Die Idee der Lasker Puzzles ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Aufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.
1. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge?
Eine aktuelle Partie aus 2025. Weiß hatte zuletzt lang rochiert. War das ein guter Zug? Wie sollte der Schwarzspieler reagieren?
2. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge.
Wer hat in dieser Stellung aus 2025 eine gute Idee für Schwarz?
3. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge.
Schwarz hat materiellen Vorteil. Weiß hingegen hat nur Hoffnung, wenn es ihm gelingt, die Bauern am Damenflügel in Bewegung zu setzen. Was tun?
4. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Diese Stellung stammt aus eine Partie von Vlastimil Hort gegen Boris Spassky, beides zwei 2025 verstorbene Großmeister, die in den 70er-Jahren ihre besten Zeiten hatten. Diese Stellung stammt aus dem Kandidatenwettkampf der beiden 1977 in Reykjavik. Was geht?
Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.
Paul Morphy spielte 1858 in Paris eine der berühmtesten Partien der Schachgeschichte gegen Karl von Braunschweig und Graf Isoard. Sie wurden später als Opernpartie bekannt. Aber warum eigentlich?
Robert James Fischer zeigte sich ebenfalls begeistert von der Partie und kommentierte sie. Hier zum Nachspielen.
In der letzten Woche sorgte ein Verbannen des Schachspiels durch die Taliban in Afghanistan für einige mediale Aufmerksamkeit. Der Weltschachbund benötigte kurze Zeit, um auf die Ankündigung zu reagieren.
Im Wortlaut in deutscher Übersetzung formuliert der Weltschachbund am Mittwoch den 14. Mai:
Die FIDE und die weltweite Schachgemeinschaft bedauern zutiefst die Entscheidung der afghanischen Regierung, Schach aufgrund von Bedenken hinsichtlich Glücksspiels auszusetzen. Die FIDE steht in engem Kontakt mit dem IOC, der Asian Chess Federation und anderen relevanten Sport- und internationalen Gremien, um eine konstruktive Lösung zu finden.
Wir glauben, dass Schach eine der schönsten Sportarten der Welt ist, die Fleiß, Geduld, Fairness und Offenheit fördert. Über das Brett hinaus ist Schach ein wirkungsvolles Instrument zum Aufbau von Gemeinschaften und zur Zusammenführung von Menschen. Wenn es ein Spiel, eine Sportart gibt, die fast ausschließlich von Geschicklichkeit und Vorbereitung und nicht vom Zufall abhängt, dann ist es Schach.
Schach hat in Afghanistan eine lange Tradition. In den letzten Jahren hat das Spiel im Land einen Aufschwung erlebt, und immer mehr junge Menschen beginnen mit dem Schachspielen. Eine Aussetzung des Schachsports könnte seiner Entwicklung schaden und zukünftigen afghanischen Spielern die Möglichkeit nehmen, ihr Talent unter Beweis zu stellen und ihr Land auf der internationalen Bühne zu vertreten.
Die FIDE wird die Entwicklungen weiterhin aufmerksam verfolgen, einen konstruktiven Dialog mit den Behörden führen und mit internationalen Sportorganisationen und anderen relevanten Akteuren zusammenarbeiten, um Wege zu finden, den Schachsport in Afghanistan so schnell wie möglich wieder zuzulassen.
Drama in Österreich. Vor der Runde stand bereits fest, dass die Chinesin Zhu Jiner sich für das Turnier der Kandidatinnen im nächsten Jahr qualifiziert hat. Vakant war der zweite Qualifikationsplatz. Würde Anna Muzychuk ihre Partie gegen die Inderin gewinnen und Zhu nicht, wäre Anna ebenfalls erneut Kandidatin. Am Ende reichte es für sie zum Turniersieg, aber nicht zur Qualifikation zum Kandidatenturnier.
Von Thorsten Cmiel
Zhu war eigentlich gar nicht für den Grand-Prix qualifiziert, sondern ersetzte ab dem vierten Grand-Prix ihre Landsfrau Lei Tingje. Ihr Auftreten wirkte in sämtlichen drei Turnieren souverän. Die kleine Rochade zu Beginn des Events scheint ihrem Selbstbewusstsein nicht geschadet zu haben und es folgte fünf Siege in Folge. In der Schlussrunde allerdings sah es lange Zeit nach Remis und dann nach einer Niederlage für die Chinesin aus. Da Anna gegen Vaishali einem Remis entgegensteuerte, sah es so aus als wäre die Russin Goryachkina aus dem Rennen. Aber der Reihe nach.
Das Endspiel von Alexandra Kosteniuk begann nach sechsundzwanzig Zügen hier. Weiß hat vielleicht einen symbolischen Vorteil durch den Besitz des einzig verbliebenen Läufers auf dem Brett. Die Chinesin muss hier vor allem für ihre Springer gute Posten finden. Das gelang ihr zunächst auch und zur Zeitkontrolle war alles in Ordnung. Noch.
Im 43. Zug unterlief der Chinesin ein Fehler, der zum Verlust führen sollte. Was würden sie hier spielen?
Lösung
Ein Zug mit dem Springer nach e7 bietet sich an, um den Springer via g6 ins Spiel zu bringen. Nach der wahrscheinlichen Antwort mit dem h-Bauern hüpft der schwarze Springer nach d5 und attackiert den f-Bauern. In der Partie spielte Zhu ihren König nach d5, was aktiv aussieht, aber Alexandra Kosteniuk hatte mit ihrem Königszug nach d3 eine überzeugende Riposte parat.
Für Zuschauer und Kommentatoren, die mit einer Spielerin mitfiebern, war in diesem Moment die Ukrainerin Anna Muzychuk, die gegen Vaishali ausgeglichen stand, mit einem Bein im Turnier der Kandidatinnen.
Hier musste Kosteniuk lediglich entscheiden, ob das Endspiel nach Tausch auf g4 gewonnen ist, oder nicht. Wie würden sie entscheiden? Zur Motivation: Die für die Schweiz spielende Alexandra Kosteniuk entschied sich falsch.
Lösung (Hier Klicken)
Endstand und Partien Runde 9
Im Gesamt-Grand-Prix gewinnt Zhu Jiner nach ihrem geteilten ersten Platz von Goryachkina. Beide Spielerinnen sind damit für das Turnier der Kandidatinnen qualifiziert. Mit weniger als zwei Punkten dahinter landet Anna Muzychuk letztlich auf dem dritten Platz im Gesamtklassement des Grand-Prix 2024/25.
Das Turnier bot viele spannende Partien und beeindruckt durch seine hohe Zahl an entschiedenen Partien (29 von 45).
Tan Zhongyi – Maria Muzychuk 0.5 – 0.5
Tan Zhongyi scheitert erneut an technischen Schwächen und zu schnellem Spiel. Diese Schwäche kennt man aus dem Kandidatenturnier in Toronto, aber vor allem ihrem WM-Kampf vor einem Monat. Letztlich verschenkt die Chinesin einen halben Punkt. Durch großen Kampfgeist ermöglichte Maria ihrer Schwester den Turniersieg. Es kam anders.
Das Event fand in der Steiermark in Österreich statt. Gespielt wurde in einer Art Wintergarten in traumhafter Kulisse, leider fernab von Zuschauern, die vor allem zu speziellen Events kamen. Wie hier junge Frauen, die gegen Vishy Anand ran durften.
Die Idee der Lasker Puzzles ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Aufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.
1. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge?
Schwarz kann hier überraschend mit dem Springer auf e5 schlagen und so einen Bauern gewinnen. Weiß kann den Springer schlagen, weil dann der schwarzfeldrige Läufer ins Spiel käme. Woher diese Stellung stammt konnte ich leider nicht mehr rekonstruieren.
2. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Der Lösungszug ist hier lediglich 1.Ka8!! Der Rest ist einfach zu berechnen.
3. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Hier steht ein Matt in vier Zügen auf der Agenda. Es beginnt mit dem Turmzug nach d7. Danach droht das Matt mit der Dame auf g7 oder h8. Schwarz muss den Turm mit dem Läufer schlagen. Es folgen Schachgebote auf d6 und h6 mit der Dame und Matt durch den Turm auf g8.
4. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Diese Stellung stammt aus einer Partie von Magnus Carlsen mit Schwarz, die ich nicht gefunden habe in einer relevanten Database. Wer sofort auf g7 die Dame opfern will und dann mit dem Springer via h6 und f7 Dauerschach geben möchte, der hat die richtige Idee, aber diese nicht richtig umgesetzt. Weiß gewinnt indem er die Schachgebot mit dem Springerschach auf h6 beginnt. Nach dem Königszug nach h8 folgt das Doppelschach auf f7 und nach dem Königszug nach g8 folgt erst jetzt das Damenopfer auf g7 nebst Matt via Turmzug nach h7 und Matt auf h6 mit dem Springer.
Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.
In der Grand Chess Tour 2025 verlor der indische Weltmeister Gukesh nach hartem Gefecht aus einer Remisstellung heraus, aber warum eigentlich? Was ist schief gelaufen? Eine Spurensuche führt zur Schacholympiade 2022.
von Thorsten Cmiel
Das Endspiel mit einem Turm und Randbauer gegen einen Läufer ist gelegentlich Remis, aber welchen Läufer benötigt der Verteidiger? Bevor wir in die Theorie einsteigen stellt sich die Frage wie Schwarz sich hier am besten aufstellen sollte und wie die Stellung zu bewerten ist.
Foto: Dariusz Gorzinski
Diese Stellung ist Remis, weil Schwarz diesmal den richtigen Verteidigungsläufer hält. Interessanterweise ist das auch der richtige Verteidigungsläufer in der Ecke ohne weißen h-Bauern. Die Verteidigung ist nicht einmal allzu schwierig zu bewerkstelligen.
Lennart Ootes (FIDE Chess)Lennart Ootes (FIDE Chess)
Vielleicht war Gukesh auch irritiert, da der Bauer seines Gegners bereits auf h5 stand und das ist kein unwichtiges Detail. Weiß muss nämlich aufpassen, dass er den h-Bauern nicht zu früh nach vorne schiebt. Aber das gilt nur wenn der Verteidiger den „richtigen Läufer“ besitzt.
Nach dem Ruhetag ging es endgültig auf die Zielgerade im österreichischen Grand-Prix-Turnier. Neben dem Turniersieg gibt es den Grand-Prix-Gesamtstand, der eine Rolle spielt. Die zentrale Frage lautet, ob es einer oder zwei Spielerinnen gelingt, die Russin Gorychkina noch von der Tabellenspitze zu verdrängen.
Zhu Jiner gewinnt ihre fünfte Partie in Serie und verbessert ihre Chancen zur direkten Qualifikation für das Turnier der Kandidatinnen. In Lauerposition und mit einer Außenseiterchance für die Qualifikation bringt sich Tan Zhongyi in Stellung. Anna Muzychuk wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht qualifiziert.
Runde 8: Zhu und Anna Muzychuk mit Remis.
Die Ausgangslage zur neunten Runde ist jetzt deutlich. Zhu Jiner wird kaum alles versuchen, sondern gewinnt vermutlich mit einem Remis die Gesamtwertung im Grand-Prix 2024/25. Anna Muzychuk hingegen sollte versuchen gegen die Inderin Vaishali zu gewinnen, um sich doch noch zu qualifizieren und die Russin aus dem Rennen zu nehmen.
2025 ist das Jahr der Abschiede. Nach Robert Hübner und Boris Spassky ist nun mit Vlastimil Hort ein weiterer großer Spieler und eine herausragende Persönlichkeit des Schachs gestorben. Vlastimil Hort gehörte in den 1970er Jahren zu den weltbesten Spielern. Nach seiner Übersiedlung nach Deutschland begeisterte er die Fernsehzuschauer mit seinem hintergründigen Humor bei den Sendungen „Schach der Großmeister“.
Von André Schulz.
Dieser Artikel ist zuerst bei Chessbase erschienen und hier mit freundlicher Genehmigung des Autors veröffentlicht.
Vlastimil Hort wurde am 12. Januar 1944 in Kladno in der damaligen Tschechoslowakei geboren. Mit fünf Jahren lernte er das Schachspiel in einem Krankenhaus, wo ein fürsorglicher Arzt mit ihm spielte. Schon bald zeigte sich sein großes Talent. Schon mit 16 Jahren wurde Vlastimil Hort 1960 erstmals für eine Schacholympiade in die Tschechoslowakische Nationalmannschaft berufen.
Foto:. H. Lindboom, W. van Rossem / ANEFO, via http://nationaalarchief.nl. Junioren-WM (U20) 1961 in Den Haag.
1965 ernannte die FIDE ihn zum Großmeister. Vlastimil Hort gehörte bald zu den besten Spielern der Welt und wurde 1970 in die Weltauswahl beim legendären Wettkampf UdSSR gegen den Rest der Welt berufen. Auf dem Gipfel seiner Karriere belegte Vlastimil Hort 1977 zusammen mit Mihail Tal und Lev Polugajevsky den 6. Platz in der Weltrangliste. Als Kandidat spielte Vlastimil Hort um die Weltmeisterschaft mit. 1977 unterlag er sehr unglücklich Boris Spassky, nachdem er bei Gleichstand in der vorletzten Partie in Gewinnstellung die Zeit überschritt. Zuvor hatte Hort dem kranken Spassky eine Auszeit gewährt, weil er nicht durch Krankheit des Gegners den Wettkampf gewinnen wollte. Im Jahr 1979 verließ Vlastimil Hort wie viele andere Spieler die Tschechoslowakei, nachdem die Staatsführung in der Folge des Prager Frühlings und des Einmarsches der Armeen des Warschauer Pakts wieder „auf Kurs“ gebracht worden war.
Vlastimil Hort in einer Karikatur. Zeichnung: Ottokar Masek
Vlastimil Hort fand in der Bundesrepublik Deutschland ein neues Zuhause. Mit seiner charmanten Art und seinem böhmischen Humor machte er sich schnell viele Freunde, ohne aber die Verbindungen in seine alte Heimat je abreißen zu lassen. Nach der politischen Wende 1990 konnte er seine früheren Freunde auch wieder persönlich sehen.
Vlastimil Hort feierte unzählige Erfolge im Schach. Sechsmal gewann er die tschechoslowakische Schachmeisterschaft, dreimal die deutschen Meisterschaften. Zwischen 1960 und 1992 nahm Hort 14 Mal an Schacholympiaden teil, elf Mal für die Tschechoslowakei, dreimal für Deutschland. Bei der Schacholympiade in Skopje 1972 gewann Hort an seinem Brett die individuelle Silbermedaille. Mit der tschechoslowakischen Mannschaft gewann er 1982 in Luzern ebenfalls die Silbermedaille. Im Laufe seiner Karriere gewann Hort über 80 Turniere.
Vlastimil Hort spielte viele Jahre in der Bundesliga für die SG Porz Mannschaftskämpfe und nahm seinen Wohnsitz in Köln. Hier war es auch nicht weit zum WDR, wo Hort zusammen mit Helmut Pfleger der ständige Kommentator bei den Schachsendungen „Schach der Großmeister“ war. Horts hintergründiger Humor mit vielen Aphorismen und lustigen Geschichten sorgte nicht nur unter den Schachfans für viele treue Zuschauer. Auch in seinen Büchern vermittele Vlastimil Hort neben seinen herausragenden Partien viele amüsante Erlebnisse und Geschichten rund ums Schach. Später zog Vlastimil Hort nach Eitorf, wo er mit seiner Frau Brigitte lebte.
Brigitte und Vlastimil Hort
In den letzten Jahren litt Vlastimil mehr und mehr unter seinem fortschreitenden Diabetes. Er konnte am Ende nicht mehr gehen, musste das Schachspielen, seine Simultanvorstellungen und seine Reisen aufgeben, die ihm immer viel Freude bereitet hatten.
Im Januar 2025 musste Vlastimil Hort Abschied von seinem guten Freund Robert Hübner nehmen. Hübner und Hort hatten viele Turniere und Mannschaftswettkämpfe gemeinsam bestritten und Hübner war regelmäßiger Gast beim Ehepaar Hort in Eitorf, weil er die Gespräche mit Brigitte und Vlastimil und Brigittes Kochkunst schätzte.
Vlastimil Hort war ein überaus freundlicher, auch spontaner Mensch, der das Schachspiel ungemein liebte. Es machte ihm Freude, in Hamburg bei ChessBase vor der Kamera Partien zu zeigen und Geschichten zu erzählen. Manchmal setzte er sich in Eitorf in die Bahn, fuhr nach Hamburg, machte Aufnahmen und fuhr am gleichen Tag zurück.
Foto: André Schulz
Oft rief er spontan an, wollte wissen, was in der Schachwelt vor sich ging. Manchmal konnte er eine Schachaufgabe, mit denen er sich gerne beschäftige, trotz langen Probierens nicht lösen. „Bittäh, kannst du das schnell in Maschinäh eingeben. Ähs sind nur fünf Steinäh…“
In den letzten Wochen verlor Vlastimil mehr und mehr Kraft und Zuversicht. Am 12. Mai 2025 schloss er für immer die Augen.
Die Idee der Lasker Puzzles ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Aufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.
1. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge?
Kann Schwarz hier noch irgendetwas unternehmen, um die weiße Festung zu knacken?
2. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Kann Weiß in dieser Stellung noch gewinnen? Falls ja, wie?
3. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Die weißen Schwerfiguren sind nah am gegnerischen König. Wie geht es weiter und was kommt raus?
4. Aufgabe: Weiß ist am Zuge.
Aus einer Partie von Magnus Carlsen mit Schwarz. Was kann Weiß hier noch erreichen?
Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.
Für das Killer-Training-Chess-Camp in Roquetas de Mar sollten wir Partien einschicken. Das Thema war nicht bekannt. Ich entschied mich für eine Begegnungen der Senioren-Europameisterschaft unter anderem mit einem anderen Camp-Teilnehmer, die uns einige Nerven kostete.
Stephen Dishman – Thorsten Cmiel 2024
Beginnen wir mit einigen Momenten der Partie. Das Thema im Camp war positionelles Schach – ich hatte eher Taktik erwartet und meine Partieauswahl daran orientiert. Sicher ein Grund weshalb die Partie nicht betrachtet wurde, denn spannend war das Geschehen in jedem Fall und einige positionelle Momente gab es ebenfalls.
Weiß hat auf f6 einen Läufer geschlagen und war immer noch in seiner Vorbereitung. Wie sollte Schwarz hier zurückschlagen?
Die Lösung findet sich in der ausführlichen Partieanalyse.
Nach jeder Partie ergeben sich immer wieder viele Fragen zur Partiefolge und bei alternativen Spielweisen. Wie ist die obige Stellung einzuschätzen? Wie sollte Schwarz hier am Zug am besten fortsetzen?
Lösung (Hier Klicken)
Nach dem richtigen positionellen Zug, die schwarze Dame sollte nach d6 ziehen, steht Schwarz bereits auf Gewinn. Das liegt an der Blockade des d-Bauern, aber vor allem an der Stärke des schwarzen c-Bauern. Wer es in Bauerneinheiten mag: Schwarz liegt trotz des Bauern weniger und der ramponierten Bauernstruktur am Königsflügel über dreieinhalb Bauern im Enginesprech vorne.
Schwarz steht vor der Frage, ob er seinen Läufer nach h7 oder g6 zurückziehen soll. Oder gibt es wegen der Folge 25.f4 f5 gar keinen Unterschied? Ich gebe zu, dass schon die Fragestellung die Beantwortung erleichtert. Aber warum?
Lösung (Hier Klicken)
Der Unterschied ist sogar extrem. Die präsentierte und gespielte Idee aus der Partie war es in der Tat 25.f4 mit f6-f5 zu beantworten. Dann macht es wirklich keinen Unterschied wohin der Läufer zieht. Aber diese Antwort war falsch. Richtig war es hier den schwarzen Läufer direkt nach h7 zu ziehen und konsequent die Umwandlung des c-Bauern zu betreiben (mit dem Turmzug nach b1 und dem Damenzug nach b8. Auf g6 würde der Läufer mit f5 bedrängt und das genügt Weiß zum Ausgleich. In der Partie kam es ohnehin anders, aber das ist kein Argument hier nicht den stärksten Zug zu spielen.
Schwarz steht vor seinem 32. Zug und die Zeit wird knapp (drei Minuten). Sollte er hier auf e2 die Türme tauschen oder wie steht es mit dem Schlagen auf f1? Ihre Entscheidung. Wie fast immer habe ich in dieser Partie falsch entschieden. Sie können das sicher besser. Die Lösung findet sich in der Partieanalyse.
Was tun?
Aus einer anderen Partie im gleichen Turnier, die es ebenfalls nicht in die Auswahl geschafft hat, hier noch ein Moment, den ich interessant fand – auch bei Berücksichtigen des Camp-Themas.
Wie sollte Weiß hier warum fortsetzen? Eine der drei Fragen, die wir im Camp ausführlich angewandt haben, hilft eine gute Antwort zu finden. Aber welche Frage ist gemeint?
Lösung (Hier Klicken)
Die Lösung ist aus meiner Sicht über einige Gedanken zu den gegnerischen Absichten zu finden. Schwarz hat die weiße Bauernstruktur etwas ramponiert und will bei Gelegenheit sogar die Läufer via a4 abtauschen und so seine Stellung entlasten. Weiß hat zwei denkbare Antworten, welche die schwarzen Absichten adressieren. Er kann entweder physisch seinen a-Bauern weiter vorziehen und den Tausch verhindern. Oder Weiß zieht seinen Turm nach d4 und bereitet gleichzeitig Turmschwenks auf der vierten Reihe vor. Das war der Partiezug.
Natürlich wollte ich hier bereits auf h6 zuschlagen, aber wie geht es nach der Annahme konkret weiter? Meine Berechnungen führten hier nicht zum Erfolg und ich schob es auf. KCT-Schüler sind hier sicher besser geschult.