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Foto: Przemek Nikiel (FIDE Chess)

Die 22-jährige Chinesin Zhu Jiner ist auf dem Vormarsch im Frauenschach. Zuletzt gewann sie den Frauen-Grand-Prix. Davor hatte sie bei der Schacholympiade in Budapest durch ihre Goldmedaille am ersten Brett bereits ein Ausrufezeichen gesetzt.

Von Thorsten Cmiel

Zhu Jiner studiert in Shanghai Finanzen und Ökonomie. Darüber hinaus ist wenig über die Chinesin bekannt. Momentan scheint sie eine Pause im Studium einzulegen. Im Monatstakt spielte Zhu zuletzt die Frauen-Grand-Prix-Serie, die sie etwas überraschend gewann. Nach der Schacholympiade in Budapest hatte Zhu zuletzt beim Europäischen Frauen-Vereins-Cup mitgespielt und ihre Gegnerinnen mit sechs Punkten aus sieben Partien klar dominiert.

Ihr Sieg beim aktuellen Frauen-Grand-Prix-Zyklus war beeindruckend. Zhu Jiner war nicht vorgesehen für das finanziell lukrative Frauenturnier. Die Chinesin kam erst spät hinzu, als ihre bekanntere Landsfrau Lei Tingjie ihre Teilnahme abgesagt hatte. Ohnehin kam Zhu Jiner bislang immer nur bei Verzicht anderer Spielerinnen zum Zuge. Bei der Schacholympiade beispielsweise spielte die erste Reihe der Chinesinnen – Ju Wenjun (34), Tan Zhongyi (33), Lei Tingjie (28) und Hou Yifan (31) – gar nicht mit. Zhu Jiner, die seit 2023 den Großmeistertitel hält, spielte am ersten Brett im „Nachwuchsteam“ der Chinesinnen. Genauso dabei war bei den Chinesinnen die erst damals erst 14-jährige Lu Miaoyi, die noch eine jüngere Generation repräsentiert.


Zhu Jiner holte bei der Schacholympiade 2024 in Budapest sieben Punkte aus neun Partien und überzeugte weitestgehend. Ihre im Verlauf der Ereignisse unnötige Niederlage in der fünften Runde gegen die Armenierin Lilit Mkrtchian hatte jedoch eine Niederlage des Teams China in der fünften Runde zur Folge. Danach folgte eine weitere Niederlage des Teams gegen starke Polinnen und das Team China erholte sich nicht mehr. Eine erneute Niederlage gegen Indien – Zhu remisierte mit Harika – kostete eine Medaillenchance.

In den Live-Ratings ist Zhu Jiner inzwischen auf dem fünften Rang der Frauenweltrangliste angekommen mit einer Liverating von 2547 ist sie die fünftbeste Chinesin und ihre Karriere hat gerade erst begonnen.


China hat sieben Spielerinnen, die über 2400 Elopunkte aufweisen. Drei der Spielerinnen waren oder sind Frauen-Weltmeisterin (Hou, Tan und Ju). Song Yuxin ist Jahrgang 2005. (Quelle: 2700 Chess)

Österreich dann Vereinigte Arabische Emirate

Da Zhu sich nach ihrem jüngsten Erfolg bereits für das Turnier der Kandidatinnen qualifiziert hat, kann sich die Chinesin auf ihre weitere Entwicklung konzentrieren. Kurz nach dem Grand-Prix in Österreich spielte Zhu Jiner erneut ein starkes Turnier mit. Das Sharjah Masters stellt eine ganz andere Herausforderung dar. Wir schauen Zhu dabei über die Schulter. Neben ihr spielte von den Top-Spielerinnen nur IM Bibisara Assaubayeva (KAZ), IM Divya Deshmukh (IND) und IM Teodora Injac (SRB) bei dem A-Turnier mit. Die beste Frau im Feld erhielt 1000 US-Dollar, die letztlich an Assaubayeva gingen, die eine Großmeisternorm (Performance über 2600) erzielte.


Das Sharjah Masters gehört zu den stärksten offenen Turnieren der Saison. Zhu Jiner spielte oft ziemlich lange Partien und verlor erst in der Schlussrunde etwas Elo. In diesem Turnier wurde sie diesmal von Bibisara Assaubayeva etwas in den Schatten gestellt, da die Kazachin eine GM-Norm erzielen konnte, und bald als 43. Frau überhaupt den Großmeistertitel erreicht.

Turnierverlauf

Das Turnier begann für Zhu Jiner mit einer recht ereignisarmen Partie gegen einen vietnamesischen Großmeister. Die Chinesin konnte danach zunächst einen kleinen Vorteil behaupten, der verflüchtigte sich aber schnell wieder. Ein solider Auftakt in dieses starke Turnier. In der zweiten Runde folgte ein weiteres solides Remis ohne Ungenauigkeit, die der Instanz aufgefallen wäre. Erst in der vierten Runde begannen die Partien etwas mehr Spannung zu bieten. Es folgen einige spannende Momente.


In dieser Situation steht Zhu Jinner technisch mit Schwarz auf Verlust. Es gibt einige Dinge zu beachten. Schwarz kann den d3 nicht nehmen, da die gegnerischen Bauern nicht beide vom Läufer geschlagen werden können. Aber Weiß muss natürlich aufpassen, dass der gegnerische König nicht einen Bauern gewinnt. Zuletzt hatte Schwarz seinen König von e4 nach d5 gezogen, da der Bauer auf f4 vom Springer auf d3 zuverlässig geschützt ist. An diesem Detail sollte Weiß zunächst nicht rütteln und seinen König bringen, aber wie? Schwarz muss mit seinem König in Richtung des a-Bauern laufen und die Ereignisse forcieren.



Diese Stellung aus der fünften Runde ist für Weiß schwierig zu verteidigen. Es gab hier zwei Konzepte, um den f-Bauern zu verteidigen. Man stellt den Springer nach d2 und lässt den Bauern auf f3. Oder man zieht den f-Bauern vor und verteidigt diesen mit dem Läufer. Zhu Jiner entschied sich falsch. Wie ist es richtig


Die Eröffnungsphase war zunächst gut für den Türken Adar Tarhan mit Weiß verlaufen. Er nahm dann einen vergiften Bauern auf h5 (19. Zug) und die Stellung war ausgeglichen, dann übernahm Zhu Jiner die Kontrolle und hatte mehr vom Spiel in diessem Doppelturmendspiel. Witzigerweise galt es hier den 46. Zug zu spielen und die Frage war diesmal für die Schwarzspielerin, ob sie den Bauern auf h5 schlagen sollte oder nicht.


In dieser Stellung musste Weiß unbedingt auf d5 nehmen. Das macht man sicher ungerne, aber die Alternative war es die Läufer zu tauschen und danach ist der Springer auf d5 eine Macht. Einige Züge später gab der englische Großmeister Royal Shreyas in der folgenden, hoffnungslosen Stellung auf.


In dieser Schlussstellung gibt es lediglich einen ästhetischen Mangel. Schwarz hat vergessen, den Turm h8 nach h7 zu stellen, dann stehen alle schwarzen Figuren auf einem weißen Feld. Der Springer auf d5 dominiert das Feld und Shreyas hatte verständlicherweise keine Lust mehr weiter zu spielen. Weiterer Widerstand ist nutzlos auf dem Niveau.

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Partien unkommentiert










Was Wikipedia über Zhu Jiner sagt.



Foto: Przemek Nikiel (FIDE Chess) Die 22-jährige Chinesin

Fotos: Ingrid Schulz (Deutscher Schachbund)

508 Spieler spielten in Norddeutschland das letzte Turnier der DSAM-Serie. DSAM steht für Deutsche-Schach-Amateur-Meisterschaft. Gespielt wurden Ende Mai fünf Runden in sieben Ratinggruppen an drei Tagen. Es ging um Qualifikationsplätze für das Finale Mitte Juli in Bad Wildungen.

Von Thorsten Cmiel

Es wurden keine Partien übertragen, das entlastet die Organisation und reduziert Betrugsrisiken, aber erschwert die Berichterstattung. Die hier präsentierten Momente sind daher eine rein subjektive Auswahl aus der A-Gruppe und zu oft aus eigenen Partien.


Obstinitiative

Wer acht Stunden Schach am Tag spielt, sollte das Trinken nicht vergessen und etwas Obst hilft sicher ebenfalls, um den Energiehaushalt legal aufzufrischen. Wer wollte konnte sich bei Äpfeln oder Bananen bedienen.

Am Ende standen die Sieger und Qualifizierten fest. Wer sich für die Namen der Sieger interessiert, der sei auf die offzielle Homepage der DSAM in Travemünde verwiesen. Hier findet sich auch ein Link zu weiteren Fotos von der Veranstaltung.

Zwei Entscheidungen in Gruppe A

In der A-Gruppe fiel die Entscheidung um den Turniersieg in den folgenden zwei Partien, die hier auszugsweise dargestellt sind. Es war in jedem Fall spannend. Wer will kann diese beiden Partiefragmente noch genauer analysieren.



Turmendspiele enden oft Remis – auch gewonnene

In der letzten Runde kam es in der A-Gruppe zu einem Endspiel, das nach mehreren Stunden Spiel und drei Tagen voller Schach letztlich nicht zu dem erwartbaren Ergebnis führte. Tatsächlich waren viele Partien umkämpft und natürlich gab es in jeder Gruppe Fehler und spannende Entscheidungen. So auch hier.


Es gibt viele Gründe anzunehmen, dass Weiß hier auf Gewinn steht. Die Frage stellt sich wie gewinnt Weiß am einfachsten? Der logischste Gewinnplan besteht darin sofort einen Freibauern zu bilden. Zumal der gegnerische Turm und vor allem der gegnerische König schlecht postiert sind. Dafür war hier 1.b4-b5 ein deutlicher Gewinnweg. Nach g4-g3 tauscht Weiß den Bauern ab und zieht seinen König nach f1. Schwarz kann dann zwar seinen Turm kurz aktivieren, aber ein gegnerischer a-Freibauer nach jedem Schlagen auf b5 wäre bereits kurz vor der Umwandlung und die unglücklichen Königspostierung auf der Grundreihe kostet einen Turm. Schwarz kann also nur von der sechsten Reihe verteidigen und Weiß zieht seinen b-Bauern nach b6 und gewinnt leicht. Weiß spielte etwas komplizierter.


Einige Züge später sah die Situation auf dem gleichen Brett so aus. Weiß steht immer noch auf Gewinn, aber wie genau gewinnt man? Die Gewinnführung ist jetzt schon schwieriger. Es ergibt Sinn dieses Endspiel etwas genauer zu studieren. Wer meint die Lösung gefunden zu haben, der kann versuchen von einer Schachengine Hilfe zu bekommen, aber die Varianten erfordern etwas Routine um den Gewinnplan herauszufiltern.

Einige teilweise sehr schwierige Situationen

Aus den erwähnten Gründen folgen einige schwierige Entscheidungen aus meinen eigenen Partien. Fehler müssen gemacht werden und Chancen ausgelassen. Ärgerlich ist es natürlich immer.

Aufgabe 1


In dieser Stellung hatte Schwarz zwei Möglichkeiten. Er konnte auf e5 den Bauern nehmen und auf die Fesselung auf der langen Diagonalen a1-h8 setzen, oder er nimmt sofort mit dem Springer auf d4. Was ist richtig und warum? Für die Lösung muss man sehr konkret die Varianten berechnen.

Aufgabe 2


Zuletzt hatte Schwarz seinen Springer von f6 nach a5 gezogen und dadurch den Druck gegen den Bauern c4 erhöht. Wer hat eine gute Idee, wie Weiß hier fortsetzen sollte?

Aufgabe 3


Schwarz hat eine Figur weniger aber übt starken Druck mit seinen zwei Türmen auf die weiße Stellung aus. Hier galt es eine gute Entscheidung zu treffen. Es hilft Kandidatenzüge zu sammeln.

Aufgabe 4


Schwarz hatte zuletzt mit seiner Dame, die auf e6 vom Turm angegriffen wurde, auf a6 einen Bauern geschlagen, der recht unwichtig ist. Gefühlt sollte hier etwas für Weiß funktionieren. Haben sie eine Idee? Am besten fängt man mit dem Sammeln von Kandidaten an und versucht diese durch Berechnungen zu rechtfertigen. Gibt es hier einen Ausheber?


Verteidigung liegt nicht jedem


Es beginnt wie oft mit der Suche nach Kandidaten. Der Schwarzspieler fand drei Züge und wählte natürlich die schwächste Fortsetzung. Manchmal sollte man auf Berechnungen verzichten und seinem Bauchgefühl folgen. Was sagt ihr Bauchgefühl?

Aus dem Akademie-Teil

SERVICEHINWEIS

Die Partien und Analysen können durch Klicken auf den hier orange gekennzeichneten Button heruntergeladen werden.

Fotos: Ingrid Schulz (Deutscher Schachbund) 508 Spieler spielten

Von Thorsten Cmiel

Die Idee der Lasker Puzzles ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Aufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.


1. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge?

Schwarz konnte wegen einer taktischen Besonderheit den Bauern auf e5 schlagen und sich so großen Vorteil sichern.



2. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge.

Schwarz kann die Fesselung des e-Bauern nutzen und hier auf h3 einen Bauern schlagen. Etwas muss man allerdings noch rechnen…



3. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge.

In der Partie gelang es einem starken Großmeister nicht das Problem zu lösen…



4. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.

Hier entkorkte Vlastimil den Zug 28.Te4 und gewinnt damit entscheidendes Material.



Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.


Von Thorsten Cmiel Die Idee der Lasker Puzzles

Foto: John Brezina

1999 in Wijk aan Zee…



SERVICEHINWEIS

Man kann die Analyse durch Klicken auf den hier orange markierten Button herunterladen.

Foto: John Brezina 1999 in Wijk aan Zee

Ein Spieler qualifiziert sich 2025 für das Kandidatenturnier 2026. 2024 hatte sich Fabiano Caruana als erster Spieler die Turnierteilnahme gesichert. Bisher hat der Inder Praggnanandhaa die besten Chancen.

Beim aktuellen Zyklus zählen die besten sieben Ergebnisse. Ding Liren erhielt einen Kickstart für seinen Wettkampf um die Schachkrone 2024, wurde aber seitdem nicht mehr gesehen. Praggnandhaa hat bisher ein gutes Jahr: In Wijk aan Zee gewann Pragg im Tie-Break-Wettkampf gegen Gukesh, in Prag teilte er den zweiten Platz und jetzt in Rumänien kam ein weiterer Turniersieg nach einen Wettkampf mit Alireza Firouzja und Maxime Vachier-Lagrave (MVL) hinzu.

Und Pragg, der diesmal nicht beim Elite-Turnier in Norwegen dabei ist, plant schon ab Ende Mai sein nächstes Turnier, diesmal geht es nach Armenien. Zusammen mit seinem Kumpel Aravindh Chithambaram ist er im Stepan-Avagyan-Memorial Favorit auf den Turniersieg.


Der aktuelle Stand findet sich im Leaderboard auf deren Website. Aber eine Lauerstellung ist nicht unwichtig. Sollte Pragg sich beim Worldcup oder im Grand-Swiss-Turnier durchsetzen, dann kommt der nächste Spieler zum Zuge. Bisher sind die Turnierteilnahmen weiterer erwartbarer Favoriten noch eher spärlich bisher.

Die Regularien zum FIDE-Circuit finden sich genauer erläutert hier. Neben Turnieren mit klassischer Bedenkzeit kommen auch ausgewählte Top-Rapid- und Blitzturniere in die Wertung, wobei deren Gewicht geringer ausfällt. Insgesamt können bis zu sieben Turniere herangezogen werden. Es wird also viel Spielen belohnt, denn wer viele Turniereinsätze hat, kann auch einfacher ein weniger erfolgreiches Turnier streichen.

Ein Spieler qualifiziert sich 2025 für das

Von Thorsten Cmiel

Die Idee der Lasker Puzzles ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Aufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.


1. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge?

Eine aktuelle Partie aus 2025. Weiß hatte zuletzt lang rochiert. War das ein guter Zug? Wie sollte der Schwarzspieler reagieren?


2. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge.

Wer hat in dieser Stellung aus 2025 eine gute Idee für Schwarz?


3. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge.

Schwarz hat materiellen Vorteil. Weiß hingegen hat nur Hoffnung, wenn es ihm gelingt, die Bauern am Damenflügel in Bewegung zu setzen. Was tun?


4. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.

Diese Stellung stammt aus eine Partie von Vlastimil Hort gegen Boris Spassky, beides zwei 2025 verstorbene Großmeister, die in den 70er-Jahren ihre besten Zeiten hatten. Diese Stellung stammt aus dem Kandidatenwettkampf der beiden 1977 in Reykjavik. Was geht?


Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.


Von Thorsten Cmiel Die Idee der Lasker Puzzles

Paul Morphy spielte 1858 in Paris eine der berühmtesten Partien der Schachgeschichte gegen Karl von Braunschweig und Graf Isoard. Sie wurden später als Opernpartie bekannt. Aber warum eigentlich?

Robert James Fischer zeigte sich ebenfalls begeistert von der Partie und kommentierte sie. Hier zum Nachspielen.


Paul Morphy spielte 1858 in Paris eine

In der letzten Woche sorgte ein Verbannen des Schachspiels durch die Taliban in Afghanistan für einige mediale Aufmerksamkeit. Der Weltschachbund benötigte kurze Zeit, um auf die Ankündigung zu reagieren.

Thomas Macintosh für BBC (11.5.25)

Tagesspiegel (12.5.25)

FAZ (12.5.25)

Der Spiegel (13.5.25)

Im Wortlaut in deutscher Übersetzung formuliert der Weltschachbund am Mittwoch den 14. Mai:

Die FIDE und die weltweite Schachgemeinschaft bedauern zutiefst die Entscheidung der afghanischen Regierung, Schach aufgrund von Bedenken hinsichtlich Glücksspiels auszusetzen. Die FIDE steht in engem Kontakt mit dem IOC, der Asian Chess Federation und anderen relevanten Sport- und internationalen Gremien, um eine konstruktive Lösung zu finden.

Wir glauben, dass Schach eine der schönsten Sportarten der Welt ist, die Fleiß, Geduld, Fairness und Offenheit fördert. Über das Brett hinaus ist Schach ein wirkungsvolles Instrument zum Aufbau von Gemeinschaften und zur Zusammenführung von Menschen. Wenn es ein Spiel, eine Sportart gibt, die fast ausschließlich von Geschicklichkeit und Vorbereitung und nicht vom Zufall abhängt, dann ist es Schach.

Schach hat in Afghanistan eine lange Tradition. In den letzten Jahren hat das Spiel im Land einen Aufschwung erlebt, und immer mehr junge Menschen beginnen mit dem Schachspielen. Eine Aussetzung des Schachsports könnte seiner Entwicklung schaden und zukünftigen afghanischen Spielern die Möglichkeit nehmen, ihr Talent unter Beweis zu stellen und ihr Land auf der internationalen Bühne zu vertreten.

Die FIDE wird die Entwicklungen weiterhin aufmerksam verfolgen, einen konstruktiven Dialog mit den Behörden führen und mit internationalen Sportorganisationen und anderen relevanten Akteuren zusammenarbeiten, um Wege zu finden, den Schachsport in Afghanistan so schnell wie möglich wieder zuzulassen.

In der letzten Woche sorgte ein Verbannen

Drama in Österreich. Vor der Runde stand bereits fest, dass die Chinesin Zhu Jiner sich für das Turnier der Kandidatinnen im nächsten Jahr qualifiziert hat. Vakant war der zweite Qualifikationsplatz. Würde Anna Muzychuk ihre Partie gegen die Inderin gewinnen und Zhu nicht, wäre Anna ebenfalls erneut Kandidatin. Am Ende reichte es für sie zum Turniersieg, aber nicht zur Qualifikation zum Kandidatenturnier.

Von Thorsten Cmiel

Zhu war eigentlich gar nicht für den Grand-Prix qualifiziert, sondern ersetzte ab dem vierten Grand-Prix ihre Landsfrau Lei Tingje. Ihr Auftreten wirkte in sämtlichen drei Turnieren souverän. Die kleine Rochade zu Beginn des Events scheint ihrem Selbstbewusstsein nicht geschadet zu haben und es folgte fünf Siege in Folge. In der Schlussrunde allerdings sah es lange Zeit nach Remis und dann nach einer Niederlage für die Chinesin aus. Da Anna gegen Vaishali einem Remis entgegensteuerte, sah es so aus als wäre die Russin Goryachkina aus dem Rennen. Aber der Reihe nach.


Das Endspiel von Alexandra Kosteniuk begann nach sechsundzwanzig Zügen hier. Weiß hat vielleicht einen symbolischen Vorteil durch den Besitz des einzig verbliebenen Läufers auf dem Brett. Die Chinesin muss hier vor allem für ihre Springer gute Posten finden. Das gelang ihr zunächst auch und zur Zeitkontrolle war alles in Ordnung. Noch.


Im 43. Zug unterlief der Chinesin ein Fehler, der zum Verlust führen sollte. Was würden sie hier spielen?

Für Zuschauer und Kommentatoren, die mit einer Spielerin mitfiebern, war in diesem Moment die Ukrainerin Anna Muzychuk, die gegen Vaishali ausgeglichen stand, mit einem Bein im Turnier der Kandidatinnen.


Hier musste Kosteniuk lediglich entscheiden, ob das Endspiel nach Tausch auf g4 gewonnen ist, oder nicht. Wie würden sie entscheiden? Zur Motivation: Die für die Schweiz spielende Alexandra Kosteniuk entschied sich falsch.

Endstand und Partien Runde 9

Im Gesamt-Grand-Prix gewinnt Zhu Jiner nach ihrem geteilten ersten Platz von Goryachkina. Beide Spielerinnen sind damit für das Turnier der Kandidatinnen qualifiziert. Mit weniger als zwei Punkten dahinter landet Anna Muzychuk letztlich auf dem dritten Platz im Gesamtklassement des Grand-Prix 2024/25.

Das Turnier bot viele spannende Partien und beeindruckt durch seine hohe Zahl an entschiedenen Partien (29 von 45).






Tan Zhongyi – Maria Muzychuk 0.5 – 0.5

Tan Zhongyi scheitert erneut an technischen Schwächen und zu schnellem Spiel. Diese Schwäche kennt man aus dem Kandidatenturnier in Toronto, aber vor allem ihrem WM-Kampf vor einem Monat. Letztlich verschenkt die Chinesin einen halben Punkt. Durch großen Kampfgeist ermöglichte Maria ihrer Schwester den Turniersieg. Es kam anders.


Das Event fand in der Steiermark in Österreich statt. Gespielt wurde in einer Art Wintergarten in traumhafter Kulisse, leider fernab von Zuschauern, die vor allem zu speziellen Events kamen. Wie hier junge Frauen, die gegen Vishy Anand ran durften.

Fotos: Przemek Nikiel, FIDE Chess.

Offizielle Homepage Grand-Prix.


Drama in Österreich. Vor der Runde stand

Von Thorsten Cmiel

Die Idee der Lasker Puzzles ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Aufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.


1. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge?

Schwarz kann hier überraschend mit dem Springer auf e5 schlagen und so einen Bauern gewinnen. Weiß kann den Springer schlagen, weil dann der schwarzfeldrige Läufer ins Spiel käme. Woher diese Stellung stammt konnte ich leider nicht mehr rekonstruieren.


2. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.

Der Lösungszug ist hier lediglich 1.Ka8!! Der Rest ist einfach zu berechnen.


3. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.

Hier steht ein Matt in vier Zügen auf der Agenda. Es beginnt mit dem Turmzug nach d7. Danach droht das Matt mit der Dame auf g7 oder h8. Schwarz muss den Turm mit dem Läufer schlagen. Es folgen Schachgebote auf d6 und h6 mit der Dame und Matt durch den Turm auf g8.


4. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.

Diese Stellung stammt aus einer Partie von Magnus Carlsen mit Schwarz, die ich nicht gefunden habe in einer relevanten Database. Wer sofort auf g7 die Dame opfern will und dann mit dem Springer via h6 und f7 Dauerschach geben möchte, der hat die richtige Idee, aber diese nicht richtig umgesetzt. Weiß gewinnt indem er die Schachgebot mit dem Springerschach auf h6 beginnt. Nach dem Königszug nach h8 folgt das Doppelschach auf f7 und nach dem Königszug nach g8 folgt erst jetzt das Damenopfer auf g7 nebst Matt via Turmzug nach h7 und Matt auf h6 mit dem Springer.

Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.


Von Thorsten Cmiel Die Idee der Lasker Puzzles