den Bauern auf e5 und greift danach mit dem Springer und Turm an. Was ist richtig?
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In der deutschen Sprache gibt es das recht banale Sprichwort: „Wer A sagt, muss auch B sagen.“ Es ist natürlich keineswegs eine gute Empfehlung im Turnierschach allgemeinen Weisheiten zu folgen, aber hier war es richtig. Der verzögerte Läuferzug nach g1 kostet wichtige Zeit. Es war daher richtig mit dem Schlagen auf e5 keine zusätzliche Zeit mehr zu verlieren und mit dem Springer via e6 schnellstmöglich aktiv zu werden. Das reichte noch zum Ausgleich.
Schade. Ein spannender Fight, der beiden Spielern unterschiedliche Aufgaben zur Nachbereitung aufgibt: Der Engländer spielte im entscheidenden Moment zu schnell und unterschätzte, nach großem Kampf vorher, vermutlich seine Chancen. Allerdings dürften beide Spieler kurz vor dem Kontrollzug keine genaue Einschätzung der Lage auf dem Brett gehabt haben.