Connect with:
HomeStandard Blog Whole Post (Page 15)

Leon Luke Mendonca in 2024 (Foto Dariusz Gorzinski)

Beim Schach geht es um ständiges Lernen. Wegen der größeren Spielstärkeunterschiede sind oft die Partien in der Gruppe der Challenger spannender. Aber bei den „Großen“ ging es 2025 in der ersten Runde ebenfalls heiß her.

Von Thorsten Cmiel

In der Erstrundenpartie zwischen Leon Luke Mendonca, dem indischen Vorjahresgewinner der Challenger, und Vincent Keymer, dem stärksten deutschen Spieler, kam eine zunächst sehr scharfe Variante auf den Tisch und beide Spieler zeigten sich gut vorbereitet. Die Stellung kann nach der Eröffnungsphase als gleichstehend bezeichnet werden, wobei Keymer mehr Zeit verbrauchte. Kritisch wurde es dann zunächst an dieser Stelle.


Hier war der Deutsche mit Schwarz am Zuge und trifft eine merkwürdige Entscheidung. Schwarz sucht nach Aktivität und entscheidet sich einen Turm nach e6 zu ziehen, mit den Zielfeldern g6 und h6. Nur welchen Turm soll er bringen? Die Sache scheint eigentlich recht einfach. Keymer entschied sich dennoch falsch. Wobei man durchaus genauer hinschauen sollte, bevor man ein zu vernichtendes Urteil fällt. Die richtige Antwort war: Der Turm auf der 5. Reihe steht aktiver als der auf der achten Reihe, daher war es die logische Wahl den Turm von der achten Reihe nach e6 zu ziehen. Ein anderes und wichtigeres Argument ist etwas um die Ecke gedacht. Was war der Nachteil, den der Rückzug des Turmes mit sich bringt? Weiß kann einfacher seinen c-Bauern nach vorne ziehen. Auch nach dem anderen Turmzug war weißes c4-c5 richtig, um den eigenen Läufer zu aktivieren, aber Schwarz konnte dann den Bauern einfach schlagen und die Stellung in seichtere Gewässer überführen.


Der Inder hatte zuletzt richtigerweise den c-Bauern vorgezogen und droht jetzt mit c5-c6 den gegnerischen Läufer auszuschließen. Erneut ist Vincent Keymer dran und muss sich für ein Feld für seinen Läufer entscheiden. Er entschied sich für das Feld e4 von dem er den Bauern f5 deckt. Die Alternative war das Feld d5, um ein Aktivieren der gegnerischen Dame zu unterbinden. Schwarz konnte jetzt mit der sozusagen umgekehrten Denkweise seinen besten Zug finden: Welchen Nachteil hatte der letzte Zug meines Gegners? Leon Luke entschied sich richtig und zog seine Dame nach c4 und fesselte den gegnerischen Turm auf e6.


Weiß kann hier einen Bauern auf f5 schlagen und die fehlende Deckung der Dame auf h4 nutzen, oder er kann seinen c-Bauern weiter auf Reisen schicken und so die Koordination im gegnerischen Lager stören. Schwarz muss mit seiner Dame den Turm auf e6 decken, um den Turm auf der Grundreihe gegen den gegnerischen c-Bauern einsetzen zu können. Mit ausreichender Denkdisziplin hätte der Inder den Bauern auf f5 nicht geschlagen. Erneut konnte Schwarz den Nachteil dieses Manövers ermitteln. Er tat es nicht und zeigte sich maximal gierig und nahm den Bauern auf f5.


Eine weitere Stellung mit der wir uns zunächst beschäftigen sollten: Leon Luke fühlt sich von der gegnerischen Dame auf g4 gestört und wollte diese daher zunächst vertreiben. Aber wie macht man das am einfachsten? Bei sofortigem Anrempeln mit dem h-Bauern konnte Schwarz mit seiner Dame nach g3 ziehen und steht da recht störend, da der weiße König danach den eigenen Turm auf f2 gedeckt halten musste. Weiß steht dann zumindest potentiell auf der Grundreihe gefährdet, auch wenn Weiß zunächst seinen König wegziehen musste und der Läufer auf e4 ebenfalls im Weg steht. Der indische Großmeister investierte zehn seiner verbliebenen 24 Minuten Restbedenkzeit und fand nichts besseres als seinen h-Bauern nach h3 vorzuschieben. Mit dem Gedanken der gegnerischen Antwort im Kopf wäre er vielleicht auf den sehr starken Läuferzug nach e5 gekommen. Das nutzt die Fesselwirkung der Dame auf c4 aus und manifestiert die weiße Überlegenheit.


Fazit

Das Prinzip Drawback ist eine systematische Denkhilfe. Dabei überlegt man sich welchen Nachteil haben meine oder die gegnerischen Züge. Dieses Denken hatte die Partiefortsetzung in der Partie weiter prägen sollen. 24.c4-c5 und einen Zug später der Zug der Dame nach c4 waren solche Züge. Im 28. Zug konnte Weiß bei disziplinierter Herangehensweise (Drawback) den richtigen Zug seines Läufers nach e5 finden. Am Ende entschied ein grober taktischer Fehler die Partie recht abrupt.


Der Moment beim zweiten schlechten Zug von Keymer hintereinander.

Leon Luke Mendonca in 2024 (Foto Dariusz

Wenn man sich mit dem erfolgreichsten deutschen Schachspieler der Nachkriegsgeschichte beschäftigt, stößt man auf Widersprüche. Auf dem Schachbrett und nebendran. Eine nicht nur schachliche Spurensuche.

Von Thorsten Cmiel

Ich erlebte Robert Hübner zuletzt in seinen späten Jahren bei Vorträgen der Deutschen Seniorenmeisterschaften in Bad Wildungen. Zuletzt wirkte er etwas abgemagert, aber ohne den Hinweis im Frühherbst 2024, dass Robert Hübner an einer Krebserkrankung laboriere, es wäre mir nicht aufgefallen. Hartmut Metz erinnerte für Chessbase an die Veranstaltungen und verfasste für die taz einen Nachruf.

Robert Hübner wirkte auf mich immer wie der Antiheld. Er prägte zumindest in Deutschland das Bild das von Schachspielern in der Öffentlichkeit jahrzehntelang gezeichnet wurde und keinesfalls positiv besetzt war: Schachspieler sind eher schrullige, meist introvertierte Typen, die komplett verkopft und überaus intelligent sind. Nichts davon hat mit der Realität zu tun. Aber auf den Doktor trafen manche dieser stereotypen Eigenschaften tatsächlich zu. Auch wenn das nur an der Oberfläche kratzt.

Der späte Robert Hübner erklärte, dass ihm das Übersetzen alter Schriften mehr Spaß bereite als das Schachspiel. Ob das für den jungen Hübner schon so stimmte, darf bezweifelt werden, denn immerhin gab er vor Meran 1980 seinen akademischen Job als Papyrologe auf und konzentrierte sich ganz auf das Schachspiel. Außerdem unternahm er viele Versuche, einen Kampf um die Weltmeisterschaft zu erreichen: Robert Hübner nahm an sechs WM-Zyklen teil. Beim Kandidatenfinale 1980 in Meran war er sogar nah dran. Zuvor hatte der Deutsche die Ungarn András Adorjan (1950 – 2023) und Lajos Portisch (*1937) geschlagen. Drama war bei Robert Hübner immer irgendwie. Aber davon später mehr. Beginnen wir einige Erinnerungen an den „Doc“, wie einige ihn nannten, mit etwas Statistik und interessanten Momenten auf dem Schachbrett gegen andere Topspieler seiner Zeit.


Die Grafik (erstellt mit Chessbase) zeigt die Eloentwicklung von Robert Hübner seit Einführung der Elozahlen. Der Kölner war rund um seinen zweiten Anlauf auf die Weltmeisterschaft 1980 auf dem Höhepunkt seines Wirkens am Schachbrett. Er erreichte hinter Karpow und Kortschnoj kurzzeitig den dritten Rang in der Weltrangliste. Die Elozahlen waren damals noch niedriger und müssen daher in ihrer Zeit betrachtet werden. Im Oktober 2005 hatte der Doc noch eine Elo von 2637 und war die Nummer 71 in der Welt. Er spielte aber kaum noch.


Robert Hübner: Sechs Anläufe zur Schachweltmeisterschaft

InterzonenturnierPlatzKandidatenkämpfeKandidatenfinale
Palma de Mallorca 19702. – 4.Petrosjan (QF)
Leningrad 19735. – 6.
Biel 19765. – 7.
Rio de Janeiro1. – 3.Adorján (QF) Portisch (SF)Kortschnoj (Finale)
Smyslow (QF)Hübner war als Finalist qualifiziert für Kandidatenwettkämpfe.
Manila 19905. – 11. (Swiss)Timman (QF)

Robert Hübner und Tigran Petrosjan

Tigran Petrosjan wurde 1929 in Tiflis, im heutigen Georgien geboren. Berichten zufolge war der junge Tigran wegen einer Mittelohrentzündung während des zweiten Weltkriegs auf einem Ohr taub. Ein Detail, das später eine Rolle in der Schachwelt spielte. Als Vollwaise zog Petrosjan nach dem zweiten Weltkrieg nach Jerewan. 1963 gewann Petrosjan seinen WM-Kampf gegen Mikhail Botwinnik und verteidigte diesen 1966 zunächst gegen Boris Spassky, der ihm drei Jahre später den Titel dann abnahm. Petrosjan war zudem einer der erfolgreichsten Spieler bei Schacholympiaden.

Tigran Petrosjan starb 1984 mit 55 Jahren in Moskau. Petrosjan war Berichten zufolge an Magenkrebs erkrankt und hatte vorher stark abgenommen. Petrosjan ist inzwischen eine Art armenischer Nationalheld und seit 2018 findet sich sein Abbild auf einer armenischen Banknote.


Diese Stellung stammt aus der Partie von Robert Hübner und dem Exweltmeister Tigran Petrosjan bei der Schacholympiade 1972 in Skopje. Die Partie wurde in manchen Nachrufen ohne weiteren Kommentar mit dem Ergebnis, Weiß gewann (1-0), angegeben. Ist das ein Fehler beim Ergebnis? Verstehe ich überhaupt nichts vom Spiel? Die Stellung ist eindeutig ausgeglichen. Ich prüfte das Ergebnis also nach und tatsächlich Hübner holte einen vollen Punkt gegen das Team der Sowjets. Aber was war passiert, fehlten Züge? Der Kampf ging übrigens trotz dieses Punktes mit anderthalb zu zweieinhalb für das deutsche Team verloren.

Bei der Suche nach den Hintergründen entdeckte ich den hervorragenden Artikel von Johannes Fischer aus dem kulturellen Schachmagazin Karl. Johannes ist gebürtiger Hamburger, studierte Literatur in Frankfurt und arbeitet jetzt als Redakteur bei ChessBase. In dem Text beschäftigte er sich mit dem Olympiaspieler Tigran Petrosjan und die Partie aus Skopje fand dort ebenfalls eine Erwähnung. Zu der obigen Stellung schreibt Johannes: „Mit seinem letzten Zug (37…Td8xd6) überschritt Petrosjan die Zeit. Nach 38.Txa5 Tb6 nebst 39…b3 ist die Stellung Remis. Dann zitiert er Raj Tischbierek und der schrieb dazu:

Bei dem in Skopje verwendeten Uhrentyp fiel das Blättchen scheinbar eine Minute vor Ablauf der Zeit. Als Petrosjans diesbezüglicher Protest vom Schiedsrichter abgewiesen wurde, warf er die Uhr empört auf das Brett.

Dieses kleine Rätsel um die einzige Niederlage von Petrosjan bei einer Schacholympiade scheint also gelöst. Johannes schrieb mir, dass ein Foto von Petrosjan existiere, wie dieser die Uhr verärgert auf den Tisch wirft, aber er habe es nicht finden können. Ich suchte auch etwas im weltweiten Netz, aber wurde ebenfalls nicht fündig. Schade. Zur Illustration wählte ich stattdessen das obige Foto aus Wijk an Zee aus. Es stammt wie andere Fotos – oft ohne Angabe des Namens eines Fotografen – in diesem Artikel aus einem Niederländischen Nationalarchiv, ANEFO.

Kandidatenviertelfinale Sevilla 1971

Aus schachhistorischer Sicht bemerkenswerter war sicherlich der erste Kandidatenwettkampf für den der deutsche Großmeister sich qualifizierte. Das Viertelfinale zwischen Hübner und Petrosjan fand 1971 in Sevilla statt. In diesem Wettkampf wurde Hübner Berichten zufolge durch Lärm gestört, der im Turniersaal herrschte. Die dazugehörige Geschichte lautet, dass der schwerhörige Petrosjan sein Hörgerät abstellen konnte. Hübner litt stärker unter den Umständen und fühlte sich benachteiligt. Nach der verlorenen siebten Partie brach der Deutsche den auf zehn Partien angelegten Wettkampf ab. Bis dahin waren sämtliche anderen Partien im Kandidatenwettkampf Remis ausgegangen – mit Vorteilen Petrosjan. Sogar die New York Times berichtete einen Monat später über den Abbruch. Erinnert wurde daran, dass Hübner schon vor dem Wettkampfort Sevilla abgelehnt habe – mit der fadenscheinigen Begründung, dass Petrosjan klimatische Vorteile hatte.

Ich beendete den Kampf seinerzeit, weil ich der Auffassung war, dass sich Petrosjan, der Schiedsrichter und die Organisatoren unkorrekt gegen mich verhielten.

(Robert Hübner in: DER SPIEGEL 5/1981)


Auch der Ausgang dieser Partie kommt überraschend. Die Angaben im Bulletin zum Wettkampf waren allerdings öfters fehlerhaft. Weiß kann hier mit seiner Dame nicht einfach nach e2 ziehen, da Schwarz mit dem Läufer ein unangenehmes Schach auf e5 geben würde. Der richtige Zug war hier mit dem Turm nach b4 zu ziehen und die gegnerische Dame zu attackieren. Die zieht nach d3 und wird getauscht. Danach sollte keine Seite größere Schwierigkeiten haben, die Stellung im Gleichgewicht zu halten. Hübner spielte allerdings viel schlechter und zog seine Dame nach c2. Tigran Petrosjan dürfte überrascht gewesen sein und nahm die Figur auf e1 weg. Einen Zug später gab Hübner auf. Der grobe Fehler in der betrachteten Stellung war also der vorletzte Zug des Wettkampfes in Sevilla.

Robert Hübner spielte laut Datenbank 14 Partien gegen Tigran Petrosjan. Seine fünf Schwarzpartien remisierte der deutsche Großmeister, während er mit Weiß nur die eine Partie in Skopje 1972 gewinnen konnte und zwei Partien verlor. Dramatisch und komplett unverständlich war ebenfalls Hübners Niederlage gegen Petrosjan beim Interzonenturnier 1976 in Biel. Ein absurder Moment, der die Schachhistorie ebenfalls beeinflusste.


Der deutsche Großmeister sollte hier mit seiner Dame auf e8 einen einfachen Mattangriff einleiten, der zumindest die gegnerische Dame erobert hätte. Robert Hübner deckte stattdessen mit seinem nächsten Zug den Bauern f4, den Petrosjan einfach mit dem Springer wegnahm und die Stellung zunächst ausglich. Kurz danach gewann Petrosjan sogar noch. Letztlich verpasste Robert Hübner mit 11,5 aus 19 vor allem wegen dieser einen Partie aus der vorletzten Runde den Einzug in die Kandidatenwettkämpfe, wohingegen Tigran Petrosjan sich später mit zwölf Punkten in einem Stichkampf im italienischen Varese gegen Portisch und Tal durchsetzen konnte. Petrosjan unterlag dann später Viktor Kortschnoj im Viertelfinale. Der wiederum gewann weiter und verlor gegen Karpow 1978 im philippinischen Baguio City. Robert Hübner hatte seine zweite Chance auf einen Anlauf zur Schachweltmeisterschaft verpasst.

Wie ein Schüler, der, vom Lehrer aufgerufen, eine geometrische Aufgabe zu lösen, auf die Tafel starrt: Die Kreidezeichen verschwimmen vor seinen Augen, während die Klassenkameraden fröhlich lärmen; einige bewerfen sich mit Papierkügelchen, andere flüstern sich die Lösung der Aufgabe, über ihre Leichtigkeit kichernd, zu — so glotzte der Führer der weißen Steine glanzlosen Auges auf die Stellung, während die Zuschauer rumorten. Robert Hübner über diese Situation. Zitiert nach: Jetzt oder nie. DER SPIEGEL 46/1979.

Angesichts der Dramatik dieser drei Partien ist es schwierig eine Einschätzung vorzunehmen, ob Petrosjan dem Deutschen als Gegner nicht gelegen hat. Robert Hübner scheint sich in den Partien gegen den Armenier jedenfalls weitgehend selbst geschlagen zu haben. Dieses scheinbare Muster ist in Hübners Wirken auf dem Brett häufiger zu entdecken.


Robert Hübner und Viktor Kortschnoj

1980 war Hübner näher dran am Wettkampf um die Schachweltmeisterschaft als jemals zuvor oder später wieder. Die wahren Hintergründe die in der zweitgrößten Stadt Südtirols die Schachwelt erschütterten sind bis heute nicht restlos bekannt und daran ist Robert Hübner selbst nicht ganz unschuldig. Nach dem frühzeitigen Ende des Wettkampfes, Robert Hübner war nach der zehnten Runde bei zwei noch offenen Partien und einem Punkt Rückstand abgereist, erklärte Hübner sich nicht. Später gab er dem Spiegel ein denkwürdiges Interview, das die Spekulationen um den Abbruch weiter anheizte. Aber bleiben wir zunächst bei Hübners Bilanz auf dem Brett gegen Viktor Lvovich Kortschnoj (1931 – 2016). Die Megadatabase kennt 56 Partien der beiden Spieler inklusive weniger Schnellschachpartien gegeneinander – ohne zwei abgebrochene und nie beendete Partien in Meran. Damit war der spätere schweizerische Dissident, der in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg geboren wurde, der Gegner mit dem Robert Hübner am zweithäufigsten gespielt hat. Nur gegen den niederländischen Großmeister Jan Timman finden sich mit 60 Partien mehr Begegnungen in den Datenbanken. Gegen Kortschnoj ist die Bilanz des deutschen Großmeisters leicht positiv. Nur 25 Partien der beiden Kontrahenten endeten Remis.

Wer mehr über Viktor Kortschnoj wissen will, dem sei der Text von André Schulz empfohlen, der zum Zum 80. Geburtstag das Leben von Kortschnoj nachzeichnete.

Die ersten zwei Partien der beiden verlor Robert Hübner in Wijk aan Zee 1971 und beim Interzonenturnier in Leningrad 1973. Kortschnoj und Karpov gewannen das Turnier in Leningrad und qualifizierten sich zusammen mit dem US-Amerikaner Robert Byrne (1928 – 2013) für die Kandidatenkämpfe. 1973 gab es ein Trainingsmatch mit Hübner und Kortschnoj in Solingen, das ebenfalls von Viktor dominiert wurde. Eine positionelle Demonstration war die insgesamt dritte Partie der beiden Kontrahenten, die hier eine Drachenvariante mit vertauschten Farben spielten.


In dieser Stellung zog Viktor Kortschnoj seinen Turm im 21. Zug nach a7. Ein Standardmanöver in diesem Stellungstyp des „Drachentöters“. Der Turm soll nach e7 gebracht werden und so gegen den rückständigen Bauern auf e2 wirken. Nach möglicher weiterer Vorbereitung wird Schwarz den Springer auf e4 verjagen und bei stabiler eigener Zentrumskontrolle am Königsflügel aktiv werden. Die Partie ist insofern beeindruckend als Kortschnoj die Stellung gezielt anstrebte und Hübner früh überfordert wirkte. Zum Ende des Kampfes stabilisierte sich Robert Hübner und verlor den achtrundigen Kampf nur knapp (3.5 – 4.5). Es folgte eine längere Periode in der Hübner laut Datenbank nicht gegen Kortschnoj spielte. Bis Meran 1980.

Kandidatenfinale Meran 1980

Im Mittelpunkt der Begegnungen beider Spieler stand natürlich der Wettkampf in Meran 1980. Vorgesehen waren eigentlich 16 Partien. Die zehnte Partie stand etwas besser für Kortschnoj.

Der Wettkampf in Meran begann 1980 zur Weihnachtszeit und endete 1981. Michael Dombrowsky beschrieb 2016 für Chessbase die Stimmung im Lager von Robert Hübner, die nicht sonderlich gut ausfiel. Der größte Störenfried scheint Hübners damaliger Manager Wilfried Hilgert gewesen zu sein. Der Schachjournalist Stefan Löffler formulierte 2025 in seiner FAZ-Kolumne so: „Dort versagte Hilgert als Delegationsleiter. Er schaffte es nicht, seinen Spieler vor den Reportern abzuschotten, und vergiftete die Atmosphäre mit wüsten Angriffen gegen Viktor Kortschnoi, der nach seiner Flucht aus der Sowjetunion vorübergehend selbst bei Hilgert in Köln gewohnt und für ihn gespielt hatte, aber inzwischen zu seiner späteren Frau in die Schweiz gezogen war. Hübner geriet in Rückstand und brach nicht nur das Match ab sondern auch mit seinem Mäzen.“

Dennoch sind die Umstände der Aufgabe und der „privaten Gründe“ für die Aufgabe im Match noch nicht vollkommen ausgeleuchtet. Es besteht die Hoffnung, dass sich das noch ändert. Weitergehende Spekulationen verbieten sich bei der bisherigen nicht ausreichenden Quellenlage, zumal Hübner manches selbst geheim gehalten hatte. In einem SPIEGEL Interview sagte der Kölner zu den Gründen für seinen Rückzug:

Dafür gibt es einen Komplex von Gründen. Einige von ihnen sind privater Natur. Daher eignet sich das Thema nicht zur Darlegung in der Öffentlichkeit.

Angesprochen auf angebliche Zitate in den Medien sagte Hübner im gleichen Gespräch: „Diese Zitate sind allesamt frei erfunden. Ich habe mich lediglich gegenüber dem Schiedsrichter, Herrn Folkers, geäußert.“ Ludek Pachman verfasste für den Walter Rau Verlag ein Buch mit dem Titel „Finale in Meran: Hübner-Kortschnoi“. Auf dem Buchdeckel findet sich die Frage: „Warum gab Hübner auf“. Man darf davon ausgehen, dass Pachman beim Verfassen des Buches keine Ahnung von den Hintergründen hatte.

Am 21. März 1981, also kurz nach dem Match in Meran erschien ein Artikel von dem neuseeländisch- britischen Schachgroßmeister Murray Chandler, Jahrgang 1960, der Robert Hübner zufällig in Hamburg getroffen hatte. Chandler erwähnte, dass Hübner seine innere Kontrolle verloren habe. Chandler berichtet über die Kontroverse zwischen Hübner und Wilfried Hilgert, der lange Zeit Hübners Mäzen war. Chandler erwähnt die beiden Stellungen aus den zwei Hängepartien, die er beide für nicht verloren hielt – ein Argument, das schnell nach der Flucht von Hübner, der aus Meran mit dem Zug abgereist war, aufgekommen war. Der Kampf war also nicht verloren. Auch gegenüber Chandler erwähnte Hübner die privaten Gründe. Chandler zitiert Hübner mit den Worten: „Ich schaute mir das gesamte Theater an, es war lächerlich. Zu viele Dinge passierten, die nichts mit Schach zu tun hatten.“

Murray Chandler war später vor allem als Schachbuchautor und Schachjournalist tätig. Zu seinen Werken als Autor gehören mehrere Schachbücher für Kinder.

Chandler und Hübner waren Co-Autoren eines SPIEGEL-Buches, das im Rowohlt Verlag unter dem Titel, Schachweltmeister – Der Titelkampf 1981, erschien, von Werner Harenberg herausgegeben wurde und 18 Mark kostete. Mitarbeiter war unter anderen Gisbert Jacoby, der einige Jahre später zusammen mit anderen das Unternehmen Chessbase in Hamburg gründete. Einer der ersten Mitarbeiter war Robert Hübner.

Quelle des Zeitungsberichts: „New Zealand Listener“ war ein Wochenmagazin, das 2020 von der Bauer Media Gruppe eingestellt wurde. Die Namensmarke wird weiter von der Tageszeitung „The New Zealand Herald“ (seit 1863) benutzt.

Das bislang vielleicht wichtigste Dokument mit Äußerungen von Robert Hübner zu seinem Abbruch in Meran erschien bereits wenige Tage nach dem Wettkampf. Der SPIEGEL-Autor Werner Harenberg (9. Juni 1929 – † 14. Februar 2014) hatte offenbar ein ausreichendes Vertrauensverhältnis zu Robert Hübner aufgebaut. »Nicht wie ein Affe im Zoo«. Hübner hielt sich für spielunfähig, sonst hätte er den Kampf nicht aufgegeben war seine damalige Selbsteinschätzung und Selbstdiagnose. Hübner traf die Entscheidung für die Aufgabe alleine und informierte weder Hilgert noch seine Sekundanten Hort und Sigurjonnson noch seinen Psychologen Renato Lorenzetto vorher. Hübner erhielt sein Honorar von 41.000 Schweizer Franken trotz der frühzeitigen Abreise.

Die öffentliche Berichterstattung im SPIEGEL hatte zuvor offenbar Einfluss auf den Wettkampf. Nicht alle Texte sind ausnahmslos gelungen. Ein Text von Peter Brügge „Nachher in Armut verkommen“ war sicher kein journalistisches Glanzstück und transportierte einen Mix aus teilweise bösartigen Vorwürfen, die teilweise von Hilgert stammten. „Peter Brügge“ war ein Pseudonym für den SPIEGEL-Journalisten Ernst Hess (1928 – 2019). Hübner fühlte sich genötigt auf die Vorwürfe im Text zu reagieren und verlor darüber vermutlich einen Teil der notwendigen Konzentration auf seine eigentliche Aufgabe.


Was in Meran auf dem Schachbrett passierte – oder am Ende eben nicht

Das Finale der Kandidatenwettkämpfe begann am 20. Dezember 1980 mit einem grandiosen Sieg des deutschen Großmeisters im Königsangriff gegen die eigentlich als besonders solide geltende Caro-Kann Verteidigung seines Gegners. Kortschnoj gelang in der zweiten Partie der sofortige Ausgleich.



Nach diesem aufregenden Start in den Wettkampf remisierten die beiden Spieler ihre nächste Partie nach 34 Zügen. In der vierten Runde gelang Robert Hübner ein Sieg mit den schwarzen Steinen und der Kölner übernahm erneut die Führung im Match. In der vierten Partie, die Heiligabend gespielt wurde, gelang Kortschnoj in der Eröffnung wenig und er stand nach zwanzig Zügen bereits deutlich schlechter.


Robert Hübner hatte zuletzt seinen Turm von c8 nach c7 gezogen, um diesen nach f7 zu überführen. Der Zug von Robert Hübner erinnert an den Turmzug nach a7 von Kortschnoj in der dritter Partie aus dem Match in Solingen 1973. Schwarz steht in der Tat angenehmer, aber es fehlte noch an konkreten Drohungen. Weiß konnte hier entweder seinen Springer gegen den Zentralspringer abtauschen oder zunächst mit dem König in die Ecke ziehen. Kortschnoj dürfte sich nicht sonderlich wohl gefühlt haben und nahm stattdessen mit seinem e-Bauern auf f5 und Hübner nahm mit seinem g-Bauern und beherrschte viele Zentralfelder. Sein Gegner fand keinen Weg mehr die Partie aufzumischen und verlor letztlich ohne Chance. Plus 1 für Robert Hübner.

In der fünften Partie versuchte Hübner wenig gegen die Französische Verteidigung seines Gegners. Die sechste Partie dauerte länger, zeigt aber auch die Verzweiflung von Viktor dem Schrecklichen Kortschnoj, der mit Hübners Spiel in Meran zu diesem Zeitpunkt nicht zurecht kam. Der Passschweizer versuchte mit Turm und Springer gegen einen Turm zu gewinnen und spielte einige belanglose Züge. Der schachliche Knackpunkt war die folgende siebte Partie.


Die Siebte – Blackout

In der siebten Partie, die am 30. Dezember 1980 gespielt wurde, passierte einer der gröbsten Fehler der Schachgeschichte auf Spitzenniveau. Robert Hübner spielte hier den Königszug, der ein grober Fehler war, da die Springergabel auf e3 einen ganzen Turm gewinnt. Ein klassischer Blackout. Im SPIEGEL (04/1981) stand zu lesen: „Der Deutsche wartete den Verlust dieser Figur gar nicht erst ab und gab auf.“ In elektronischen Datenbanken findet sich die Notation inklusive der Springergabel auf e3. Der Wettkampf war ab hier ausgeglichen. Allerdings scheint die Partie Hübner, der in der achten Partie erneut verlor, aus dem Gleichgewicht gebracht zu haben.


Die Achte – Führung Kortschnoj

Erstmals lag Robert Hübner in dem Kandidatenkampf in Meran zurück. Wenig gewürdigt wurde die hervorragende Leistung von Kortschnoj in dieser Partie, vermutlich weil sein Spiel zu einfach erschien. Robert Hübner hatte offenbar mit seinem Mäzen einige ernsthafte Probleme zu lösen und hatte einen Brief verfasst, der im SPIEGEL unter dem Titel Nicht Sklave, nicht Geldgeber veröffentlicht wurde. Unnötige Ablenkungen.


Die Neunte – abgebrochen, nie beendet

Einen Tag nach der Niederlage in der achten Runde folgte eine Weißpartie für Robert Hübner. In dieser Stellung wurde die Partie abgebrochen. Es ist natürlich nicht bekannt, welchen Zug Kortschnoj hier abgegeben hat, aber ein Schachgebot auf c1 mit dem Turm war eine gute Wette, um weitere Operationen vorzubereiten und erst nach ausführlicher Analyse folgen zu lassen. Der weiße Läufer erweist sich als nicht stark genug, um irgendeinen Vorteil nachzuweisen. Falls Weiß auf a7 den Bauern schlägt, ginge dieser in vielen Varianten verloren. Plausibel war in der Diagrammstellung die Folge: 46…Tc1+ 47.Kg2 Sc5 48.Td4+ Kc8 49.Lxa7 Kb7 50.Lxb6 Kxb6 mit gleichem Spiel nach 51.Td6+ Ka5 52.Tc6 Kb4 53.b6 Tb1.


Die Zehnte – abgebrochen schlechter, aber nicht verloren

Um diese Stellung vom 6. Januar 1981 gab es viele Spekulationen unter Experten. Viele Beobachter hielten diese Stellung für fast schon verloren und spekulierten darüber, dass Hübner wegen einer drohenden Niederlage, die den Kampf auf Minus Zwei gestellt hätte, abgereist sei. Robert Hübner selbst führte dazu im SPIEGEL (05/1981) aus: „Man kann meines Erachtens keineswegs von einer klaren Verluststellung in der zehnten Partie sprechen. Aber das zu begründen ist wohl in diesem Interview nicht möglich.“ Mit dieser Einschätzung liegt Hübner richtig. Die Stellung war sicher angenehmer für seinen Gegner zu spielen, aber mehr nicht. Wieder hatte Kortschnoj den Zug abgegeben und ein Läuferzug nach d1 war die erwartbare Antwort. Wir werden das aber nie erfahren, da Robert Hübner mit dem Zug abreiste und die Partie nie beendet wurde.

Die späten Jahre

Nach den dramatischen Ereignissen in Meran spielten Robert Hübner und Viktor Kortschnoj noch häufiger gegeneinander. Meist hatte der deutsche Großmeister die Nase vorn. Die letzten Begegnungen der beiden Kontrahenten fanden in einer schweizerischen Mannschaftsmeisterschaft 1998 und 2008 statt. Hübner gewann die vorletzte Partie und die letzte Partie endete Remis. Vielleicht machten sich zuletzt die 17 Jahre Altersunterschied bemerkbar. Viktor Kortschnoj starb am 6. Juni 2016 in der Schweiz im Alter von 85 Jahren.

Zwei überzeugende Siege von Robert Hübner gegen Viktor den Schrecklichen in zwei späteren Superturnieren (Linares 1985 und Wijk aan Zee 1987) sollen diesen vergleichenden Teil abschließen.


Linares 1985. Zuletzt hatte Viktor Kortschnoj seinen Läufer von d7 nach c6 gezogen und damit seinen Bauern zusätzlich geschwächt. Robert Hübner nutzte das aus, indem er mit seinem Turm nach f4 zog und den Läufer ablenkte. Nach dem Schlagen auf f4 und auf h3 war der Bauer auf e6 angegriffen und gleichzeitig drohte der Einstieg mit der weißen Dame auf h7. Es folgten noch einige Züge. Am Ergebnis änderte das nichts mehr.


Die Betrachtungen zu Robert Hübner werden in einem späteren Beitrag fortgesetzt…Kandidatenviertelfinale Velden 1983….Kandidatenachtelfinale Sarajevo 1991….sein Verhältnis zum Deutschen Schachbund.


Einige Quellen

Johannes Fischer über den Schachpublizisten Robert Hübner

Johannes Fischer erinnert an das Buch Büsum 1968: Erinnerungen von Robert Hübner

Conrad Schormann erinnert an das NIC Interview 1997 von Robert Hübner mit Dirk Jan ten Geuzendam

WM-Zyklus mit Finale Meran 1980 war mehrfach Thema im Magazin: DER SPIEGEL

Jetzt oder nie. 46/1979

Knacks gegeben. 04/1980

Wieder ein Deutscher? 51/1980

Nachher in Armut verkommen. 53/1980

Nicht Sklave, nicht Geldgeber. 01/1981

Angst im Magen. 03/1981

Nicht wie ein Affe im Zoo. 05/1981

Irresein als Berufskrankheit. 40/1981 – Ein bizarres, gleichwohl bemerkenswertes Streitgespräch u.a. mit Robert Hübner und Helmut Pfleger und Adrianus Dingeman (Adriaan) de Groot (1914 – 2006). Hübner scheint sich nicht sehr amüsiert zu haben bei dem Thema und antwortete einmal auf die Frage, ob er sich mit dem Thema Tragödien von Schachspielern beschäftigt habe: „Die Summe der Zeit, die ich für die Beschäftigung mit diesem Thema aufgewandt habe, ist natürlich größer als diejenige, welche ich bisher für das Studium der Raffzähne des Kaninchens verbraucht habe.“

Wenn man sich mit dem erfolgreichsten deutschen

Von Thorsten Cmiel

Die Idee der Lasker Aufgaben ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Schachaufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.


1. Aufgabe: Weiß am Zuge setzt in zwei Zügen Matt?

Das gesuchte Motiv ist Zugzwang. Weiß muss sicherstellen, dass er den Turm auf a8 weiterhin gedeckt behält. Ein Zug mit der Dame nach g2 beispielsweise würde mit Schlagen auf e5 beantwortet. Zudem muss Weiß Züge des gegnerischen h-Bauern berücksichtigen. Würde Schwarz in der Ausgangsstellung seinen h-Bauern ziehen, würde der Anziehende diesen wegputzen und gleichzeitig Matt geben. Mit diesen Überlegungen ist die Antwort einfach. Weiß zieht seinen Läufer nach a1 zurück und Schwarz gehen die Zügen aus. Nach dem Schlagen des Läufers auf a1 nimmt die Dame zurück und setzt Matt.


2. Aufgabe: Weiß ist am Zuge und gewinnt. Wie?

Der Schlüsselzug ist hier sofortiges 1.h3-h4 und zwar um den Gegner genau daran zu hindern.


3. Aufgabe: Kann Schwarz am Zuge Remis halten?

Die Lösung besteht darin, sich nicht vor dem Bauernendspiel zu scheuen. Es beginnt mit einem Schachgebot durch den Turm auf g6 und wird weiter fortgesetzt. Will Weiß voran kommen, muss er sich darauf einlassen, denn sonst kann der weiße König nie über die e-Linie hinweg hin zu den Bauern am Damenflügel. Das Bauernendspiel ist jedoch ausgeglichen. Weiß kann seinen König auch nicht auf e1 verstecken, da nach dem Turmzug nach f3 Weiß zu dem passiven Deckungszug mit seinem Turm nach b2 gezwungen wäre. Das Beispiel habe ich gefunden in Herbert Bastian: Chapais – Das revolutionäre Schachmanuskript von Gaspard Monge, Berlin: Excelsior Verlag 2024.


4. Aufgabe: Hier spielte Nigel Short mit Schwarz 51…g5-g4, ein guter Zug?

Der Zug von Nigel Short war ein grober Fehler. Durch den Bauernzug ist die schwarze Dame ungedeckt. Nach dem Damenschach auf h8 und Schlagen des Springers auf g7 gewinnt Weiß mit der Springergabel auf e6 die Dame auf f4 zurück und steht auf Gewinn. Der Engländer gab auf.

Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.


Von Thorsten Cmiel Die Idee der Lasker Aufgaben

Von Thorsten Cmiel

In der Schachbundesliga werden viele interessante Partien gespielt. Aufmerksamkeit brachte am ersten Bundesligawochenende 2025 aber vor allem der Auftritt des Exweltmeisters Magnus Carlsen, der inzwischen eine Art Lotterieschach propagiert. Dabei gibt es für Zuschauer viel bemerkenswertere Partien zu beobachten. Übrigens andernorts oft bei freiem Eintritt.

Die Protagonisten dieser Partie sind der indische Großmeister SL* Narayanan und der polnische Großmeister Mateusz Bartel. Die beiden spielten am ersten Brett in Bad Mergentheim für ihre Teams Deggendorf und USV TU Dresden. Wir schauen beiden Akteuren meist abwechselnd über die Schulter. Für den besten Trainingseffekt wird empfohlen, zunächst die Lösungen zu ignorieren und sich stattdessen wie die Spieler durch die Partie durchzukämpfen. Wer will kann sich seine Züge notieren und später mit den Lösungen abgleichen.

* SL steht für Sunilduth Lyna


Stellung 1: Schwarz ist am Zuge

Zu diesem Zeitpunkt hatten beide Spieler bereits viereinhalb Stunden in den Knochen. Weiß hat zuletzt seine Dame nach c6 gezogen und den Turm auf a8 und den Bauern auf e6 gleichzeitig ins Visier genommen. Es gibt hier zwei denkbare Konzepte für Schwarz und hier reicht uns eine Fifty-Fifty-Antwort. Er kann den Turm nach e8 ziehen und dadurch beide Probleme gleichzeitig lösen. Dieser Zug ist allerdings recht passiv gedacht. Schwarz kann alternativ seinen Turm auf die offene Linie nach b8 ziehen und mit dem Turmzug nach b1 selbst auf Gegenspiel hoffen. Was ist besser?


Stellung 2: Weiß ist am Zuge

Der Pole hatte sich nach etwas mehr als vier Minuten für den aktiven Zug nach b8 entschieden. Jetzt ist sein Gegner dran. Dieser war 2022 bei der Schacholympiade noch im ersten indischen Team im Einsatz und hatte zuletzt etwas Rating abgegeben. Er dürfte hier vier bis fünf Züge erwogen und kurz angedacht haben – mit elf Minuten Restzeit. Eine erste schwierige Entscheidung bei knapper Bedenkzeit. Kandidatenzüge waren das Schlagen auf e6 mit Springer oder Dame. Das konnte in Kombination mit dem Schlagen auf e4 mit dem Springer (Läufer) erfolgen und ein prophylaktischer Zug mit dem König nach g2 (gegen den Turmzug nach b1 gerichtet) kam ebenfalls in Betracht.


Stellung 3: Schwarz ist am Zuge

Der indische Großmeister hatte sich für den prophylaktischen Zug mit seinem König entschieden. Jetzt war der Pole wieder dran. Wie soll er weiter fortsetzen? Es gibt hier nur einen sehr guten Zug für den Schwarzspieler. „Simply the Best“ wäre das in meiner Kategorisierung von Aufgaben. Ich hatte bisher darauf verzichtet, die Frage zu stellen, ob irgendwer bisher besser steht oder stand. Diese Frage spielt praktisch in einer komplexen Turnierpartie eine untergeordnete Rolle, bis man die Stellung in technischere Gefilde abwickeln kann und so eventuell eine bessere Einschätzung abgeben kann.


Stellung 4: Weiß ist am Zuge

Bartel hatte sich zuvor für den Springerzug nach g5 entschieden. Jetzt war Narayanan wieder gefragt. Der Inder hatte hier etwa drei logische Kandidaten: Er konnte hier entweder den Läufer f3 nach d1 oder e2 ziehen oder zunächst mit dem Damenzug nach d6 eine Gegendrohung aufstellen. Nimmt man nur diese drei Möglichkeiten in Augenschein, dann hat man hier zwei gute und eine schlechtere Option. Für welchen Zug soll man sich entscheiden?


Stellung 5: Schwarz ist am Zuge.

Narayanan hatte sich für den Läuferzug nach e2 entschieden. Jetzt ist erneut Mateusz Bartel am Zuge und die Frage ist, was man ihm hier empfehlen sollte. Genau genommen gibt es hier wieder einen überragenden und einen guten Zug, alle anderen Versuche sind deutlich schlechter. Diesmal gibt es aber keine Hilfe von der Seitenlinie.


Stellung 6: Weiß ist am Zuge.

Bartel hatte zuletzt seinen Turm nach b1 gezogen. Die schwarzen Figuren kommen offensichtlich immer näher und jetzt ist es die Aufgabe des Weißspielers, einen sehr guten Zug zu finden. Eine weitere Aufgabe vom Typus „Simply the Best“. Manche Schachspieler finden solche eindeutigen Entscheidungen einfacher, aber ist es wirklich einfach den besten Zug zu finden? Hier sollte man seine Entscheidung notieren. Ebenfalls ungestützt durch eine vorgegebene Auswahl.


Stellung 7: Schwarz ist am Zuge

Der Inder hatte zuletzt (Stellung 6) seinen Springer nach d3 gezogen. Hier kann Schwarz auf d4 den Bauern des Gegners schlagen. Aber soll er das überhaupt tun? Hier gab es erneut einen überragenden Zug (Simply the Best), aber ist dieser das Nehmen des weißen Zentralbauern auf d4? Mateusz Bartel hatte bisher recht schnell gespielt und so den zeitlichen Druck auf seinen Gegner aufrecht erhalten. Für eine Antwort in dieser Stellung nahm er sich etwa neun Minuten Zeit und ihm blieben noch etwas mehr als 16 Minuten Restbedenkzeit. Sein Gegner hatte sechs Minuten weniger auf der Uhr. Mein Tipp: Notieren sie diesen Zug und vergleichen sie ihn mit der Lösung später.


Stellung 8: Weiß ist am Zuge

Wir machen es jetzt etwas einfacher und betrachten vier Kandidatenzüge. Beachten sollte man, dass der Inder noch sechs Minuten plus 30 Sekunden pro Zug übrig hatte. Ich schlage daher vier Kandidaten vor. Weiß konnte auf a8 oder c8 ein Schachgebot mit der Dame abgeben, seinen Läufer nach f2 ziehen und um die geschwächten schwarzen Felder kämpfen oder seinen h-Bauern losschicken. Es gibt hier eine klare Hierarchie der Züge, wer mag sollte sich daran versuchen. Aber bitte nicht vergessen: die Uhr tickt.


Stellung 9: Weiß ist erneut am Zuge

In dieser Stellung zog der Inder nach sieben Sekunden. Welche Züge kommen hier in Betracht? Haben sie ebenfalls einen klaren Favoriten? Auch an dieser Stelle gab es einen klaren besten Zug (Simply the Best). Die Spieler hatten in der Partie allerdings ebenfalls keine Hilfe.


Stellung 10: Schwarz ist am Zuge

Wie sollte Schwarz hier fortsetzen? Wir sind inzwischen beim vierundfünfzigsten Zug angekommen. Mateusz Bartel entschied sich nach sechs Minuten und ihm verbleiben danach knapp mehr als elf Minuten Restbedenkzeit, jeweils zuzüglich 30 Sekunden pro Zug (Inkrement).


Stellung 11: Weiß ist am Zuge

Hier gilt es mit Weiß einen sehr starken Zug zu finden. Vielleicht sollten wir uns jetzt erstmals Gedanken machen, wie eigentlich die Stellung zu beurteilen ist. In einer Partie reicht natürlich der beste Zug, aber vielleicht kann man die Stellungsprobleme besser lösen, wenn man eine Idee hat, ob man auf Gewinn oder auf Verlust steht. Diese Frage könnte natürlich eine Falle sein und vom eigentlichen Thema – den besten Zug zu finden – ablenken.


Stellung 12: Weiß ist am Zuge

Hier muss Weiß das potentielle Schachgebot auf f1 berücksichtigen. Oder droht das eventuell gar nicht? Darauf wird man sich aber nicht verständigen wollen mit wenig Bedenkzeit. Daher gibt es drei Züge zur Auswahl: den Läuferzug nach f2, den anderen Läufer nach f5 zu ziehen oder die Dame auf das gleiche Feld. Ihre Wahl.


Stellung 13: Schwarz ist am Zuge

Hier findet der Schwarzspieler eine sehr interessante Ressource auf die der israelische Großmeister Boris Avrukh in den sozialen Medien, bei X, hingewiesen hat. Vermutlich hat der Pole inzwischen begriffen, dass es in den letzten Zügen nicht sonderlich gut für ihn gelaufen ist. Wer hat eine Idee, wie Schwarz hier seine Chancen auf ein Überleben verbessert hat.


Stellung 14: Weiß ist am Zuge

Erneut ist der Weiße gefragt wie er fortsetzen sollte. Der Inder hatte zu dem Zeitpunkt noch 42 Sekunden auf der Uhr und zog nach zehn Sekunden, konnte also etwas Zeit gutmachen. Den Stress kann man nicht simulieren im Training. Daher sollte man etwas milde mit der Analyse mancher Entscheidungen umgehen.


Stellung 15: Schwarz ist am Zuge

Unser letztes Diagramm. Wie würden sie hier fortsetzen. Dieser Zug ist einfacher als die vielen anderen Züge zuvor. Tatsächlich finden die Spieler hier ein gerechtes Ende für eine Partie, die im Verlauf beide Spieler für sich hätten entscheiden können.


Die betrachtete Partiephase

Bevor wir uns die Lösungen und Bewertungen zu den Stellungen objektiviert anschauen, möchte ich darauf hinweisen, dass die betrachtete Partie meines Erachtens hochklassig war. Dass die Bewertungen von emotional kalten Engines gelegentlich eine andere Sprache sprechen, ist kein meiner Meinung nach kein Argument dagegen. Um den Eindruck nicht zu trüben, habe ich auf die Bewertungen der Maschine und eine üppige Zeichenkommentierung verzichtet. Die Faszination einer Schachpartie zeigt sich nicht an der mathematischen Genauigkeit, die in der öffentlichen Diskussion einen zu breiten Raum einnimmt. Engineanalysen sind aus individueller Sicht beim eigenen Verbesserungsprozess ein wichtiges Tool, aber die Wahrheit bei der Bewertung einer Schachpartie erzählen sie nicht. Ich rate hier zur Vorsicht vor dem zu häufigen Konsum von reinen Engineanalysen wie man sie auf Spielplattformen oder in Youtubevideos zu sehen bekommt.


Ein kleiner Hinweis: Bei der automatischen Übersetzung von Schachanalysen in deutscher Sprache entscheiden sich die Maschinen oft für das englische Wort „train“ für Zug statt „move“. Solche Übersetzungsfehler muss man wohl mit Humor hinnehmen.



Von Thorsten Cmiel In der Schachbundesliga werden viele

Von Thorsten Cmiel

Die Idee der Lasker Aufgaben ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Schachaufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.


1. Aufgabe: Weiß am Zuge setzt in zwei Zügen Matt?

Diese Aufgabe ist nicht zu schwierig und die Lösung nutzt ein bekanntes Motiv im Schach.


2. Aufgabe: Weiß ist am Zuge und gewinnt. Wie?

In Endspielen muss man oft präzise agieren. So auch hier. Es gibt nur einen Gewinnzug. Danach ist es nicht mehr zu schwierig.


3. Aufgabe: Kann Schwarz am Zuge Remis halten?

Diese Stellung stammt aus einer ganz besonderen Quelle. Herbert Bastian: Chapais – Das revolutionäre Schachmanuskript von Gaspard Monge, Berlin: Excelsior Verlag 2024.


4. Aufgabe: Hier spielte Nigel Short mit Schwarz den Zug 51…g5-g4, ein guter Zug?

Diese Aufgabe stammt aus einer Partie aus dem Wettkampf Frauen gegen Männer („Queens against Kings“) und wurde vor 23 Jahren in China ausgetragen. Der englische Großmeister spielte gegen die fünf Jahre jüngere chinesische Exweltmeisterin Xie Jun (geboren 1970).

Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.


Von Thorsten Cmiel Die Idee der Lasker Aufgaben

Foto der Schuhe von Zhu Jiner. (Chess.com)

Die chinesische Großmeisterin Zhu Jiner wurde in New York wegen ihrer Boots mit einer Strafe belegt und im Viertelfinale der Blitzweltmeisterschaft gestört. Das meldet der norwegische Schachjournalist Tarjei J. Svensen für die Spielplattform Chess.com.

Es könnte einfach sein, aber Schachspielerinnen und Schachspieler sowie der Weltschachbund haben offenbar ein Modeproblem. Über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Das Outfit der Chinesin gefiel den extra dafür angeheuerten Modekräften, im Englischen „special assistents“, nicht. Sie bekam einen Hinweis und eine Strafe von 200 US-Dollar aufgebrummt. Dabei wurden ihre Boots letztlich als nicht passend benannt. Das war offensichtlicher Unfug, denn Boots sind laut Regularien ausdrücklich erlaubt. Sogar wenn sie nicht gerade als schick durchgehen. Bootsgate.

Die Strafe wurde später wieder rückgängig gemacht vom Schiedsgericht. Aber der Fall der Chinesin zeigt ein anderes Problem auf. Schiedsrichter und andere Offizielle stören Spieler mitten im Wettbewerb und das kostet Konzentration und kann das Ergebnis massiv beeinflussen. Dieses Thema sollte besprochen werden. Ein anderer Fall aus 2024: Beim Kandidatenturnier in Toronto ging es ebenfalls um die Schuhe eines Spielers, aber nicht nur. Alireza Firouzja, dessen Turnierergebnis für ihn eine Katastrophe war, hatte mit seiner Art aufzustampfen in Kombination mit seinen Schuhen den Azeri Nijat Abasov mehrfach gestört. Der bat den Hauptschiedsrichter um Hilfe, dieser sprach Firouzja an und bat ihn am nächsten Tag anderes Schuhwerk zu tragen. Die Ansprache folgte nicht während der Bedenkzeit des ehemaligen Iraners, sondern in einer Denkpause des Franzosen am Buffet. Firouzja nahm es zunächst hin und reagierte später auf der Social Media Plattform X. Er beschwerte sich lautstark über den Schiedsrichter und bezeichnete diesen als unfähig. Es gab eine kleine Krise, die aber letztlich mehr eine Krise im Hause Firouzja war.

Pro Dresscode

Der Dresscode ist trotz dieses erneuten Fehlers von den Organisatoren, in dem Fall also des Weltschachbundes, eine sinnvolle Einrichtung für Topevents. Die Spielerinnen und Spieler wollen ordentliche Geldpreise und die Blitz- und Rapidweltmeisterschaften weisen einen sehr hohen Preisfonds auf. Es wäre professionell sich ohne Dresscode entsprechend zu kleiden. Das ist in der Schachwelt aber nicht der Fall, wie man in vielen Turniersälen beobachten kann. Wenn man sich als Schachszene absetzt von den lauten Veranstaltungen der e-Gaming-Szene beispielsweise oder dem Pubsport Darts, dann ist das an der Stelle keine schlechte Idee. Schließlich gilt es im Schach eine Tradition zu repräsentieren im Vergleich zu den rein kommerziell entwickelten e-Sportarten oder zum Kneipensport Dart, der längst seine eigenen modischen Gesetze entwickelt hat.

Das Foto ist von einem Kandidatenturnier. Im Schachtreten die Spieler auch heutzutage ähnlich auf in der offenen Klasse. In Toronto 2024 gehörte es übrigens zu den täglichen Ritualen bei den Frauen, dass die Russin Goryachkina in Sportschuhen zum Turniersaal kam, dann an der Garderobe ihre Schuhe abgab und in der Regel High Heels anzog, die passten besser zu ihrem Outfit. Als sie keine Chancen mehr hatte, wechselte sie übrigens zu etwas weniger hohem Schuhwerk. Das war erlaubt.

Mein Take

Es wäre zumutbar für jeden Teilnehmer Boots auszuziehen und die FIDE könnte die Spielerinnen und Spieler bitten, sich im Zweifel auf einen Schuhwechsel vorzubereiten. Hier allerdings waren Boots erlaubt. Vermutlich war es die Farbe, die wie bei Sneakers die Modepolizisten störte. Genau ist das nicht bekannt. Das Verhalten der Chinesin war jedenfalls regelkonform und die Bestrafung war reine Schikane. Die Schachwelt hatte eine unnütze Diskussion über die falschen Argumente mehr. Die Fortsetzung dieser unendlichen Geschichte folgt vermutlich 2025 direkt nach Weihnachten.


Artikel Tarjei (Chess.com)

Dresscode in: The Guardian

Foto der Schuhe von Zhu Jiner. (Chess.com) Die

Von Thorsten Cmiel

Als Service sind hier die Partien von Robert Hübner in seinem System (ECO* Code E41) weitgehend unkommentiert. In einem Fall – seine Partie gegen Mark Taimanov finden sich die Kommentare von Robert Hübner selbst in der Datenbank. Wer will kann die Partien nachspielen oder herunterladen. Ein genauerer eigener Blick lohnt sich in jedem Fall. Die Partien sind chronologisch sortiert angegeben.

Laut Datenbank hat Robert Hübner zwischen 1968 und 1982 acht Partien in seinem System gespielt und dabei insgesamt sechseinhalb Punkte gegen starke Gegnerschaft erzielt. Der Stellungstyp lag ihm offensichtlich und das System selbst besitzt offenkundig eine gesunde positionelle Rechtfertigung.










Der hier grün markierte Button dient zum Download.


(*) ECO steht für Encyclopaedia of Chess Openings, ein System mit dem alle Schacheröffnungen klassifiziert und damit leichter auffindbar sind.

Von Thorsten Cmiel Als Service sind hier die

Von Thorsten Cmiel

Er würde es ablehnen als Schachstar bezeichnet zu werden, aber Robert Hübner (1948 – 2025) war genau das. Das erkennt man daran, dass ein ganzes Eröffnungssystem nach ihm benannt ist. Schauen wir genauer hin.

Das Hübner System ist nach dem erfolgreichsten deutschen Schachspieler der Nachkriegszeit benannt. Es handelt sich um ein Schwarzkonzept in der so genannten Nimzoindischen Verteidigung. Betrachten wir die zunächst die Grundidee. Schwarz attackiert nach den Zügen 1.d2-d4 Sg8-f6 2.c2-c4 e7-e6 3.Sb1-c3 Lf8-b4 im Rubinstein-System (4.e2-e3) des Weißen, benannt nach einem anderen berühmten Schachspieler (Akiba Rubinstein aus Polen; 1880 – 1961) sofort das weiße Zentrum mit 4…c7-c5 5.Lf1-d3 Sb8-c6. Danach entsteht die folgende Stellung. Die Zugfolge kann auch eine andere sein, wenn Weiß mit 4.Sf3 beginnt. Das gibt Schwarz die begründete Hoffnung das hier vorgestellte System spielen zu dürfen.


Hier ist ein erster wichtiger Moment erreicht. Weiß entwickelt seinen Königsspringer, um das eigene Zentrum zu stützen. Er hat dabei zwei Optionen. Er kann entweder den Springer nach e2 ziehen, oder er wählt das andere Feld vor seinem f-Bauern. Vertraut man in dieser Frage der Ergebnisstatistik, dann sind beide Züge etwa gleichwertig. Für uns relevant ist hier aber nur der Springerzug nach f3. Danach wird es konzeptionell und wir landen im Hübner System. Schwarz wartet nicht den Tritt mit dem a-Bauern ab, sondern schlägt freiwillig auf c3 und wir kommen zur Ausgangsstellung des Hübner Systems. Dieser Zug ist allerdings nur gut, wenn der gegnerische Springer auf f3 steht und den f-Bauern verstellt. Würde er es mit dem Springer auf e2 genauso halten, wäre man ein Tempo hinten im Sämisch-System des Weißen (4.a3), ebenfalls benannt nach einem deutschen Schachspieler (Fritz Sämisch 1896 – 1975).


An dieser Stelle verzichtet der Schwarze zunächst auf die eigene kurze Rochade und zieht seinen Bauern zunächst nach d6 und will auf den schwarzen Feldern eine Blockade im Zentrum mit e6-e5 errichten. Schwarz hat seinen Läufer aufgegeben und ein Interesse daran, das Zentrum geschlossen zu halten und den gegnerischen schwarzfeldrigen Läufer in seiner Aktivität zu beschränken. Die meisten Autoren sehen die Gewinnpartie von Robert Hübner gegen den argentinischen Großmeister Miguel Najdorf als Stammpartie des Systems. Am 19. Januar 1971 gewann der deutsche Großmeister eine Glanzpartie im Hoogovens Turnier in Wijk aan Zee. Das Turnier heißt inzwischen anders, ist aber immer noch das wichtigste Turnier zu Beginn jeden Jahres.


In dieser Stellung stand der damals bereits sechzigjährige Argentinier vor seinem zwanzigsten Zug. Najdorf schätzte die Situation falsch ein und zog hier im zwanzigsten Zug seinen Springer nach f5. Das war eine schlechte Entscheidung. Der damals zweiundzwanzigjährige Robert Hübner nahm den Springer mit seinem Springer weg und ließ f7-f6 folgen. Das war komplette Abriegeln war allerdings unnötig an dieser Stelle. Erfolgversprechender wäre es gewesen das Feld zunächst für den eigenen Springer zu nutzen und danach eine Öffnung der Stellung am Königsflügel (gemeint ist die Seite mit g- und h-Bauern) vorsichtig vorzubereiten.


Die bekannteste und historisch bedeutendste Partie im Hübner System stammt allerdings nicht vom deutschen Großmeister, sondern wurde von Robert James „Bobby“ Fischer (1943 – 2008) anderthalb Jahre später in seinem Weltmeisterschaftskampf 1972 in Reykjavik gespielt. Vor allem die hier gezeigte Schlusskombination findet sich in zahlreichen Büchern. Zudem markiert die Partie den Ausgleich im immer noch bedeutendsten Wettkampf aller Zeiten um die Schachkrone.


In dieser Stellung zog Boris Spassky seine Dame nach c2 und Fischer nahm den Bauern auf a4 und der Russe gab auf, da zusätzlich der Bauer auf e4 verloren geht. zudem mit Doppelangriff auf den Läufer e1 und den Bauern auf g2. Schwarz stand ohnehin eindeutig vorteilhaft, aber in der betrachteten Stellung konnte Spassky seine Dame entweder nach f3 oder nach e3 ziehen und Fischer hätte noch viel Arbeit vor sich gehabt, wenn er diese Partie überhaupt gewonnen hätte.


Es ist im Schach nicht ungewöhnlich, dass Eröffnungen nach einem bekannten Spieler benannt werden, der bei der Erforschung einer Stellung besondere Verdienste erworben hat. So auch hier. Robert Hübner war keinesfalls der erste Spieler, der freiwillig auf c3 den Springer schlug oder später die schwarzfeldrige Strategie verfolgte. Vermutlich würde Hübner daher die Bezeichnung als Hübner System ablehnen, aber so funktioniert die Schachwelt nicht.

Wer das Hübner System in sein Repertoire einbauen will, der muss sich mit moderneren Bekämpfungsmethoden auseinander setzen. Dabei gibt es gute Chancen, dass dieses System auch in Zukunft verlässliche Dienste leistet. Das liegt an seiner positionellen Rechtfertigungen. Das Hübner System ist positionell ein gesundes System und ein grober Blick (man könnte Partien mit kürzerer Bedenkzeit herausnehmen) in die wichtigste Datenbank bei Chessbase (Megadatabase) bestätigt diesen Eindruck: Nach 7…d6 zeigt die Datenbank einen leichten Ergebnisvorteil für Schwarz.

Robert Hübner selbst würde das vermutlich für einen Zufall halten.

Fotos: Anelfo.


Von Thorsten Cmiel Er würde es ablehnen als

Screenshot: FIDE Chess

von Thorsten Cmiel

Ein Spieler im Kandidatenturnier steht schon fest. Fabiano Caruana qualifizierte sich via FIDE Circuit für das Kandidatenturnier 2026. Das wird wie in Toronto 2024 wieder doppelrundig mit acht Spielern ausgetragen. Die Spieler haben noch vier Qualifikationswege einen der verbliebenen sieben Plätze zu ergattern.

QualifikationswegZahl der QualifiziertenAnmerkung
World Cup 20253 Qualifikationsplätze
Grand Swiss 20252 Qualifikationsplätze
FIDE Circuit 20251 Qualifikationsplatz2. Circuitplatz wahrscheinlich
Ratingplatz1 QualifikationsplatzNur unter Bedingungen

Einen WM-Kampf zu erreichen und den amtierenden indischen Weltmeister Gukesh (Foto) herauszufordern ist das Ziel vieler Top-Schachspieler. Objektiv kommen nur wenige dafür in Frage, denn der Weg zur Qualifikation ist steinig. Ein Grund genauer hinzuschauen.

World Cup 2025

Im Spätsommer 2025 steht der World Cup an. Das ist ein Turnier mit 206 Spielern im Knockout-Modus. Noch steht nicht fest wann und wo gespielt wird. Geregelt ist, dass wie 2023 sich drei Spieler qualifizieren. Damals waren es Magnus Carlsen, Praggnanandhaa und Fabiano Caruana. Da Carlsen verzichtete rückte der Azeri Nijat Abasov nach.

Modus: Jedes Match besteht aus zwei klassischen Partien (eine Partie pro Tag) mit einer Zeitkontrolle von 90 Minuten für 40 Züge, dann 30 Minuten bis zum Ende der Partie, mit einem 30-Sekunden-Inkrement ab Zug 1. Bei Gleichstand folgt am dritten Tag ein Tiebreak: zwei 25m+10s-Schnellpartien, bei Gleichstand zwei 10m+10s-Partien, bei Gleichstand zwei 5m+3s-Partien, bei Gleichstand eine Armageddon-Partie.

Grand Swiss 2025

Geplant ist ein Turnier mit 114 Spielern mit elf Runden nach Schweizer System. Die Zeitkontrolle: 100 Minuten für die ersten 40 Züge, gefolgt von 50 Minuten für die nächsten 20 Züge, gefolgt von 15 Minuten für den Rest der Partie mit einem Inkrement von 30 Sekunden pro Zug ab dem ersten Zug.

2023 qualifizierten sich der Inder Vidit Santosh Gujrathi und als Zweitplatzierter Hikaru Nakamura für das Kandidatenturnier in der offenen Klasse.

FIDE Circuit 2025

Anders als 2023 qualifiziert sich der unterlegene Spieler im Weltmeisterschaftskampf, Ex-Weltmeister Ding Liren, nicht direkt für das Kandidatenturnier 2026. Damals musste der Russe Ian Nepomniachtchi sich nicht erneut für das Kandidatenturnier qualifizieren. Dafür gab es einen Platz im FIDE Circuit 2024, den Fabiano Caruana eroberte. 2023 war der Qualifikationsplatz im FIDE Circuit ebenfalls sehr spät im Jahr von Gukesh gewonnen worden.

Ratingplatz 2025

Der Ratingplatz könnte diesmal keine Rolle spielen. 2023 gelangte der Franzose Alireza Firouzja über diesen Qualifikationsweg ins Kandidatenturnier 2024 in Toronto und war der letzte qualifizierte Spieler. Es gab in der Folge heftige Kritik. Als Folge knüpft der Weltschachbund die Qualifikation an bestimmte Bedingungen und reicht den Qualifikationsplatz weiter an den Zweiten des FIDE Circuit 2025. Ganz sicher ist das jedoch nicht.

Der Vergabemodus: Ist der ratinghöchste Spieler ab dem 1. Januar 2025 FIDE-Weltmeister oder hat er sich bereits für das FIDE Kandidatenturnier 2026 qualifiziert, wird der Qualifikationsplatz an den Spieler vergeben, der in der Rangliste des FIDE Circuit 2025 als nächster noch nicht qualifiziert ist (jedoch nicht schlechter als dem 3. Platz landet…Zieht der Spieler zurück, wird der Qualifikationsplatz an den zweithöchstbewerteten Spieler vergeben nach denselben Kriterien, es sei denn, dieser ist am 1. Januar 2025 FIDE-Weltmeister oder hat sich bereits für die FIDE-Kandidatenturnier 2026 qualifiziert hat…

Magnus Carlsen ist nicht interessiert. Fabiano Caruana ist zurzeit auf dem zweiten Platz in der Ratingliste. Wer an einem oder beiden genannten Spielern vorbeizieht im Jahr 2025 vorbeizieht, qualifiziert sich mit großer Wahrscheinlichkeit auf einem anderen Qualifikationsweg und dann fällt der Ratingplatz wahrscheinlich ohnehin weg.


Qualifikationsweg Kandidatenturnier 2026 (FIDE)

Screenshot: FIDE Chess von Thorsten Cmiel Ein Spieler im

Foto: Anefo

Von André Schulz

05.01.2025 – Nach langer schwerer Krankheit verstarb am 5. Januar 2025 Robert Hübner. Über Jahrzehnte war Robert Hübner nach dem Krieg der beste deutsche Schachspieler mit unzähligen Erfolgen in Einzel-und Mannschaftswettbewerben. Neben seiner Karriere als Turnierspieler erlangte Hübner als profunder Schachhistoriker und unbestechlicher Analytiker große Bedeutung. Mit ihm verliert das deutsche Schach einen seiner herausragenden Köpfe.

Robert Hübner: Ein großer Geist ist von uns gegangen

Robert Hübner war nach dem Krieg über Jahrzehnte der beste deutsche Schachspieler. Geboren am 6. November 1948 in Köln, zeigte sich sein Schachtalent schon sehr früh. Mit fünf Jahren lernte er die Regeln des Spiels. 1957 trat er dem Eisenbahnschachverein Turm Köln bei, wo er unter anderem von Paul Tröger betreut wurde. Mit 14 Jahren gewann Robert Hübner 1963 bereits die Deutsche U18- Jugendmeisterschaft. Ein Jahr später vertrat er Deutschland bei der Jugendeuropameisterschaft und im folgenden Jahr bei der Jugendweltmeisterschaft. 1967 wurde Robert Hübner erstmals Deutscher Meister. Mit 18 nahm er an seiner ersten Schacholympiade teil und mit Anfang 20 qualifizierte Hübner sich durch seinen geteilten zweiten Platz beim Interzonenturnier in Palma de Mallorca für die Kandidatenkämpfe und etablierte sich in der Weltspitze. Zugleich sicherte er sich mit diesem Erfolg den Großmeistertitel und wurde damals der jüngste Großmeister der deutschen Schachgeschichte.

Neben seiner Schachkarriere absolvierte Robert Hübner ein Studium der Altphilologie und spezialisierte sich auf die Erforschung und Entzifferung von Papyri. 1976 promovierte Hübner an der Universität zu Köln in seinem Fachgebiet.

Im Laufe seiner Schachkarriere erzielte Robert Hübner unzählige Erfolge bei nationalen und internationalen Einzel- und Mannschaftswettbewerben und war Jahrzehnte lang die unangefochtene Nummer Eins im deutschen Schach. Zwischen 1968 und 2000 vertrat Hübner Deutschland elfmal bei Schacholympiaden. Zweimal, 1972 und 1990, wurde er als bester Spieler an seinem Brett ausgezeichnet. Viermal nahm Robert Hübner an Kandidatenkämpfen zur Weltmeisterschaft teil. Im Juli 1981 belegte er aufgrund seiner Erfolge hinter Anatoli Karpov und Viktor Kortschnoj den dritten Platz in der Weltrangliste.

Über seine Freundschaft mit Gisbert Jacoby, der Hübner bei seinen Kandidatenwettkämpfen unterstützt hatte, gehörte Hübner Ende der 1980er Jahre auch zu den ersten Autoren des „ChessBase Magazins“, das er lange Zeit mit Analysen und Anekdoten veredelte.

Robert Hübner beschränkte sich nicht nur auf den sportlichen Teil des Schachspiels. Mit wissenschaftlicher Akribie erforschte er in der nachträglichen Analyse die Schachpartien auf ihren Gehalt und suchte immer nach einem objektiven Urteil. Hübners tiefe und umfassende Analysen vor allem seiner Schachpartien sind berühmt, wobei er in verschiedenen Publikationen besonders seine eigenen Fehler stets schonungslos offenlegte.

Mit der gleichen Genauigkeit befasste sich Robert Hübner auch mit der Schachgeschichte, den Partien der großen Schachspieler und ihrem Spielstil und erwarb sich ein profundes Wissen, an dem er in Vorträgen, Aufsätzen und Büchern interessierte Schachfreunde teilhaben ließ.

Wenn Robert Hübner sich mit einem Thema beschäftige, dann gründlich. Über seinen finnischen Mannschaftskollegen Heikki Westerinen hatte Robert Hübner Freunde in Finnland kennengelernt und um sich besser mit ihnen unterhalten zu können, lernte er eigens dafür die finnische Sprache. In Eigenregie übersetzte Hübner nun auch Texte des finnischen Satirikers „Ollie“ ins Deutsche und veröffentlichte sie in einem Büchlein.

Robert Hübners Bild in der Öffentlichkeit, zum Teil während seine Kandidatenmatches in den 1970er und 1980 Jahren entstanden, war bisweilen verzerrt und entsprach nicht der Wirklichkeit. Nach einigen negativen Erfahrungen mit den Medien und Enttäuschungen über Menschen war Hübner auf den ersten Blick ein eher zurückhaltender und bisweilen auch etwas misstrauischer Mensch. Wenn man ihn näher kannte, zeigte er sich jedoch als sehr umgänglicher und empathischer Charakter. Sein ausgeprägter Humor konnte mitunter aber auch sehr bissig sein. Zu seinem 70sten Geburtstag hatte er große Freude daran, mit sich selber ein Interview zu führen.

Robert Hübner war ein wissensdurstiger, offener und geistreicher Gesprächspartner, der gerne über das Schach, aber auch über alle anderen Dinge des täglichen Lebens diskutierte. Die Entwicklung im Schach sah er eher skeptisch, da die Turniere und Formate mehr und mehr von Showelementen bestimmt wurden. Irgendwann verlor er den Spaß am Turnierschach, übersetzte lieber die Illias neu aus dem Altgriechischen, lernte die Anfertigung von Ikonen und unternahm Reisen mit seinen Freunden. Eine Zeitlang pflegte er seinen schwer erkrankten älteren Bruder Wolfgang Hübner (1943-2020).

Im Laufe der Zeit veröffentlichte Robert Hübner neben vielen Aufsätzen eine Reihe von Büchern, die nicht nur durch ihren Inhalt, sondern auch durch ihre große sprachliche Eleganz hervorstachen. Die Emanuel Lasker Gesellschaft ehrte ihn für sein Schaffen mit ihrem Lasker-Preis.

Vor zwei Jahren erkrankte Robert Hübner an Magenkrebs und musste eine schwere Operation über sich ergehen lassen. Robert Hübner versuchte sich tapfer mit seinem Schicksal zu arrangieren und hatte noch im Sommer 2024 verschiedene Pläne für die Zukunft. Doch zum Ende des Jahres verschlechterte sich sein Gesundheitszustand dramatisch.

Robert Hübner starb am frühen Morgen des 5. Januars 2025 in einem Krankenhaus in Köln-Kalk. In den letzten Tagen seines Lebens besuchten ihn dort Freunde und Weggefährten, darunter Rustam Kasimdzhanov, Brigitte und Vlastimil Hort, Bodo Schmidt und Dr. Arndt Borkhardt und nahmen Abschied. Robert Hübner wurde 76 Jahre alt.

Mit freundlicher Genehmigung des Autors. Der Text erschien zuerst auf der deutschen Nachrichtenseite von Chessbase. André Schulz ist seit 1991 bei ChessBase und seit 1997 Redakteur dieser führenden deutschsprachigen Schachnachrichten-Seite.

Als André davon erfuhr, dass Robert Hübner in Bad Wildungen einen Vortrag im Rahmen der Deutschen Seniorenmeisterschaft 2024 halten würde, bat er mich, Robert Hübner seine Grüße auszurichten. Der freute sich darüber. Dabei hatte er zu Journalisten immer ein eher angespanntes Verhältnis gepflegt. Das Leiden von Robert Hübner war öffentlich bekannt. Sein Tod kam trotzdem plötzlich. (TC)


Foto: Anefo Von André Schulz 05.01.2025 – Nach langer