Die drei Frauen, deren Turniere in New York ich genauer beobachten will, waren bisher nicht sonderlich gut in Form. Dafür führt eine junge US-Amerikanerin, die schon bei der Schacholympiade in Budapest sehr stark auftrat. Die Frauen spielten am ersten Tag vier von elf Runden.
Quelle: Chess-Results
Runde 1
Runde 2
Runde 3
Runde 4
Gesamt
D. Deshmukh
0
0
1
1
2
Lu Miaoyi
1/2
1
0
0
1 1/2
J. Heinemann
1
0
1/2
0
1 1/2
Divya Deshmukh kann mit ihrem Start nicht zufrieden sein. Sie verlor die ersten beiden Partien recht deutlich gegen schwächere Gegnerinnen. In der dritten Runde dauerte es dann ebenfalls lange und benötigte massive Hilfe ihrer Gegnerin. Man sollte erwähnen, dass die Zeitunterschiede für Asiaten besonders groß ausfallen. Diesen Nachteile müssen US-Amerikaner bei Meisterschaften in Asien genauso aushalten.
Dariusz Gorzinski
Für Josefine begann das Turnier mit einem sehr schönen Sieg mit den weißen Steinen. In der zweiten Partie passierte ihr ein Flüchtigkeitsfehler in der Eröffnung gegen Polina Shuvalova. Die dritte Partie verlief recht ereignislos nachdem die Deutsche aus der Eröffnung besser herausgekommen ist. In der vierten Runden gab es dann eine unübersichtliche Partie mit zahlreichen Wendungen gegen eine US-Amerikanerin.
In dieser Stellung muss Schwarz aufpassen. Schwarz sollte zunächst den ungedeckten Läufer b5 nutzen, um sich weiter zu entwickeln. Der richtige Zug ist hier der Läuferzug nach d7. Nach Schlagen auf e5 nimmt man einfach zurück und das Problem mit dem Bauern auf e5 löst sich, indem der Springer auf d7 zurück schlägt, falls Weiß auf d7 tauscht. In der Partie verpasste Josefine ihre Chance und spielte sofort ihren Springer nach g6. Nach Springertausch auf e5 gewann der Läuferzug nach a3 einfach Material. Kein echter Kampf.
Am ersten Tag der Schnellschach-Weltmeisterschaft 2024 in New York wurden fünf Partien in der offenen Klasse gespielt. Der Favorit und Titelverteidiger Magnus Carlsen liegt mit fünfzig Prozent bereits etwas zurück. Das könnte die Chance sein für die anderen Teilnehmer den Titel in diesem Jahr zu erringen.
Die vier Spieler, denen ich bei dieser Rapid- und Blitzweltmeisterschaft in New York folgen will, hatten am ersten Tag überwiegend positive Ergebnisse erzielt. Dabei gab es schon einige kritische Momente zu überstehen. Beim Inder fing es bereits in der ersten Runde an. Bis seinem Gegner nichts mehr gelang.
Runde 1
Runde 2
Runde 3
Runde 4
Runde 5
Gesamt
Fabiano Caruana
1
0
1
1
1/2
3 1/2
Arjun Erigaisi
1
1
0
1
1
4
N. Abdusattorov
1
1
0
1
1
4
Frederik Svane
1
0
1
1/2
1/2
3
Offene Klasse: Ergebnisse Tag 1
Tabellenspitze nach Tag 1. Quelle: Chess-Results.
Caruana früh erwischt
Gegen den Russen Volodar Murzin stand der US-Amerikaner schon früh kritisch, er bekam aber später noch seine Chance zum Ausgleich, verpasste diese allerdings in der folgenden Situation mit wenig Restbedenkzeit. Der Damentausch war allerdings eine grobe Falschbewertung.
Lennart Ootes
Für Arjun Erigaisi geht es um viel bei dem Turnier. Er muss zumindest geteilter Erster werden, um sich für das Kandidatenturnier vor Fabiano Caruana zu qualifizieren. Dabei hatte der Inder zunächst einen schweren Start. In der ersten Runde landete Arjun in einem deutlich schlechter stehenden Doppelturmendspiel gegen einen jungen amerikanischen Großmeister.
Lennart Ootes
Frederik Svane startete mit einem überzeugenden Sieg gegen den russischen Großmeister Andrey Esipenko. In der nächsten Partie stellte der deutsche Großmeister im 23. Zug einen Bauern ein und konnte sich davon nicht mehr erholen. In der dritten Runde gewann Frederik ein Endspiel mit einer Mehrqualität (Turm gegen Leichtfigur), das eigentlich für den Gegner haltbar sein sollte, wenn er vorsichtig genug agiert und den gegnerischen König aussperrt. Danach folgten noch zwei Remis.
Am 24. Dezember 1868 wurde Emanuel Lasker in Berlinchen, dem heutigen Barlinek in Polen, geboren. Lasker ist der zweite Schachweltmeister der Schachgeschichte und eine der spannendsten historischen Figuren im Weltschach überhaupt.
Lasker regierte die Schachwelt von 1894 bis 1921 und war damit länger Weltmeister als irgendein anderer Spieler in der Schachgeschichte. Gegen seinen Vorgänger Wilhelm Steinitz gewann Lasker sein erstes Match in New York City, Philadelphia und Montreal 1894 mit zwölf zu sieben Punkten. Den Rückkampf in Moskau gewann Lasker noch überzeugender mit 12,5 Punkten zu 4,5 Punkten. Es folgten weitere Wettkämpfe gegen Frank James Marshall (USA 1907), Siegbert Tarrasch (Deutschland 1908), Carl Schlechter (Wien und Berlin 1910). Nach einer längeren Pause der Wettkämpfe verlor Lasker 1921 gegen den zwanzig Jahre jüngeren Kubaner José Raúl Capablanca in Havanna.
Emanuel Lasker starb am 11. Januar 1941 in New York.
In Zeiten in denen die Welt glaubt fehlerfreies Schach von Maschinen sei das Nonplusultra im Schach sollte öfter an Emanuel Lasker erinnert werden.
Ohne Fehler kann es keinen Glanz geben.
Emanuel Lasker über Schach.
Ein Video der Deutschen Schulschachstiftung e.V. von Walter Rädler erzählt in Kurzform über das Leben und Wirken von Emanuel Lasker.
Der Youtube-Kanal der Deutschen Schulschachstiftung e.V. sei hier generell empfohlen.
Wer mehr Zeit und Interesse hat sich mit dem Leben und Wirken von Emanuel Lasker zu beschäftigen, der wird auf zahlreiche Informationsquellen im Internet und in der Literatur hingewiesen.
Das Vermächtnis von Emanuel Lasker wird von vielen Enthusiasten weltweit heute noch als würdig erwiesen genauer ausgeleuchtet und erinnert zu werden. In Deutschland übernimmt das die Emanuel Lasker Gesellschaft, die ihre Aufgabe darin sieht, das geistige und kulturelle Erbe Emanuel Laskers zu bewahren und weiter zu erforschen. Hier findet man zahlreiche Hinweise auf Vorträge und Videos beispielsweise.
Nur am Rande zu tun haben die Lasker Aufgaben auf dieser Webpräsenz mit Emanuel Lasker. Der Schachverein KSK Dr. Lasker 1861 e.V. wurde 1948 umbenannt und ist der Namensgeber der wöchentlichen Schachaufgaben.
Bei der Senioreneuropameisterschaft 2024 im italienischen Lignano Sabbiadoro, traf es den Titelverteidiger 2023, dessen kurze Hose und sein T-Shirt gefielen einem Schiedsrichter nicht. Es gab Diskussionen kurz vor Rundenbeginn. Über den Umgang mit dem Dresscode im Schach.
Der Vorfall bei der Europameisterschaft der Senioren ereignete sich nicht zu Beginn des Turniers, sondern mittendrin. Einer der Saalschiedsrichter erklärte Dr. John Nunn, dass er in seinem Outfit nicht spielen dürfe. Der Engländer ärgerte sich vor allem über den fehlenden Hinweis beim Technical Meeting vor Turnierbeginn. Am Ende spielte Nunn in langer Hose. Der Preisfonds bei der Senioreneuropameisterschaft hat allerdings ein anderes Niveau als das Event in New York. Zudem gab es vor Ort bei den Senioren keine professionellen Fotografen, die entsprechend hochwertiges Fotomaterial erstellen wollen. Insofern müsste man das Thema durchaus noch einmal durchdenken.
Bei einer Amateurweltmeisterschaft auf Malta funktionierte die Klimaanlage kaum und die Spieler, meist jüngeren Alters, traten natürlich trotz Dresscode in kurzen Hosen an. Man einigte sich später, dass die Spieler nicht barfuß und in Badekleidung spielen durften. Immerhin etwas Flexibilität war vorhanden bei den Organisatoren.
Shoegate in 2023
Bei der Schnellschach- und Blitzweltmeisterschaft ist die FIDE nach einigen medialen Debakeln im Vorjahr einen Schritt weiter gegangen und hat eine Art Designleitfaden herausgegeben, um zu erklären was erlaubt und was eben nicht richtig ist. Schauen wir zunächst zum viralen Hit des Jahres 2023. Es ging um teure Designerschuhe einer niederländischen Spielerin.
One of the arbiters stopped me and asked me if I could change my shoes because they were “strange shoes” and considered “sports shoes”
It hurts to even walk in those and I definitely don’t want to use my Burberry sneakers for sports 🤨 pic.twitter.com/5OD1CwlbBt
FIDE and World Chess geben zur Schnellschach und Blitzweltmeisterschaft eine limitierte Kollektion heraus. Absurd an dem Angebot ist, dass kein Spieler beim Turnier so auflaufen dürfte. Denn die Kleidung in der Werbung widerspricht dem Dresscode des Weltschachbundes. Das vereinfacht die Sache keineswegs.
Aus der Beschreibung vom 19. Dezember 2024
Die Kollektion umfasst klassische Sweatshirts und T-Shirts mit Rundhalsausschnitt in verschiedenen Farben, die so gestaltet sind, dass sie sich bei einer Schachpartie oder einem nächtlichen Ausflug nach Nolita wie zu Hause fühlen. Die Sweatshirts sind pillenresistent, weich und gemütlich genug für eine Blitzpartie an einem eiskalten Dezemberabend. Die T-Shirts sind leicht, perfekt geschnitten und lassen sich gut übereinander tragen, denn wir sind in New York, und niemand trägt nur ein Teil. (Übersetzung aus dem Englischen)
Mein Take
Schachspieler, die um einen respektablen Preisfonds von einer Million Euro spielen wollen, sollten sich an einen Dresscode halten. Dennoch werden wir auch in diesem Jahr den einen oder anderen Fall diskutieren. Dass der Weltschachbund und die European Chess Federation (ECU) sich über das Thema Dresscode Gedanken machen, sollte niemanden überraschen und grundsätzlich ist der Ansatz richtig. Wer professionelle Spielbedingungen und Honorare kassieren möchte, der tritt in passendem Outfit an. Basta.
Bei der Schacholympiade war dieses Thema sogar noch präsenter. Es gab dort viele Fotografen, die Teams und Spieler fotografierten. Wer nicht als Team auffiel, der bekam eben keinen Profibilder von seinen Spielern. Das war zumindest zu Beginn des Events so.
Beide Fotos Dariusz Gorzinski
Die indischen Teams beispielsweise traten meist als solches auf und stimmten die Tageskleidung, die Farbe, vorher ab. Die Inder verfügten über einen hellblauen, dunkelblauen, braunen und grauen Anzug. Die indischen Frauen waren insofern übrigens etwas disziplinierter.
Für andere Teams wie die deutsche Nationalmannschaft mussten Mitarbeiter eigene Fotos machen, da Fotografen sich die überzeugenden Teams herauspickten. Herausgekommen ist ein Fotoalbum mit 974 Fotos, das an ein privates Urlaubsalbum ohne Auswahl nach qualitativen Kriterien erinnert. Ein Fotograf fragte mich in Budapest, was macht der Deutsche Schachbund da? Ich: Keine Ahnung.
Kommen wir zum Event in New York zurück. Fotos gehören heutzutage zu einer guten Berichterstattung dazu. Wenn man auf der Weltbühne dabei sein darf, dann ist es sicher angebracht sich entsprechend den Vorgaben zu kleiden und diese zu respektieren. Das sollte für die Spieler keine allzu große Hürde darstellen und Teil der eigenen Professionalität sein.
Aber: Der Weltschachbund sendet selbst unterschiedlich interpretierbare Signale und verbreitet eine eher verwirrende Kommunikation. Luft nach oben ist vorhanden. Bei Spielern und den Verbänden.
Dieses Video wurde erst später (2025) veröffentlicht und gibt einen Einblick darüber wie Spieler informiert wurden. Explizit erläutert worden war, dass die Regeln für alle Spieler gelten. Zu sehen ist der Hauptschiedsrichter, der Magnus Carlsen später mit den hier angekündigten Folgen konfrontierte.
Die Idee der Lasker Aufgaben ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Schachaufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.
1. Aufgabe: Weiß am Zuge sollte wie fortsetzen?
Lösung 1. Aufgabe
Schwarz ist fast in Zugzwang. Damit das so bleibt ist der Lösungszug recht logisch 1.Lh1! Schwarz kann nicht auf a8 schlagen oder seinen Turm auf der achten Reihe bewegen, da ein Grundreihenmatt die Folge wäre. Es bleiben Schwarz nur Bauernzüge. 1…b6 (b5) 2.Dg2# und 1…f5(f6) 2.Ld5#. 1…e4 2.Tg5 ist ebenfalls Matt.
2. Aufgabe: Weiß ist am Zuge. Den schnellsten Weg zum Matt bitte.
Lösung 2. Aufgabe
Der Lösungszug ist 1.Sf5! Der Springer kann wegen De8 Matt nicht geschlagen werden. 1…Lf4+ hätte 2.Sg3 Doppelschach und Matt zur Folge. Das ist ein bemerkenswertes Mattbild. Beide Figuren vom Weiß können geschlagen werden, aber wegen des Doppelschachgebotes hilft das nicht.
3. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Der Lösungszug ist 1.Dxh5+ Kxh5. Danach geht es laut weiter mit 2.Th4+ Schwarz kann auf zwei Arten den Turm schlagen. Immer folgt der Bauernzug g3-g4 mit Matt. Einmal wird der Läufer auf c1 das Fluchtfeld h6 kontrollieren und im anderen Fall ist es der Turm auf a6, der diese Aufgabe übernimmt.
4. Aufgabe: Kann Schwarz am Zuge diese Stellung gewinnen?
Ein klares Ja. So gestellt ist die Antwort natürlich recht einfach zu beantworten. Man muss erkennen, dass das sofortige Umwandeln 1…e1/D wegen 2.Txg4 nicht ausreicht. Auch 1…Kxg3 2.c7 e1/D 3.c8/D genügt nicht zum Sieg. Aber wenn Schwarz mit 1…Sf6+ beginnt, dann bleiben dem schwarzen König keine guten Felder zum Ausweichen. Kritisch ist eigentlich nur die Antwort 2.Kd4 – auf die c-Linie darf er wegen späterer Schachgebote nebst Damengewinn nicht und der König auf d6 läuft in die spätere Springergabel auf e8. Dann gewinnt 2…Kxg3 3.c7 e1/D 4.c8/D Dd2+ 5.Ke5 Df4+ 6.Ke6 Dg4+ mit Damengewinn.
Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.
Zwischen Weihnachten und Neujahr spielen die besten Schachspieler traditionell den Blitz- und Schnellschachweltmeister aus. Zeit sich festzulegen wem der über 300 Teilnehmern man folgen will.
Es beginnt am 26. Dezember mit der Schnellschachweltmeisterschaft. Diese hat in diesem Jahr ein besonderes Duell parat: Arjun Erigaisi, der überzeugendste Senkrechtstarter 2024, kann sich via FIDE Circuit für das Kandidatenturnier 2026 qualifizieren, indem er das Turnier gewinnt. Sogar ein geteilter Sieg könnte reichen. Die erste Wahl der Spieler, deren Turnier ich verfolgen will ist also einfach. Neben dem Inder ist der US-Amerikaner Fabiano Caruana eine natürliche Wahl.
Foros: John Brezina Budapest 2024
Die anderen Spieler im Open, denen ich bei der diesjährigen Ausgabe folge sind: Nodirbek Abdusattorov aus Usbekistan und der deutsche Großmeister Frederik Svane, der im klassischen Schach ein herausragendes Jahr hinter sich hat und im klassischen Schach die Nummer Zwei ist. Das Schnellschachturnier in der offenen Klasse sieht 13 Runden vor. Bei den Frauen sind es elf Runden.
Beide Fotos: Dariusz Gorzinski
Bei den Frauen konzentriere ich mich auf die deutsche Josefine Heinemann und die zwei jungen Superstars Lu Miaoyi aus China und Divya Deshmukh aus Indien. Beide habe ich im abgelaufenen Jahr ausführlich hier porträtiert und ich will sehen wie sie zum Jahresende abschneiden bei schnelleren Zeitkontrollen. Das Blitzturnier kennt eine wichtige Regeländerung zu den Vorjahren. Zunächst werden genauso viele Runden wie bei den Schnellschachmeisterschaften gespielt. Am Tag drauf gibt es ein Knockout-Turnier der verbliebenen acht Spielerinnen und Spieler.
Stand 23.12.2024. Bei den Frauen sind 113 und 115 (Rapid) Spielerinnen gemeldet. In der offenen Klasse 184 und 182 (Rapid).
Die Elozahlen bei schnelleren Bedenkzeiten mögen manche Zuschauer überraschen. Aber Verzerrungen sind dabei vorprogrammiert. Viele der Spielerinnen und Spieler spielen nur ein gewertetes Turnier in diesen schnelleren Kadenzen und das findet zwischen Weihnachten und Neujahr statt. Die Topspieler nehmen immerhin an der Grand Chess Tour teil und dort ist es Teil des Programms. Deren Elozahlen könnten also valider sein.
Die Kritik an dem Event aus Spielersicht ist verständlich trotz eines Gesamtpreisfonds von einer Million Euro – jeweils 40 Preise gibt es. Die drei offiziellen Hotels rufen hohe Hotelpreise auf. Es beginnt bei 319 US-Dollar aufwärts. Hinzu kommt der Flug nach New York. Ein weiterer Kritikpunkt im Vorfeld ist der neu eingeführte Ruhetag zwischen Schnellschach- und Blitzturnier. Wer alles noch genauer wissen will, der sei auf die Turnierregeln verwiesen.
Der Weltschachbund plant mehrere Änderungen am Reglement des FIDE Circuit 2025. Das gab die FIDE in einer Pressemeldung am 20. Dezember bekannt. Man reagiert damit auf das Feedback der Spieler. Beim letzten Circuit hatte es ebenfalls solche Änderungen gegeben als Reaktion auf ein kurzfristig angekündigtes GM-Turnier in Chennai und eine Turnierserie in Frankreich.
Der FIDE Circuit ist ein Weg zur Qualifikation zum Kandidatenturnier 2026. In der Version 2024 hat zurzeit Fabiano Caruana die besten Chancen. Die geplanten Änderungen für 2025 greifen Kritik auf. So war das Turnier Norway Chess nicht Teil des FIDE Circuit 2024, da dort sechs Spielerinnen und Spieler doppelrundig gegeneinander antraten. Die Regeln forderten allerdings mindestens acht Teilnehmer.
Geplante Vorschläge im Einzelnen
Bei Turnieren mit weniger als 10 Teilnehmern werden weiterhin Punkte für die ersten drei Plätze vergeben. Bei Rundenturnieren mit zehn bis zwölf Teilnehmern werden die Punkte an die vier Bestplatzierten vergeben. Bei Turnieren mit mehr als zwölf Teilnehmern erhalten die fünf Erstplatzierten Punkte.
Die Lex Norway Chess soll lauten: Doppelrundenturniere mit mindestens sechs Teilnehmern und einer durchschnittlichen Bewertung von 2700 Elo-Punkten sind ebenfalls für Circuit-Punkte qualifiziert.
Zuletzt hatte sich Fabiano Caruana in den Vereinigten Staaten von Amerika einer Tortur unterzogen und gleich zwei typische US-Open gespielt, um im FIDE Circuit 2024 Punkte zu sammeln. Man könnte aber auch sagen, dass er das System genutzt hat. Der Circuit sieht vor, dass mindestens zwei von sieben Turnieren in der Wertung nach Schweizer System ausgetragen werden müssen.
Jetzt will die FIDE dem Rechnung tragen und die erzielbaren Circuit-Punkte für diese schnelle Turnierform verringern. In US-Turnieren gibt es zudem die Möglichkeit auszusetzen. So setzte der an zwei gesetzte Spieler bei den US-Masters geplant in drei Partien aus. Das führt zu einer Verzerrung der Wertigkeit mit der ein Turnier für den Circuit gewertet wird. Die FIDE formuliert das in ihrer Pressemitteilung etwas anders.
Eine endgültige Fassung der FIDE Circuit Regeln für 2025 soll in Kürze vom FIDE Council genehmigt und bis zum 31. Dezember 2024 veröffentlicht werden.
Die Idee der Lasker Aufgaben ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Schachaufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.
1. Aufgabe: Weiß am Zuge sollte wie fortsetzen?
Diese Aufgabe ist ein weiterer Social Media Fund. Nicht allzu schwierig denke ich. Aber gut zum Aufwärmen.
2. Aufgabe: Weiß ist am Zuge. Den schnellsten Weg zum Matt bitte.
Die Schlussstellung war es mir wert die Aufgabe in die Auswahl zu nehmen.
3. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Kann Weiß seinen Angriff noch weiter verstärken? Wie?
4. Aufgabe: Kann Schwarz am Zuge diese Stellung gewinnen?
Auf diese Situation hat Jacob Aagaard in einer Ausgabe für das niederländische Magazin New In Chess hingewiesen.
Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.
Christof Sielecki ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Autoren in der internationalen Schachszene. Seine Eröffnungskurse und Bücher sind beliebt unter ambitionierten Schachspielern und Anfängern gleichermaßen. Sielecki hat eine gar nicht so häufige Gabe, er kann Schach erklären und so nennt er sich auch: Chess Explained.
Christof Sielecki, geboren 1974, war ein Spätstarter im Schach und begann erst mit 14 Jahren im Verein zu spielen. Mitte der Achtziger Jahre gab es noch wenig Trainingsangebote für Jugendliche und so schlug sich Christof wie seinerzeit üblich als Autodidakt durch und las viele Schachbücher. Immerhin konnte er früh mit dem Computer arbeiten, mit Datenbanken beispielsweise. Das bestimmte dann sein weiteres Fortkommen und Sielecki begann sein Berufsleben mit einer Bankausbildung bei der WestLB in Düsseldorf. Dort arbeitete er im Controlling, da ihm IT Projekte Spaß bereiteten. Im klassischen Bankgeschäft war er nach der Ausbildung nie tätig. Seine Aufgaben waren ausschließlich techniknah und umfassten das Beraten des Managements und das Betreuen von IT-Systemen.
Der Spätstarter
Beim Titelerwerb nahm Sielecki sich mehr Zeit als andere. Mit 21 Jahre wurde der Dinslakener FIDE-Meister und mit 23 Jahren hatte Sielecki bereits eine Hürde für den Titel eines Internationalen Meisters genommen und eine respektable Elozahl von mehr als 2400 Punkten erspielt. Seine ersten zwei Nomen holte Sielecki 1997 in Ungarn. 14 Jahre später, mit 37 Jahren, gelang ihm seine dritte und definitive Norm beim 27. Europäischen Club Cup im slowenischen Rogaska Slatina. Es funktionierte vorher einfach nicht oder bei ihm haben die Nerven versagt, so erinnert sich Sielecki im Jahr 2024. Vielleicht hat die Arbeit an seinem neuen Youtube-Kanal 2011 ihm geholfen. In jedem Fall gab der Titel ihm Auftrieb für seine spätere Karriere. Ein Titel sei heutzutage schon längst kein Argument mehr, um im Schachgeschäft erfolgreich zu sein, aber 2011 sei der IM-Titel wichtig gewesen.
Die Anfänge
An den Start seiner professionellen Schachkarriere erinnert sich Christof Sielecki noch ganz genau: Es begann wie bei vielen Stars der Szene mit dem eigenen YouTube Kanal. Den Ausschlag dazu gab ein Gespräch mit einem anderen Schachspieler und Arbeitskollegen in der Bank, der ihm letztlich ein Kompliment machte und sagte Sielecki könne Schach gut erklären. Christof besorgte sich ein günstiges Mikrofon und stellte seine ersten Videos auf Youtube für die Welt sichtbar. Zunächst nahm er eigene Online Blitzpartien auf und erzählte was ihm durch den Kopf ging. Er hatte nicht erwartet, dass diese Videos irgendwen interessieren würden, statt der erwarteten zwei Zuschauer waren es aber schnell einige Dutzend, die sich für seine Aufnahmen interessierten. Damals gab es nur wenige Schachkanäle und Sielecki war einer der Ersten erinnert er sich heute. Youtube war 2011 kaum bekannt und niemand konnte die Dimension des späteren Wachstums der Videoplattform vorhersagen. Videos von Blitzpartien mit Kommentaren sind heutzutage längst ein typisches Sendeformat. Manche wie Hikaru Nakamura, ein US-amerikanischer Spitzengroßmeister, haben dieses Format zu ihrem Lebensalltag gemacht und verdienen Millionen. Sielecki selbst war jahrelang als „Banter“-Spieler aktiv für die inzwischen eingestellte Webpräsenz von Chess24, einem Hamburger Onlineportal für Schach. Dort konnten Abonnenten gegen bekannte Schachspieler online Partien spielen und die anderen Zuschauer verfolgten die Livekommentierungen. Gespielt wurden meistens längere Blitzpartien.
Ein Zufallsgegner
Zum Start entstanden so mehrere Dutzend Videos für den zufällig Chess Explained“ genannten Kanal, zunächst in deutscher Sprache und dann in englischer Sprache. Sielecki wollte ausprobieren, ob sich dann mehr Zuschauer finden würden. Seine erste per Video übertragene Partie spielte er ausgerechnet gegen Hikaru Nakamura.
Also ich habe wirklich da gesessen und gesagt, jetzt nehme ich die erste Partie in Englisch auf, und dann haben sie mir Nakamura zugelost im ICC.* Das ist natürlich ein Hammer. Der war noch nicht die Internetprominenz wie heute, aber es war trotzdem super.
*Der ICC ist der Internet Chess Club.
Seine ersten Videos seien irgendwie skurril gewesen meint Christof Sielecki, da er zu Beginn noch keine Kamera benutzt habe, sondern nur das Brett aufnahm und aus dem Off kommentierte. In jedem Fall sei sein Kanal schnell gewachsen, erinnert sich Sielecki.
Nach zwei oder drei Jahren hatte Sielecki 25 bis 30 Tausend Abonnements. Und war damit ungefähr in den Top 20 der auf Schach spezialisierten Kanäle. In den ersten zwei Jahren nach dem Start bekam Christof Sielecki dann immer mehr Feedback und Anfragen, ob er Schachtraining geben könne. Das lehnte er zunächst ab, da er Vollzeit im Büro bei einer Bank arbeitete. Immerhin bemerkte der Dinslakener, dass es offensichtlich einen Bedarf gab.
Bankpleite als Startschuss
2013 dann verlor die WestLB, eine Landesbank, ihre günstige Refinanzierungssituation via Landesgarantien und wollte Mitarbeiter loswerden. Sielecki ergriff seine Chance und nahm das Abfindungsangebot an: Sielecki machte sein Hobby Schach zum Beruf, mit 39 Jahren. Für den Spätstarter ging es dann plötzlich sehr schnell. Noch zu Zeiten seines Jobs bei der Bank hatte Christof die Arbeit an seinem ersten gedruckten Schachbuch begonnen. Das Buch kam dann 2015 heraus.
Christof Sielecki erinnert sich so an seine Gedanken in der Anfangsphase: »Ich laufe jetzt nicht Gefahr, Pleite zu gehen nach einem Monat. Ich kann versuchen, ob es geht. Anfang Februar 2014 hatte ich sofort Schüler. Ich hatte sofort so viele Schüler, dass ich die Abfindung gar nicht gebraucht hätte. Es lief von Anfang an und wurde immer mehr. Ich hatte im Prinzip dann 2014/15 einen Vollzeitjob als Online-Trainer im Wesentlichen. Ich habe es einfach ausprobiert und bin losgelaufen.«
Sielecki war fleißig und gab jede Woche dreißig bis vierzig Stunden Schachunterricht.
Online-Trainer wird Chessable Autor
In der Folge gibt es immer wieder Zufälle, die sich später als wertvoll erweisen. So auch bei Christof Sielecki. Ende 2014 oder 2015 kontaktierte ihn ein gewisser John Bartholomew aus Minnesota. Auch der startete seinen eigenen YouTube Kanal und kontaktierte Sielecki, um nach Tipps zu fragen. Die beiden tauschten sich aus und Bartholomew half Sielecki bei Fragen zum Online-Schachtraining.
Aus dem Kontakt zu Bartholomew wurde später mehr und gab Sielecki’s Berufsleben eine weitere rasante Wendung. Anfang 2016 meldete sich der US-Amerikaner via e-Mail und berichtete von seinem neuesten Projekt, einem Startup. Bartholomew war einer der Mitgründer von „Chessable“ und wollte eine Schachlernplattform aufbauen. Er fragte Sielecki, ob er einen Kurs machen wolle, da es noch an Inhalten fehlte. Die Plattform funktionierte zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Es gab eine Webpräsenz und eine Idee, aber nichts was schon funktional war. Sielecki sagte trotzdem zu und machte einen Kurs über das Wolga Gambit, eine dynamische Eröffnungsvariante für Schwarzspieler. Zur Themenauswahl hatte Sielecki „Marktforschung“ betrieben, indem er seine Vereinskameraden befragte was die interessieren würde. Der Kurs kam im August 2016 heraus und war einer der allerersten Kurse auf der Plattform. Die Verkaufszahlen waren ansprechend. In der Urversion von Chessable wurden die Kurse ohne Videos angeboten. Es gab nur Textteil mit einem Move-Trainer. Man habe damals noch etwas ausprobiert und wusste gar nicht so genau was ankommt bei potentiellen Käufern der Kurse. Das ist inzwischen anders. Chessable ist ein internationales Unternehmen, das beinahe täglich neue Schachkurse herausbringt.
Heute Vollzeit – Autor
Für Sielecki war 2017 das Kursgeschäft damals nur die Zweitbeschäftigung. Sein nächster Kurs beschäftigte sich mit dem Aufzug mit dem Königsbauern (1.e2-e4) und Sielecki nannte das einfach „Keep it simple“. Im März 2018 kam der Kurs raus und hatte erstmals Videos. Die Übertragungstechnik bei Chessable-Kursen ist das Internet und die Technik war neu und gab Zuschauern die Möglichkeit hin- und herzuspringen zwischen den Zügen und den Erläuterungen dazu. Dieser Kurs war ein Kassenschlager und der Beginn von weiteren Kursen mit unterschiedlichen Startzügen von Sielecki.
Chess Explained ist inzwischen eine Marke in der Welt des Schachwissens. Solche Marken sind laut Sielecki wichtig, wobei für ihn die Produktmarke „Keep it simple“ für Kurse und für Bücher eine noch größere Bedeutung zu haben scheint. Das hat Wiedererkennungswert und es geht natürlich darum, Alleinstellungsmerkmale zu kreieren, um sich von anderen im Markt abzusetzen. Inzwischen gibt es viele Autoren bei Chessable.
Foto: Thorsten Cmiel
Kein Blick zurück
Der Youtube-Kanal von Sielecki ist eingeschlafen. Das ist einfach ein anderes Geschäftsmodell. Zwar macht ihm das Aufnehmen von Videos durchaus Spaß, aber als Streamer oder Youtuber muss man öffentlich viel präsenter sein. Irgendwie zur Markenpflege dient ein regelmäßiges Format mit dem bekanntesten deutschen Youtuber, Georgios Soleidis. Die beiden haben ihr markanten Köpfe zum Programm gemacht und nennen sich die „Schachglatzen“. Alle paar Wochen verabreden sich die beiden Schachprofis und besprechen was in der Schachwelt so passiert.
Der Erfolg als Autor für Onlinekurse hatte erkennbare Konsequenzen für Sielecki, der sich voll auf das neue Geschäft einlassen wollte, keine neuen Schüler mehr annahm und so aus dem Trainergeschäft herauswuchs. Inzwischen arbeitet Sielecki nur noch sporadisch ein bisschen als Schachtrainer und sieht sich als Vollzeitautor, die Bezeichnung als Content Creator mag er nicht.
Seinen Schritt in die Selbstständigkeit hat Sieleckt nie bereut und sein Abschlusszeugnis von der Bank befindet sich noch immer in einem verschlossenen Umschlag in irgendeiner Schublade.
Die Idee der Lasker Aufgaben ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Schachaufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.
1. Aufgabe: Weiß am Zuge sollte wie fortsetzen?
Lösung 1. Aufgabe
Die Lösung ist nicht zu komplex, aber schick und enthält mehrere Elemente. Es beginnt mit einem Damenopfer. 1.De7+ Sxe7 2.Sgf6+ Hier geht es um die Kontrolle des Feldes d7, indem der Läufer auf h3 freigelegt wird. 2…Dxf6 (2…Sxf6) 3.Sc7 Matt.
2. Aufgabe: Weiß ist am Zuge. Was tun?
Lösung 2. Aufgabe:
Es beginnt mit 1.Lxe5+ dxe5 2.Df6+ Kg8 3.Tg1+ Kf8 4.Dd6+ Te7 5.Dh6+ Ke8 6.Tg8+ Kd7 7.Dc6 Matt. Nimmt Schwarz mit dem Turm auf e5, dann ändert das an der obigen Mattsequenz nichts. Gefunden habe ich diese Aufgabe zuerst bei Susan Polgar.
3. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Lösung 3. Aufgabe
Nicht allzu schwierig. Der richtige Weg ist: 1.Sxd5 Dxd5 2. Dxd5 Sxd5 3.Lb5+. Weiß gewinnt.
4. Aufgabe: Wie würdet ihr mit Schwarz am Zuge hier fortsetzen?
Lösung 4. Aufgabe (Klicken)
Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab nächstem Jahr hier in der Schachakademie fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.