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Auf dem Kongress des deutschen Schachbundes in Paderborn ging es nach zwei Jahren der finanziellen Konsolidierung wieder einmal hoch her. Im Gespräch ordnet Michael Sebastian Langer, Multifunktionär aus Niedersachsen, das Geschehen ein, erklärt wie die Wahlen abliefen und die Ergebnisse einzuordnen sind. Langer blickt verhalten optimistisch in die Zukunft und hofft auf neue Impulse für das organisierte deutsche Schach. Ein Gespräch.

Von Thorsten Cmiel

Zusammenfassung

Michael Sebastian Langer (aka MSL) ist Präsident des Niedersächsischen Schachverbandes und Vizepräsident des Landessportbundes Niedersachsens mit eigenem Wikipedia-Eintrag. Zu den früheren Funktionen Langers gehört die als Schatzmeister und Vizepräsident im Deutschen Schachbund. Das Gespräch dreht sich zunächst um die kürzlich stattgefundenen Wahlen beim Bundeskongress des Deutschen Schachbundes (DSB). Im zweiten Teil äußert sich Langer, ganz der Haushälter, über die finanzielle Strukturierung von Veranstaltungen, den geplanten Gipfel in Dresden und eine Jubiläumsveranstaltung. Aus Langers Sicht herrscht Unsicherheit über die Effektivität der Kommunikation der Pläne und ob die Ziele klar verstanden wurden. Langer erwartet, dass der neue Vizepräsident Finanzen durch kreative Ansätze und Führung die Entwicklung im Deutschen Schachbund positiv beeinflussen kann.

Wer bist du?

MSL: Michael Sebastian Langer, Präsident des Niedersächsischen Schachverbandes. Seit sechseinhalb Jahren bin ich Vizepräsident des Landessportbundes Niedersachsens. Zudem bin ich im Rundfunkrat des Norddeutschen Rundfunks. Und noch ein paar Sachen mehr.

Du warst ebenfalls mal in der Funktion als Finanzchef aktiv beim Deutschen Schachbund. Hieß das damals bereits Vizepräsident?

MSL: 2003 bis 2009 war ich Schatzmeister, dann wurde es umbenannt. Dann hieß es die nächsten sechs Jahre Vizepräsident für Finanzen, und von 2011 bis 2015 war ich zusätzlich stellvertretender Präsident.

Stellvertretender Präsident. War das eine „geborene“ Funktion?

MSL: Nein, das passierte in einem jeweils nachgelagerten Wahlgang.

Ende Mai fand der Bundeskongress des Deutschen Schachbundes statt und da gab es Wahlen. Wie läuft die Wahl eines Präsidenten ab? Worum geht es dabei?

MSL: Im Idealfall geben diejenigen, die Präsident oder Präsidentin werden wollen, das im Vorfeld bekannt, kandidieren also öffentlich. Dann sind die Wahlvorschläge zu einem bestimmten Zeitpunkt der Tagesordnung dran. Die Präsidentschaft wird zuerst entschieden und es wird grundsätzlich geheim gewählt, selbst bei nur einem Kandidaten. Bei zwei Kandidaten ist dies selbstredend. Dann stellen sich die Kandidaten noch mal kurz vor. Sie erläutern dem Kongress in knapp fünf Minuten, warum sie die jeweils richtige Person sind. Das war auch diesmal der festgelegte Modus. Beide bekamen zudem die Möglichkeit, drei Fragen aus dem Plenum zu beantworten.

Angetreten sind als Amtsinhaberin Ingrid Lauterbach und als Herausforderer Paul Meyer-Dunker aus Berlin. Beide hatten sich vorher bereits mit Antworten von Fragen im „Schachkicker“ kurz vorgestellt. Gab es überhaupt Fragen?

MSL: Es gab klassische Fragen aus dem Plenum. Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Wie geht man mit bestimmten politischen Entwicklungen um? Die Fragen brachten für mich keine zusätzliche Erkenntnis. Sie sind aber eine Gelegenheit für die Kandidaten. Ich glaube, dass die allermeisten im Raum aufgrund von Erkenntnissen gewählt haben, die sie im Vorfeld erzielen konnten.

Unabhängig von der Frage, wen ihr gewählt habt, hattet ihr im Schachverband Niedersachsen irgendeine Absprache? Wie viele Delegierte aus Niedersachsen waren dabei?

MSL: Wir haben insgesamt 13 Stimmen, die haben wir auf vier Delegierte verteilt und wir waren zur Vorbereitung des Gesamtkongresses abgestimmt, also sowohl was die Personalien angeht, aber auch bezogen auf die Inhalte. Dafür haben wir zwei ausführliche vorbereitende Sitzungen gehabt, in denen wir die Themen durchgegangen sind, haben uns auf Meinungsbilder und gemeinsame Vorgehen verständigt. Aber wir sind auch demokratisch in letzter Konsequenz, gerade bei geheimen Wahlen, diese sind natürlich freigegeben. Am Ende konnten sich unsere Leute also frei entscheiden. Ich glaube aber, dass sie sich an der Linie entlang verhalten haben, die wir vorher festgelegt hatten.

Zur Präsidentenwahl. Es gab Störgeräusche, direkt am Anfang des Kongresses wurde eine persönliche Erklärung des ehemaligen Vizepräsidenten Verbandsentwicklung verlesen, die zu Reaktionen führte. Es kam heraus, dass die Zusammenarbeit im Präsidium nicht so funktionierte, wie man erwarten sollte. Wie ist deine Einschätzung?

MSL: Nach der Art und Weise, wie diese persönliche Erklärung abgewickelt wurde, hat eine Diskussion darüber kaum stattgefunden. Das ist vielleicht bedauerlich. Zum Vorgang selbst: Wenn ich eine inhaltliche Kritik habe, dann bewege ich meinen Hintern nach Paderborn, trage vor, was ich zu sagen habe und setze mich der Diskussion aus. Ein solches Vorgehen, dass es einen Brief gibt, der dann vorgelesen wurde, habe ich so noch nie erlebt. Die Inhalte deuten darauf hin, dass es zwischen Guido und insbesondere Ingrid alles andere als spannungsfrei zuging. Ich glaube, dass diese Botschaft die wenigsten Delegierten erreicht hat, sondern dass die Leute eher über das Verfahren und den gewählten Weg irritiert waren. Ich selbst nehme diesen Teil des Kongresses verständnislos zur Kenntnis. Hätte man mich gefragt, ob ich diese Erklärung vorlese, hätte ich gesagt: Das tue ich mir nicht an.

Es folgte die Vorstellungsrunde. Dann gab es die Abstimmung, die sehr knapp mit 116 zu 103 für Ingrid Lauterbach ausging. Wie ist das Ergebnis zu interpretieren?

MSL: Wir Niedersachsen können mit dem Ergebnis natürlich leben und umgehen. Wir hätten mit Paul zusammengearbeitet und wir arbeiten auch mit Ingrid zusammen. Sachlich, kritisch, konstruktiv. Ich selber bin in letzter Konsequenz sogar ein bisschen überrascht, dass Ingrid gewonnen hat. Das war nicht wirklich klar. Wenn man zwischendurch immer wieder den Flurfunk hörte, gab es tatsächlich Peaks in die eine oder andere Richtung. Ich selbst habe mich im Vorfeld immer zurückhaltend geäußert und gesagt: Wahlen werden am Freitagabend gewonnen. Und das hat auch in diesem Fall meines Erachtens so stattgefunden.

Was passiert an einem Freitagabend vor so einem Bundeskongress?

MSL: Der Freitagabend und Vorabend eines Kongresses ist ein klassischer Begriff und da wird unfassbar viel bilateral gearbeitet und im Lager der Unsicheren eingesammelt. Das ist der Plan beider Kandidaten und letztendlich aller Kandidaten, die es zur Präsidentschaftswahl bisher gegeben hat. Der Freitag ist prinzipiell nicht geselliges Beisammensein, sondern für die, die was wollen, harte Arbeit.

Mit der Wahl der Präsidentin ist es nicht getan. Es gab noch andere Ämter zu besetzen.Was ist sonst noch passiert?

MSL: Zunächst zur Personalie Vizepräsident Sport.Bei Jürgen Klüners, ebenfalls Amtsinhaber, war das Ergebnis mit 124 zu 95 Stimmen gegen den auf Bundesebene weitgehend unbekannten Carlos Hauser sehr respektabel für den Herausforderer.

Hatten die beiden noch eine Rede gehalten? Und dann Nachfragen beantwortet?

MSL: Ja, tatsächlich. Die Zeitabläufe waren gestraffter und erlaubten nicht mehr die Ausführlichkeit wie bei der Präsidentschaftswahl.

Wie verlief die Wahl des Vizepräsident Finanzen?

MSL: Die Wahl von Alexander von Gleich erfolgte mit einem sehr deutlichen Ergebnis von 225-Ja-Stimmen ohne Gegenstimme.

Danach folgte die Wahl eines neuen Kandidaten Vizepräsidenten Verbandsentwicklung.

MSL: Jannik Kiesel ist bei der Schachjugend stellvertretender Vorsitzender und kommt aus Bad Kissingen, also aus dem Bayerischen Schachbund. Und da ist allen Beobachtern und auch mir aufgefallen, dass er quasi einstimmig gegen Bayern gewählt wurde, mit 165 zu 46 Stimmen.

Er kommt aus Bayern, aber wird von den Bayern nicht unterstützt?

MSL: Genau, Bayern hat komplett gegen ihn gestimmt.

Das war also keine geheime Wahl?

MSL: Die Wahlen sowohl von Alexander als auch Jannik waren offen, weil es keine Gegenkandidaten und auch keinen Antrag auf geheime Wahl aus dem Plenum gab.

Kann Jannik stellvertretender Vorsitzender bei der DSJ bleiben?

MSL: Er selbst hat gesagt, er macht noch die Jugendmeisterschaften in Willingen und tritt dann zurück.

In der Vergangenheit gab es finanzielle Konflikte mit der DSJ. Hat man zu diesem Thema noch etwas gehört?

MSL: Es wurde besprochen, dass es immer noch die Rückforderungsdebatte gibt und die wurde erneut emotional angerissen. Am Samstagabend endete das mit dem Wunsch, dass es vom Tisch kommen sollte. Das war ein Antrag von Andreas Jagodzinsky aus NRW und der führte zu kontroversen Debatten. Ich selber habe mir einen Lösungsvorschlag bis zum nächsten Hauptausschuss gewünscht.

Kommen wir noch einmal zurück zu den Wahlen. Es gab eine weitere Personalentscheidung im Präsidium, die mehr etwas für Feinschmecker ist. Die Wahl des Stellvertreters.

MSL: Diese verlief in der Tat etwas ungewöhnlich. In einem zweiten Wahlgang wird der Stellvertreter des Präsidenten gewählt. Das hat satzungsrechtliche Gründe. Bei mir und in der Vergangenheit hatte man meistens folgende Situation: Der frisch gewählte Präsident schlägt, nachdem er sich mit dem Rest des Präsidiums abgestimmt hat, seinen Stellvertreter vor. In diesem Fall hat Ingrid Jürgen als ihren Stellvertreter vorgeschlagen und aus dem Publikum, ich glaube es war Paul, wurde Alexander von Gleich ins Rennen geschickt. Das war die erste Kampfkandidatur um das Amt des stellvertretenden Präsidenten, die ich erlebt habe. Alexander hat deutlich mit 138 zu 67 gewonnen.

Normalerweise würde man erwarten, dass ein Gegenkandidat vorher abwinkt. Hat Alexander von Gleich sich dazu geäußert?

MSL: Also wie gesagt, in einer normalen Welt hätte es diesen zweiten Vorschlag gar nicht gegeben. Vielleicht kam die Wahl für das Präsidium überraschend. Es kam jedenfalls zu einer Kampfabstimmung und der Vorschlag der Präsidentin hat sehr glatt verloren. Dann musste Jürgen Klüners ein drittes Mal antreten. Das ist eine Besonderheit des Deutschen Schachbundes, der möchte drei Vertreter, die laut Satzung BGB-Vollmacht haben: der Präsident, also hier die Präsidentin, der Stellvertreter des Präsidenten und der Finanzchef. Wenn wie hier der Finanzchef quasi die stellvertretende Rolle kriegt, dann muss ein weiteres Mitglied aus dem Präsidium gewählt werden. Also musste Jürgen erneut gegen Jannik Kiesel ran. Als Ergebnis dieser überraschenden Abstimmungen kann man sagen, dass beim Deutschen Schachbund zukünftig die Macht mit Alexander von Gleich ist.

Die Präsidentin hat sich eine Blöße gegeben, weil sie offensichtlich das Geschehen auf dem Kongress nicht einschätzen kann. Das erinnert an den Vorschlag einer nicht gelungenen Ehrung des letzten Kongresses, die keine Mehrheit fand…

MSL: Ich würde das Ganze auch als Fauxpas bewerten. Das kann man mit den Zahlen der Wahl zum Präsidium unterfüttern. Wahlen funktionieren in Gremien anders als „Jürgen ist mein Stellvertreter, weil ich das will.“ Das muss ich vorher intern abklären.

Die Präsidentin wollte einen neuen Vizepräsidenten für Digitales und Sicherheit schaffen. Woran ist das gescheitert?

MSL: Die Hürde für das Einführen eines neuen Postens im Präsidium ist eine Zweidrittel-Mehrheit und die wurde knapp verpasst. Für solch eine weitreichend Änderung muss man vermutlich vorher eine Ochsentour bei den Landesverbänden auf sich nehmen und das eigene Vorhaben erklären – das ist aber inzwischen aus der Mode. Ich persönlich denke, dass wir keinen neuen Vizepräsidenten, aber einen Verantwortlichen im Hauptamt für dieses eminent wichtige Thema benötigen.

Es gab noch eine Überraschung im Leistungssport. Der letzte Referent, Gerald Hertneck, ist nicht mehr angetreten. Im Leistungssport gibt es ohnehin viele Köche: Wir haben einen Vizepräsidenten Sport, den erwähnten Referenten, einen Sportdirektor, einen Bundestrainer und wir haben Aktivensprecher.

MSL: Da ist in der Tat viel durcheinander. Diese Struktur der Verantwortlichen ist historisch gewachsen durch neue Ämter, die über die Jahre hinzukamen. Der neue Referent ist Carlos Hauser, der als Bewerber zum Vizepräsidenten Sport ein achtbares Ergebnis gegen Jürgen Klüners erzielte. Als Belohnung gab es eine einstimmige Wahl zum Referenten.

Der DSB fand bei den Wahlen keinen Seniorenreferenten. Der vorgeschlagene Kandidat war im Vorfeld vermutlich nicht mehrheitsfähig. Hätte man nicht erwarten können, dass die Präsidentin für dieses wichtige Amt jemanden vorschlägt, der wahrscheinlich eine Mehrheit findet?

MSL: Es war vor einem halben Jahr bereits klar, dass der zunächst einzige Kandidat keine Mehrheit finden würde. Bei einer so früh absehbaren Vakanz hätte man sich um einen eigenen Kandidaten kümmern müssen. Ohne Etat ist das natürlich nicht einfach. Inhaltlich sehe ich eine Krise bei den Senioren. In den nächsten Jahren wird sich die Erwartungshaltung verändern und dafür benötigt man perspektivisch frisches Personal und neue Ideen. Ich glaube die Boomer, also unsere Generation, stellen andere Ansprüche. In jedem Fall ist es besorgniserregend, dass wir zunächst keinen Verantwortlichen für diese große Zahl an Mitgliedern im DSB gefunden hatten. Inzwischen gibt es einen kommissarisch eingesetzten Seniorenreferenten. Dem ist ein Etat und viel Erfolg zu wünschen.

Zum geplanten Schachgipfel. Dieser soll 2026 in Dresden stattfinden. Das hört sich gut an.

MSL: In der Tat. Bei der Diskussion zum geplanten Gipfel war ich als einziger Kritiker aufgestanden. Aber ich bin nicht gegen einen Gipfel, sondern gegen die Art seiner Abbildung im Haushalt. Es ist keine zwei Jahre her, da mussten wir nach dramatischen Reden den Beitrag erst um drei und dann um einen weiteren Euro erhöhen. Dann haben wir einen Jahresabschluss 2024, der deutlich besser ist als was geplant war. Gut so. Wir haben deutlich mehr Geld in der Kasse. In den Haushalten 2026 und 2027 sind die Sonderveranstaltungen des DSB eingeplant, 2026 der Gipfel in Dresden, 2027 die Veranstaltung zum Jubiläum. Wir haben den Beitrag erhört, um die Liquiditätsrücklage zu stärken. Und jetzt sind diese zusätzlichen Gelder 2026 und 2027 quasi die Finanzierung der Sonderveranstaltung Gipfel in Dresden und der Jubiläumsveranstaltungen in 2027.

Um wie viel Geld geht es?

MSL: Insgesamt sind es 200.000 in 2026, 160 bis 170.000 in 2027. Klare Entnahmen aus dem eigenen Haushalt. Mit der Aussage, dass diese Veranstaltung im Fokus steht, geht das vor einer weiteren Stärkung der Liquidität. Das erfolgt verbunden mit der Aussage: Wir versuchen externe Einnahmen zu generieren. Aber im Worst-Case-Szenario sind wir bereit, das selber zu bezahlen. Das heißt, wir haben den Gipfel, wir haben die Jubiläumsveranstaltung und wir bezahlen sie im Zweifelsfall aus eigenen Mitteln, ohne den Ursprungsbeschluss, Stärkung der Liquidität im Fokus zu lassen.

Das klingt immer noch ein wenig verärgert.

MSL: Vor anderthalb Jahren war man gefühlt noch pleite. Ich bin an dieser Stelle tatsächlich fast ein bisschen verzweifelt. Viele scheinen gedacht zu haben, was will der alte Mann mit der Glatze von mir? Der Finanzvize Alexander von Gleich hat das Thema geschickt unkommentiert stehen lassen, da er die Stimmung auf dem Kongress richtig eingeschätzt hat. Fakt ist, dass am Schluss die Beschlussvorlage, wie sie war, einfach durchgegangen ist. Nach dem Motto: Passt schon. In unserem Bericht zum Kongress schreiben wir zusammengefasst: Gelder wurden eingesetzt, denn wir haben es jetzt wieder.

Ich verstehe den Einwand. Auf der anderen Seite muss man sagen, es gibt jetzt ein Jubiläum und da muss man etwas Besonderes unternehmen. Niedersachsen hatte letztes Jahr sein Jubiläum. Wie hat der Landesverband Niedersachsen gefeiert?

MSL: Wir hatten eine Jubiläumsveranstaltung und über das ganze Jahr hinweg Aktivitäten, über Turnierfahrten unseres Kaders, über Blitzturniere in Viernheim anlässlich der Schachbundesliga, über ein Bullet-Turnier und Hochschulmeisterschaften, über größer stattfindende eigene Veranstaltungen, also weit über Normalbetrieb hinaus, bis hin zu der großen Feier und dem Turnier in Wolfsburg. Das war über das Jahr gesehen eine Reise durchs ganze Land. Und dafür haben wir im Jahr knapp 85.000 Euro ausgegeben.

Und der Rest war sozusagen mit Sponsorengeldern unterfüttert?

MSL: Nein, brutto. Wir haben tatsächlich aus eigenen Mitteln planmäßig 45.000 entnommen.

Welchen Effekt haben Veranstaltungen in der Wahrnehmbarkeit? Darum geht es am Ende des Tages. Man will Aufmerksamkeit erzielen. Habt ihr dazu ein Feedback erarbeitet?

MSL: Natürlich. In Wolfsburg beispielsweise bekamen wir vielleicht das größte Kompliment. Der Rat der Stadt Wolfsburg hat 20 Minuten online Schach geschaut, während des Turniers. Wolfsburg hatte diese Veranstaltung schon vorher zu „von städtischem Interesse“ erklärt. Die Reputation in den Gazetten war wertschätzend, aber natürlich nicht finanziell bewertbar. Es ist unmöglich das irgendwie hart zu quantifizieren. Die Stellung der Sportart Schach in Niedersachsen hat jetzt ein anderes Gewicht. Die Jubiläumsveranstaltung ist allgemein gelobt worden und wir haben eine Marke gesetzt.

Es gab zuletzt in München auch ein Event mit vielen deutschen Meisterschaften und den besten deutschen Spielern am Start. Was hast du dazu gehört?

MSL: Gute Kritiken. Also das ist der Punkt. Ich bin nicht wegen der Ansage, dass der Gipfel mit einem aus meiner Sicht zu hohem Etatansatz an Eigenmitteln unterfüttert ist gegen diese Art der Veranstaltungen. Ich finde Events im Schach im geeigneten Maß wie München oder wie nächstes Jahr in Form eines Gipfels in Dresden absolut richtig. Ich hätte nur einen sportlicheren Ansatz im Etat gewählt. Es geht mir eher um die Denke, weil tatsächlich, falls mir jemand sagt, ich brauche 50.000 Euro und ich kriege die nicht zusammen und man erklärt es mir, dann bin ich nicht derjenige, der jemandem sprichwörtlich den Kopf abreißen will. Aber ich möchte anhand des Haushaltsansatzes erkennen, dass man bereit ist, die Ziele und Liquidität nicht gegeneinander auszuspielen.

Es ist immer die Gretchenfrage: Wie hältst du es mit dem Geld? Woher kommt das Geld? Ihr seid in Niedersachsen erfolgreich von außen betrachtet. Was bekommen Sponsoren für ihr Geld?

MSL: Ich kann es relativ nüchtern umreißen. Ich musste sowohl mit dem Sportmarketingunternehmen peak zone und macron, das ist unser italienischer Sportartikelhersteller, als auch mit Volkswagen Sponsoringverträge unterschreiben. Da steht genau drin, was die Sponsoren von uns erwarten. Alles ist in einem Vertrag fixiert.

Das hört sich professionell, transparent und fair an.

MSL: Das ist es tatsächlich. Letztlich kann man zusammenfassen: Wenn du Geld aus der Wirtschaft nimmst, unterschreibst du Kooperationsverträge.

Kommen wir am Schluss zu einem kurzen Ausblick auf den Deutschen Schachbund und das deutsche Schach. Können wir vom neuen Team kreativere und frische Ideen erwarten?

MSL: Von den gewählten jungen Leuten verspreche ich mir neuen Esprit für die Struktur. Ich habe die klare Erwartungshaltung, dass meine Befürchtungen, die ich rund um den Gipfel genannt habe, nicht eintreten. Wir haben mit Alexander von Gleich einen starken Finanzer, der durch sein Wahlergebnis gestärkt im Präsidium auftreten kann, anders als das vielleicht in der Vergangenheit bei seinen Vorgängern der Fall war. Alexander wird mögliche Schieflagen, wenn sie denn entstehen, viel früher bemerken und gegensteuern. Ich glaube, dass er den DSB sehr viel klarer und selbstbewusster über die Finanzen mitsteuert als seine Vorgänger.

Zum Schluss bitte noch einen Ausblick auf die Entwicklung des organisierten Schachs in Deutschland. Wir hatten zuletzt eine leicht positive Mitgliederentwicklung.

MSL: Ich sehe die nähere Zukunft leicht positiv. Wir werden weiter, also bis ungefähr 2035 leichte Wachstumszahlen sehen. Danach macht sich wie im gesamten organisierten Sport in Deutschland der demografische Wandel bemerkbar. Eine Hoffnung gibt es allerdings: Wir überzeugen ab sofort ganz viele Frauen, werden also im bisher nicht erfolgreichen Segment erkennbarer tätig. Dadurch wäre zahlenmäßig noch ein ordentlicher Aufwuchs denkbar.


Weitere Informationen, Meinungen und Quellen

Wikipedia-Eintrag Michael Sebastian Langer.

Interview mit Michael S. Langer (André Schulz für Chessbase)

Bericht zum Bundeskongress. Deutscher Schachbund. (1.6.2025)

Weiter so!“ Deutscher Schachbund. (31.5.2925)

Meldung zum Schachgipfel 2026 in Dresden.

Bericht der Niedersachsen zum Bundeskongress (2.6.2025).

Pressemeldung NSV mit dem Sportausrüster peak zone (18.8.2024).

Der unterlegene Kandidat Paul Meyer-Dunker am Tag nach dem DSB-Kongress 2025 in Paderborn in einem Beitrag auf Facebook.


Der ehemalige Leistungssportreferent Gerald Hertneck zum Thema Senioren. In einem weiteren Beitrag erläuterte er warum vier Jahre genug sind.

Eine Schilderung des Bundeskongresses in Paderborn im Schachkicker von Heinz Brunthaler in Kooperation mit Gerald Hertneck.

Nach dem Kongress: Neuer Seniorenreferent – kommissarisch eingesetzt.

Interview mit Alexander von Gleich (André Schulz für Chessbase)

Fotos: Henning Lüders, Niclas Prahl, Frank Binding, Matthias Wolf (DSB), DSB, NSV, privat.



Auf dem Kongress des deutschen Schachbundes in

Das Titelfoto zeigt die Sieger Magnus Carlsen und Anna Muzychuk. Von Michal Walusza für Norway Chess.

Die Nummer Eins der Welt ist und bleibt Magnus Carlsen. Er gewann erneut das Turnier in Stavanger. Norway Chess ist für die Elite neben Wijk aan Zee und dem Sinquefield-Cup eines der Highlights jedes Schachjahres. Neben sechs Top-Großmeistern spielen auch die Frauen um den gleich hohen Preisfonds. Klare Gewinnerin war diesmal die Ukrainerin Anna Muzychuk.

Die Organisatoren in Norwegen setzen auf eine etwas sportliche Bedenkzeitregelung am Ende der Partie gab es nur zehn Sekunden pro Zug. Das führte zu manchem Fehler. Zu den Besonderheiten der Norweger gehört das Ausspielen eines Siegers nach einer Remispartie. Allerdings sind Siege im klassischen Modus immer noch die beste Punktequelle (3 Punkte, ein Sieger im Armageddon nach Remis erhält 1.5 Punkte, der Verlierer 1.0 Punkte).

Der Endstand in der offenen Klasse

#SpielerGewonnen/Verloren/RemisArmageddon-Siege (Partien)Gesamtpunkte
1Magnus Carlsen (NOR)3/1/62 (6)16.0
2Fabiano Caruana (USA)4/3/31 (3)15.5
3Gukesh (IND)4/4/21 (2)14.5
4Hikaru Nakamura (USA)2/1/72 (7)14.0
5Arjun Erigaisi (IND)2/3/54 (5)13.0
6Wei Yi (CHN)0/3/75 (7)9.5

Der Endstand Top-3 bei den Frauen

#SpielerinGewonnen/Verloren/RemisArmageddon-Siege (Partien)Gesamtpunkte
1Anna Muzychuk (UKR)2/0/85 (8)16.5
2Lei Tingje (CHN)3/1/62 (6)16.0
3Koneru Humpy (IND)3/2/52 (5)15
4Ju Wenjun (CHN)1/1/85 (8)13.5
5Vaishali (IND)1/3/64 (6)11.0
6Khadem (ESP)2/5/30 (3)9.0

Emotionen

Hikaru Nakamura versucht gar nicht erst seine Gefühlswelt zu verbergen. Das ist bekannt und man findet oft ausdrucksstarke Fotos von ihm. Nach dem Kandidatenturnier in Toronto überwältigten die Emotionen den US-Amerikaner, der das Ende seiner Karriere vor sich sah, vor laufender Kamera im eigenen Kanal. Vorher hatte er mehrfach behauptet, dass ihm das Ergebnis egal sei. In Stavanger sprach die Nummer Zwei der Welt ebenfalls ständig von Abschied. Aber vielleicht versucht der 37-jährige einfach nur den Druck abzubauen und unternimmt doch noch einen Anlauf, um sich für das Kandidatenturnier zu qualifizieren.

Aufmerksamkeit für das Duell der Duelle

In der zweiten prestigeträchtigen Partie zwischen Weltmeister Gukesh und Magnus Carlsen verspielte der Norweger seinen großen Vorteil und verlor sogar noch. Nicht nur die Zuschauer, sondern auch der Inder waren sichtlich geschockt. Magnus Carlsen schlug auf den Tisch und würfelte dadurch die Figuren durcheinander. Carlsen floh aus dem Spielsaal, freilich nach einem Handschlag und Schulterklopfer für seinen Gegner. Der musste sich erstmal sammeln und ließ sein Ritual nach jeder Partie folgen, baute seine Figuren auf und zeigte Respekt für das Spiel.



Gukesh – Carlsen aus Runde 6 in Bewegtbildern


Eine manipulierte Version


Einige Reaktionen in der Presse auf den „Ausraster“

Philip Bauer für den Standard

Florian Pütz im Spiegel

Tobias Wiltschek für ran

Nils Kögler für t-online

Báo Tuổi Trẻ aus Vietnam

Bryan Armen Graham (The Guardian)

Die Nachrichtenagentur Reuters

Erneut Drama in der zehnten Runde

In der letzten Runde konnten nur noch Magnus und Gukesh das Turnier gewinnen. Es sah zunächst nach einem Sieg für Arjun, aber auch für Fabiano Caruana aus. Dann drehten beide Partien. Gukesh konnte ausgleichen, aber auch Magnus stand plötzlich auf Gewinn, musste aber mit seinem König aktiv werden.



Impressionen vom Turnier der Frauen (Fotos: Michal Walusza)


In dieser Stellung aus der Partie von Anna Muzychuk gegen Koneru Humpy konnte die Ukrainerin mit dem Turmzug nach a8 eine glatte Gewinnstellung erreichen. Die weiße Mattdrohung entscheidet, da auf das Verstellung durch der Diagonalen mittels eines Turmzugs nach e5, Anna einfach ihren f-Bauern vorschieben konnte. Anna Muzychuk zog ihren König dem üblichen Reflex folgend von h2 nach h1, um die Fesselung des Turmes aufzuheben. Danach tauschte die Inderin die Türme via c1 und die Stellung war ausgeglichen.


Diese Stellung stammt aus der gleichen Partie etwas später. In der Blitzphase musste Koneru hier entscheiden, ob sie Damen tauschte sollte oder nicht. Sie entschied sich dafür und es war falsch.



Ruhetag im wilden Westen (Fotos: Michal Walusza)

Norway Summit

Seit 2016 gehört eine Konferenz am zweiten Ruhetag für die Spieler zum Konzept bei Norway Chess. Hier werden ganz unterschiedliche Bezüge zum Schach hergestellt, aber auch andere Themen aufgegriffen, um Diskussionen anzuregen. Wer mehr wissen will, klickt hier.

Die Medien

Die Norweger setzen konzeptionell auf Übertragungen in viele Teile der Welt und dafür sind jedes Jahr viele der bekanntesten Moderatoren der Schachwelt im Einsatz.

Die Macher

Hinter den Kulissen agieren Benedicte Westre Skog und Kjell Madland als Gründer und verantwortliche Managerin von Norway Chess. Hinzu kommen noch mehrere andere Personen wie Schiedsrichter und Volontäre, die für die Abläufe zuständig sind. Das ganze Team in der Darstellung der Organisatoren und die Aufgabenverteilung findet sich hier.

Hier wird der GI-Score nach Mehmet Ismail dargestellt. Damit misst man die Spielintelligenz der Spieler anhand einem Abgleich mit den besten Zügen der Engine. Beim Norway-Chess-Turnier punkteten die Spieler vor allem mit Weiß. Am deutlichsten fiel das Ergebnis von Gukesh aus. Der holte mit Weiß 4.5 Punkte in seinen fünf Partien, konnte aber nur einen halben Punkt mit Schwarz holen.

Nicht immer stimmt die Reihenfolge im Turnier mit dem GI-Score überein. Wer will kann andere Ursachen suchen. Die Weltmeisterin Ju Wenjun landete auf dem vierten Platz und ist möglicherweise nicht genügend Risiken eingegangen.

Photo Credit: Norway Chess. Michal Walusza, Roza Czarnota.

Das Titelfoto zeigt die Sieger Magnus Carlsen

Der World-Cup der Frauen findet im Juli 2025 im georgischen Batumi statt. Noch stehen nicht alle Teilnehmerinnen fest, aber durch feste Qualifikationsmechanismen fehlen manche bekannte Spielerinnen diesmal vermutlich. ausgespielt fast 700.000 US-Dollar. Die Siegerin erhält davon 50.000 US-Dollar.

Es geht in Batumi um drei Qualifikationsplätze für das nächste Turnier der Kandidatinnen. Qualifiziert dafür sind bereits Goryachkina und Zhu Jiner. Gespielt werden sieben Runde im World-Cup im Ko-Modus mit jeweils zwei Partien. Als Veranstaltungsort dient das Grand Bellagio Hotel und Kasino in Batumi. Teilnehmen sollen 107 Frauen. Die elostärksten Starterinnen (Top 21) starten mit einem kampflosen Sieg.

Qualifiziert für das Turnier sind natürlich die vier Siegerinnen aus dem Jahr 2023: Alexandra Goriachkina (FIDE), Nurgyul Salimova (BUL), Anna Muzychuk (UKR) und Tan Zhongyi (CHN). Für die Weltmeisterin Ju Wenjun tritt die Ex-Weltmeisterin Mariya Muzychuk an.

Für Indien sind Divya Deshmukh als Juniorenweltmeisterin 2024, Koneru Humpy via Ratingliste und als Qualifikantinnen Priyanka K, Padmini Rout und Kiran Manisha Mohanty dabei. Es fehlen Namen von Spielerinnen wie Vaishali, Harika Dronavalli und Vantika Agrawal. Der indische Verband darf noch eine Spielerin nominieren und hat vermutlich keine einfache Wahl zu treffen.

Aus Deutschland ist nach bisherigen Informationen keine Spielerin dabei, da sich keine Spielerin bei den Europameisterschaften qualifizieren konnte. Zwei freie Plätze kann noch Arkady Dvorkovich als Präsident der FIDE vergeben. In der Vergangenheit hat er dieses Privileg nicht eingesetzt, um russische Spielerinnen und Spieler zu bevorzugen.

Eventhomepage.

UPDATE

Die Liste füllt sich, aber die FIDE schafft Verwirrung. Eine wichtige Frage stellt sich: Spielt Vaishali mit oder nicht?

UPDATE II 21 June 2025 22.16 (Berlin time)

Das ist der Stand der Teilnehmerinnen am 22. Juni 2025. Die gesamte Liste findet sich hier. In den Tagen zuvor gab es große Verwirrung um die Liste der Teilnehmerinnen.

UPDATE

Bibisara Assaubaeva spielt statt im World Cup lieber bei einer Spaßveranstaltung in Las Vegas mit.

Der World-Cup der Frauen findet im Juli

Der Weltschachbund gab die Liste der vorqualifizierten Spielerinnen und Spieler des Grand Swiss Fund Frauen-Grand-Swiss 2025 bekannt. Das Turnier findet vom 3. bis 16. September 2025 in Samarkand, Usbekistan, statt. Die Turniere dienen der Qualifikation zum Kandidatenturnier und sind insgesamt mit 855.000 US-Dollar prämiert. Gespielt werden elf Runden nach Schweizer System.


Das Turnier ist eines der bedeutendsten Ereignisse im Schachkalender. Die beiden Bestplatzierten beider Grand-Swiss-Turniere sichern sich einen Platz in den jeweiligen Kandidatenturnieren 2026. Neben der Qualifikation spielt das Turnier auch bei der Qualifikation via FIDE Circuit eine wichtige Rolle. Die Regularien besagen, dass zwei von sieben Resultaten in Turnieren mit mindestens 50 Teilnehmern erzielt werden müssen. Wer also nur Rundenturniere spielt, der hat also nur geringe Chancen sich über diesen anderen Qualifikationsweg zu qualifizieren.

Die Frauenweltmeisterin Ju Wenjun kann in beiden Turnieren starten, da sie für beide Turniere einen Startplatz erhält. Das Open-Turnier ist auf 114 Spieler ausgerichtet und das Frauenturnier auf 56 Spielerinnen. Neben den nach Rating qualifizierten Spielerinnen und Spielern sind Qualifikationsplätze der Kontinentalmeisterschaften vorgesehen. Erst danach erscheint eine vollständige Teilnehmerliste. auffallend, aber nicht überraschend ist, dass der Name des Weltranglistenersten, Magnus Carlsen, nicht in der Liste der qualifizierten Teilnehmer auftaucht. Auch Hikaru Nakamura taucht nicht in der Liste auf.

Aus Deutschland sind Elisabeth Pähtz und Dinara Wagner via Elozahl qualifiziert. In der offenen Klasse sind Vincent Keymer, Frederik Svane, Matthias Bluebaum, Dmitry Kollars und Rasmus Svane startberechtigt. Dennis Wagner ist als Dritter und Alexander Donchenko als Siebter auf der Warteliste.

Der Preisfonds im Frauen-Grand-Swiss 2025 sieht 23 Preise bei 56 Teilnehmerinnen vor, liegt bei 230.000 US-Dollar und wurde damit um 64 Prozent gesteigert. Titelverteidigerin ist die indische Großmeisterin Vaishali aus Chennai, Jahrgang 2001.

In der offenen Klasse gibt es 50 Preise für 114 Teilnehmer. Der Preisfonds wurde diesmal um 36 Prozent gesteigert. Den Titel verteidigt der indische Großmeister Santosh Gujrathi Vidit aus Nashik, Jahrgang 1994.

Homepage.des Grand Swiss und Frauen-Grand-Swiss.

Qualifizierte Spieler Grand Swiss.

Qualifizierte Spielerinnen Frauen-Grand-Swiss.

Pressemeldung der FIDE.

Samarkand (Wikipedia)

Der Weltschachbund gab die Liste der vorqualifizierten

Die 65. Offene Stadtmeisterschaft endete mit einem klaren Favoritensieg. Der Gewinner ist Großmeister Alexander Bagrationi, der nur ein Remis in der letzten Runde abgab. Im Verlauf kam es zu vielen Überraschungen und dafür waren nicht nur Jugendliche verantwortlich: Zweiter wurde der Senior Igor Vlasov, Jahrgang 1964 vor dem Hamburger Isaac Garner.

Die vorderen Plätze. Es gab fünf Geldpreise. (Quelle: chess-results.com)

Hervorragende Spielbedingungen

Bei Schachturnieren sind die Spielbedingungen oft ein schwieriges Thema. Bei manchen Open sitzt man sehr beengt und bekommt wenig Platz zugestanden, um möglichst viele Teilnehmer unterzubringen. In Köln ist das anders. Der ausrichtende Schachverband kann bereits zum dritten Mal großzügige Räumlichkeiten des Versicherers Barmenia Gothaer für die Stadtmeisterschaft nutzen. Für die Partien standen Einzeltische zur Verfügung. Gespielt wurden sieben Runden an fünf Tagen. Jeder Spieler konnte in den ersten fünf Runden ein Bye nehmen, wofür er einen halben Punkt gutgeschrieben bekam. 153 Spielerinnen und Spieler im Alter von acht bis 80 Jahren machten mit, von denen 24 Jugendliche, 14 Frauen und 25 Senioren (geboren 1965 und früher) waren. Die Organisation übernahm vor allem der Vorstand des Kölner Schachverbands selbst. Die Siegerehrung fand im Freien statt, nachdem das Wetter eine kurze Regenpause einlegte.

Das Turnier gewann der 34-jährige Großmeister Alexander Bagrationi, dessen Name italienisch klingt, der aber georgischen Ursprungs ist. Alexander wurde in der Ukraine geboren, spielt unter israelischer Flagge und lebt mit seiner Frau und Kindern seit 2029 in Deutschland und spielt für den SV Hemer.

Einige Momente aus Partien des Siegers

Alexander Bagrationi gewann die ersten sechs Partien und einigte sich in der letzten Runde auf ein schnelles Remis. Allerdings war der Großmeister in einem Turmendspiel mit Mehrbauer schon in der ersten Runde unter Druck und benötigte letztlich die Hilfe seines Gegners. In der ersten Runde hatte sein deutlich schwächer eingeschätzter Gegner in einem Turmendspiel ordentlich Widerstand geleistet und die erste größere Überraschung war angerichtet, eigentlich.


So kurz vor dem Ziel: Der spielentscheidende Fehler unterlief dem Schwarzspieler hier. Der schwarze Turm gehört hinter den gegnerischen Freibauern und sollte von dort das Remis sichern können, da der weiße König seinen Bauern nicht wirklich unterstützen kann. Der richtige Turmzug war also der nach g1.

Eine starke Leistung gelang dem späteren Sieger gegen Michael Coenen, der hatte zwar im Verlauf des Mittelspiels mit Endspielcharakter Chancen, eine leicht nachteilhafte Stellung zu verteidigen, aber es gelang ihm letztlich nicht, aus dem Dschungel der Varianten zu entkommen.



Endspiele

In vielen Partien kam es zu interessanten Endspielen nach hartem, stundenlangem Wettkampf vorher. Einige Beispiele folgen: Ein anderer Favorit hatte Glück im Turmendspiel. Er gewann seine Partie, obwohl sein Gegner die Philidor-Verteidigungsposition eingenommen hatte. Dann kam es jedoch zu einem überraschenden Aussetzer.


In dieser Stellung entschied ein grober Fehler die Partie zugunsten des favorisierten Spielers. Die Frage kann hier eigentlich nicht lauten, ob man auf d6 den Turm tauschen sollte. Nach dem Turmtausch schlägt der weiße König auf der sechsten Reihe und betritt diese vor dem eigenen Bauern. Weiß gewinnt immer.


Das folgende Endspiel war eine der letzten Partien im Turnier überhaupt. In der Ausgangsstellung sollte die Remisbreite noch nicht überschritten sein, aber der Anziehende in dieser Partie hatte nur etwa ein Minute plus das Inkrement um sich zu verteidigen. Das ging dann irgendwann schief.


Das nächste Endspiel erfordert vor allem genaues Rechnen und das ist nach mehr als vier Stunden einer Turnierpartie oft nicht einfach fehlerfrei hinzubekommen. Das Diagramm zeigt die kritische Stellung der Partie. Der weiße Läufer auf g8 ist angegriffen. Weiß hat zuletzt mit dem Königszug ein Tempo verloren, wird es aber zurück gewinnen durch Angriff des Springers auf den Läufer (via c3 oder c5). Was ist schlimmer aus weißer Sicht? Ich nenne solche Entscheidungen Fifty-Fifty.



Erfahrung gegen Jugend

International ist diese Frage längst auf der Agenda. Nicht immer setzt sich der jüngere Spieler durch. In Köln kam es immer wieder zu solchen Duellen und gelegentlich setzten sich die jüngeren Spieler durch. Zwei Beispiele folgen. In der ersten Partie ist der Anziehende Jahrgang 2008 und der Schwarzspieler Jahrgang 1974. In der zweiten Partie war der Altersunterschied noch größer. Diesmal traten die Jahrgänge 2012 und 1967 gegeneinander an. Die Jungen zeigten starke Leistungen.




Duell der Senioren

Dieter Morawietz ist Internationaler Meister, Jahrgang 1963, und Igor Vlasov gehört zum Folgejahrgang. Beide landeten in den Preisrängen. Die Jugend (U18) vertrat Nelson Strehse, der als Vierter durchs Ziel lief. In der Definition der FIDE gehört auch Isaac Garner (Jahrgang 2006) zu den Jugendlichen (U20). Der Wettbewerb endete also in der Spitze diesmal etwa ausgeglichen .


Am Ende gab es in einer Regenpause die Preisverleihung unter Auslassen von längeren Reden. Letztlich bleibt die Hoffnung im nächsten Jahr wieder bei der Barmenia Gothaer im Kölner Süden Schach spielen zu dürfen.

Quelle: KSV-Meldung. Partien der Bretter 1 bis 10 und weitere Siegerlisten.

Fotos: KSV (Anton Kaiser)

Die 65. Offene Stadtmeisterschaft endete mit einem

Das letzte Vorrundenturnier der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM) ist gerade vorbei. Das Finale steht an. Die DSAM ist die erfolgreichste Turnierserie im organisierten deutschen Schach und motiviert jedes Jahr viele Schachspieler an Wochenenden ihre Sieger auszuspielen. Der Erfolg hat sicherlich mit der hervorragenden Organisation und einem unauffälligen Team zu tun, das für die eingespielten Abläufe zuständig ist.

Zusammenfassung

Sandra Schmidt ist bekannt in der deutschen Schachszene. Sie fungiert als Turnierdirektorin der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM) und ist auch für die Deutsche Schnellschach-Amateurmeisterschaft zuständig. Zudem ist sie als Schiedsrichterin aktiv und organisiert Seniorenturniere. Eines dieser Turniere wird von der Tegernseer Tal Tourismus organisiert, dabei betreut sie den schachlichen Teil. Sandra beschreibt ihre vielseitigen Aufgaben als Turnierorganisatorin, bei denen sie Hotelverträge verhandelt und Vorbereitungen koordiniert. Seit 2022 organisiert sie für die DSAM acht Turniere pro Jahr, wobei die Hauptaktivität im November ansteht. Trotz des ehrenamtlichen Charakters bringt ihr die Schiedsrichter- und Organisationstätigkeit viel Freude. Ein festes, gut eingespieltes und motiviertes Team von zehn bis elf Personen sorgt für reibungslose Abläufe bei der DSAM.

Von Thorsten Cmiel

Wie heißt du?

Ich bin Sandra Schmidt.

Du bist bekannt in der deutschen Schachszene. Für was? Was machst du im Schach?

Ich bin die Turnierdirektorin der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft. Und ich bin auch Beauftragte für die Deutsche Schnellschach-Amateurmeisterschaft und auch als Schiedsrichterin viel unterwegs.

Turnierorganisation

Du hast diese zwei Funktionen. Du organisierst auch Seniorenturniere…

Ach, stimmt.

Kannst du deine Rolle bei der Turnierorganisation ein bisschen beschreiben? Was macht eine Turnierorganisatorin?

Puh, eine ganze Menge. Also bei der DSAM sicherlich noch mehr als vielleicht beim Senioren-Cup. Man verhandelt die Verträge für die Hotels, man stimmt Termine mit den Landesverbänden ab und organisiert das Team. Vor Ort bin ich dann oft Mädchen für alles: Ansprechpartner für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen und gleichzeitig Funktionsstelle, also die Leitung für den Deutschen Schachbund, für die Hotels, für die Teilnehmerinnen und für das Team.

Kommen wir für einen Moment auf die Seniorenturniere zurück. Das sind privat organisierte Turniere, richtig?

Das sind zwei Turniere. Der Senioren-Cup am Tegernsee und das Rheinland-Pfalz Senioren-Open in Altenkirchen.Da gibt es unterschiedliche Aufgaben für mich. Am Tegernsee zum Beispiel wird das Turnier von der Tegernseer Tal Tourismus GmbH organisiert. Und wir machen den schachlichen Teil. Das Organisatorische, was mit Hotelbuchungen zu tun hat, bleibt bei der Tegernseer Tal Tourismus und die Anmeldung der Teilnehmer.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Hotels? Ich höre immer wieder, dass viele Hotels inzwischen Geld dafür verlangen, dass man einen großen Saal bekommt.

Das stimmt. Das ist gang und gäbe im Moment. Den Saal bekommt man selbst wenn man ganz viele Teilnehmer ins Haus bringt, eigentlich nicht mehr gratis dazu.

Wie lange machst du das schon?

Seit 2022 für die Deutsche-Schach-Amateur-Meisterschaft, die DSAM.

Wie viel Zeit erfordert die Organisation im Vorfeld?

Das kommt natürlich drauf an. Teilweise ist es sehr zeitintensiv, denn alles, was man macht, macht man acht Mal und alles, was man macht, klappt auch nicht beim ersten Mal. Also der erste Vertragsentwurf zum Beispiel…

Achtmal, weil es acht Turniere sind bei der DSAM…

Genau. Es sind sieben Qualifikationsturniere. Wenn man jetzt das Beispiel nimmt und ein Finalturnier, das heißt, alles, was man anfasst, macht man achtmal. Man organisiert das Team achtmal, man organisiert den Gastgroßmeister, achtmal. Die Hotelverträge müssen mehr als acht Mal durchgelesen werden, weil der erste Entwurf ist nicht der Entwurf, der am Ende unterschrieben wird. Und oftmals klappt vielleicht auch der Termin nicht vom ersten Entwurf, das heißt, man muss dann wieder Rücksprache mit den Landesverbänden halten, ob die irgendwelche Termine geplant haben zu diesem Zeitpunkt, der als Ersatztermin fungiert. Es funktioniert leider nicht immer sofort.

Kannst du einen Eindruck davon vermitteln, wie viele Tage solch eine Turnierorganisation in Anspruch nimmt? Wann fängst du an mit der Planung? Ich weiß du bist jetzt wieder in der Planung für die nächste Saison.

Genau. Jetzt fehlt uns noch eine Unterschrift. Quasi für die nächste Saison. Das heißt, wenn ich diese Unterschrift habe, dann ist die nächste Saison fix. Dann muss ich mich eigentlich nur noch mit der Finalveranstaltung befassen. Das Turnier in Bad Wildungen im Juli. Und dann wird es für mich ein bisschen ruhiger, weil dann geht es eigentlich nur noch mit der Gestaltung der Ausschreibung für nächstes Jahr los. Was können wir ändern? Was können wir besser machen? Was bleibt gleich? Richtig stressig wird es eigentlich erst wieder im November, wenn die nächste Turnierserie anfängt. Mit den Hotels müssen dann konkrete Absprachen getroffen werden. Jede Veranstaltung erfordert detaillierte Ablaufpläne. Das sind immer mehrere Seiten, die mit dem Hotel abgesprochen werden müssen und die Verhandlungen kollidieren dann manchmal zeitlich. Ich habe dann Bad Wildungen, Bonn und Potsdam zum Beispiel ziemlich straff hintereinander. Parallel finden dann schon die Verhandlungen für die nächste Saison statt. Das heißt, ich spreche vorbereitend mit den Hotels quasi für die Saison 26/27, die danach ansteht. Und gerade im November, Dezember, Januar würde ich den Zeiteinsatz mindestens als Teilzeitjob, aber stellenweise auch als Vollzeitjob einschätzen.

Und macht das Spaß?

Ja, auf jeden Fall macht das Spaß. Es ist in jedem Fall ein Herzensprojekt.

Du hast einen anderen Job?

Im Moment bin ich angestellt, für 20 Stunden die Woche. Ich mache meine Schiedsrichtertätigkeit auch an Wochenenden und am Tegernsee und in Altenkirchen mit jeweils neun Runden beispielsweise bin ich auch gerne dabei. Das lässt sich mit einem normalen Jobvolumen und dem Urlaubsanspruch sonst nicht einfach kombinieren.

Das heißt, du lebst also nicht vom Schach?

Das wäre leider nicht möglich.

Du bist oft als Schiedsrichterin unterwegs, ist das nicht lukrativer?

Als Schiedsrichterin verdienst du nicht so viel, dass du dir davon eine eigene Wohnung leisten oder den Lebensunterhalt bestreiten könntest. Wenn du vielleicht einmal im Monat ein FIDE-Turnier hättest, okay. Schiedsrichtertätigkeiten sind vielleicht ein besseres Ehrenamt.

Was heißt das genau?

Also beim Deutschen Schachbund zum Beispiel gibt es für Deutsche Meisterschaften fixe Honorarsätze. Für eine Einzelrunde bekommst du 80 Euro Honorar, für eine Doppelrunde 120 Euro.

Das klingt nicht nach sehr viel.

Es nicht darauf ausgelegt, dass die Tätigkeit als Schiedsrichter eine Jobalternative ist.

Du bist jetzt nicht die einzige und es gibt ganz viele Schiedsrichter in eurem Team. Viele sieht man öfter, manche immer wieder. Wie viele sind denn regelmäßig im Team dabei?

Wir haben in unserem Kernteam so circa zehn bis elf Leute. Es ist wichtig, dass ein Kernteam immer vor Ort ist, weil die wissen genau, wie die Abläufe sind, die kennen jeden Handgriff. Wir haben fünf Container auf Europaletten und einige wissen wo was gelagert ist. Andere kennen die spezielle Software und welche Dateitypen wie zu handhaben sind und so weiter. Es wäre ein Irrtum anzunehmen, wir sind jetzt beispielsweise in Potsdam oder in Berlin und da gibt es genug Schiedsrichter. Dann statten wir solch ein Turnier komplett mit Berliner Schiedsrichtern aus, weil dann spart man vielleicht bei den Reisekosten, aber dafür würden manche eingespielten Abläufe nicht so gut funktionieren, wie es im Moment läuft.

Im Team sind also alle motiviert und mit Spaß dabei?

Ja, also es macht keiner, um irgendwie Geld zu verdienen.

Das Kernteam der DSAM ist eine Art eingeschworener Gemeinschaft?

Ja. Wir sehen uns natürlich immer gerne. Nach einem erfolgreich absolvierten Turnier ist vor dem nächsten Turnier.

Im Vergleich zum letzten Jahr gab es Änderungen: Ihr habt keine Übertragung mehr. Gibt es dafür irgendwelche Gründe?

Doch, haben wir auch, nur diesmal hier nicht. DGT-Bretter hatten wir letztes Jahr auch nicht bei jedem Turnier dabei gehabt. Der Hauptgrund ist der zusätzliche Aufwand.

Ich sehe gar keine Fairplay Officer, die mit irgendwelchen Scannern rumlaufen wie bei FIDE-Turnieren inzwischen üblich?

Natürlich sind wir da hinterher und wir haben auch mit dem Anti-Cheating-Officer des DSB ein Gespräch geführt, dass wir darauf natürlich mehr achten möchten. Kontrollen verändern den Charakter einer Veranstaltung. Wenn du auf einmal Einlasskontrollen durchführst. Wir wollen jetzt nicht am Eingang jeden scannen oder so etwas. Natürlich haben wir einen Scanner dabei. Wenn jetzt wirklich ein erhärteter Verdacht auftaucht, würden wir uns die Person nach der Partie gezielt herausholen und scannen. Wir achten natürlich darauf, dass keine elektronischen Geräte an der Person sind. Die ziehen wir uns auch raus, wenn wir denken, ist das jetzt eine Zigarettenschachtel oder ist das ein Handy? Wir kontrollieren auch schon mal die Toiletten. Die Schiedsrichter sind natürlich angehalten verdächtiges Verhalten zu beobachten und zu melden. Anders als bei großen FIDE-Turnieren übernehmen Schiedsrichter diese Aufgabe zusätzlich.

Nachvollziehbar. Ich frage vor einem anderen Hintergrund, da das Turnier Elo-gewertet ist, frage ich mich wie die Regularien sind. Oder gelten Anti-Cheating-Auflagen nur für Top-Turniere?

In der Tat es gibt unterschiedliche Kategorien von Turnieren. Also es kommt einmal auf das Preisgeld drauf an und es kommt auch auf die durchschnittliche Elozahl an und dementsprechend musst man unterschiedliche Anti-Cheating-Gegenmaßnahmen integrieren. Die DSAM ist ein Amateurturnier. Da ist der Standard geringer.

Es geht vermutlich auch um Kosten.

Ja. Stellen wir uns vor, man müsste einen oder zwei zusätzliche Schiedsrichter einplanen, die nur für Fairplay zuständig sind. Dann muss ich mindestens vier zusätzliche Übernachtungen, Honorare und zusätzliche Anfahrtskosten finanzieren.

Rechnest du die Veranstaltungen mit dem Schachbund ab, oder wie läuft das?

Ja, ich mache auch die Kalkulation, um am Ende des Jahres mit der DSAM irgendwie auf einen grünen Nenner zu kommen.

Das Vereinnahmen des Geldes läuft direkt über den Deutschen Schachbund?

Genau da gibt es ein Konto extra für die DSAM und dort wird das Geld eingezahlt und verwaltet. Ich kenne die Einnahmen und Ausgaben.

Eine weitere Besonderheit bei dem Turnier ist mir aufgefallen: Ihr habt keine Durchschläge der Partieformulare eingesammelt.

Dafür haben wir Ergebnismeldezettel auf den die Spieler ihr Ergebnis eintragen und uns mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass dieses Ergebnis stimmt.

Muss man Partieformulare nicht immer sammeln?

Nein. Das gilt zum Beispiel für Turniere bei denen man Normen erwerben kann, dann müssen die Organisatoren auch die Partien entsprechend einreichen. Aber das ist ja bei uns gar nicht möglich.

Schiedsrichtertätigkeit

Du warst als Schiedsrichterin zuletzt bei zwei internationalen Turnieren. Bei beiden bist du aufgefallen.

Aufgefallen?

Ja. Mir zumindest. Bei einer Szene mit Nakamura…

Stimmt.

Was ist da passiert?

Ich hatte ein Tablet in der Hand mit einem Programm, das anzeigt, ob dreifache Stellungswiederholung oder 50-Züge vorliegt, wenn reklamiert wird. Und am Brett von Nakamura – Donchenko, da wurde halt reklamiert. Und zwar stand Nakamura einen Zug vor dem Matt. Er hätte also nach dem Zug von Donchenko mit dem Turm mattsetzen können. Donchenko hat einfach die Uhr angehalten und gefragt, vielleicht waren es ja 50 Züge, wenn ich Glück habe. Und es war meine Aufgabe, das zu überprüfen. Das Problem war nur, dass dieses Tablet eine gewisse Verzögerung bei der Übertragung hatte, weil der Server für die Übertragung ziemlich weit weg auf einem anderen Kontinent stand. Und das Pingback zurück nach Amerika hat ein bisschen gedauert. Ich musste also zunächst auf meinem Tablet prüfen, ob das überhaupt die aktuelle Stellung ist. War es nicht. Das heißt, ich musste einen Zug weiterdenken. Und wenn man sich vorstellt, dass es um Nakamura ging und dann war es auch noch die letzte Partie in der Runde. Es hat für mich ein paar Sekunden gedauert, bis ich es verarbeitet habe.

Die Szene gibt es als Video.

Und es war wirklich eine korrekte Reklamation. Es waren genau 50 Züge. Es war im 78. Zug, wo der letzte Bauer geschlagen wurde im 128. kam die Reklamation.


Das ist natürlich spannend. Das ist wahrscheinlich etwas, was man sich unter Schiedsrichtern erzählt.

Ja, natürlich machst du das dann. Und dann gehst du irgendwann ins Büro und denkst hoffentlich war das jetzt richtig gewesen. Wenn nicht, dann weiß ich genau, was los ist, bei Social Media.

Gab es dort auch einen Vorfall?

Eigentlich war das ein relativ ruhiger, entspannter Job, wenn man das mit New York vergleicht. Da war sicherlich ein bisschen mehr los. Es gab nur ein kleineres Problem. Es war ein wärmerer Tag gewesen und hatte auf die DGT 3000 [*das ist die Schachuhr] geschienen, die Anzeige fing ein bisschen an zu flimmern, so optisch. Das hat aber auch nur jeder zweite gesehen. 50 Prozent der Spielerinnen haben es gesehen, die andere Hälfte nicht. Das galt auch für uns Schiedsrichter. Ich hatte es gesehen. Gerhard nicht. Es war halt irgendwie so eine optische Täuschung wie an der Straße, wenn die Hitze hoch steigt, dann fängt das halt an ein bisschen zu flimmern. Und so war das bei der Uhr. Es war meine ich in der sechsten Runde eine Spielerin drückte die Wippe, aber die Zeit lief trotzdem weiter. Das war vielleicht der spannendste Fall für uns in den neuen Runden.

Das klingt relativ entspannt. Ihr hattet auch einen Ruhetag dazwischen.

Der war vorgesehen für die Öffentlichkeit, das war halt so ein Social-Media-Tag.

Aufgefallen ist mir ein Foto mit den Spielerinnen und alle in einer Tracht, so nennt man das glaube ich. Habt ihr die nur ausgeliehen bekommen für diesen einen Fototermin? Oder haben sie euch diese wenigstens geschenkt?

Ja, total großzügig. Tatsächlich war das ein Goodie vom Organisator. Also wir durften die Dirndls dann auch tatsächlich behalten. Ich habe meins noch und werde das irgendwann in Bayern anziehen.

Die Partien fanden in einer Art Wintergarten oder Laube statt. Wie war die Atmosphäre? Der Spielort war malerisch, aber irgendwie weit weg.

Die Spielerinnen hatten ihre Ruhe und wirklich tolle Zimmer. Soweit ich von den Spielerinnen mitbekommen haben, war es von den Spielbedingungen her eines der besten Turniere der FIDE-Grand-Prix-Serie der Frauen.

Senioren Schach Cup – Der Senioren Schach Cup am Tegernsee

RLP-Seniorenopen

Deutsche Schach-Amateurmeisterschaft 7³ 2024/2025

Deutsche Schnellschach-Amateurmeisterschaft 2025

Fotos: New York Rapid und Blitz WM 2024: Maria Emelianova (Chess.com) und Lennart Ootes. Frauen Grand-Prix Österreich: Przemek Nikiel (FIDE CHESS). DSAM: Ingrid Schulz (DSB).


Das letzte Vorrundenturnier der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft (DSAM)

Foto: Przemek Nikiel (FIDE Chess)

Die 22-jährige Chinesin Zhu Jiner ist auf dem Vormarsch im Frauenschach. Zuletzt gewann sie den Frauen-Grand-Prix. Davor hatte sie bei der Schacholympiade in Budapest durch ihre Goldmedaille am ersten Brett bereits ein Ausrufezeichen gesetzt.

Von Thorsten Cmiel

Zhu Jiner studiert in Shanghai Finanzen und Ökonomie. Darüber hinaus ist wenig über die Chinesin bekannt. Momentan scheint sie eine Pause im Studium einzulegen. Im Monatstakt spielte Zhu zuletzt die Frauen-Grand-Prix-Serie, die sie etwas überraschend gewann. Nach der Schacholympiade in Budapest hatte Zhu zuletzt beim Europäischen Frauen-Vereins-Cup mitgespielt und ihre Gegnerinnen mit sechs Punkten aus sieben Partien klar dominiert.

Ihr Sieg beim aktuellen Frauen-Grand-Prix-Zyklus war beeindruckend. Zhu Jiner war nicht vorgesehen für das finanziell lukrative Frauenturnier. Die Chinesin kam erst spät hinzu, als ihre bekanntere Landsfrau Lei Tingjie ihre Teilnahme abgesagt hatte. Ohnehin kam Zhu Jiner bislang immer nur bei Verzicht anderer Spielerinnen zum Zuge. Bei der Schacholympiade beispielsweise spielte die erste Reihe der Chinesinnen – Ju Wenjun (34), Tan Zhongyi (33), Lei Tingjie (28) und Hou Yifan (31) – gar nicht mit. Zhu Jiner, die seit 2023 den Großmeistertitel hält, spielte am ersten Brett im „Nachwuchsteam“ der Chinesinnen. Genauso dabei war bei den Chinesinnen die erst damals erst 14-jährige Lu Miaoyi, die noch eine jüngere Generation repräsentiert.


Zhu Jiner holte bei der Schacholympiade 2024 in Budapest sieben Punkte aus neun Partien und überzeugte weitestgehend. Ihre im Verlauf der Ereignisse unnötige Niederlage in der fünften Runde gegen die Armenierin Lilit Mkrtchian hatte jedoch eine Niederlage des Teams China in der fünften Runde zur Folge. Danach folgte eine weitere Niederlage des Teams gegen starke Polinnen und das Team China erholte sich nicht mehr. Eine erneute Niederlage gegen Indien – Zhu remisierte mit Harika – kostete eine Medaillenchance.

In den Live-Ratings ist Zhu Jiner inzwischen auf dem fünften Rang der Frauenweltrangliste angekommen mit einer Liverating von 2547 ist sie die fünftbeste Chinesin und ihre Karriere hat gerade erst begonnen.


China hat sieben Spielerinnen, die über 2400 Elopunkte aufweisen. Drei der Spielerinnen waren oder sind Frauen-Weltmeisterin (Hou, Tan und Ju). Song Yuxin ist Jahrgang 2005. (Quelle: 2700 Chess)

Österreich dann Vereinigte Arabische Emirate

Da Zhu sich nach ihrem jüngsten Erfolg bereits für das Turnier der Kandidatinnen qualifiziert hat, kann sich die Chinesin auf ihre weitere Entwicklung konzentrieren. Kurz nach dem Grand-Prix in Österreich spielte Zhu Jiner erneut ein starkes Turnier mit. Das Sharjah Masters stellt eine ganz andere Herausforderung dar. Wir schauen Zhu dabei über die Schulter. Neben ihr spielte von den Top-Spielerinnen nur IM Bibisara Assaubayeva (KAZ), IM Divya Deshmukh (IND) und IM Teodora Injac (SRB) bei dem A-Turnier mit. Die beste Frau im Feld erhielt 1000 US-Dollar, die letztlich an Assaubayeva gingen, die eine Großmeisternorm (Performance über 2600) erzielte.


Das Sharjah Masters gehört zu den stärksten offenen Turnieren der Saison. Zhu Jiner spielte oft ziemlich lange Partien und verlor erst in der Schlussrunde etwas Elo. In diesem Turnier wurde sie diesmal von Bibisara Assaubayeva etwas in den Schatten gestellt, da die Kazachin eine GM-Norm erzielen konnte, und bald als 43. Frau überhaupt den Großmeistertitel erreicht.

Turnierverlauf

Das Turnier begann für Zhu Jiner mit einer recht ereignisarmen Partie gegen einen vietnamesischen Großmeister. Die Chinesin konnte danach zunächst einen kleinen Vorteil behaupten, der verflüchtigte sich aber schnell wieder. Ein solider Auftakt in dieses starke Turnier. In der zweiten Runde folgte ein weiteres solides Remis ohne Ungenauigkeit, die der Instanz aufgefallen wäre. Erst in der vierten Runde begannen die Partien etwas mehr Spannung zu bieten. Es folgen einige spannende Momente.


In dieser Situation steht Zhu Jinner technisch mit Schwarz auf Verlust. Es gibt einige Dinge zu beachten. Schwarz kann den d3 nicht nehmen, da die gegnerischen Bauern nicht beide vom Läufer geschlagen werden können. Aber Weiß muss natürlich aufpassen, dass der gegnerische König nicht einen Bauern gewinnt. Zuletzt hatte Schwarz seinen König von e4 nach d5 gezogen, da der Bauer auf f4 vom Springer auf d3 zuverlässig geschützt ist. An diesem Detail sollte Weiß zunächst nicht rütteln und seinen König bringen, aber wie? Schwarz muss mit seinem König in Richtung des a-Bauern laufen und die Ereignisse forcieren.



Diese Stellung aus der fünften Runde ist für Weiß schwierig zu verteidigen. Es gab hier zwei Konzepte, um den f-Bauern zu verteidigen. Man stellt den Springer nach d2 und lässt den Bauern auf f3. Oder man zieht den f-Bauern vor und verteidigt diesen mit dem Läufer. Zhu Jiner entschied sich falsch. Wie ist es richtig


Die Eröffnungsphase war zunächst gut für den Türken Adar Tarhan mit Weiß verlaufen. Er nahm dann einen vergiften Bauern auf h5 (19. Zug) und die Stellung war ausgeglichen, dann übernahm Zhu Jiner die Kontrolle und hatte mehr vom Spiel in diessem Doppelturmendspiel. Witzigerweise galt es hier den 46. Zug zu spielen und die Frage war diesmal für die Schwarzspielerin, ob sie den Bauern auf h5 schlagen sollte oder nicht.


In dieser Stellung musste Weiß unbedingt auf d5 nehmen. Das macht man sicher ungerne, aber die Alternative war es die Läufer zu tauschen und danach ist der Springer auf d5 eine Macht. Einige Züge später gab der englische Großmeister Royal Shreyas in der folgenden, hoffnungslosen Stellung auf.


In dieser Schlussstellung gibt es lediglich einen ästhetischen Mangel. Schwarz hat vergessen, den Turm h8 nach h7 zu stellen, dann stehen alle schwarzen Figuren auf einem weißen Feld. Der Springer auf d5 dominiert das Feld und Shreyas hatte verständlicherweise keine Lust mehr weiter zu spielen. Weiterer Widerstand ist nutzlos auf dem Niveau.

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Partien unkommentiert










Was Wikipedia über Zhu Jiner sagt.



Foto: Przemek Nikiel (FIDE Chess) Die 22-jährige Chinesin

Fotos: Ingrid Schulz (Deutscher Schachbund)

508 Spieler spielten in Norddeutschland das letzte Turnier der DSAM-Serie. DSAM steht für Deutsche-Schach-Amateur-Meisterschaft. Gespielt wurden Ende Mai fünf Runden in sieben Ratinggruppen an drei Tagen. Es ging um Qualifikationsplätze für das Finale Mitte Juli in Bad Wildungen.

Von Thorsten Cmiel

Es wurden keine Partien übertragen, das entlastet die Organisation und reduziert Betrugsrisiken, aber erschwert die Berichterstattung. Die hier präsentierten Momente sind daher eine rein subjektive Auswahl aus der A-Gruppe und zu oft aus eigenen Partien.


Obstinitiative

Wer acht Stunden Schach am Tag spielt, sollte das Trinken nicht vergessen und etwas Obst hilft sicher ebenfalls, um den Energiehaushalt legal aufzufrischen. Wer wollte konnte sich bei Äpfeln oder Bananen bedienen.

Am Ende standen die Sieger und Qualifizierten fest. Wer sich für die Namen der Sieger interessiert, der sei auf die offzielle Homepage der DSAM in Travemünde verwiesen. Hier findet sich auch ein Link zu weiteren Fotos von der Veranstaltung.

Zwei Entscheidungen in Gruppe A

In der A-Gruppe fiel die Entscheidung um den Turniersieg in den folgenden zwei Partien, die hier auszugsweise dargestellt sind. Es war in jedem Fall spannend. Wer will kann diese beiden Partiefragmente noch genauer analysieren.



Turmendspiele enden oft Remis – auch gewonnene

In der letzten Runde kam es in der A-Gruppe zu einem Endspiel, das nach mehreren Stunden Spiel und drei Tagen voller Schach letztlich nicht zu dem erwartbaren Ergebnis führte. Tatsächlich waren viele Partien umkämpft und natürlich gab es in jeder Gruppe Fehler und spannende Entscheidungen. So auch hier.


Es gibt viele Gründe anzunehmen, dass Weiß hier auf Gewinn steht. Die Frage stellt sich wie gewinnt Weiß am einfachsten? Der logischste Gewinnplan besteht darin sofort einen Freibauern zu bilden. Zumal der gegnerische Turm und vor allem der gegnerische König schlecht postiert sind. Dafür war hier 1.b4-b5 ein deutlicher Gewinnweg. Nach g4-g3 tauscht Weiß den Bauern ab und zieht seinen König nach f1. Schwarz kann dann zwar seinen Turm kurz aktivieren, aber ein gegnerischer a-Freibauer nach jedem Schlagen auf b5 wäre bereits kurz vor der Umwandlung und die unglücklichen Königspostierung auf der Grundreihe kostet einen Turm. Schwarz kann also nur von der sechsten Reihe verteidigen und Weiß zieht seinen b-Bauern nach b6 und gewinnt leicht. Weiß spielte etwas komplizierter.


Einige Züge später sah die Situation auf dem gleichen Brett so aus. Weiß steht immer noch auf Gewinn, aber wie genau gewinnt man? Die Gewinnführung ist jetzt schon schwieriger. Es ergibt Sinn dieses Endspiel etwas genauer zu studieren. Wer meint die Lösung gefunden zu haben, der kann versuchen von einer Schachengine Hilfe zu bekommen, aber die Varianten erfordern etwas Routine um den Gewinnplan herauszufiltern.

Einige teilweise sehr schwierige Situationen

Aus den erwähnten Gründen folgen einige schwierige Entscheidungen aus meinen eigenen Partien. Fehler müssen gemacht werden und Chancen ausgelassen. Ärgerlich ist es natürlich immer.

Aufgabe 1


In dieser Stellung hatte Schwarz zwei Möglichkeiten. Er konnte auf e5 den Bauern nehmen und auf die Fesselung auf der langen Diagonalen a1-h8 setzen, oder er nimmt sofort mit dem Springer auf d4. Was ist richtig und warum? Für die Lösung muss man sehr konkret die Varianten berechnen.

Aufgabe 2


Zuletzt hatte Schwarz seinen Springer von f6 nach a5 gezogen und dadurch den Druck gegen den Bauern c4 erhöht. Wer hat eine gute Idee, wie Weiß hier fortsetzen sollte?

Aufgabe 3


Schwarz hat eine Figur weniger aber übt starken Druck mit seinen zwei Türmen auf die weiße Stellung aus. Hier galt es eine gute Entscheidung zu treffen. Es hilft Kandidatenzüge zu sammeln.

Aufgabe 4


Schwarz hatte zuletzt mit seiner Dame, die auf e6 vom Turm angegriffen wurde, auf a6 einen Bauern geschlagen, der recht unwichtig ist. Gefühlt sollte hier etwas für Weiß funktionieren. Haben sie eine Idee? Am besten fängt man mit dem Sammeln von Kandidaten an und versucht diese durch Berechnungen zu rechtfertigen. Gibt es hier einen Ausheber?


Verteidigung liegt nicht jedem


Es beginnt wie oft mit der Suche nach Kandidaten. Der Schwarzspieler fand drei Züge und wählte natürlich die schwächste Fortsetzung. Manchmal sollte man auf Berechnungen verzichten und seinem Bauchgefühl folgen. Was sagt ihr Bauchgefühl?

Aus dem Akademie-Teil

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Die Partien und Analysen können durch Klicken auf den hier orange gekennzeichneten Button heruntergeladen werden.

Fotos: Ingrid Schulz (Deutscher Schachbund) 508 Spieler spielten

Von Thorsten Cmiel

Die Idee der Lasker Puzzles ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Aufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.


1. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge?

Schwarz konnte wegen einer taktischen Besonderheit den Bauern auf e5 schlagen und sich so großen Vorteil sichern.



2. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge.

Schwarz kann die Fesselung des e-Bauern nutzen und hier auf h3 einen Bauern schlagen. Etwas muss man allerdings noch rechnen…



3. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge.

In der Partie gelang es einem starken Großmeister nicht das Problem zu lösen…



4. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.

Hier entkorkte Vlastimil den Zug 28.Te4 und gewinnt damit entscheidendes Material.



Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.


Von Thorsten Cmiel Die Idee der Lasker Puzzles

Foto: John Brezina

1999 in Wijk aan Zee…



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Foto: John Brezina 1999 in Wijk aan Zee