In den ersten zwei Runden spielte Divya an Brett 2, da die beiden indischen Spitzenspielerinnen Harika Dronavalli und Vaishali aussetzten. Vergleichsweise kurzfristig war Tanja Sachdev zum Team gestoßen, nachdem Koneru Humpy aus privaten Gründen, so hieß es, nicht mitspielen konnte. Die beiden Startpartien stellten jedenfalls keine größere Herausforderung für Divya dar. Die kritischste Partie spielte die Inderin in der vierten Runde, nachdem ihr die Partie entglitten war. Gleichzeitig muss man die Gegnerin loben, die sich stark wehrte und sogar auf Gewinn stand. In der Runde danach konsolidierte sich die Inderin und in der sechsten Runde folgte erneut ein starker Auftritt von Divya Deshmukh,
Foto: Michal Walusza (FIDE Chess)
Foto: Michal Walusza (FIDE Chess)
Foto: Michal Walusza (Fide Chess)
Zweite Hälfte – es wurde souveräner
Damit war die erste Hälfte des Turniers in Budapest beendet und manche Spielerinnen und Spieler nutzten den freien Tag für Sightseeing in Budapest. Kritisch wurde es in der Folge erst für das indische Frauenteam nach der Niederlage gegen Polen in der achten und das Unentschieden gegen die Vereinigten Staaten in der neunten Runde. Plötzlich waren die Kasachinnen vorne und aus der zuvor gejagten und souveränen indischen Frauenmannschaft waren plötzlich Jägerinnen geworden. Ein Eis zu essen soll es dann für das indische Team gerichtet haben.
Beide Fotos: Maria Emelianova (Chess.com)
China – Indien. Beide Fotos: Michal Walusza (Fide Chess)
Alle Fotos: Maria Emelianova / Chess.com
Das Ergebnis bei der Schacholympiade
Ergebnis Divya Deshmukh via Screenshot Chess results
Video Chessbase India: Divya Deshmukh interviewed by Sagar Shah shortly after the Chess Olympiad 2024.
Die Analysen können heruntergeladen werden und wer will kann sie mit der Engine seines Vertrauens, oder besser ohne, nochmals genauer anschauen oder archivieren.
Die Elo-Zahl ist der Zahlenwert eines Bewertungssystems, das verwendet wird, um die relative Spielstärke von Spielern in Zwei-Spieler-Spielen, wie Schach, zu bewerten. es gilt je höher, desto besser. Entwickelt wurde das System von Arpad Elo, einem ungarisch-amerikanischen Physiker und Schachspieler. Die Elo-Zahl ändert sich basierend auf den Spielergebnissen, wobei ein Spieler Punkte gewinnt, wenn er gegen einen höher bewerteten Spieler gewinnt, und Punkte verliert, wenn er gegen einen niedriger bewerteten Spieler verliert. Dieses System ermöglicht eine dynamische Bewertung, die sich an die aktuelle Leistung der Spieler anpasst. Im besten Fall.
Wer war der Erfinder der Elozahl?
Arpad Elo wurde am 25. August 1903 in Ungarn geboren und wanderte später in die Vereinigten Staaten aus, wo er als Professor für Physik arbeitete. Der gebürtige Ungar war ein guter Schachspieler und zwischen 1935 und 1961 erfolgreicher Turnierspieler in Wisconsin. Später engagierte er sich als Verbandspräsident in den USA. Sein Bewertungssystem, das er in den 1960er Jahren entwickelte, und seinen Namen trägt, beruht auf statistischen Methoden und hat sich als äußerst nützlich erwiesen, um die Leistungen von Spielern objektiv zu vergleichen. Das Elosystem findet nicht mehr nur im Schach Verwendung. Elo starb am 5. November 1992.
Grobe Zuordnung von Elozahlen von Schachspielern zu ungefähren Spielstärken:
Elozahl
Ungefähres Spielniveau
Unter 1000
Anfänger
1000 bis 1400
Fortgeschrittener
1400 bis 1600
Klubspieler
1600 bis 1800
Starker Klubspieler
1800 bis 2000
Experte
2000 bis 2200
Meisteranwärter
2200 bis 2400
FIDE Meister
2400 bis 2500
Internationaler Meister
2500 bis 2700
Großmeister
Mehr als 2700
Weltklassegroßmeister
Elozahlen und ungefähre Einschätzung der Spielstärke
Diese Zuordnung gibt eine grobe erste Orientierung und ist vom Weltschachbund FIDE bei der Titelvergabe so ähnlich angenommen worden. Für das Erringen eines internationalen Schachtitels genügt das Erreichen einer bestimmten Elozahl nicht unbedingt aus. Hinzu kommen so genannte Titelnormen, die vom Weltschachbund genau definiert und deren Erreichen überprüft und durch ein Gremium begutachtet wird. Schachtitel
Magnus Carlsen erreichte mit 2.889,2 die höchste jemals ermittelte Live-Elozahl. Das war in 2014 und Magnus Carlsen war damals der amtierende Weltmeister im Schach mit klassischer Bedenkzeit.
Der 13. Weltmeister Garry Kasparow Foto: John Brezina
Von Thorsten Cmiel
Das 20. Jahrhundert war eine ereignisreiche Ära für das Schachspiel. Es gab große Rivalitäten und dramatische Duelle um den Titel des Schachweltmeisters. Politik spielte ebenfalls eine wichtige Rolle seit der Weltschachbund 1924 gegründet wurde. Der Titel des Schachweltmeisters ist für viele Länder eine nationale Angelegenheit.
Emanuel Lasker (1894–1921): Der Deutsche Emanuel Lasker hielt den Weltmeistertitel länger als jeder andere Spieler in der Geschichte. Er verteidigte seinen Titel erfolgreich gegen renommierte Gegner wie Wilhelm Steinitz, Frank Marshall und Carl Schlechter. Lasker war bekannt für seine psychologische Herangehensweise und seine Fähigkeit, in schwierigen Situationen die Oberhand zu gewinnen.
José Raúl Capablanca (1921–1927): Der kubanische Großmeister José Raúl Capablanca erlangte den Titel von Lasker und wurde für seine brillante Technik und sein intuitives Spiel gefeiert. Capablanca war für seine Serien ohne Niederlagen bekannt und galt als einer der größten Schachspieler aller Zeiten.
Alexander Aljechin (1927–1935, 1937–1946): Der russisch-französische Schachspieler Alexander Aljechin eroberte den Titel von Capablanca in einem legendären Match. Aljechin war bekannt für seinen kreativen und aggressiven Stil. Nach einem Verlust an Max Euwe im Jahr 1935 konnte er den Titel 1937 zurückerobern und bis zu seinem Tod 1946 halten.
Max Euwe (1935–1937). Max Euwe war ein niederländischer Schachspieler und der fünfte offizielle Schachweltmeister. Euwe wurde am 20. Mai 1901 in Amsterdam geboren und gewann die Weltmeisterschaft im Schach 1935, indem er Alexander Aljechin besiegte. Euwe war bekannt für seinen strategischen und positionellen Spielstil sowie seine Beiträge zur Schachtheorie. Neben seiner Schachkarriere war er als Mathematiker aktiv und wurde später Präsident der FIDE, der internationalen Schachorganisation. Max Euwe hinterließ ein bedeutendes Erbe in der Welt des Schachs, sowohl durch seine Spiele als auch durch seine zahlreichen Lehrbücher und Veröffentlichungen.
Mikhail Botvinnik (1948–1963): Nach Aljechins Tod wurde ein Turnier abgehalten, um den neuen Weltmeister zu bestimmen. Der sowjetische Großmeister Mikhail Botvinnik gewann und begann eine Ära der sowjetischen Dominanz im Schach. Botvinnik war ein Pionier der Schachtheorie und Mentor vieler zukünftiger Weltmeister. Botvinnik verlor mehrfach den Titel, gewann ihn aber immer wieder zurück. Er wird gelegentlich als der Patriarch bezeichnet.
Wassili Smyslow, Michail Tal, Tigran Petrosjan und Boris Spasski (1957–1969): Diese Periode war geprägt von einer Rotation der Weltmeister innerhalb der Sowjetunion. Jeder dieser Spieler brachte seinen einzigartigen Stil ein, von Tal’s aggressivem und taktischem Spiel bis hin zu Petrosjans defensiver Stärke und seinen berühmten defensiven Qualitätsopfern.
Bobby Fischer (1972–1975): Der Amerikaner Bobby Fischer brach die sowjetische Vorherrschaft, indem er Boris Spasski in einem der berühmtesten Schachduelle der Geschichte besiegte. Fischer wird von vielen Schachfans noch immer als ein genialer Spieler angesehen, bekannt war er für seine beispiellose Dominanz bis hin zu seinem Sieg in Reykjavik 1972.
Anatoli Karpow (1975-1985): Nach Fischers Rückzug wurde Anatoli Karpow Weltmeister. Sein großes strategisches Geschick und seine vielen Turniererfolge machten ihn trotz des kampflosen Sieges zu einem würdigen Champion. Es folgte ein jahrelange Rivalität mit seinem sowjet-russischen Landsmann Garri Kasparow.
Garri Kasparow übernahm 1985 den Titel von Karpow in einem epischen Duell und dominierte das Schach in den folgenden Jahren mit seinem dynamischen Spielstil. Der 20. Jahrhundert endete zwar mit Kasparows unangefochtener Herrschaft, aber ab 1993 trennte sich Kasparow vom Weltschachbund, organisierte seine eigene Weltmeisterschaft und sorgte für einige Aufregung in der Schachwelt. Die FIDE veranstaltete eigene Turniere um die Weltmeisterschaft. Es gab also mehrere Weltmeister, die heutzutage allerdings weniger Anerkennung genießen.
Die Historie der Schachweltmeisterschaften ist spannend und voller kleinerer und größerer Schlenker und vieler Dramen. Wer sich für mehr Details und Hintergründe interessiert, dem sei beispielsweise die Webpräsenz der Emanuel Lasker Gesellschaft empfohlen, die sich mit dem deutschen Schachweltmeister beschäftigt.
Der Begriff Seniorenschach bezieht sich auf Schachturniere und -veranstaltungen, die speziell für ältere Spieler organisiert werden. Diese Veranstaltungen bieten Senioren die Möglichkeit, sich in einem freundlichen und gleichzeitig wettbewerbsfähigen Umfeld zu messen, ihre geistige Fitness zu fördern und soziale Kontakte zu knüpfen. Weltweit gibt es zahlreiche Seniorenschachturniere, darunter jedes Jahr die Seniorenwelt- und Kontinentalmeisterschaften, die in verschiedenen Alterskategorien ausgetragen werden.
Seit 2014 ist man ab 50 Jahren in der Definition des Weltschachbundes FIDE Jungsenior. Ab 65 Jahren beginnt das klassische Seniorenalter. Zudem bezeichnen manche Organisatoren Senioren ab 75 Jahren als Nestoren. Ebenso kämpfen Frauen ihre Titelträgerinnen im Seniorenbereich aus. Die Seniorenweltmeisterschaften wurden in Deutschland von Reinhold Hoffmann (ChessOrg) erfunden. Die meisten der ersten Seniorenweltmeisterschaften fanden in Deutschland statt.
Seniorenschach ist nicht nur ein sportlicher Wettkampf, sondern auch eine Möglichkeit, lebenslanges Lernen und strategisches Denken zu fördern.
Das Schachspielen ist als potenzielles Mittel zur Prävention von Demenzerkrankungen geeignet, indem das Gehirn herausgefordert und aktiviert wird. Schach ist ohnehin ein Spiel, das komplexes Denken, gute Gedächtnisleistungen und Problemlösungsfähigkeiten erfordert. Diese kognitiven Anforderungen stimulieren das Gehirn und fördern damit die Fähigkeit des Gehirns, neue Verbindungen zu schaffen und sich an Veränderungen anzupassen. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die regelmäßig Schach spielen, oder andere geistig anspruchsvolle Aktivitäten ausüben, ein geringeres Risiko haben, an Demenz zu erkranken.
Seniorenweltmeisterschaften als ultimative Herausforderung
Der Sieger bei der Seniorenweltmeisterschaft, die inzwischen von dem Weltschachbund Fide ausgetragen wird, erhält neben dem Titel des Seniorenweltmeisters den Titel eines Internationalen Großmeisters. Das ist genauso wie bei dem Sieger der Juniorenweltmeisterschaft geregelt. Meist sind die Sieger jedoch ohnehin Großmeister, da sich die Turniere großer Beliebtheit erfreuen.
Foto: John Brezina
Der Sieger bei der Seniorenweltmeisterschaft, die inzwischen von dem Weltschachbund Fide ausgetragen wird, erhält neben dem Titel des Seniorenweltmeisters den Titel eines Internationalen Großmeisters. Das ist genauso wie bei dem Sieger der Juniorenweltmeisterschaft geregelt. Meist sind die Sieger jedoch ohnehin Großmeister, da sich die Turniere großer Beliebtheit erfreuen.
Der erste Seniorenweltmeister war im Jahr 1991 Wassili Smyslow (1921 – 2010), der von 1957 bis 1958 den Titel des Schachweltmeisters inne hatte. Es folgten viele bekannte Großmeister. 2006 gewann beispielsweise der 75-jährige Viktor Kortschnoi, der schon lange für die Schweiz aktiv war. In späteren Jahren gelang es gelegentlich Internationalen Meistern Seniorenweltmeister zu werden und so den Titel eines Großmeisters verliehen zu bekommen.
Ding Liren wollte den Erfolg mehr als sein Gegner und spielte mit einem überraschenden Zug einfach weiter, während dieser die Partie bereits abgehakt haben dürfte. Der Fight war allerdings noch nicht entschieden und Ian Nepomniachtchi hatte eindeutig die schwierigeren Aufgaben zu meistern. Der Rest ist Geschichte.
Dings großer Moment
Am 30. April 2023 gewann Ding Liren im kasachischen Astana die Schachweltmeisterschaft gegen den Russen Ian Nepomniachtchi. Das Weltmeisterschaftsmatch in Astana, Kasachstan, war hart umkämpft. Nach 14 klassischen Partien stand es unentschieden (7:7), was zu dem Schnellschach-Tiebreak und der betrachteten entscheidenden Stellung führte. Im 46. Zug der entscheidenden Partie hatte sich der Russe auf eine Fortsetzung des Wettkampfes eingestellt, dann spielte Ding Liren seinen Turm nach g6, Ian Nepomniachtchi war erkennbar aus dem Gleichgewicht gebracht und konnte seine Chancen nicht nutzen. Der Russe verlor. Ding blieb längere Zeit am Brett sitzen. Er wirkte erschöpft.
Stefan Löffler beschrieb den Moment für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung so: „Als Ding Liren die entscheidende letzte Stichpartie gewann, lächelte er nicht und ballte keine Faust. Er schaute nicht mal auf, während die Zuschauer klatschten und der geschlagene Jan Nepomnjaschtschi sich davonmachte. Der neue Schachweltmeister nahm seinen Kopf in die Hände und blieb sitzen. Er wartete, dass sich die Spannung löst und Freude über seinen Titelgewinn einstellt. Doch die Spannung blieb, und die Freude kam nicht. Schon kurz nach Beginn des Matches hatte Ding alle verblüfft, als er gestand, wie sehr ihn die Anstrengung mitnahm und dass sich während der Vorbereitung seine Freundin von ihm getrennt hatte.“
Seit diesem ultimativen Erfolg spielte der Chinese zunächst kaum und später weit unter seinem früheren Spielstärkeniveau. Die Schachwelt rätselte über die Ursachen. Ding berichtete von Schlafstörungen, nahm Medikamente ein und entwickelte eine Depression. Der Chinese geht sehr offen mit seiner Situation um.
In Singapur wird der Weltmeister als Außenseiter gesehen. Fast jeder seiner Großmeisterkollegen wurde in den Wochen vor dem Wettkampf nach den Chancen des Weltmeisters gefragt. Keiner will auf den Chinesen setzen, was für diesen ein Vorteil sein kann. Der Druck liegt auf dem Gegner, was ungewöhnlich für einen Weltmeisterschaftskampf ist.
Ding kann wieder lächeln. Foto bei der Schacholympiade 2024 in Budapest: Dariusz Gorzinski
Frühe Erfolge
Ding wurde am 24. Oktober 1992 in der südöstlichen chinesischen Provinz Zhejiang geboren und lernte im Alter von vier Jahren von seiner Mutter das Schachspiel. Chen Lixing, der zuvor die ehemalige Schachweltmeisterin Zhu Chen trainiert hatte, nahm sich Ding an. Dieser belegte bei den Jugendweltmeisterschaften der unter 10-Jährigen und der unter 12-Jährigen (2003, 2004) jeweils den ersten Platz, obwohl er bei beiden Veranstaltungen vor dem Stechen den zweiten Platz belegte. Dem Chinesen scheinen also Stichkämpfe immer schon gelegen zu haben.
Im Jahr 2009 wurde Ding mit nur 16 Jahren der jüngste chinesische Meister aller Zeiten. Es folgte schnell der Großmeistertitel. 2011 und 2012 kamen zwei weitere chinesische Meistertitel hinzu. Auf der internationalen Bühne setzte sich der Chinese ebenfalls schnell durch: 2014 gewann China bei der Schacholympiade in Tromsø (Norwegen) die Goldmedaille mit Ding Liren am zweiten Brett und 2015 wurde das chinesische Team Mannschaftsweltmeister im armenischen Zaghkadsor. Im selben Jahr schaffte Ding als erst zweiter chinesischer Spieler den Sprung in die Top Ten der Welt.
St. Louis Foto 2019: John Brezina
Drei Jahre später erreichte Ding Liren im Alter von 26 Jahren seine bislang höchste gemessene Elozahl mit 2816 Punkten. Ding Liren war im Dezember 2018 Nummer 4 der Welt hinter Magnus Carlsen, Fabiano Caruana und Shakhriyar Mamedyarov. Zum WM-Kampf in Singapur ist der Chinese mit 2728 Punkten lediglich auf dem 23. Platz der Weltrangliste zu finden.
100 Turnierpartien ohne Niederlage
2017 und 2019 stand Ding im Finale des Schach-Weltcups, reifte weiter zu einem Weltklassespieler heran und blieb beim Kandidatenturnier in Berlin 2018 ohne Niederlage, gewann allerdings nur eine Partie. 2018 gewann Ding bei Schacholympiade im georgischen Batumi Einzel- und Mannschaftsgold. Von August 2017 bis November 2018 blieb Ding in 100 aufeinanderfolgenden klassischen Partien ungeschlagen. Diesen Rekord brach später Magnus Carlsen höchstpersönlich. In 2019 gewann Ding den Sinquefield Cup, eines der jährlich weltweit besten Turniere mit einer Performance von 2845 und sicherte sich die Grand Chess Tour, da er im Dezember des gleichen Jahres das London Chess Classic ebenfalls gewann. In der Folge gehörte Ding zu den Favoriten beim Kandidatenturnier 2020 in Jekaterinburg, Russland. Er startete schlecht und holte in sieben Runden nur 2,5 Punkte. Das Turnier wurde zur Halbzeit wegen der COVID-19-Pandemie unterbrochen. Bei der Wiederaufnahme gewann der Chinese drei Partien und verlor nur noch eine der sieben Partien.
Ding gewann nie ein Kandidatenturnier
2022 bei seinem dritten Kandidatenturnier in Madrid startete der Chinese erneut schwach und belegte dennoch am Ende hinter Ian Nepomniachtchi den zweiten Platz. Bei Kandidatenturnieren zählt nur der erste Platz und sichert einen Kampf um die Weltmeisterschaft, eigentlich. Magnus Carlsen entschied sich jedoch seinen Titel nicht erneut gegen den Russen zu verteidigen. Deshalb fand sich Ding Liren in einem WM-Match gegen Nepomniachtchi wieder. Dings Erfolg im Jahr 2023 wurde in der Folge überschattet von seinen psychischen Problemen, die immer offensichtlicher wurden. Der Chinese nahm sich eine längere Auszeit vom Schach, um seine psychische Gesundheit wiederherzustellen. In Interviews ist Ding immer überraschend offen und sprach von persönlichen Schwierigkeiten und Depressionen.
In einem Interview vor dem Weltmeisterschaftskampf dachte Ding über seinen Gemütszustand nach: „Mein derzeitiger Zustand ist weder außergewöhnlich gut noch schlecht, wie ich es in den letzten anderthalb Jahren empfunden habe. Ich habe die schlimmsten Momente hinter mir gelassen. Ich weiß, dass ich großartiges Schach gespielt habe – ich konnte nur bestimmte Stellungen nicht gewinnen. Ich glaube immer noch, dass ich das ändern kann, vielleicht während des Matches.“
Bei meinem ersten WM-Match war ich sehr nervös, aber dieses Mal fühle ich mich ruhig und mit viel Energie. Ich bin das erste Mal in Singapur, und es gibt viel zu sehen. Es ist ein warmes Land, und ich habe heute Morgen viele Geschenke und einen herzlichen Empfang von vielen Kindern bekommen. (Bei einem Event hatten ihm Kinder aus Singapur einen herzlichen Empfang bereitet).
Foto: Maria Emelianova
Über Gukesh sagte Ding, es komme nicht oft vor, dass er gegen einen Spieler spiele, der jünger sei als er. Ding betonte, dass er mehr Erfahrung habe als Gukesh. Zudem hört man den Respekt aus den Worten des Weltmeisters- Gukesh aber in vielerlei Hinsicht bereits seine Reife bewiesen. Er hoffe, dass beide ihr Bestes geben können. Gukesh sei nicht leicht zu schlagen.
Gestern habe ich mir meine Partien der letzten Zeit angesehen, und die Qualität war nicht so gut. Ich habe viele kurze Remis gemacht, sogar in besseren Stellungen. Es ist klar, dass ich weit von meiner Höchstleistung entfernt war. Aber ich habe vor, mir einige meiner besten Partien anzusehen, um mein Selbstvertrauen und meinen Kampfgeist wiederzuerlangen und bessere Leistungen zu erbringen.
Um Lernerfolge zu erzielen, sollten Schachaufgaben nicht zu einfach ausfallen. Daher ist das Lösen von Aufgaben im Speedmodus eine Art schachlicher Fingerübung, mehr nicht. Der erzielbare Effekt ist jedoch äußerst zweifelhaft. Gute Aufgaben sind schwierig, manche sogar zu schwierig, stellen aber in jedem Fall eine Herausforderung dar und Aktivieren im besten Fall die Gehirnzellen des Lösenden.
Unter dem Aufgabentyp „Simply the Best“ gilt es in der Regel einen Zug zu finden, den ersten und besten Zug. Dafür sind Überlegungen notwendig, die je nach Schwierigkeitsgrad bis hin knapp zur Unlösbarkeit sein können. Oft ist der erste Zug, der einem erfahrenen Spieler am Brett einfällt, letztlich der richtige Zug. Der Spieler folgt seiner Intuition. Ein wichtiges praktisches Problem bei der Konstruktion von Aufgaben ist, dass man mit der Aufgabenstellung die Information vermittelt, dass in dieser Stellung etwas funktioniert. In der Praxis ist das nicht so.
Simply The Best
Beginnen wir unsere Betrachtungen mit einer komplexen Mittelspielstellung, die aus einer Eventualvariante zu einer Bundesligapartie von Ivan Sokolov gegen Mikhail Golubev aus dem Jahr 2003 stammt. Falls meine Aufzeichnungen stimmen, stammt dieses Beispiel aus einer Analyse von Laszlo Hazai, einem ungarischen Internationalen Meister und Schachtrainer.
Schwarz ist in dieser Stellung am Zuge. Gesucht ist nur ein Zug, der nächste Zug. Beachten Sie: Nur weil genau ein Zug gefragt ist, heißt das nicht automatisch, dass man nicht vor der Entscheidung einige Rechenzeit investieren sollte. Anders als bei reinen Taktikaufgaben mögen bei diesem Aufgabentyp nicht immer taktische Lösungen gefordert sein.
Lösung: Simply The Best
Schwarz sollte den Zug 1…Sd3! spielen. Haben Sie diesen Zug gefunden? Haben Sie den Zug überhaupt erwogen? Können Sie ihn erklären und mit Varianten unterfüttern?
Fifty Fifty
In einer bekannten Fernsehshow bei der man als Gewinner bis zu einer Million Euro gewinnen kann, gibt es die Möglichkeit einmalig einen Joker heranzuziehen: Der Fifty-Fifty-Joker. Die Entscheidung wird in der Quizshow von einer Chance Eins aus Vier auf Eins aus Zwei reduziert. Einen zweiten Aufgabentyp, den ich sinnvoll finde, nenne ich Fifty-Fifty. In der Regel erhält man also zwei Alternativen genannt und muss sich zwischen diesen zwei Möglichkeiten entscheiden. Klingt einfach, oder?
Diese Stellung stammt aus der Seniorenweltmeisterschaft 2024 65+. Hier sah der israelische Internationale Meister Alexander Mikhalevski gegen den deutschen Großmeister Rainer Knaak die Möglichkeit, den Bauern auf c6 zu schlagen und einen Königsangriff zu starten. Aber ist das auch gut oder sollte er stattdessen den Hauptkandidatenzug 20…Sc5 spielen? Ihre Wahl.