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Titelfoto: Anna Shtourman (FIDE Chess)

Sechzehn Partien sind immer noch unübersichtlich. Schauen wir daher bei zwei Begegnungen von Nachwuchsspielerinnen genauer hin. Die zwei größten Überraschungen gelangen der Kasachin Elnaz Kaliakhmet (Jahrgang 2010) und der Usbekin Umida Omonova. Zudem ist die Begegnung von Divya Deshmukh und der Serbin Teodora Injac ein Duell zweier Spielerinnen mit fast gleicher Elozahl. Die größte Überraschung der Runde gelang allerdings Vantika Agrawal, die Kateryna Lagno regelrecht vom Brett fegte.

Von Thorsten Cmiel

Elnaz Kaliakhmet (Kasachstan)

Eine Korrektur vorweg: Der Weltschachbund FIDE verwendete für die Auslosung die Ratings aus Juni 2025. Diese Zahlen finden sich auch auf der offiziellen Homepage des Welt Cup in Batumi. Elnaz aber hatte ein sehr erfolgreiches Turnier zuvor und gewann mit zehn aus 13 die nationale Meisterschaft der Frauen mit 14 Jahren und legte dort 87,6 Punkte zu. Ihre aktuelle Elozahl ist entsprechend im Juli auf 2306 angewachsen. Jetzt wechselt sie den Bewertungsfaktor von 40 auf 20, was den weiteren Anstieg etwas bremsen, aber wohl kaum stoppen dürfte.

FIDE-Karteikarte Elnaz Kaliakhmet

Umida Omonova (Usbekistan)

Anders als ihre Gegnerin aus Kazachstan setzte sich Umida Omonova in ihren beiden bisherigen Begegnungen jeweils im Stechen durch. Aber in beiden Fällen gelang es der Usbekin zwei höher eingeschätzte Gegnerin auszuschalten. Für Omonova ist es der zweite Weltcup bei dem sie dabei ist. 2021 verlor sie etwa im gleichen Alter wie ihre jetzige Gegnerin Elnaz Kaliakhmet in der ersten Runde. 2018 war die Usbekin Vize-Weltmeisterin U12 in Santiago de Compostela geworden. Bei den Jungs gewann ein gewisser Inder namens Gukesh vor Volodar Murzin.

FIDE-Karteikarte Umida Omonova

In der Partie sah es zunächst nach einem vollen Punkt für die Kasachin aus. Erst im späten Mittelspiel verlor Elnaz den Faden und konnte ihren Vorteil nicht halten. Die Partie zeigte vor allem das große Potential der jüngeren Spielerin in diesem Match.


Desaster für Russland deutet sich an

Die Russinnen treten beim World-Cup unter neutraler FIDE-Flagge an. Kateyna Lagnos und Valentina Gunina (Fotos) verloren ihre Auftaktpartien deutlich. Der World Cup ist ein Einzelturnier mit direkter Qualifikation zum Kandidatinnenturnier (Zhu Jiner und Aleksandra Gorychkina sind schon qualifiziert). Dennoch zählen natürlich bei dem wichtigsten Einzelwettbewerb des Jahres nationale Statistiken, um die international führenden Nationen zu ermitteln. Bei der Schacholympiade in Budapest gewann Indien vor den USA und Usbekistan. Dort fehlten allerdings die besten Chinesinnen.

Nationen-Resultate Runde 3.1

NationErgebnisNationErgebnis
Indien3.5 (5)Ukraine2.5 (3)
China3.0 (5)Kazachstan1.0 (2)
Georgien2.0 (4)Polen0.5 (2)
Russland (FIDE)1.0 (4)Sonstige2.5 (7)

Hier griff Valentina Gunina daneben. Wie sollte Schwarz am besten fortsetzen und wie ist die Stellung danach einzuschätzen.


Findet in dieser Stellung die Kasachin und Goryachkina-Bezwingerin Meruert Kamalidemova (20) einen besseren Zug als den sie spielte, hätten eventuell die Russinnen noch einen halben Punkt weniger geholt. Was sollte Weiß hier am besten spielen? Oder besser was nicht?

Starke Partie gegen Lagno: Vantika Agrawal


Die Inderin Vantika Agrawal steht oft zu unrecht etwas im Schatten der anderen indischen Spielerinnen. Vantika war mit 7.5 aus neun Partien eine wichtige Stütze des Teams, das bei der Schacholympiade in Budapest im letzten Jahr Gold holte. In der obigen Stellung musste Schwarz eine ohnehin leicht schlechtere Stellung verteidigen. Was ist hier von 16…b5 zu halten?

Divya gewinnt mit Schwarz gegen Injac


Es sah lange Zeit so aus als würde die Inderin ein Remis anstreben, aber dann bekam die Divya neine Chance. Wie sollte Schwarz hier fortsetzen?

Was sonst noch los war

Lei Tingjei und Zhu Jiner gewann ihre Partien. Von den Chinesinnen verlor nur die Jüngste Lu Miaoyi. Die entscheidenden Momente.


Antoanet Stefanova steht vor der Frage, ob sie auf a3 mit der Dame oder dem Turm schlagen sollte. Fifty-Fifty also.



Fifty-Fifty: Was sollte Schwarz hier spielen? Angenommen sie haben zwei Alternativen: Schlagen auf e5 und den Turm nach f7 ziehen…


Simply the Best. Wie sollte Weiß am Zuge hier am besten fortsetzen?


Wie sollte die Weißspielerin hier fortsetzen?

Fotos Frauen World Cup Batumi 2021: FIDE Chess. Anna Shtourman.

Event-Homepage.

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Titelfoto: Anna Shtourman (FIDE Chess) Sechzehn Partien sind

Titelfoto: Anna Shtourman (FIDE Chess)

Das sprichwörtliche Salz in der Suppe sind die Stichkämpfe nach unentschiedenem Match in klassischer Bedenkzeit. Es bleibt beim Format und der Farbreihenfolge, nur die Bedenkzeit wird verkürzt. Der Tag beginnt mit 15 Minuten plus zehn Sekunden Inkrement pro Zug. Die Spielerinnen produzierten viele spannende Partien und manches Drama.

Von Thorsten Cmiel

Momente aus den Stichkämpfen

Hinrunde (15+10)

Es wurde gekämpft. Die zwölf Begegnungen boten die üblichen Eröffnungsunfälle, Fehler und gelegentlich auch spannende Endspiele. Beginnen wir mit einer kurzen Auswahl der entschiedenen sieben Partien aus der Hinrunde (10+5). Einmal mehr zeigte sich wie wichtig gutes Zeitmanagement ist.




Schwarz ist am Zuge und muss sich mit dem Angriff auf den Turm auf c4 auseinander setzen. Was tun?


Ebenfalls hier ist Schwarz am Zuge. Wie sollte die Ukrainerin und Ex-Weltmeisterin Mariya Muzychuk hier fortsetzen?

Rückrunde (15+10)



Aus Zwölf mach Sechs

Hinrunde (10+5)

Die Farben wurden für diese Runde getauscht, die Partien wurden also in umgekehrter Reihenfolge als bisher gespielt. Mariya Muzychuk hatte in der Runde zuvor nach ihrer Auftaktniederlage den Wettkampf ausgeglichen und damit diese Stichkampfrunde knapp erreichen. Das chinesische Jungtalent Lu Miaoyi musste in der Runde zuvor mit Schwarz hinter sich greifen und durfte daher erneut ran. Das Duell von Vantika Agrawal gegen die Ukrainerin Ushenina produzierte erneut keine Siegerin und wurde daher ebenfalls verlängert. die Überraschung der Vorrunde (15+10) war allerdings, dass die ehemalige Schnellschachweltmeisterin Katerina Lagno ihre Führung nicht hatte verteidigen können und sich so noch zwei weitere Partien gönnte. Die anderen zwei Paarungen bestanden aus Spielerinnen, die sich bisher immer Remis getrennt hatten – auch mit klassischer Bedenkzeit.

In der Partie von Mariya Muzychuk ging es diesmal ganz schnell. Beide Inderinnen gewannen ihre Partien und Lu Miaoyi versuchte ein gewonnes Turmendspiel zu verwerten. Lagno gewann souverän und im Duell der beiden Mittvierzigerinnen Danielan und Stefanova gab es mit der Bulgarin erstmals eine Siegerin. Einige Momente folgen.



Drei Köniszüge stehen zur Auswahl. Welchen sollte die Chinesin mit 46 Sekunden auf der Uhr in jedem Fall nicht wählen?


Rückrunde (10+5)

Kateryna Lagno gewann beide Partien deutlich. Auch Mariya Muzychuk hatte nach ihrem Kantersieg in der Hinrunde keine Probleme auch die zweite Partie zu gewinnen. Antoaneta Stefanova spielte recht sicher bis auf einen Zittermoment, den ihre Gegnerin aber nicht nutzen konnte. Ebenfalls weiter kam die 15-jährige Chinesin Lu Miaoyi, da sie diesmal kein Comeback ihrer Gegnerin akzeptierte. Tragisch verlief die Rückrunde für die Inderinnen, die beide einen Vorsprung verspielten und in die Blitzrunde (5+3) mussten.

Wie sollte Weiß hier am besten fortsetzen?



Die Blitz-Stichkämpfe (5+3)

Alexandra Kosteniuk (Schweiz) – Padmini Rout (Indien)

Die Inderin Padmini Rout verpasste letztlich ihre größte Chance in der Runde zuvor. Alexandra Kosteniuk (41) zeigte jedoch großen Kampfgeist und gewann letztlich verdient gegen ihre zehn Jahre jüngere Gegnerin. Die erste Blitzpartie gewann Kosteniuk souverän, nachdem sie stetig ihren Druck auf die gegnerische Königsstellung erhöht hatte. In der finalen Partie sollte eigentlich Alexandra Kosteniuk erneut gewinnen, ganz Profi allerdings begnügte sie sich zum Schluss mit einem Dauerschach.




Vantika Agrawal – Anna Ushenina

Schon in der Runde mit klassischer Bedenkzeit lag die Inderin vorne. Mit verkürzter Zeit im Rapid konnte sie ebenfalls vorlegen und im Blitz reichte es letztlich für Vantika (23) gegen ihre neunundreissigjährige Gegnerin, die genau wie Alexandra Kosteniuk bereits einmal Weltmeisterin (2012 – 2013) der Frauen war. Die Blitzpartien waren weniger spannend als in den Phasen zuvor. Die Ukrainerin stellte mit Schwarz früh im elften Zug eine Figur ein und in der zweiten Partie gelang es ihr nie irgendetwas herauszuholen.




Ergebnisse (Event-Homepage).

Fotos: FIDE Chess. Anna Shtourman.


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Titelfoto: Anna Shtourman (FIDE Chess) Das sprichwörtliche Salz

Foto Credit: FIDE Chess.

Von Thorsten Cmiel

In der Hinrunde gab es achtzehn entschiedene Partien und 14 Remis. Neun Spielerinnen legten in der zweiten Partie noch einmal nach und gewannen zu Null. Elf weitere Spielerinnen kamen mit anderthalb Punkten weiter und zwölf Stichkämpfe stehen an. Immerhin gelang es fünf Spielerinnen trotz einer Niederlage am ersten Tag auszugleichen. Manchmal im Verlauf überraschend.

Relativ früh zeichnete sich ab, dass die Chinesin Tan Zhongyi und die junge Russin Anna Shukhman einen zweiten Sieg gegen die ebenfalls 2009 geborene US-Amerikanerin Alice Lee erringen würden. Von den Favoritinnen sah es nach etwa zwei Stunden so aus als würde Alexandra Goryachkina die schnelle Heimfahrt antreten müssen. Im ukrainischen Duell von Anna Muzychuk und Inna Gapanenko zeichnete sich nach einer erneut recht blutarmen Partie früh ein Stichkampf am nächsten Tag ab. Noch früher hatte Alexandra Kosteniuk, die inzwischen für die Schweiz spielt, sich mit ihrer indischen Gegnerin Padmini Rout auf Remis geeinigt. Im Turnier gilt die Sofia-Regel und mindestens dreißig Züge notwendig sind, falls keine dreimalige Stellungswiederholung vorhanden ist. Die Rumänin Irina Bulmaga, die in der ersten Partie über ein Remis nicht hinausgekommen war, stand mit Schwarz nach etwa 20 Zügen gegen ihre französische Gegnerin Deimante Daulyte-Cornette glatt auf Gewinn. Ein Match drohte früh zu kippen und steuerte auf ein Unentschieden hin: die Chinesin Song Yuxin stand gegen die Estin Mai früh auf Gewinn. Die erste Spielerin, die sich für die dritte Runde qualifizierte war dann die Russin Valentina Gunina.

Einige Paarungen stehen bereits fest, andere müssen noch auf die Ergebnisse morgen warten. Schachfans können sich auf die Begegnung der Serbin Teodora Injac und der indischen Hoffnung Divya Deshmukh freuen. Die Siegerin muss dieser Begegnung muss dann vermutlich gegen Zhu Jiner. eine der chinesischen Favoritinnen ran.

Momente


Die entscheidende Situation in dem Wettkampf zwischen der Russin Alexandra Goryachkina und der Kazachin Meruert Kamalidenova. Meruert hatte in der ersten Partie eine schicke Partie gewonnen und musste hier mit Schwarz noch eine wichtige Entscheidung treffen.



Hier war die Chinesin mit Schwarz am Zug und musste auf die Attacke gegen ihren b-Bauern reagieren. Hat jemand einen Vorschlag?


Die Chinesin Lei Tingjie hat in diesem Damenendspiel mit Schwarz die angenehmere Aufgabe. Die Frage für ihre argentinische Gegnerin lautet: Wie hältst du es mit Schachgeboten?


Die US-Amerikanerin Alice Lee hatte die erste Partie bereits verloren und musste unbedingt gewinnen. In dieser Partie traf sie auf eine optimal vorbereitete Gegnerin, die ähnlich wie Ding Liren vor einigen Jahren gegen Magnus Carlsen von der Variante überrascht war.


Diese Verteidigungsausfgabe ist nicht ganz einfach zu lösen Die Inderin Vantika Agrawal muss sich festlegen wie sie ihre Verteidigung organisieren will. Ein Remis genügt nach dem Gewinn in der Hinrunde zum Weiterkommen.

Fotos: FIDE Chess. Anna Shtourman, Polina Bovina, Andrei Anosov.

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Foto Credit: FIDE Chess. Von Thorsten Cmiel In der

Titelfoto: Polina Bovina (FIDE Chess)

Von Thorsten Cmiel

In der zweiten Runde des Frauen-World-Cup in Batumi ist die Zahl der verbliebenen Partien jetzt auf 32 reduziert. 21 Spielerinnen, die mit den höchsten Elozahlen antreten, steigen erst zu dieser Runde ein. Elf Spielerinnen hatten am Tag zuvor erst nach einem Stichkampf die Qualifikation geschafft. Die größte Überraschung der Runde war sicherlich die krachende Niederlage von Alexandra Goryachkina gegen eine kazachische Spielerin, die nominell 210 Punkte Elopunkte weniger schwer ist.

Etwas Statistik vorweg: 19 Spielerinnen in Batumi tragen einen Großmeister-Titel und 35 sind Internationale Meister. Mit noch acht Frauen ist die indische Delegation noch am größten, gefolgt von jeweils sieben Chinesinnen und Georgierinnen. Fünf Russinnen und fünf Ukrainerinnen sind ebenfalls dabei. Die Vereinigten Staaten stellen mit vier Spielerinnen die sechstgrößte Delegation. Bei solch einer Dichte bleiben nationale Duelle nicht aus. Diesmal traf es Indien, die Ukraine und die USA mit jeweils einer Paarung. Die Partie der US-Amerikanerinnen endete tragisch. Die Ukrainerinnen taten sich nicht weh und das indische Duell sah die letzte noch laufende Partie, die nach 123 Zügen friedlich endete und laut Instanz gab es daran nie etwas zu meckern.

Zwei chinesische Superstars starten mit klaren Siegen


In dieser Stellung stellt sich die Frage, ob die Schwarzspielerin hier im zwanzigsten Zug ihren f-Bauern zwei Felder nach vorne schieben sollte.


In dieser Stellung zog die junge georgische Spielerin Anastasia Kirtadze ihrem Alter entsprechend ungestüm ihre h-Bauern zwei Felder nach vorne. Was ist davon zu halten?

Das US-Duell: Irina Krush – Carissa Yip


Weiß hat einen Bauern für die Qualität und die etwas bessere Königsstellung. Wie sollte Irina Krush hier im US-Duell gegen Carissa Yip fortsetzen? In der Partie ging es dramatisch zur Sache.

Kasachin sorgt für Überraschung


Goryachkina hatte die typische Profistrategie versucht und wollte mit Schwarz nur ein Remis. Das ging diesmal nach hinten los. Ihre Gegnerin hatte nur einen Aussetzer in dieser Partie. Wie sollte die Kazachin Meruert Kamalidenova (Jahrgang 2005) hier fortsetzen?

Mix

Vaishali gewann ein Endspiel, das ihre Gegnerin an einer Stelle verteidigen konnte, was aber in einer praktischen Partie schwierig zu sehen ist, wenn niemand zur Stelle ist und einer Spielerin auf die Schulter klopft und anmerkt: „Jetzt kommt es drauf an.“ In der Partie ihrer Landsfrau Vantika Agrawal musste ihre ukrainische Gegnerin eine schwierige Frage beantworten und scheiterte. Die Gegnerin der dritten Inderin dieser Auswahl musste eine Verteidigung finden, lag aber daneben. Im letzten Beispiel hatte die Armenierin Danielan ein schwieriges Damenendspiel auf dem Brett und griff daneben. Ihre Gegnerin, die Exweltmeisterin, Antoeneta Stefanova, revanchierte sich allerdings.

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Fifty-Fifty: Gibt es einen Unterschied zwischen den Springerzügen nach d3 und e4? Welcher von den beiden Zügen ist richtig?



Mit ihrem letzten Zug 55.e5-e6 droht Weiß ein zweizügiges Matt via f7 und d7. Wie sollte die Schwarzspielerin hier fortsetzen?

Fotos: FIDE Chess. Anna Shtourman, Polina Bovinova und Andrei Anosov.

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Titelfoto: Polina Bovina (FIDE Chess) Von Thorsten Cmiel In

Der Weltschachbund FIDE gab die aktualisierte Teilnehmerliste bekannt.

Youngster dominieren die Teilnehmerliste und kämpfen um die Plätze im Kandidatenturnier 2026.

Die FIDE kündigt das bisher stärkste Turnier nach Schweizer System – der FIDE Grand Swiss – an. Das Turnier findet vom 3. bis 16. September 2025 in Samarkand (Usbekistan) statt und folgt der Tradition der vorherigen Veranstaltungen auf der Isle of Man (2019 und 2023) und in Riga (2021)

Der Grand Swiss ist eines der bedeutendsten Turniere im Schachkalender und dient gleichzeitig als Qualifikation für das Kandidatenturnier. An dem Turnier im Schweizer System mit 11 Runden nehmen 172 Spieler teil – 116 im Open-Turnier und 56 im Frauenturnier. Gemäß den Bestimmungen qualifizieren sich die beiden besten Spieler der Open- und der Frauenkonkurrenz für das Kandidatenturnier 2026, bei dem die Herausforderer für den Weltmeistertitel ermittelt werden.

Neben seiner Funktion als Qualifikationsturnier für die Kandidatenturniere bietet das Grand Swiss 2025 auch ein bemerkenswertes Preisgeld, das gegenüber der letzten Ausgabe deutlich erhöht wurde. Das Preisgeld im Open beträgt 625.000 US-Dollar (gegenüber 460.000 US-Dollar im Jahr 2023) und im Frauenturnier 230.000 US-Dollar (gegenüber 140.000 US-Dollar im Jahr 2023).

Das Open-Turnier

Von den 116 Spielern im Open haben sich 101 über ihre Wertungszahl qualifiziert, die restlichen Plätze werden an Vertreter der Kontinente, sechs FIDE-Wildcards und fünf vom lokalen Veranstalter vergeben. Es fehlen Magnus Carlsen, Hikaru Nakamura und Fabiano Caruana, der schon via FIDE Circuit 2024 für das Kandidatenturnier qualifiziert ist. Zu den Favoriten gehören die indischen Superstars Weltmeister Gukesh, Arjun Erigaisi, Praggnanandhaa sowie der Usbeke Nodirbek Abdusattorov und der Franzose Alireza Firouzja. Von den deutschen Top-Spieler sind Vincent Keymer, Frederik Svane, Matthias Bluebaum, Dmitrij Kollars, Rasmus Svane, Dennis Wagner und Alexander Donchenko dabei.

Das Frauen-Turnier

Bei den Frauen kann Dinara Wagner mitspielen. Bemerkenswert ist sicherlich, dass Alexandra Goryachkina via Wildcard am Open teilnehmen will. Sie ist bereits für das Kandidatenturnier 2026 qualifiziert. Die Frauenliste führen die Chinesinnen Lei Tingjei und Tan Zhongyi an.

Hintergrund

FIDE Grand Swiss

Das FIDE Grand Swiss findet alle zwei Jahre statt und bringt viele der stärksten Schachspieler der Welt zusammen, die in einem klassischen 11-Runden-Schweizer-System-Turnier gegeneinander antreten. Das erste Grand Swiss fand 2019 auf der Isle of Man statt und wurde von GM Wang Hao mit 8/11 gewonnen. Die Ausgabe 2021 wurde aufgrund der Covid-Beschränkungen von der Isle of Man nach Riga verlegt und von GM Alireza Firouzja im Open-Turnier und Lei Tingjie im ersten Frauenturnier gewonnen. Der Grand Swiss 2023 wurde von Vidit Gujrathi aus Indien im Open-Turnier und Vaishali Rameshbabu im Frauenturnier gewonnen.

Teilnehmerliste Grand Swiss (Update)

Fotos: Dariusz Gorzinski.

Der Weltschachbund FIDE gab die aktualisierte Teilnehmerliste

Von Thorsten Cmiel

Der Frauen-World-Cup beginnt jetzt erst richtig. Von den teilnehmenden 107 Spielerinnen sind jetzt 43 Spielerinnen bereits ausgeschieden und damit bleiben 64 Frauen im Rennen. Das macht 32 Paarungen ab Runde 2. Die Stichkämpfe sind auf jeweils zunächst zwei Partien (15+10) angesetzt. Bei Unentschieden danach wird die Bedenkzeit sukzessive reduziert (10+5), (5+3) und (3+2).

Spannende Momente aus den Stichkämpfen

Es wurde unterhaltsam. Die elf Begegnungen boten die üblichen Eröffnungstricks, Fehler und gelegentlich auch spannende Endspiele. Beginnen wir mit einer kleinen Auswahl der entschiedenen acht Partien aus der Hinrunde.




Sechs Spielerinnen mussten erneut nachsitzen

Vier Spielerinnen gewannen glatt mit zwei Siegen. Nach den Aufregungen in der ersten Stichkampfpartie gewann Klaudia Kulon auch ihre zweite Partie. Gleiches gelang der Iranerin Mobina Alinasab, der 16-jährigen Georgierin Anastasia Kirtadze und der Kanadierin Maili Jade Ouellet. Vier Spielerinnen gewannen mit einem Sieg und einem Unentschieden. In drei Paarungen kam es zum Ausgleich und zwar in sämtlichen Fällen nach einer entschiedenen Partie in der ersten Runde.



Entertainment pur: Zahedifar – Bedullayeva

Eigentlich waren die Weichen für ein Weiterkommen der Aserbaidschanerin Govhar Beydullayeva bereits im ersten Stichkampf gestellt: Sie hatte die erste Partie gewonnen und in der zweiten Partie eine glasklare Gewinnstellung. Dann passierte das Unglaubliche.

Es ging also weiter mit reduzierter Bedenkzeit und wieder lag die Spielerin aus Aserbaidschan zunächst vorne. Aber erneut gelang es der Iranierin Anahita Zahedifar den Wettkampf auszugleichen. Nach der Eröffnung stand Schwarz hervorragend und ich hatte die Partie bereits abgehakt. Pustekuchen.




Der Stichkampf Gaal – Priyanka

Auch die Ungarin und ihre indische Gegnerin sorgten ab der ersten Stichkampfrunde für reichlich Spannung. Die erste Partie hatte die Inderin in der betrachteten Caro-Kann-Partie gewonnen und benötigte noch ein Remis zum Weiterkommen. Ihre Art zu spielen scheint ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht zu haben, jedenfalls opferte die Inderin einen Bauern und eine ausreichende Kompensation war zunächst nicht zu erkennen. Ihre Gegnerin weigerte sich in der Folge ihre Dame rechtzeitig auf bessere Felder zu bringen und verspielte ihre schönen vorher erarbeiteten Positionsvorteil. Entschieden wurde die Partie zugunsten der Ungarin nach einem groben Fehler von Priyanka.



Zweite Stichkampfrunde (10+5): IM Sophie Milliet (2355) raus

Die erste Stichkampf-Partie der beiden Kontrahentinnen in der zweiten Stichkampfrunde war Unentschieden ausgegangen. Die Französin (Jahrgang 1983) hatte gegen ihre nicht einmal halb so alte usbekische Gegnerin (Jahrgang 2006) zunächst wie die Siegerin ausgesehen. Die Entscheidung fiel dann in der vierten Stichkampfpartie für die weniger stark eingeschätzte Umida Omonova (2211).



Stichkampfrunde 3 (5+3): Nur noch Vier

Gaal (Ungarn) – Priyanka (Indien) 0.0 – 2.0

Priyanka, K (2001) aus Indien ist Internationale Frauenmeisterin mit einer Elozahl von 2090 und war die nominell klar unterlegene Spielerin. Zsoka Gaal (2007) ist Internationale Frauengroßmeisterin mit einer Elozahl von 2383 und war sicher höher einzuschätzen. In der ersten Partie gewinnt die Inderin ein für beide Seiten schwieriges Springerendspiel. In der zweiten Partie erhält die Ungarin ihre Chancen, spielte aber in entscheidenden Momenten nicht beherzt genug. Für die Inderin ein großer Erfolg.




Beydullayeva (Aserbaidschan) – Zahedifar (Iran) 0.5 – 1.5

Der verrückteste Wettkampf war sicherlich die Begegnung der Iranerin (Jahrgang 2003) Anahita Zahedifar, die Internationale Frauenmeisterin ist und eine Elozahl von 2143 (Klassisches Schach) auf den Tisch bringt. Ihre Gegnerin Govhar Beydullayeva (2003) ist Frauengroßmeisterin und liegt mit ihrer Elozahl von 2371 Punkten deutlich vor der Iranerin in der Setzliste. Man ahnt beim Nachspielen wie sehr die Intensität der Situation das Spiel beider Spielerinnen beeinträchtigt hat. Grandioses Kampfschach ist mein Fazit.




Ergebnisse (Event-Homepage).

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Von Thorsten Cmiel Der Frauen-World-Cup beginnt jetzt erst

Von Thorsten Cmiel

Der Frauen-World-Cup beginnt erst in der zweiten Runde richtig. Zunächst muss die Zahl der Teilnehmerinnen reduziert werden: Von den teilnehmenden 107 Spielerinnen müssen 43 Spielerinnen bereits wieder abreisen. Einige Spielerinnen erreichten nach zwei Partien ein Unentschieden und müssen am nächsten Tag erneut ran für einen Stichkampf. Am Ende bleiben 64 Frauen im Rennen. Das macht 32 Paarungen in der nächsten Runde.

Wie man Partien angeht und wie nicht

Der World-Cup besteht aus sportlichen Miniwettkämpfen bei denen nur das Weiterkommen zählt. Insofern sollte man von Spielerinnen, die bereits zurück liegen, das Eingehen von Risiken erwarten. Natürlich sind manchmal die Spielstärkeunterschiede erheblich, aber das gibt Raum für Kreativität und Risikobereitschaft in speziellen Momenten. Es folgen einige gelungene strategische Spielweisen und weniger gelungene Partien.



Wie sollte die Polin Olivia Kiolbasa hier mit Weiß am besten fortsetzen? Erst wenige Tagen zuvor hatte sie eine GM-Norm erzielt. Im Minimatch in Batumi allerdings konnte sie sogar noch ausscheiden.


Weiß hat zuletzt den Bauern auf d6 attackiert. Wie sollte die Argentinierin Schwarz hier fortsetzen?


Ein Unfall


Die erste Partie der Inderin Vantika Agrawal war ein Profi-Event. Die Partie bot beiden Spielerinnen keine nennenswerten Chancen. Auch in der zweiten Runde sah es nicht nach etwas Verwertbarem aus. Wie sollte Schwarz hier fortsetzen?

Nur eine Favoritin hat ihren Minikampf verloren, aber immerhin müssen elf Wettkämpfe im Stichkampf entschieden werden. Natürlich kam es zu den meisten Unentschieden, wenn beide Spielerinnen etwa gleich stark einzuschätzen waren und die Ratingdifferenz weniger als 100 Punkte betrug, also an den hinteren Brettern. Herausragend waren die 17-jährige Georgierin Kesaria Mgeladze (2226), die ist Frauen-Fidemeisterin und qualifizierte sich für die zweite Runde, nachdem sie nach ihrem überzeugenden Sieg gestern in der zweiten Partie ein sicheres Remis mit Weiß gegen die vietnamesische Internationale Meisterin Pham Le Thao Nguyen (2357) beisteuerte. Bemerkenswert sicherlich der Ausgleich von Tania Miranda Rodriguez, die mit ihrem Ratingabstand von 400 Punkten eigentlich keine theoretische Chance haben sollte.

Resultate (Event-Homepage).

Fotos: FIDE Chess. Anna Shtourman.

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Von Thorsten Cmiel Der Frauen-World-Cup beginnt erst in

Von Thorsten Cmiel

Im georgischen Batumi spielen die Frauen drei Plätze im Turnier der Kandidatinnen und fast 700.000 US-Dollar aus. Georgien ist eine bekannte Schachnation, die lange im Frauenschach führend war. Nona Gaprindashvili und Maja Tschiburdanidse (Titelfoto) waren lange Zeit die Aushängeschilder des georgischen Schachs. Immerhin können einige eigene Talente mitspielen.

Der World-Cup wird im K.o.-System gespielt. Die Kontrahentinnen treten zunächst in Minimatches mit zwei Partien gegeneinander an. Das Turnier begann mit einer ersten Qualifikationsrunde mit 43 Matches. In der zweiten Runde komplettieren 21 nach Elozahl stärkere Spielerinnen das Feld und dann geht es strikt nach Rating weiter. Im theoretisch wahrscheinlichsten Fall spielen in der letzten Runde Lei Tingjie und Zhu Jiner gegeneinander. Für die Paarungen wurde nicht die letzte verfügbare Elo-Liste herangezogen, sondern folgende Startliste, bei der drei Chinesinnen und eine Inderin vorne stehen. Die Elo-stärkste Spielerin, die in der ersten Runde ran musste, war Carissa Yip mit 2453. Fast in allen Begegnungen gewann die Favoritin. Das Auslosungssystem hatte zur Folge, dass Yip gegen die auf dem Papier schwächste Spielerin im Feld antrat. An Brett 43 hingegen spielten zwei etwa gleichstarke Spielerinnen gegeneinander.

Einige spannende Momente aus der ersten Runde


Zuletzt hat die Griechin Stavroula Tsolakidou (Foto) ihren Turm von f3 nach d3 gezogen. Jetzt droht das Turmschachgebot auf d2. Wie sollte die Indonesierin Yuliana Evi ihre Verteidigung am besten organisieren?


In dieser Stellung muss die Schwarzspielerin ihren 40. Zug ausführen. Würden sie 40…e3 spielen? Die Folgen sind kompliziert, insofern muss Intuition helfen.


In dieser Begegnung wird die Gegnerin von Divya Deshmukh ausgespielt? Was ist Schwarz hier zu empfehlen?


Zuletzt hatte Irina Bulmaga (Foto) mit Schwarz auf c1 einen Läufer geschlagen. Wie sollte die Weiße hier fortsetzen?

Fotos: FIDE Chess. Andrei Anosov, Anna Shtourman.

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Von Thorsten Cmiel Im georgischen Batumi spielen die

Historisches Foto: José Raúl Capablanca 1929, Berlin. Bundesarchiv, Bild 102-07977 / CC-BY-SA 3.0.

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannten besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet.

Beginnen wir mit dem Meister selbst. Capablanca steht überwiegend für positionelles Spiel. In diesem Teil betrachten wir einige Endspiel-Juwelen von Capablanca von denen manche die Endspieltheorie geprägt haben. Als Inspiration zum Finden von Aufgaben dient mir oft Chesspuzzle, das ich nur empfehlen kann.


Diese Schlusssequenz stammt aus einem berühmten, sehr prinzipiellen Endspiel. Hier ist Schwarz am Zuge. Wie setzte Capablanca hier richtig fort.


Die Partie von Capablanca gegen Yates in Hastings 1930 hatte erheblichen Einfluss auf die Theorie der Turmendspiele. Hier ist eine entscheidende Stelle erreicht. Wie sollte der Schwarze sich verteidigen?


Fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor spielte Capablanca erneut in Hastings eine lange Zeit ausgeglichene Partie gegen Vera Menchik (1906-1944). Eine Standardstellung im Turmendspiel heute, die sich in vielen Endspielkompendien findet. Wie sollte sich Schwarz verteidigen?


Fast zehn Jahre später kam es zwischen Capablanca und Vera Menchik erneut zu einer spannenden Partie. Wie sollte Menchik hier mit Schwarz am besten fortsetzen?

Mehr Lasker-Aufgaben

Historisches Foto: José Raúl Capablanca 1929, Berlin.

Foto coloriert via: José Raúl Capablanca via Klimbim 0.1

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannten besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet.

Beginnen wir mit dem Meister selbst. Capablanca steht überwiegend für positionelles Spiel und in der Datenbank finden sich nur relativ wenige Niederlagen. Aber man findet im Schaffen des Kubaners durchaus bemerkenswerte Kombinationen, manchmal aus Simultanveranstaltungen. Als Inspiration zum Finden von Aufgaben dient mir oft Chesspuzzle, das ich nur empfehlen kann.


In dieser Partie führte Capablanca die weißen Steine. Wie sollte sein Gegner sich verteidigen und wie geht es am besten weiter? Was ist hier von dem Ablenkungszug mit dem schwarzen Turm nach d1 zu halten?


In dieser Stellung ist Weiß am Zuge. Die Frage stellt sich, ob er auf c3 schlagen darf oder nicht.


Wie sollte Weiß (Capablanca) hier seinen Angriff weiter fortsetzen? Diese Stellung findet sich in vielen Büchern.


Wie setzte Weiß (Capablanca) hier fort?

Mehr Lasker-Aufgaben

Foto coloriert via: José Raúl Capablanca via