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Am ersten Spieltag traf es die Laskerstiftung bei den älteren Senioren. In der Gruppe der jüngeren Senioren (50+) gaben jetzt die Favoriten aus den USA ebenfalls ihren ersten Punkt ab. Einen Achtungserfolg verzeichnete Manfred Glienke für ein Berliner Team. Er spielte gegen en ehemaligen Weltklassegroßmeister Dr. John Nunn Remis.

Von Thorsten Cmiel

Die Vereinigten Staaten sind einer der großen Favoriten bei den Jungsenioren, aber in der zweiten Runde mussten die US-Spieler mit dem Unentschieden letztlich sogar noch zufrieden sein. Nicht nur, dass Igor Novikov am dritten Brett seine Partie vorher klar gewonnene Stellung verlor. Auch Alexander Shabalov konnte mit seinem Remis letztlich mehr als zufrieden sein.


Obsivak – Shabalov 0.5 – 0.5


In dieser Stellung muss der Tscheche Josef Obsivak noch zwei Züge vor der Zeitkontrolle spielen. Danach sollten seine zwei Mehrbauern entscheiden. Beide Spieler haben noch anderthalb Minuten. Was würden sie hier spielen?


Glienke mit Achtungserfolg

Manfred Glienke ist Internationaler Meister und deutscher Meister von 1982. Er hielt in der zweiten Runde John Nunn auf Abstand und remisierte seine Partie. Der Engländer spielt mit Schwarz regelmäßig seine Eröffnungen und steht meist zu Beginn eher schlecht. Das Berliner Team „Schach-Club Kreuzberg“ verlor dennoch den Wettkampf.



Garcia Palermo führt das italienische Team

Der 71-jährige und in Argentinien (La Plata) geborene Großmeister Carlos Horacio Garcia Palermo spielt schon längere Zeit für Italien. In den 80ern bereiste Garcia Palermo zusammen mit dem Brasilianer Jaime Sunye Neto in Europa und holte sich seine Titel (IM 1981 und GM 1985). Sein Name deutet an, dass der gebürtige Argentinier wie viele seiner ehemaligen Landsleute italienische Wurzeln besitzt. Die Italiener gehören bei den Seniorenturnieren meist zum erweiterten Favoritenkreis und konnten bisher in beiden Altersklassen überzeugen. Garcia Palermo holte bisher zwei Siege.



In Runde 2 war Karneval bei den Koblenzern

Das deutsche Jungsenioren-Team „Confluentia“ verlor den Wettkampf nachdem bei Georg Seul ein größerer Unfall passierte. Die Schotten sind traditionell eines der gefährlichsten Underdog-Teams bei Senioren-Team-Events so auch in diesem Fall. Der Kampf ging mit 2.5 zu 1.5 verloren.


Georg Seul ist offenbar bestens vorbereitet angetreten zu dieser Partie. Weiß hat eindeutigen Vorteil erreicht. Der letzte Zug von Schwarz war der Versuch die Stellung geschlossen zu halten, indem er seinen f-Bauern von f7 nach f5 vorgezogen hatte. Wie sollte Weiß hier reagieren? Die Antwort findet sich in der folgenden ausführlichen Partieanalyse.


Paarungen Runde 3 (50+)

Paarungen Runde 3 (65+)

Die chinesischen Frauen treffen bei den jüngeren Senioren in der dritten Runde auf Island, sind also bisher mit zwei Siegen gestartet.

Fotos: Anezka Kruzikova (offizielle Website)

Am ersten Spieltag traf es die Laskerstiftung

In der ersten Runde des Frauen Grand Prix wurde bereits ordentlich gekämpft. Das wichtigste Ergebnis war sicherlich der Sieg von Kataryna Lagno gegen ihre Landsfrau und Favoritin Goryachkina. Ganz blöd lief es für Alexandra Kosteniuk.

Von Thorsten Cmiel

Kataryna Lagno – Aleksandra Goryachkina 1 – 0

Die Begegnungen der beiden russischen Spielerinnen, die unter neutraler Flagge antreten, sind meist hart umkämpft. In der ersten Runde hatten die beiden Spielerinnen noch gegeneinander remisiert. Diesmal fiel die Entscheidung in einem Doppelturmendspiel.


Weiß hat einen Bauern mehr, aber der Bauer e5 ist nicht einfach zu aktivieren. Die schwarze Figuren sind zudem besser koordiniert, aber es stellt sich die Frage, wie Schwarz hier fortsetzen sollte?

Bibisara Assaubaeva – Sarasadat Khademalsharieh 0.5 – 0.5

Die iranischstämmige Spanierin „Sara Khadem“ hatte in Tblissi kein gutes Turnier und war Letzte geworden. Ihr fehlte offensichtlich die Erfahrung beim Spiel mit den anderen Topspielerinnen. In dieser ersten Runde spielte Sara gegen die Kazachin Bibisara Assaubayeva, eine Mitfavortin, und die Spanierin hatte nach dreißig Zügen eine hervorragende Stellung.


Schwarz übt bereits mächtigen Druck auf das gegnerische Zentrum aus. Eine Möglichkeit besteht darin, auf f3 den Läufer zu geben und dann auf d4 Material einzusammeln. Ist das eine gute Idee? Wie sollte Schwarz fortsetzen?

Harika Dronavalli – Humpy Koneru 0 – 1

Das Duell zwischen den Inderinnen Harika und Humpy ist immer hart umkämpft. Keine Spielerin will es der Gegnerin zu einfach machen. Zunächst entwickelte sich die Partie recht ausgeglichen. Zur Zeitkontrolle änderte sich das erstmals. drei Züge später stand Koneru auf Gewinn, gab ihren Vorteil jedoch ab. Humpy erarbeitete sich eine erneute Gewinnstellung und patzte erneut in einem komplizierten Endspiel. Ihre dritte Chance nutzte sie dann jedoch.


Batkhujak Munguntuul – Alexandra Kosteniuk 1 – 0

Die selbsternannte Chess Queen Alexandra musste in der ersten Runde gegen die vermeintlich schwächste Teilnehmerin ran, die ihre beste Zeit als Spielerin schon längere Zeit hinter sich zu haben scheint. In Shymkent reichte es nur für den geteilten letzten Platz zusammen mit der deutschen Spielerin Elisabeth Pähtz. Aber sie konnte immerhin Katarina Lagno und der Deutschen durch Siege deren Turnier verderben.


In dieser Stellung folgte ein absurder Fehler der ehemaligen Frauenweltmeister Alexandra Kosteniuk, die inzwischen in der Schweiz lebt. Sie zog hier nach fast achtzehn Minuten Nachdenken ihre Dame nach e6 und nach dem Einschlag auf c7 und dem schwarzen Damenschach auf e3 kam vermutlich ihr Denkfehler heraus. Sollte der Springer auf d4 schlagen, nimmt Weiß eiskalt auf a8 den Turm weg und das Matt auf der achten Reihe verhindert, dass Schwarz die Dame schlagen kann. Danach war es natürlich aus. Die Mongolin gewann ohne größere Schwierigkeiten.

Elisabeth Pähtz – Tan Zhongyi 0.5 – 0.5

Die Partie verlief nicht sonderlich bemerkenswert. Es ist bekannt, dass die Chinesin mit Schwarz oft wenig ambitioniert ist und so kam es zu einem eher nichtssagenden Remis der beiden Spielerinnen.

Fotos: Niki Riga (FIDE Chess)

Partien unkommentiert







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Die Partien können heruntergeladen werden, indem man auf den hier rot markierten Button klickt.


In der ersten Runde des Frauen Grand

Titelfoto: Niki Riga. FIDE Chess.

Die Eröffnungszeremonie des dritten Turniers des FIDE Women’s Grand Prix 2024-25 fand einen Tag vor der ersten Runde im Salon Excelsior des Hotels Hermitage Monte-Carlo statt. Eine erstklassige Location. Mit dabei ist Elisabeth Pähtz, die allerdings nach ihrem Abschneiden in Shymkent nur noch geringe Chancen zur direkten Qualifikation für das Kandidatinnenturnier hat.

Der FIDE-Präsident Arkadij Dvorkovich hielt die Eröffnungsrede. Er geht etwas lädiert aus den Diskussionen der letzten Wochen und hat den Status eines „Hausmeisters“ meinte zuletzt ein deutscher Schachveranstalter aus Ostholstein, der erklärte, dass man seinen Investoren ein von Russen beherrschten Partner, die FIDE, nicht verkaufen könne. Wer mit wem nicht zusammen arbeiten will, ist allerdings strittig.

Gespielt wird ab Dienstag jeden Tag um 15 Uhr – nur die letzte Runde startet einen Stunde früher. Nach fünf Runden gibt es einen Ruhetag. Die Paarungen waren, wie bei diesen Turnieren zuletzt üblich, schon vorher ausgelost und so können sich die Spielerinnen gut vorbereiten. In der ersten Runde spielen die zwei Russinnen Goryachkina und Lagno sowie die zwei Inderinnen Koneru Humpy und Harika Dronavalli gegeneinander. Die Turnierseniorin Elisabeth Pähtz (40) muss gegen Tan ran, gegen die sie in Shymkent eine „Seeschlange“ verloren hat. Bei der Eröffnungsveranstaltung ist von Anspannung nichts zu erkennen. Die Spielerinnen und die Moderatorin wirkten gelöst.

Zwei von zwanzig Spielerinnen qualifizieren sich in den sechs Events direkt für das Kandidatinnenturnier im nächsten Jahr. Die besten Chancen haben die Russin Goryachkina und die Kazachin Assaubaeva. Die Polin Kashlinskaya war in Tblissi als Ersatzspielerin angetreten und hatte überraschend das Turnier gewonnen. Sie spielt aber kein weiteres Event mehr mit. Gespannt sein darf man auch auf das Abschneiden von Tan Zhongyi, die in einigen Wochen in China um die Weltmeisterschaft spielt und sich bei einem Sieg nicht qualifizieren müsste.

FIDE Women’s Grand-Prix 2024 -2025

Es gibt eine Livekommentierung mit Almira Skripchenko und als Sidekick Alojzije Jankovic. Die Partien können auf den üblichen Kanälen verfolgt werden.

Fotos: Niki Riga (FIDE Chess)


Titelfoto: Niki Riga. FIDE Chess. Die Eröffnungszeremonie des

In den meisten Begegnungen der Seniorenmannschaftsweltmeisterschaft setzten sich die Favoritenteams durch. Aber es gab bereits erste kleinere Überraschungen. Die deutschen Favoriten bei den älteren Senioren mussten bereits ihren ersten Mannschaftspunkt abgeben.

Von Thorsten Cmiel

Bei den älteren Senioren gab es vier Unentschieden. Jedes dieser Ergebnisse ist für sich genommen eine Überraschung, da die Auslosung nach Elozahldurchschnitten erfolgt. Das erstgesetzte Team spielt gegen die Nummer 28 und so weiter. Bei den Jungsenioren gab es keine Unentschieden. Dafür gewann aber das dritte englische Team gegen die Österreicher. Die Partien wurden allerdings nicht übertragen.

Lasker Schachstiftung gegen VýchodoČeši 2 – 2

Der Wettkampf des favorisierten deutschen Teams Lasker Schachstiftung gegen die auf dem Startplatz 28 angetretenen Team aus Tschechien lief nicht wie erwartet. Jakob Meister unterlief früh ein grober Fehler und das Team musste einem gefühlten Rückstand hinterher laufen. Artur Jussupow spielte eine klassische Eröffnung und gewann recht deutlich und standesgemäß.


Die Geschichte dieser Partie zwischen dem tschechischen Fide-Meister und dem deutschen Großmeister Jakob Meister ist schnell erzählt. Hier war der Deutsche dran und konnte entweder seinen Läufer nach c5 entwickeln oder trickreich seinen Springer nach f6 entwickeln, um diesen schnell nach d5 zu überführen. Schwarz sollte nach dem Springerzug bereits etwas bessere Chancen haben. Stattdessen unterlief dem Großmeister ein dicker Bock. Er zog seinen d-Bauern nach d5 und nach dem Schlagen im Vorübergehen seines Gegners nahm er zurück, um nach dem Abzug des Springers – der nahm auf e6 – einen wertvollen Bauern und die dunklen Felder zu verlieren. Davon erholte sich der Laskeraner nicht mehr.


Jungsenioren (50+)


Die Jhunjhnuwalas sind regelmäßige Gäste bei Seniorenweltmeisterschaften. Sie treten meist in voller Stärke mit fünf Brüdern an, so heißt auch ihr Team. In dieser Stellung ist eigentlich wenig los, denkt man bei oberflächlicher Betrachtung. Ramesh Jhunjhnuwala hatte am zweiten Brett gegen den US-Großmeister Alexander Shabalov bisher sehr gut mitgehalten. In dieser Stellung allerdings muss Ramesh ein nicht einfaches Problem lösen. Nimmt er auf c3, dann folgt ein Schachgebot auf der Grundreihe. Wer kann ihm helfen?


Einen Dresscode oder gar ein Jeansverbot gibt es offensichtlich bei den Senioren nicht. Das Preisgeld ist allerdings auch deutlich geringer. Hier U.S.A. 5 Brothers gegen USA (Senioren 50+).

Deutsche Frauen für England

Im jüngeren Frauenteam der Engländerinnen spielen zwei deutsche Spielerinnen mit. Die eine, Ingrid Lauterbach, ist Präsidentin des Deutschen Schachbundes und die andere ist die Ehefrau von Dr. John Nunn, Petra Fink-Nunn. Die beiden Nunn´s feierten im letzten Jahr einen runden Hochzeitstag und spielen gerne die Einzel- und Weltmeisterschaften mit. Die Engländerinnen mussten in der ersten Runde gegen die auf Rang Drei gesetzten Isländer ran. Diese treten als Team mit insgesamt fünf Großmeistern an. Petra gelang ein überzeugendes Remis ohne viele Swings, aber immer besserer Stellung für die Engländerin. Die Schlussstellung ist ausgeglichen, da Weiß im Bedarfsfalle seinen Turm nach a3 ziehen kann.


Confluentia – Caissa Poland 3 – 1

Eine deutsche Überraschungsmannschaft könnte das Team aus Koblenz sein. Vielleicht sieht man sich aber auch als reines Karnevalstruppe. Die Dame im Koblenzer Karneval heißt nämlich Confluentia. Mit dem Großmeister Klaus Bischoff, den Internationalen Meistern Klaus Jürgen Schulz, Georg Seul, dem FIDE-Meister Volker Wolf und Wolfgang Polster könnte das Team für manche Überraschung gut sein.


Runde 2: Paarungen 50+, Paarungen 65+.

Fotos: Offizielle Homepage.


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In den meisten Begegnungen der Seniorenmannschaftsweltmeisterschaft setzten

Foto: Touristeninformationen Prag.


Vom 16. bis 27. Februar 2025 findet in der tschechischen Hauptstadt Prag die Seniorenmannschafts-Weltmeisterschaft 2025 statt. Gespielt wird in getrennten Altersklassen 50+ und 65+. Frauen spielen ihre Weltmeisterinnen im gleichen Turnier aus. Favorit in der älteren Klasse ist die Lasker Schachstiftung.

Von Thorsten Cmiel


Insgesamt sind 108 Teams am Start mit 512 gemeldeten Spielerinnen und Spielern. Das Turnier wird von AVE CHESS in Zusammenarbeit mit dem tschechischen Schachverband und dem Weltschachbund (FIDE) organisiert. Gespielt wird im Hotelkomplex Olympik, der einigen Teams zudem als Unterkunft dient. Je Kategorie sollen 50 Bretter übertragen werden. Fans kommen also auf ihre Kosten. Partien werden von den üblichen Plattformen übertragen.

Das Reglement sieht eine Bedenkzeit von 90 Minuten bis zum 40. Zug plus 30 Minuten bis zum Ende der Partie vor. Vom ersten Zug an gibt es 30-Sekunden Inkrement je Zug. Die Siegerteams erhalten die Titel der Weltmeister in ihren Kategorien.


Die offizielle Homepage: FIDE World Senior Team Chess Championship 2025

Resultate finden sich bei Chess Results

Absolute Legenden sind bei der Seniorenmannschaft-Weltmeisterschaft dabei. In den vier Topteams spielen amtierende und ehemalige Seniorenschachweltmeister am Spitzenbrett, die Großmeister Knaak, Nunn, Vaisser und Jansa. Mit Artur Jussupow ist die ehemalige Nummer drei der Welt am Start für die Laskeraner. Mit Dr. John Nunn, der für England spielt, ist einer der bekanntesten Schachtheoretiker und Problemweltmeister dabei. Mit Michael Adams ist ein Jungsenior am Start, der 2023 in London ein Turnier vor dem späteren Weltmeister Gukesh gewann. Zumindest die ersten drei Plätze dürften in beiden Altersklassen stark umkämpft sein.


Offene Klasse 65+

Offene Klasse 50+


Foto: Touristeninformationen Prag. Vom 16. bis 27. Februar

Titelfoto: Stev Bonhage. Freestyle Chess.

Ist es fair oder sportlich dem Gegner zu erlauben einen Zug zurück zu nehmen? Weder…noch ist vermutlich die richtige Antwort. Aber es gibt und gab solche Momente…und ähnliche Situation. Schauen wir hin.

Von Thorsten Cmiel

Magnus Carlsen steht in der folgenden Stellung aus dem Video vor dem Gewinn seines Matches im Freestyle Event gegen Javokhir Sindarov. In der folgenden Stellung unterläuft seinem Gegner eine Art „Fingerfehler“, sein Turm landet lautlos auf f1 statt mit Schachgebot auf f2. Sindarov bemerkt seinen Fehler und korrigiert sich. Danach könnte Carlsen die gegnerische Dame auf c5 schlagen. Er entscheidet sich seinem Gegner das durchgehen zu lassen.


Carlsen akzeptiert die Korrektur seines Gegners nach einer typischen Carlsen-Grimasse und der Schiedsrichter Gerhard Bertagnolli, versucht einzugreifen, um die Spielregeln durchzusetzen. Die Situation ist gar nicht so selten, aber normalerweise versucht derjenige, der den Regelverstoß begeht, der also eine losgelassene Figur auf ein anderes Feld zieht, sich zu rechtfertigen oder das Geschehen umzudeuten. Eine losgelassene Figur darf nur dann gezogen oder zurück gestellt werden, wenn der Turmzug illegal wäre, also weil der Spieler beispielsweise ein Schachgebot des Gegners ignoriert hat. Das ist hier eindeutig nicht der Fall.

Der Schiedsrichter gerät hier in eine unangenehme Situation. Seine Aufgabe ist es einzugreifen und die Regeln durchzusetzen. Neuerdings gibt es aber die Tendenz, dass Magnus Carlsen macht was er will. Hier handelt es sich zudem um ein Showevent. Bertagnolli fügt sich letztlich und das halte ich für akzeptabel an dieser Stelle. Schadet die Entscheidung doch keinem anderen Spieler, da es sich um die letzte Partie handelt, Carlsen ohnehin gewinnt – Remis würde reichen und auch kein Preisgeld würde anders verteilt. Für diejenigen aber, welche Carlsen für besonders sportlich oder fair halten sei ein leicht verändertes Szenario erläutert: Angenommen in einem Turnier nach Schweizer System passiert diese Situation und der Schiedsrichter lässt den Spielern ihren Willen. Die Partie endet anders und dadurch werden Auslosung und Preisverteilungen verändert, dann ist das ganze Szenario nicht tolerabel.

Aber es sei erwähnt, dass gerade erfahrene Spieler bei ihren Partien mit weniger erfahrenen Spielern diese in Blitzpartien schon einmal ein Auge zudrücken und schwächeren Spielern die Rücknahme eines solchen Zuges durchgehen lassen. Es sollte nach purer Regelauslegung nicht so sein, passiert aber in jedem Schachverein an jedem Spielabend mehrfach. Das wissen freilich die Spieler der Generation Online nicht.

Touch Move – der falsche Take

In der folgenden Situation aus dem Jahr 2010 sehen wir einen jungen Magnus Carlsen, wie er gerade noch die Kurve bekommt. Angesichts laufender Kameras besinnt sich Carlsen die Regeln zu respektieren. Der Fall ist ähnlich gelagert. Carlsen bemerkt sein Missgeschick auf der Diagonalen (g1 -a7) und will sich korrigieren, sein Gegner fand das sicher gar nicht witzig. Aber es geht in den folgenden Fällen nicht um die Regel „Berührt – geführt“, wie es in den Beschreibungen der Videos manchmal heißt, also den Grundsatz eine zum Zwecke des Zuges angefasste Figur tatsächlich zu ziehen. Auch handelt es sich weder bei dem Turmzug nach f1 im ersten Beispiel noch hier um einen illegalen, sondern um einen besonders schlechten Zug. Es geht in den folgenden Fällen darum, dass ein Spieler eine vorher losgelassene Figur nicht auf ein anderes Feld ziehen darf.

Die Garry Kasparow Cases

Touch Move – der richtige Take

In dem folgenden Beispiel kommt es zu einer Art Unfall der besonderen Art. Die Armenier gewannen n Chennai 2022 später die Silbermedaille und die USA gingen leer aus. Sam Shankland berührt den König und will ihn auf die zweite Reihe ziehen. Dann bemerkt er, dass sein Gegner gar kein Schach gegeben hat. Der US-Amerikaner muss seinen König ziehen und verliert daher die Partie. Hier geht es nicht darum, dass der Spieler seinen schlechten Zug korrigiert, sondern darum, dass er seinen König angefasst hat, um ihn zu ziehen. Berührt – geführt.

Titelfoto: Stev Bonhage. Freestyle Chess. Ist es fair

Von Thorsten Cmiel

Die Idee der Lasker Puzzles ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Aufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.


1. Aufgabe: Kann Weiß am Zuge gewinnen?

Bauernendspiele sind oft schwieriger als man denkt und manchmal muss man die relevanten Varianten zuerst durchrechnen, um die Lösung zu finden.


2. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge. Was ist das richtige Ergebnis?

Bleiben wir für den Augenblick beim Thema. Dieses Beispiel ist von Chapais. Was sind die Vorteile beider Seiten und was ist wichtiger?


3. Aufgabe: Weiß ist am Zuge. Kann er sich noch verteidigen?

Hier ist etwas mehr los. Weiß sieht sich mit zwei massiven Drohungen auf der h-Linie konfrontiert und verteidigt sich jetzt wie? Der Vorteil hier ist, dass man durch die Aufgabenstellung eine Art Hinweis hat, dass es eine Chance geben könnte. Das hat man an Sonntagen in Mannschaftskämpfen leider nicht und so muss man manchmal im sprichwörtlichen Trüben fischen, um sich noch etwas am Leben zu halten.


4. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge. Was soll er tun?

Die vermutlich einfachste Aufgabe am Schluss. Didaktisch ist das vermutlich nicht die beste Methode, aber mit einem Lächeln aufzuhören kann nicht schaden. Diese Aufgabe ist wie die zuvor ein Internetfund.

Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.


Von Thorsten Cmiel Die Idee der Lasker Puzzles

Titelfoto: Dariusz Gorzinski

Es gibt Züge in Schachpartien, die zu entdecken und vor allem sie zu spielen macht Spaß. Ein solcher Moment war in der Partie von Alireza Firouzja und Nodirbek Abdusattorov möglich. In dem Fall zog der Franzose in hoher Zeitnot anders und Nodirbek gewann sogar noch, nachdem er lange Zeit vorher auf Verlust gestanden hatte.

Von Thorsten Cmiel

Der hier gesuchte Zug ist aus der Kategorie „Simply the Best“.


Nodirbek hatte zuletzt seine Dame von g6 nach g5 gezogen und damit zwar den Turm auf f7 ungedeckt stehen lassen. Gleichzeitig hatte der Usbeke eine eigene Drohung aufgestellt und zwar den Bauern d2 mit Schachgebot zu schlagen. Beide Spieler verfügten nicht mehr über sehr viel restliche Bedenkzeit. Wer etwas systematisches Schachtraining erlebt hat in seiner schachlichen Entwicklung, der wird von Trainern auf das Vorhandensein von Kandidatenzügen aufmerksam gemacht. Folgen wir diesem Gedanken und machen wir uns systematisch auf die Suche.

Typische Züge sind hier Deckungszüge des Bauern d2. Dazu ist beispielsweise der Königszug nach c1 geeignet, ein Zug des Turmes nach e2 oder nach d1. Diese Antworten auf die Drohung sind allerdings sehr passiv gedacht. Solche Züge sollte man in Situationen, in denen der Gegner die Initiative zu erobern droht, also das Heft des Handelns zu übernehmen droht, möglichst vermeiden und stattdessen eine aktivere Antwort suchen. Das passiert durch das Aufstellen einer eigenen Drohung. Eine Möglichkeit besteht im Schlagen des Turmes auf f7 und ignorieren der schwarzen Drohung. Weiß könnte auch mit seinem Turm nach e8 ziehen und ein Matt auf a8 drohen.


Beginnen wir mit dem Aufstellen einer direkten Gegendrohung. Auch das lernt man im systematischen Schachtraining. Das gewährleistet der siebenunddreißigste Zug des Weißen, der seinen Turm nach e8 stellt und ein Matt auf a8 droht. Dieser Zug wirkt bedrohlich, aber was passiert eigentlich nach dem Schlagen des Bauern auf d2 mit Schachgebot auf d2? Hier gilt es eine kurze Variante zu berechnen.

Nach den Zügen 37.Te8 Dxd2+ 38.Ka3 Dc1+ 39.Ka4 Da1+ 40.Kb5 Sxd5 verstellt der weiße König der weißen Dame den Weg und Schwarz wehrt die Mattdrohung ab. Wer noch etwas genauer hinschaut, der findet heraus, dass nach 41.cxd5 Tc7 – verhindert den weiteren Königsmarsch nach c6 – der schwarze König sicherer steht als der seines Gegners. Weiß stünde hier sogar auf Verlust, aber das war gar nicht gefragt.

Dieser erste Versuch auf Gegenangriff zu setzen scheint nutzlos, ist es aber nicht. Im Gegenteil. Der Zug hilft uns auf der Suche nach der richtigen Idee. Weiß könnte jetzt seine Bemühungen bei der Suche nach einer aktiven Antwort einstellen und einen der erwähnten passiven Züge spielen. Also beispielsweise mit seinem König nach c1 ziehen. Das Problem wäre dann jedoch, dass der Schwarzspieler mit seinem Turm nach f2 zieht und die Drohung auf d2 zu schlagen erneuert. Schwarz übernimmt einfach die Initiative. Das ist ärgerlich für den Weißen. Durch den Zwischenzug mit der Dame von g6 nach g5 hätte er dann erreicht, dass sein Gegner kein Turmschach auf e7 geben kann. Diese Antwort wäre nach sofortigem Turmzug nach f2 eine Option für Weiß gewesen.


Aus den bisherigen Betrachtungen haben wir die Nachteile von einem passiven Zug, dem Decken des Bauern d2 mit dem König erarbeitet. Wir wissen auch, warum der Usbeke nicht zunächst seinen Turm aktiviert hat (36…Tf2). Der Zug des Turmes nach d1 ist natürlich ebenfalls kein empfehlenswerter Kandidat. In der Partie spielte Alireza aktiver, indem er seinen Turm nach e2 zog, so den Bauern auf d2 deckte und das Eindringen des gegnerischen Turmes nach f2 verhinderte. Was ist davon zu halten?


Ist die Ursprungsstellung also ausgeglichen?

Bisher haben wir keine zufriedenstellende Lösung in dieser Stellung gefunden. Passive Verteidigungen funktionierten nicht wirklich, um Vorteil nachzuweisen. Der Gegenangriff mit dem Turmzug nach e8 scheiterte ebenfalls. Die ursprünglichen Kandidaten beinhalteten ebenfalls keine Offenbarung. Das direkte Schlagen auf f7 war abwegig und führt sicherlich nicht zu weißem Vorteil. Sollte Weiß also kleinere Brötchen backen und sich mit Ausgleich zufrieden geben? Haben wir wirklich schon alle Möglichkeiten geprüft?

Wenn jemand so plump fragt, dann ist die Antwort bekanntlich: Nein. Wer hat noch eine Idee und wie findet man überhaupt noch Ideen nachdem wir die Kandidaten durchgegangen sind? Die Antwort ist Denkdisziplin und Erfahrung. Wer noch keine neue Idee hat, der sollte mit dem Nachschauen der Lösung noch etwas warten und weiter nach der Lösung suchen. Das bringt mehr.

Der Lösungszug zieht dem Schachgebot der Dame auf d2 den sprichwörtlichen Zahn. Der Kampf dreht sich um die Frage, wer die Initiative behält.


Der Swing

Diese Grafik stammt von Mehmet Ismail, der die Partien in Spitzenturnieren regelmäßig einer genauen Analyse unterzieht. Der angegebene Zahlenwert für verpasste Punkte hat folgende Logik: Ein Zahlenwert von 0.5 Punkten symbolisiert eine Situation in der ein Spieler eine Gewinnstellung in eine ausgeglichene Stellung verdirbt. Mit seinem nächsten Zug verdarb Alireza Firouzja seine Stellung komplett. Ein Zahlenwert von 1.0 – mit 0.98 sind wir nah dran – bedeutet entsprechend, dass ein Spieler mit seinem Zug eine Gewinnstellung in eine Verluststellung verwandelt hat. Alireza war in hochgradiger Zeitnot und zog mit verbliebenen 31 Sekunden auf der Uhr nach 18 Sekunden. Wer kritisiert, dass Alireza den Zug nicht gefunden hat, sollte nachweisen, dass er diesen Zug überhaupt findet.


Übung

Schwarz muss hier seinen vierzigsten Zug ausführen. Wer die Aufgabe vorher durchgearbeitet hat, der findet eine schicke Idee für den nächsten Zug auch hier und zwar schneller. Diese Aufgabe ist insofern weniger lehrreich, da es noch andere Gewinnzüge für den Schwarzspieler gab. Allerdings waren die weniger elegant.

Ich erinnere mich noch sehr genau an den Moment als ich diesen Zug fand. Es war sehr zufriedenstellend in manche zunächst ungläubige Gesichter von Zuschauern zu sehen. Einige blieben etwas länger stehen und gingen mit einem Lächeln.


Titelfoto: Dariusz Gorzinski Es gibt Züge in Schachpartien,

Von Thorsten Cmiel

Die Idee der Lasker Puzzles ist es, einmal in der Woche, in der Regel an Sonntagen, einige wenige Aufgaben unterschiedlicher Art an alle Interessierten des Vereins Lasker Köln zu verschicken. Es wird Taktikaufgaben und immer wieder auch mal Fragen zum Endspiel geben. Der Schwierigkeitsgrad wird unterschiedlich sein, damit für Spieler jeder Mannschaft und Spielstärke etwas dabei ist. Die Lösungen gibt es zwei Tage später. Los geht’s.


1. Aufgabe: Kann Weiß am Zuge gewinnen?


2. Aufgabe: Weiß ist am Zuge. Was ist das richtige Ergebnis?


3. Aufgabe: Schwarz ist am Zuge. Hat er Chancen auf Remis?


4. Aufgabe: Weiß ist am Zuge. Wie ist das Qualitätsopfer auf h6 einzuschätzen?

Wer Spaß am Lösen von Schachaufgaben hat, der wird ab 2025 hier in der Schachakademie immer wieder fündig werden. Für den Anfang findet ihr unter den Links weitere Aufgaben und einige Hinweise darauf wie schwer Schachaufgaben sein sollten.


Von Thorsten Cmiel Die Idee der Lasker Puzzles

Lange hatte es gedauert das Match zu terminieren. Jetzt wurde bekannt, dass der WM-Titel im April ausgespielt wird. Gespielt wird in China. Für beide Spielerinnen sind Heimspiele geplant.

Der Weltschachbund FIDE hat die endgültigen Daten für den Wettkampf zwischen der Titelverteidigerin Ju Wenjun und ihrer Vorgängerin Tan Zhongyi bekannt gegeben. Tan hatte das Kandidatenturniers in Toronto gewonnen. Gespielt werden zwölf Partien vom 1. bis zum 23. April an zwei Orten in China. Der Preisfonds beträgt 500.000 US-Dollar.

Um ihren Titel geht es

In der Pressemeldung der FIDE heißt es zu den Spielorten:

Shanghai, die Heimatstadt von Ju Wenjun, ist ein globales Finanzzentrum mit einer reichen Geschichte als Gastgeber internationaler Schachveranstaltungen. Die Stadt rühmt sich mehrerer aktiver Schachklubs, einschließlich Chess in Shanghai, das wöchentliche Turniere organisiert und ein Eckpfeiler für Schachspieler in der Gegend ist. Die Shanghai Chess League trägt ebenfalls zur lebendigen Schachszene der Stadt bei, indem sie regelmäßig Wettkämpfe veranstaltet. Shanghai bietet einen idealen Rahmen für den Beginn der Meisterschaft und wird die ersten 6 Partien des Matches ausrichten.

Chongqing, die Heimatstadt von Tan Zhongyi, bietet einen kontrastreichen und doch komplementären Hintergrund zu Shanghai. Die Stadt ist für ihren Beitrag zur Schachgemeinschaft bekannt und hat bereits bedeutende Turniere wie das FIDE-Kandidatenfinale der Frauen 2023 ausgerichtet. Chongqing ist ein wichtiges Zentrum für Schach in China, mit zahlreichen Klubs und Akademien, die Talente fördern und das Spiel voranbringen. Dies macht es zu einem passenden Austragungsort für den Abschluss der Meisterschaft, um die wachsende Bedeutung der Stadt in der Schachwelt zu feiern.

Die FIDE-Schachweltmeisterschaft der Frauen 2025 verspricht nicht nur einen spannenden Wettkampf zwischen zwei der besten Schachspielerinnen der Welt, sondern dient auch als Feier des reichen kulturellen Erbes des Schachs in China. Fans auf der ganzen Welt erwarten diesen Kampf der Titanen mit Spannung und freuen sich auf Partien, die noch in vielen Jahren analysiert werden und in Erinnerung bleiben werden.


Lange hatte es gedauert das Match zu