Nach dem Ruhetag ging es endgültig auf die Zielgerade im österreichischen Grand-Prix-Turnier. Neben dem Turniersieg gibt es den Grand-Prix-Gesamtstand, der eine Rolle spielt. Die zentrale Frage lautet, ob es einer oder zwei Spielerinnen gelingt, die Russin Gorychkina noch von der Tabellenspitze zu verdrängen.
Zhu Jiner gewinnt ihre fünfte Partie in Serie und verbessert ihre Chancen zur direkten Qualifikation für das Turnier der Kandidatinnen. In Lauerposition und mit einer Außenseiterchance für die Qualifikation bringt sich Tan Zhongyi in Stellung. Anna Muzychuk wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht qualifiziert.
Runde 8: Zhu und Anna Muzychuk mit Remis.
Die Ausgangslage zur neunten Runde ist jetzt deutlich. Zhu Jiner wird kaum alles versuchen, sondern gewinnt vermutlich mit einem Remis die Gesamtwertung im Grand-Prix 2024/25. Anna Muzychuk hingegen sollte versuchen gegen die Inderin Vaishali zu gewinnen, um sich doch noch zu qualifizieren und die Russin aus dem Rennen zu nehmen.
2025 ist das Jahr der Abschiede. Nach Robert Hübner und Boris Spassky ist nun mit Vlastimil Hort ein weiterer großer Spieler und eine herausragende Persönlichkeit des Schachs gestorben. Vlastimil Hort gehörte in den 1970er Jahren zu den weltbesten Spielern. Nach seiner Übersiedlung nach Deutschland begeisterte er die Fernsehzuschauer mit seinem hintergründigen Humor bei den Sendungen „Schach der Großmeister“.
Von André Schulz.
Dieser Artikel ist zuerst bei Chessbase erschienen und hier mit freundlicher Genehmigung des Autors veröffentlicht.
Vlastimil Hort wurde am 12. Januar 1944 in Kladno in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Mit fünf Jahren lernte er das Schachspiel in einem Krankenhaus, wo ein fürsorglicher Arzt mit ihm spielte. Schon bald zeigte sich sein großes Talent. Schon mit 16 Jahren wurde Vlastimil Hort 1960 erstmals für eine Schacholympiade in die Tschechoslowakische Nationalmannschaft berufen.
Foto:. H. Lindboom, W. van Rossem / ANEFO, via http://nationaalarchief.nl. Junioren-WM (U20) 1961 in Den Haag.
1965 ernannte die FIDE ihn zum Großmeister. Vlastimil Hort gehörte bald zu den besten Spielern der Welt und wurde 1970 in die Weltauswahl beim legendären Wettkampf UdSSR gegen den Rest der Welt berufen. Auf dem Gipfel seiner Karriere belegte Vlastimil Hort 1977 zusammen mit Mihail Tal und Lev Polugajevsky den 6. Platz in der Weltrangliste. Als Kandidat spielte Vlastimil Hort um die Weltmeisterschaft mit. 1977 unterlag er sehr unglücklich Boris Spassky, nachdem er bei Gleichstand in der vorletzten Partie in Gewinnstellung die Zeit überschritt. Zuvor hatte Hort dem kranken Spassky eine Auszeit gewährt, weil er nicht durch Krankheit des Gegners den Wettkampf gewinnen wollte. Im Jahr 1979 verließ Vlastimil Hort wie viele andere Spieler die Tschechoslowakei, nachdem die Staatsführung in der Folge des Prager Frühlings und des Einmarsches der Armeen des Warschauer Pakts wieder „auf Kurs“ gebracht worden war.
Vlastimil Hort in einer Karikatur. Zeichnung: Ottokar Masek
Vlastimil Hort fand in der Bundesrepublik Deutschland ein neues Zuhause. Mit seiner charmanten Art und seinem böhmischen Humor machte er sich schnell viele Freunde, ohne aber die Verbindungen in seine alte Heimat je abreißen zu lassen. Nach der politischen Wende 1990 konnte er seine früheren Freunde auch wieder persönlich sehen.
Vlastimil Hort feierte unzählige Erfolge im Schach. Sechsmal gewann er die tschechoslowakische Schachmeisterschaft, dreimal die deutschen Meisterschaften. Zwischen 1960 und 1992 nahm Hort 14 Mal an Schacholympiaden teil, elf Mal für die Tschechoslowakei, dreimal für Deutschland. Bei der Schacholympiade in Skopje 1972 gewann Hort an seinem Brett die individuelle Silbermedaille. Mit der tschechoslowakischen Mannschaft gewann er 1982 in Luzern ebenfalls die Silbermedaille. Im Laufe seiner Karriere gewann Hort über 80 Turniere.
Vlastimil Hort spielte viele Jahre in der Bundesliga für die SG Porz Mannschaftskämpfe und nahm seinen Wohnsitz in Köln. Hier war es auch nicht weit zum WDR, wo Hort zusammen mit Helmut Pfleger der ständige Kommentator bei den Schachsendungen „Schach der Großmeister“ war. Horts hintergründiger Humor mit vielen Aphorismen und lustigen Geschichten sorgte nicht nur unter den Schachfans für viele treue Zuschauer. Auch in seinen Büchern vermittele Vlastimil Hort neben seinen herausragenden Partien viele amüsante Erlebnisse und Geschichten rund ums Schach. Später zog Vlastimil Hort nach Eitorf, wo er mit seiner Frau Brigitte lebte.
Brigitte und Vlastimil Hort
In den letzten Jahren litt Vlastimil mehr und mehr unter seinem fortschreitenden Diabetes. Er konnte am Ende nicht mehr gehen, musste das Schachspielen, seine Simultanvorstellungen und seine Reisen aufgeben, die ihm immer viel Freude bereitet hatten.
Im Januar 2025 musste Vlastimil Hort Abschied von seinem guten Freund Robert Hübner nehmen. Hübner und Hort hatten viele Turniere und Mannschaftswettkämpfe gemeinsam bestritten und Hübner war regelmäßiger Gast beim Ehepaar Hort in Eitorf, weil er die Gespräche mit Brigitte und Vlastimil und Brigittes Kochkunst schätzte.
Vlastimil Hort war ein überaus freundlicher, auch spontaner Mensch, der das Schachspiel ungemein liebte. Es machte ihm Freude, in Hamburg bei ChessBase vor der Kamera Partien zu zeigen und Geschichten zu erzählen. Manchmal setzte er sich in Eitorf in die Bahn, fuhr nach Hamburg, machte Aufnahmen und fuhr am gleichen Tag zurück.
Foto: André Schulz
Oft rief er spontan an, wollte wissen, was in der Schachwelt vor sich ging. Manchmal konnte er eine Schachaufgabe, mit denen er sich gerne beschäftige, trotz langen Probierens nicht lösen. „Bittäh, kannst du das schnell in Maschinäh eingeben. Ähs sind nur fünf Steinäh…“
In den letzten Wochen verlor Vlastimil mehr und mehr Kraft und Zuversicht. Am 12. Mai 2025 schloss er für immer die Augen.
Die Idee der Lasker Puzzles ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Aufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.
1. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge?
Kann Schwarz hier noch irgendetwas unternehmen, um die weiße Festung zu knacken?
2. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Kann Weiß in dieser Stellung noch gewinnen? Falls ja, wie?
3. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Die weißen Schwerfiguren sind nah am gegnerischen König. Wie geht es weiter und was kommt raus?
4. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Aus einer Partie von Magnus Carlsen mit Schwarz. Was kann Weiß hier noch erreichen?
Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.
Für das Killer-Training-Chess-Camp in Roquetas de Mar sollten wir Partien einschicken. Das Thema war nicht bekannt. Ich entschied mich für eine Begegnungen der Senioren-Europameisterschaft unter anderem mit einem anderen Camp-Teilnehmer, die uns einige Nerven kostete.
Stephen Dishman – Thorsten Cmiel 2024
Beginnen wir mit einigen Momenten der Partie. Das Thema im Camp war positionelles Schach – ich hatte eher Taktik erwartet und meine Partieauswahl daran orientiert. Sicher ein Grund weshalb die Partie nicht betrachtet wurde, denn spannend war das Geschehen in jedem Fall und einige positionelle Momente gab es ebenfalls.
Weiß hat auf f6 einen Läufer geschlagen und war immer noch in seiner Vorbereitung. Wie sollte Schwarz hier zurückschlagen?
Die Lösung findet sich in der ausführlichen Partieanalyse.
Nach jeder Partie ergeben sich immer wieder viele Fragen zur Partiefolge und bei alternativen Spielweisen. Wie ist die obige Stellung einzuschätzen? Wie sollte Schwarz hier am Zug am besten fortsetzen?
Lösung (Hier Klicken)
Nach dem richtigen positionellen Zug, die schwarze Dame sollte nach d6 ziehen, steht Schwarz bereits auf Gewinn. Das liegt an der Blockade des d-Bauern, aber vor allem an der Stärke des schwarzen c-Bauern. Wer es in Bauerneinheiten mag: Schwarz liegt trotz des Bauern weniger und der ramponierten Bauernstruktur am Königsflügel über dreieinhalb Bauern im Enginesprech vorne.
Schwarz steht vor der Frage, ob er seinen Läufer nach h7 oder g6 zurückziehen soll. Oder gibt es wegen der Folge 25.f4 f5 gar keinen Unterschied? Ich gebe zu, dass schon die Fragestellung die Beantwortung erleichtert. Aber warum?
Lösung (Hier Klicken)
Der Unterschied ist sogar extrem. Die präsentierte und gespielte Idee aus der Partie war es in der Tat 25.f4 mit f6-f5 zu beantworten. Dann macht es wirklich keinen Unterschied wohin der Läufer zieht. Aber diese Antwort war falsch. Richtig war es hier den schwarzen Läufer direkt nach h7 zu ziehen und konsequent die Umwandlung des c-Bauern zu betreiben (mit dem Turmzug nach b1 und dem Damenzug nach b8. Auf g6 würde der Läufer mit f5 bedrängt und das genügt Weiß zum Ausgleich. In der Partie kam es ohnehin anders, aber das ist kein Argument hier nicht den stärksten Zug zu spielen.
Schwarz steht vor seinem 32. Zug und die Zeit wird knapp (drei Minuten). Sollte er hier auf e2 die Türme tauschen oder wie steht es mit dem Schlagen auf f1? Ihre Entscheidung. Wie fast immer habe ich in dieser Partie falsch entschieden. Sie können das sicher besser. Die Lösung findet sich in der Partieanalyse.
Was tun?
Aus einer anderen Partie im gleichen Turnier, die es ebenfalls nicht in die Auswahl geschafft hat, hier noch ein Moment, den ich interessant fand – auch bei Berücksichtigen des Camp-Themas.
Wie sollte Weiß hier warum fortsetzen? Eine der drei Fragen, die wir im Camp ausführlich angewandt haben, hilft eine gute Antwort zu finden. Aber welche Frage ist gemeint?
Lösung (Hier Klicken)
Die Lösung ist aus meiner Sicht über einige Gedanken zu den gegnerischen Absichten zu finden. Schwarz hat die weiße Bauernstruktur etwas ramponiert und will bei Gelegenheit sogar die Läufer via a4 abtauschen und so seine Stellung entlasten. Weiß hat zwei denkbare Antworten, welche die schwarzen Absichten adressieren. Er kann entweder physisch seinen a-Bauern weiter vorziehen und den Tausch verhindern. Oder Weiß zieht seinen Turm nach d4 und bereitet gleichzeitig Turmschwenks auf der vierten Reihe vor. Das war der Partiezug.
Natürlich wollte ich hier bereits auf h6 zuschlagen, aber wie geht es nach der Annahme konkret weiter? Meine Berechnungen führten hier nicht zum Erfolg und ich schob es auf. KCT-Schüler sind hier sicher besser geschult.
Nach vier Runden scheint plötzlich Anna Muzychuk die besten Qualifikationschancen zu haben. Die beiden Chinesinnen sind mit 50 Prozent dabei und zurzeit lediglich in Lauerstellung. Sollte Anna das Turnier alleine gewinnen (130 GPP), zöge die Ukrainerin an Gorychkina vorbei. Die Chinesin Zhu Jiner hingegen benötigt nur ein Plus-Resultat, um sich für das Kandidatinnenturnier zu qualifizieren. Ein geteilter Dritter bis vierter Platz reicht (77.5 GPP), um die Russin zu übertrumpfen.
Runde 5: Zhu Jiner schließt auf und Anna verpasst Chance
Runde 6: Zhu Jiner gewinnt vier Partien hintereinander und ist wieder dran
Stand Runde 6 wären Anna Muzychuk und Zhu Jiner qualifiziert. Aber die Ukrainerin sollte sich nicht zu sicher fühlen, denn die Chinesin hatte zuletzt vier Partien gewonnen und zumindest nominell gegen die stärksten Gegnerinnen bereits gespielt.
Manchmal hat man überraschende Chancen in der Eröffnung. Es ist schade, wenn man diese Chancen verpasst, weil man den wünschenswerten Zug wegen fehlender Präzision nicht spielt. Ein Schadensbericht.
Von Thorsten Cmiel
Im aktuellen Schachcamp von Killer Chess Training (KCT) in Roquetas de Mar, in Spanien, stellte uns Renier Castellanos eine Stellung vor, die in der Eröffnungsphase eine vor allem positionelle Lösung hatte. (Wird hier nicht weiter aufgelöst.)
Weiß ist dran und steht vor seinem zehnten Move. Was will der Weiße hier spielen und was eher nicht, was Renier natürlich spielte? Dafür muss man allerdings einige Berechnungen anstellen. Viel Erfolg. Wer im Camp ist, der hat bei der Lösung Vorteile.
KCT-Selfie: Renier Castellano
Zwei Renier-Friendly Homeworks
Renier ist bei KCT unter anderem für das Bearbeiten der Hausaufgaben zuständig. Die sollen in KCT-Sprech Friendly oder schwere Killer-Aufgaben sein. So ganz habe ich es noch nicht verstanden…gestern versprach ich Renier jedenfalls zwei Aufgaben. An beiden Lösungen bin ich in einer praktischen Partie gescheitert. Wer will kann diese ebenfalls zu lösen versuchen.
Hier steht Schwarz vor seinem 9. Move. Ich scheiterte wie so oft an meinen Rechenkünsten zum Schluss einer längeren Variante. Statt den eindeutig richtigen Zug zu spielen… Wie sollte es hier am besten weitergehen? Wer die Lösung hat, der kann sich die Partiefolge und eine kurze Kommentierung ansehen. Spoiler für Feinschmecker: Vincent Keymer hat ein ähnliches Konzept gegen Magnus Carlsen beim letzten World Cup ebenfalls ausgelassen und schied später aus.
Lösung (Hier Klicken)
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Schwarz steht vor seinem siebten Move. Was ist wünschenswert und wie ging die Partie natürlich nicht weiter. In gewisser Weise war mein nächster Zug Arbeitsverweigerung. Etwas Rechnen kann beim Schachspielen nie schaden. Hier muss man einfach den positionell wünschenswerten Zug in Gang bringen.
Lösung (Hier Klicken)
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HINWEIS
Wer diesen Text und die Anmerkungen in einer anderen als der deutschen Sprache liest (Google sei gedankt), beachte bitte: Manche Übersetzungen sind unfreiwillig komisch. So wird aus Ding Liren im Englischen „thing“ Liren oder aus dem Schachzug wird gelegentlich nicht der „move“, sondern der „train“. Für automatische Übersetzungsfehler wird also keinesfalls gehaftet.
In der ersten Runde gab es drei entschiedene Partien. Recht deutlich gewann die Inderin Vaishali ihre Partie. In der Partie von Olga Badelka gegen Alexandra Kosteniuk irrten beide Spielerinnen ein wenig durch die Eröffnung. Wohingegen das Duell der beiden favorisierten Chinesinnen schon eine Art Vorentscheidung sein könnte.
Zum Grand-Prix: Tan muss das Turnier gewinnen, um sich zumindest vor Humpy Koneru zu schieben und ihre Landsfrau muss auf dem (geteilten) zweiten Platz einlaufen, um die Qualifikation zu sichern. Fast sicher qualifiziert ist die Russin Goryachkina. Eine Rolle könnte noch Anna Muzychuk spielen.
Runde 2
Erneut gab es drei entschiedene Partien: Tan Zhongyi gewinnt auch ihre zweite Partie und liegt punktgleich mit der Inderin Vaishali vorne. Zhu Jiner, die in den letzten zwei Grand-Prix-Turnieren dominierte, musste erneut hinter sich greifen. Die Niederlage gegen die Ukrainerin Anna Muzychuk kann im Gesamtklassement wichtig werden.
Runde 3
Die größte Überraschung war vielleicht die Niederlage von Tan Zhongyi. Ihre Landsfrau konnte ihren Start wieder etwas korrigieren. Die Zahl der entschiedenen Partien lag erneut hoch und von den bisher gespielten 15 Partien wurden insgesamt zehn entschieden.
Die Idee der Lasker Puzzles ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Aufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.
1. Aufgabe: Weiß ist am Zuge?
Die Lösung beruht in zwei Varianten auf Unterverwandlungsmotiven.
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2. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
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3. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
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4. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
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Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.
Die Idee der Lasker Puzzles ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Aufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.
1. Aufgabe: Weiß ist am Zuge?
Diese Stellung stammt aus einem Social-Media-Beitrag von Jan Timman. Wie geht es weiter?
2. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Haben Sie eine Empfehlung für den Anziehenden?
3. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Weiß sollte gewinnen. Aber wie?
4. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
El Classico. In dieser Blitzpartie verpasst ein Weltklassegroßmeister zweimal ein bekanntes Motiv. Er gewinnt stattdessen weniger elegant. Was sollte er mit Weiß hier am besten spielen?
Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.
Rundenturniere nehmen oft ganz spezielle Wendungen für einzelne Spielerinnen und Spieler. So war es auch bei Grand-Prix-Turnier in Indien. Wir gehen einigen solchen Phasen nach. Und schauen besonders wie die drei führenden Spielerinnen untereinander spielten.
Von Thorsten Cmiel
Sportgeschichten werden von Siegern geschrieben. Das gilt natürlich auch für dieses Turnier, das letztlich von der Inderin Koneru Humpy und der Chinesin Zhu Jiner dominiert wurde. Es ging um drei Trophäen und um 18.000, 13.000 und 10.500 Euro für die ersten drei Plätze. Die ersten zehn Spielerinnen bekommen nach dem Ende des Grand-Prix in einem Monat noch einen Nachschlag bei einem Gesamtvolumen von 120.000 Euro. Entscheidend ist die Platzierung im Gesamt-Grand-Prix.
Grand-Prix-Wertung
Zwei Spielerinnen qualifizieren sich für das Turnier der Kandidatinnen. Es zählen drei Ergebnisse. Die besten Chancen auf den Gesamtsieg scheint Zhu Jiner zu haben, die zwei Turniere als geteilte Siegerin beendete, dabei war sie eigentlich gar nicht vorgesehen als Teilnehmerin. Außenseiterchancen haben noch Tan Zhongyi nach ihrem verlorenen WM-Kampf und Anna Muzychuk. Diese beiden müssten das Turnier allerdings alleine gewinnen, um noch an Goryachkina vorbeiziehen zu können.
Mongolische Leiden
Eine der ersten positiven Geschichten schien die Mongolin Batkhuyag Munguntuul zu schreiben, um dann später hart zu landen. Wer einmal als angeschlagen gilt in einem Rundenturnier, muss sich verstärkten Attacken aller anderen Teilnehmer erwehren. In Turnieren nach Schweizer System spielt man ständig gegen andere Akteure mit etwa gleichem Formprofil. Das ist ein völlig anderes Anforderungsprofil. Für die Mongolin begann das Turnier mit zwei Endspielen, die wir schon genauer betrachtet haben.
Es folgte ein weiterer überzeugender Schwarzsieg für die Mongolin. Die Polin Alina Kashlinskaya hatte den ersten Grand-Prix als Ersatzspielerin gewonnen und war diesmal für mich so etwas wie eine Geheimfavoritin.
Batkhuyag nach drei Partien aussichtsreich
Nach drei Runden hatte die Mongolin, die beim Grand-Prix in Monaco noch geteilte Siegerin war, zwei Punkte geholt und es sah nicht eigentlich schlecht aus bei ihr. Zumal der Sieg gegen Alina letztlich verdient war.
Nah dran ist nicht genug
Die Bulgarin Nurgyul Salimova war 2024 die jüngste Teilnehmerin beim Kandidatinnenturnier in Toronto. Inzwischen ist sie etabliert auf dem Niveau der Weltspitze, aber noch fehlt ihr der letzte Schliff. In Pune war Nurgyul erneut mehrfach dran, aber scheiterte zu häufig in der Verwertungsphase, noch.
Michal Walusza (FIDE CHESS). Candidates Toronto 2024.
Der entscheidende Moment in der vierten Runde steht hier kurz bevor. Beide Spielerinnen haben wenig Restbedenkzeit. Hier entscheidet sich die Bulgarin mit ihrem kurzen Turmzug nach c7 auf e4 eine Qualität zu opfern. Annehmen oder etwas anderes spielen. Das ist hier die Frage.
Lösung und wie es weiterging (Hier Klicken)
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Durch diesen Sieg gewann Nurgyul ohne Zweifel Selbstbewusstsein. Es folgten zwei knappe Partien, die ich in einem gesonderten Beitrag vorstelle unter der Überschrift Big-Swing-Partien.
Divya hatte in 2024 ein überragendes Jahr. Zusammen mit dem indischen Team gewann sie die Goldmedaille. Zu Beginn 2025 gab es in Wijk aan Zee und Prag zwei schwierige Challenger-Turniere und in der Grand-Prix-Serie lief es ebenfalls nicht optimal. Bei aller Erfahrungen in vielen Open-Turnieren stehen jetzt in Rundenturnieren neue Herausforderungen an. Divya gewann ausgerechnet gegen ihre Mannschaftskollegin aus Budapest und ihre frühere Trainingskollegin Vaishali aus Chennaier Tagen. Die hatte einen schwarzen Tag.
Die beiden Spielerinnen hatten bis hierhin ihre Eröffnungszüge herausgeblitzt, aber wer annahm, dass die beiden Inderinnen einer abgesprochenen Remisvariante folgen, der wurde in dieser Stellung überrascht. Das gibt es bei den Inderinnen grundsätzlich nicht. Es wird gespielt. Wie sollte Schwarz hier am besten fortsetzen?
Partiefolge zum Nachspielen (Hier Klicken)
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Fotos: John Brezina (2024)
Die kritische Stellung war bei Divya früh auf dem Brett. Sie musste ihre Führung verteidigen gegen Humpy Koneru. Hier steht sie vor der Frage, ob sie ihren Springer nach c2 ziehen sollte oder nicht. Was ist hier richtig?
Lösung (Hier Klicken)
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In der achten Runde kam es dann zum Verfolgerduell mit der Chinesin Zhu Jiner. Falls Divya aus den verbliebenen zwei Runden anderthalb Punkte holen würde, bliebe ihr eine GM-Norm. Es lief anders. Zhu Jiner spielte ein sehr starkes und konsequentes Endspiel, das ihren Siegeswillen zeigte.
Die Chinesin hatte bis hierhin schon einen Bauern eingesammelt. Hier entschied sich Zhu nach etwa zwei Minuten für das Figurenopfer inklusive Damentausch und schlug den Bauern auf e5 mit dem Springer. Es gab auch andere gute Züge hier: Weiß konnte b3-b4 spielen und nach Schlagen auf c4 wäre es die Chinesin gewesen, die eine Figur opfern musste, um anschließend auf f3 eine Qualität zu geben. Die Lösung von Zhu war jedoch eindeutig die praktisch bessere Lösung, da der Läufer a6 weiterhin außer Spiel war. Die weitere Spielweise der Chinesin überzeugte durch konsequentes Handeln und Präzision.
Fotos: Ajit_Gaikwad (FIDE Chess)
Ersatzspielerin Zhu Jiner
Die Chinesin ersetzte erst beim letzten Grand-Prix auf Zypern ihre Landsfrau Lei Tingje und teilte sich den Sieg mit Anna Muzychuk. In Pune zeigte die Chinesin erneut engagiertes Schach, hatte aber nicht nur gegen Alina Glück. In ihrer Partie in der sechsten Runde gab es ebenfalls einen Moment des Zweifels.
Wie sollte Weiß hier am besten fortsetzen? Es gibt zwei Kandidaten, die vermutlich Material einsammeln. Welcher ist besser?
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Die direkte Begegnung
In der siebten Runde spielte Zhu Jiner mit einem halben Punkt Vorsprung gegen Humpy. Die Inderin hatte erneut einen starken Tag, musste aber nach ungenauem Spiel die Partie erneut gewinnen. Dabei half die Chinesin mit einem groben Fehler.
In dieser Stellung steht Weiß, Alina gegen Humpy, klar besser. Die Frage ist wie es weitergeht. Die Antwort war recht logisch und was sie genau zur falschen Entscheidung bewogen hat, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar. Das erklärt Alina Kashlinskaya später im Interview.
Koneru und Zhu gehen gemeinsam durchs Ziel
Die beiden Führenden gewannen beide in der finalen Runde ein Endspiel mit Turm-Springer gegen Turm Springer.