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Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess)

Nach dem Ruhetag ist selbige schnell vorbei. Für die größte Bestürzung sorgte der grobe Fehler von Gukesh gegen Nodirbek Abdusattorov, der inzwischen die Führung übernommen hat. In überzeugender Manier gewann Vincent Keymer gegen Hans Niemann und bleibt vorne dran. Seinen ersten vollen Punkt sicherte sich der 14-jährige Türke Yağız Kaan Erdoğmuş.

Von Thorsten Cmiel

Die recht groben Fehler im Masters bleiben den Zuschauern erhalten. Es scheint jeden Spieler mal zu treffen. Diesmal war der indische Weltmeister Gukesh dran – ausgerechnet erneut gegen seinen Angstgegner Nodirbek Abdusattorov. Die beiden hatten 2022 in Chennai die entscheidende Partie um die Goldmedaille gespielt und Gukesh hatte eine vorteilhafte Stellung verspielt und am Ende sogar noch verloren. Vincent Keymer zeigte erneut eine hervorragende Leistung und Hans Niemann zeigte diesmal ernsthafte positionelle Schwächen. Er war zumindest an diesem Tag nicht in der Lage das Manövrierspiel des Deutschen mitzuhalten.

Vincent der Dominator

Hans lehnte im frühen Mittelspiel eine Art stilles Remis-Angebot von Vincent ab. Warum eigentlich? Berechtigte Frage, denn Hans war dem Deutschen positionell hoffnungslos unterlegen.


Hier rückte Hans Niemann mit Weiß seines d-Bauern ein Feld vor. Was ist davon zu halten?


Hier attackierte Hans mit seinem f-Bauern, den er zwei Felder vorrückte. Was ist davon zu halten?


In diesem Moment fand der deutsche Großmeister mit Schwarz ein sehr gutes Manöver. Vorschläge?


Weltmeisterliche Schachblindheit

Es ist weitgehend unergründet warum grobe Fehler und Aussetzer wie derjenige von Gukesh in der sechsten Runde passieren. Manchmal ist man schon einen Zug weiter und vergisst den davor auszuführen. Oder man hat eine Art Knoten in einfachsten Berechnungen. Es gibt einfach keine Erklärungen für solche Situationen, die offensichtlich nicht nur sterbliche Schachspieler, sondern auch Top-Spieler gelegentlich ereilen. Darf nicht passieren ist leichter gesagt als in der Praxis umgesetzt. Da können Coaches dutzendmal Blunder-Checks der Spieler anmahnen.


In dieser Stellung zog der indische Weltmeister Gukesh seinen Turm von g6 nach g5 und gab nach dem offensichtlichen nächsten Zug seines Gegners auf. Schachblindheit kommt immer wieder vor und jeder Turnierspieler kennt solche Momente aus eigener Erfahrung. Brutal. Nodirbek zeigte später im offiziellen Interview mit Fiona Stein-Antoni Mitgefühl mit seinem Gegner.


Yağız Kaan Erdoğmuş punktet voll

Am Spieltag zuvor hatte der junge Türke noch nach hartem Kampf hinter sich greifen müssen. Diesmal lief es anders und der Junge aus der Millionenstadt Bursa, der bisher in Wijk eine solide Vorstellung auf der großen Bühne gibt.


Hier war Yagis Kaan mit weiß am Zuge und fand einen überzeugenden Zug, der ihm die Initiative sicherte. Was hat er gespielt?


Sollte Schwarz hier auf a3 den Bauern schlagen? Was könnte der Nachteil sein?


Weiß ist am Zuge. Welcher Zug ist ihm zu empfehlen?


Remis-Partien

Erneut gab es vier Unentschieden, die aber völlig unterschiedliche Spannungsverläufe aufwiesen. Lange Zeit sah es so aus als würden an diesem Spieltag die beiden Kandidaten Sindarov und Blübaum ihre Partien gewinnen können. Die beiden anderen Kandidaten vom Tabellenende, der Niederländer Giri und der Inder Praggnanandhaa, hatten keine Chancen in dieser sechsten Runde und spielten ebenfalls Remis. Pragg spielte eine Seeschlange mit 123 Zügen. Er verteidigte ein Turmendspiel mit einem Bauern weniger ohne größere Probleme gegen Vladimir Fedoseev. Das Freizeitangebot in Wijk und zudem während eines Schachturniers ist ohnehin nicht groß und erinnert an ein legendäres Interview bei dem der indische Großmeister Adibhan auf die Frage antwortete, ob er alle Verwicklungen in seiner komplexen Partie berechnet habe. Adhiban entlarvend ehrlich: „Ich hatte nichts anderes zu tun.“

Matthias mit vielen Chancen

Manche Kommentatoren bezeichnen den Inder Arjun Erigaisi als verrückt angesichts seiner vergleichsweise großen Risiken, die er in der Eröffnung bereits eingeht. So war es auch in dieser Partie. Dabei sollte man beachten, dass es Erigaisi war, der ausgangs der Eröffnung ganz ordentlich stand. Später wurde es allerdings lange Zeit eine einseitige Paarung. Matthias Blübaum gelang es allerdings nicht seine teilweise ordentlichen Vorteile zu verwerten. Für Matthias und sein Team dürfte das eine wichtige Partie gewesen sein. Gleichzeitig gibt die zweite Partie im Königsinder Anhaltspunkte für die eigene Spielweise auf Zypern.


Wie sollte Matthias mit Schwarz auf den Angriff gegen den eigenen g-Bauern am besten reagieren? Dieser Moment stammt aus einer kurzen Phase in der dem Deutschen die Partie etwas entglitten ist.


Das ist eine typische Stellung für den gefährlichen Spielstil von Arjun Erigaisi. Matthias Blübaum hat genau einen Zug, der nicht verliert, sondern ihm sogar weiterhin Vorteil sichert.


Entstanden ist eine komplexe Stellung. Weiß hat den gegnerischen Damenflügel unter Kontrolle und ist eindeutig vorzuziehen. Aber wie groß ist der Vorteil wirklich? Wie sollte Matthias Blübaum hier mit den weißen Steinen fortsetzen?


Remis mit Spannung pur

Beide Spieler operierten in dieser Partie teilweise am offenen Herzen. Vor allem der usbekische Kandidat konnte mehr erreichen als eine Punkteteilung. Kurz vor der Zeitkontrolle wurde es richtig kompliziert und beide Spieler blickten nicht mehr vollkommen durch.


Zuletzt hatte Sindarov auf den d5 einen Bauern geschlagen. Wie sollte der Inder hier mit Weiß reagieren?


Javokhir Sindarov muss seinen Kontrollzug (40.) ausführen. Was soll er spielen?

Zwei Kandidaten ohne Sieg – bisher

Anish Giri und Pragg spielen nicht einmal mit in diesem Turnier. Das muss nichts bedeuten für das Kandidatenturnier in zwei Monaten, aber das Tanken von Selbstbewusstsein durch ein gutes Abschneiden käme den Spielern und ihren Teams sicher auch gelegen.




Tabellen mit Einzelergebnissen

Tabellen erstellt mit Chessbase.

Offizielle Homepage.

Ergebnisse bei Chess Results.

Fotos: Lennart Ootes (Tata Steel Chess).


Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess) Nach dem

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess)

Vladimir Fedoseev gewinnt nach einer kreativen Angriffsleistung gegen den Inder Arjun Erigaisi und geht mit Plus in den Ruhetag. Weltmeister Gukesh kam zu seinem ersten vollen Punkt und Vincent Keymer ist zurück im Geschäft. Im Challenger-Turnier dominiert Jugend über Erfahrung.

Von Thorsten Cmiel

Vincent Keymer steigt wieder ins Turnier ein. Sein Sieg gegen den Inder Aravindh erfolgte im besten Keymer-Stil und lässt ihn mit einem 50-Prozent-Score sicherlich etwas entspannter den Ruhetag zum Krafttanken nutzen. Arjun Erigaisi setzt seine Enttäuschungen fort. Nach der Eröffnung sah er früh wie der sichere Sieger aus. Einige belanglose eigene Züge beförderten das Comeback des Gegners. Später dann gab es eine unwirkliche Situation zu lösen und der Inder scheiterte. Die Begegnung der zwei Führenden zwischen Nodirbek Abdusattorov und Hans Niemann endete nach friedlichem Verlauf genau so. Aus deutscher Perspektive ist anzumerken, dass Matthias Blübaum nach seiner krachenden Niederlage am Vortag ein sicheres Remis einfahren konnte. Die Partie der beiden Kandidaten endete ebenfalls friedlich. In der Partie von Javokhir Sindarov gegen den jungen Türken Yağız Kaan Erdoğmuş entschied scheinbar ein recht grobes Versehen zugunsten des Usbeken. Die Partie bekam allerdings noch einen weiteren Schlenker nachdem der Usbeke seinen Vorteil zunächst verspielte. Im Turmendspiel scheiterte Yağız Kaan vermutlich an der geringen Restbedenkzeit. Seinen ersten Sieg verzeichnete Weltmeister Gukesh nach starker Leistung mit den schwarzen Steinen.

Es macht aus meiner Sicht keinen Sinn nach jeder Runde auf den Tabellenstand eines Turniers zu schauen. Aber nach fünf von 13 Runden und vor einem anstehenden Ruhetag kann man eine erste kurze Bilanz ziehen. Zumindest ist jetzt klar wer einen Fehlstart hingelegt hat und insofern mit dem bisherigen Verlauf unzufrieden sein dürfte und beim wem es bisher läuft. Tabellen erstellt mit Chessbase 2026.

Zwischenstand Masters

Zwischenstand Challengers

Die größte Überraschung im Masters dürfte sein, dass mit Praggnandhaa und Giri zwei Kandidaten hinten im Feld zu finden sind. Die beiden deutschen Spieler sind mit 50 Prozent im Mittelfeld zu finden. Zwei Siege in zwei Tagen spülen Sindarov als zweiten Usbeken an die Spitze des Feldes. Nur der US-Amerikaner Hans Niemann kann bisher mithalten. Im Challengers-Turnier liegen die jungen Wilden vorne. Sehr gut halten sich Carissa Yip und die Kandidatin Bibisara Assaubaeva. Nach ihrem schwachen Start zu Beginn liegen die Niederländer weiter hinten. Nach drei Niederlagen in Folge liegt ausgerechnet der Turnierfavorit Velimir Ivic auf einem geteilten letzten Platz.

Partie und Zug des Tages

Die Begegnung zwischen Vladimir Fedoseev und Arjun Erigaisi war in gewisser Weise die aufregendste Begegnung des Tages. Zunächst sah alles nach einem erneuten Sieg für den Inder aus, der früh einen Bauern gewann, dann allerdings etwas uninspiriert agierte. Vladimir nutzte im Mittelspiel eine Unaufmerksamkeit des Gegners zunächst um auszugleichen und dann kam es noch schlimmer für Arjun.


Arjun hatte aus der Eröffnung heraus im frühen Mittelspiel gute Chancen. Hier stellt sich die Frage, wie sollte der Inder hier am besten fortsetzen?


Arjun verbleibt mit einem Mehrbauern. Seine Dame steht etwas exponiert. Es ergibt also Sinn die Dame wegzuziehen. Aber welche Feld bietet sich an?


Hier ist zunächst Schwarz am Zuge. Zu entdecken gilt es einen sehr starken Zug, den Fedossev nach der Partie für sich adelte.


Einen Halbzug später ist diesmal der Inder mit den weißen Steinen dran. Ab hier sind Rechenkünste gefragt. Zunächst sollte der Weiße das Schlagen des Turms auf c3 bewerten und dann eine Einschätzung wagen. Falls das Ergebnis nicht überzeugt, wird man eine Alternative für Weiß finden müssen.


Keymer mit Comeback

Eine gute Partie gelang Vincent Keymer gegen den Inder Aravindh. Der spielte ein aggressives Bauernopfer und war zumindest zeitlich deutlich besser aus den Startböcken gekommen. Vincent versuchte erst gar nicht die Eröffnungsvariante seines Gegners zu widerlegen. Der Inder fand im frühen Mittelspiel nicht die beste Fortsetzung und baute einen recht deutlichen Fehler ein, der es dem Deutschen ermöglichte, sein Zentrum endgültig zu stabilisieren. Einen weiteren schwächenden Zug später war es ganz aus.


Die Eröffnungsphase ist vorbei und Vincents König steht noch in der Mitte. auf der anderen Seite hat der Deutschen einen Mehrbauern. Welcher starke weiße Zug ist ihm vermutlich nicht schwergefallen?


Mit seinem letzten Zug hatte Aravindh auf g5 einen Springer geschlagen. Vincent kann jetzt das Material mitnehmen oder auf e3 den Läufer mitnehmen. Was ist ihre Empfehlung?


Nach welchem schicken Schlusszug von Vincent gab der Inder Aravindh auf?


Gukesh legt los

In der ersten Runde hatte Gukesh den Gewinn verspielt, aber in allen Partien danach solide Leistungen gegen seine Landleute gezeigt. Diesmal klappte der Gewinn nach einer erneut soliden Partie mit den schwarzen Steinen.


Sindarov mit Verwertungsschwächen gegen Erdoğmuş

Der usbekische Kandidat Javokhir Sindarov konnte nach einem groben Versehen des Türken gleich zweimal den sprichwörtlichen Sack zumachen. In beiden Fällen verspielte er seinen Vorteil wieder. Dabei dürfte sein deutscher Trainer besonders aufmerksam den Zeitverbrauch seines Schützlings beobachtet haben. Letztlich gewann Sindarov die Partie im Turmendspiel mit Hilfe seines Gegners doch noch. Damit rückt Sindarov zu Hans Niemann und Nodirbek Abdusattorov auf.


Wie sollte der junge Türke hier im 32. Zug mit Schwarz fortsetzen?



Erneut ist hier Yagiz Kaan am Zuge. Das Turmendspiel bietet gute Remischancen, da der verteidigende Turm den a-Bauern von hinten attackieren kann. Was sollte der 14-jährige Türke tun und wie sollte er seine Verteidigung organisieren?



Spitzenreiter verstecken sich

Die Partie von Hans Niemann und Nodirbek Abdusattorov endete recht leistungsgerecht Unentschieden. Lediglich der US-Amerikaner konnte während der Partie phasenweise etwas Druck aufbauen, konnte aber in keiner Phase seine angesammelten Vorteile weiter verdichten.


Ausgeglichenes Kandidaten-Duell

Praggnanandhaa und Anish Giri sind beide sicherlich mit ihrem bisherigen Abschneiden unzufrieden. Insofern konnte man zwei eher friedlich eingestellte Spieler erwarten, die ihre Probleme vor dem Kandidatenturnier nicht noch weiter verschärfen wollten. Spät in der Partie kam es dann zu einer Situation, die im Team Pragg kurzzeitig Panik ausgelöst haben dürfte.


Praggnanandhaa hatte zuletzt seine Dame von e3 nach d4 gezogen, statt auf c5 zu tauschen. Das war eigentlich ein riskantes Unterfangen und der virtuelle Helfer reklamiert Vorteil für Giri nach Schlagen auf a3. Die Niederländer war aber schon mit den Gedanken im Ruhetag und tauschte die Damen auf d4. Kurze Zeit später endete die Partie unentschieden. Glück diesmal nicht für Giri.


Matthias Blübaum konsolidiert


Paarungen der Kandidaten

Anish GiriPraggnanandhaaSindarovBluebaum
Anish GiriXRemisRemisRunde 10
PraggnanandhaaRemisXRunde 12Runde 7
SindarovRemisRunde 12XNiederlage
BluebaumRunde 10Runde 7SiegX

Ergebnisse Masters

Ergebnisse Challengers

Elines Angriffspartie

Nach schwierigem Start (0 aus 4) zeigte Elise Roebers ihre wirkliche Spielstärke. Es ist immer erfreulich Spieler nach einem wichtigen Sieg zu sehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Niederländerin jetzt ins Turnier findet und ihren Gegnern zumindest etwas entgegensetzen kann.


Offizielle Homepage.

Ergebnisse bei Chess Results.

Fotos: Lennart Ootes (Tata Steel Chess).


Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess) Vladimir Fedoseev

Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai.

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.


Beginnen wir mit einer einfachen Aufgabe. Schwarz am Zuge gewinnt.


Weiß ist hier am Zuge und gewinnt wie am einfachsten?


Weiß muss sich zweier gegnerischer Freibauern erwehren. Wie stellt er es am besten an?


Oldie but Goldie. Aus dem frühen Schaffenswerk von Gary Kasparow. 1981 gab es eine Team-Weltmeisterschaft, die es inzwischen nicht mehr gibt trotz über 150 Weltmeisterschaften.

In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.

Hinweis

Die Partien können heruntergeladen werden, indem man auf den Downloadbutton unter Diagrammen klickt.


Mehr Lasker-Aufgaben

Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai. Der

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess)

Im Duell der Kandidaten gewannen der Usbeke Javokhir Sindarov gegen Matthias Blübaum mit einem taktischen Ausrufezeichen. Nodirbek Abdusattorov punktete gegen Thai Dai Van Nguyen und ser US-Amerikaner Hans Niemann zeigt sich bisher in guter Form. Im Challengers-Turnier gab es erneut sechs entschiedene Partien. Dort führt der Aseri Aydin Suleymanli mit 3.5 Punkten.

Von Thorsten Cmiel

Herausragend war der Sieg von Hans Niemann gegen den Inder Aravindh Chitambaram aus Chennai. Die Partie könnte als Musterpartie beim Ausnutzen gegnerischer Ungenauigkeiten herangezogen werden. Die anderen entschiedenen Partien steuerten diesmal die zwei Usbeken bei. Nodirbek Abdussattorov hatte lediglich eine kurze Schwächephase gezeigt, aber ansonsten eine starke Leistung gezeigt. Matthias Blübaum reihte sich in die teilweise absurd erscheinenden Niederlagen im Masters 2026 ein. Tragisch war wieder mal der Verlauf in der Partie von Arjun Erigaisi, der Anish Giri bereits am Haken hatte, aber dann im Endspiel einen kurzen Moment unaufmerksam war. Die Begegnung von Pragg und Gukesh hielt diesmal nicht was man sich von der Chennai-Stadtmeisterschaft versprechen konnte und endete im Dauerschach. Vincent Keymer konsolidierte mit seiner Schwarzpartie.

Deutscher Kandidat mit taktischer Schwäche

Nur einen Tag lang konnte Matthias Blübaum seine Position vorne im Feld genießen. In der vierten Runde gelang es ihm zunächst eine hoffnungsvolle Stellung aufzubauen. Dann traf der Deutsche, mit ordentlichem Zeitvorteil ausgestattet, mit etwas zeitlichem Abstand zwei schlechte Entscheidungen und verlor ausgerechnet gegen einen anderen Kandidaten, Javokhir Sindarov. Taktische Schwächen sind leider bei den deutschen Großmeistern keine Seltenheit und so kam es als Folge zur ersten und unnötigen Niederlage von Matthias Blübaum.


Hier kann Matthias Blübaum auf a4 einen Bauern schnappen. Aber ist ihm das zu empfehlen? Falls es nicht der Bauer sein soll, was dann?


Es sieht nach baldigem Dauerschach auf h3 und g3 aus. Mit seinem Turmzug nach e6 hat der Usbeke Sindarov die gegnerische Dame auf d6 attackiert. Wie sollte Matthias Blühbaum reagieren und vor allem wie nicht?


Sollte der Usbeke hier das Dauerschach auf den Feldern g3 und h3 geben, oder gibt es einen letzten Versuch doch noch etwas mehr zu erreichen?

Hans im Spielrausch

Großes Kino: Hans Niemann spielte mit Schwarz und vertauschten Farben einen Maroczy-Aufbau gegen den „Drachen“ des Gegners. Es ist immer wieder erstaunlich wie wenig positiv sich der Anzugsvorteil hier für Weiß auswirkt. Hans übernahm früh die Kontrolle und erlaubte seinem Gegner an keiner Stelle Hoffnung auf einen halben Punkt zu entwickeln.


In dieser bekannten, aber heutzutage eher selten gespielten Eröffnung hatte der Inder zuletzt seinen a-Bauern gezogen. Was ist seine Idee und worauf sollte Hans Niemann hier achten?


Nodirbek Abdussattorov in guter Frühform

Die entstandene Bauernstruktur in der folgenden Partie kann aus ganz unterschiedlichen Eröffnungen entstehen. Die Partie hat insofern eine ganz grundsätzliche Bedeutung. Allerdings zeigt sich, dass Thai Dai Van Nguyen lange Zeit gut mithalten kann.


Prestigeduell endet mit Punkteteilung

Weltmeister Gukesh und Praggnanandhaa sind keine Freunde, sondern in erster Linie Rivalen, die sich in ihren Partien gegeneinander wenig schenken. Die Begegnungen der beiden Jungs aus Chennai sind oft aufregend. Diesmal war der Verlauf vergleichsweise ausgeglichen und die Partie endete mit Dauerschach im Damenendspiel.


Der niederländische Glückspilz

Anish Giri verbraucht bereits zu Beginn des Jahres sein Kontingent an Glück für 2026. Das ist angesichts seiner bisherigen zwei Niederlagen als These vielleicht etwas steil, aber Anish wurde vom Inder Arjun Erigaisi überspielt und hatte in jeder seiner vier Partien mindestens einmal auf Verlust gestanden. Wie gegen Javokhir Sindarov half sein Gegner erneut unfreiwillig kräftig mit, damit Anish nicht erneut verliert.


Die schwarzen Figuren sind erkennbar besser postiert. Wie sollte Anish Giri hier warum seine Verteidigung organisieren?


Weitere Remis-Partien

Vincent Keymer konsolidierte nach seinen zwei Niederlagen und spielte gegen den türkischen Junior im Turnier eine vergleichsweise ereignislose Partie. In der Begegnung von Vladimir Fedoseev und Jorden Van Foreest kam es lediglich im Turmendspiel zu einem Aussetzer, der aber nicht bestraft wurde. Erneut zeigen Teilnehmer Schwächen im Endspiel.


Die Partie war bis hierher ausgeglichen verlaufen. Hier ist der Niederländer Jorden Van Foreest als Schwarzspieler am Zuge. Wie sollte er fortsetzen? Das Endspiel hatte noch zwei weitere bemerkenswerte Momente zu bieten.




Paarungen der Kandidaten

Anish GiriPraggnanandhaaSindarovBluebaum
Anish GiriXRunde 5RemisRunde 10
PraggnanandhaaRunde 5XRunde 12Runde 7
SindarovRemisRunde 12XNiederlage
BluebaumRunde 10Runde 7SiegX

Ergebnisse Masters

Ergebnisse Challengers

Nach drei Niederlagen in Folge gewann der niederländische Großmeister Erwin L’Ami endlich eine Partie. Sein Gegner war ausgerechnet Vasyl Ivanchuk, der am Tag zuvor noch für etwas Aufregung sorgte.


Sollte Weiß hier einen Zug nach dem Kontrollzug auf b7 den Bauern schlagen? Wie sollte Schwarz darauf reagieren und wie ist danach die Stellung einzuschätzen?


Turnier-Homepage.

Ergebnisse bei Chess-Results.

Alle Fotos: Lennart Ootes (Tata Steel Chess).


Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess) Im

Foto: Dariusz Gorzinski.

In der dritten Runde standen die Begegnungen von Landsleuten im Mittelpunkt des Masters. Zweimal gewann der vermeintlich schwächere Spieler. Matthias Blübaum zeigte warum er als Underdog ein gefährlicher Gegner auch im Candidates sein dürfte. Im Challenger-Turnier gab es einen blutigen Montag. Sechs Partien wurden entschieden.

Von Thorsten Cmiel

Im deutschen Duell betraten beide Spieler in der Abtauschvariante des Damengambits zunächst sehr solide Pfade. Es sah früh nach Damentausch und einem Positionskampf im damenlosen Mittelspiel aus. Vincent Keymer verfolgte jedoch ehrgeizigere Pläne und hatte zuletzt seinen h-Bauern ein Feld nach vorne geschoben.


Matthias Blübaum fand einen Weg, um das Geschehen auf dem Brett ein wenig zu seinen Gunsten zu wenden. Matthias ist zweimaliger Europameister und muss sich dennoch auf der großen Bühne erst noch beweisen. Gegen Vincent zeigte er seine ganze Klasse. Ein Zug genügt allerdings nicht, um die Initiative zu gewinnen.





Im Interview mit Theo Waits von Lichess gab es die Bestätigung, dass Matthias Blübaum mit Rasmus Svane als Sekundant angereist ist. Die beiden kennen sich schon aus Zeiten der Prinzen-Gruppe, einem ehemaligen Förderprogramm des deutschen Schachbundes.

So erfreulich der Start von Matthias Blübaum bisher gelang, so wird es vermutlich nicht weitergehen. In dem sehr langen Turnier dürfte der deutsche Kandidat noch einige kritische Momente erleben und genau dafür spielt er in Wijk mit. An schwierigen Momenten wachsen Schachspieler. Eine andere Ausgangssituation hat Vincent Keymer, der als Favorit ins Turnier gestartet ist und jetzt nach zwei Niederlagen in Folge seine erste Minikrise bewältigen muss. Vincents Trainer Peter Leko wird Vincent sicherlich einige hilfreiche Ratschläge geben können. Vermutlich muss der deutsche einfach gedanklich ein neues Turnier beginnen.

Giri verliert erneut

Die zwei Kandidaten Anish Giri und Praggnandhaa sind beide mit einem halben Punkt aus drei Partien fehlgestartet. Insbesondere der Niederländer wirkte in seinen bisherigen Partien unaufmerksam. Der Niederländer scheint seinen bisher eher schwachen Auftritt leicht zu nehmen, zumal die Partie der dritten Runde phasenweise von Giri hervorragend gespielt wurde. Vielleicht hilft ihm das Wissen darum, dass der US-Großmeister Fabiano Caruana vor dem Gewinn des Kandidatenturniers in 2018 ein schlechtes Turnier in Wijk spielte (5.0 Punkte aus 13). Damals gewannen Giri und Magnus Carlsen mit neun Punkten.

Die Partie gegen Jorden Van Foreest war engagiert gespielt vom Kandidaten Giri. Nachdem er eine gute Chance ausgelassen hatte, missglückte ihm allerdings eine positionelle Entscheidung im 30. Zug. Der entscheidende Fehler unterlief Giri im 37. Zug, also kurz vor der Zeitkontrolle. Anish hatte etwas mehr als 7 Minuten übrig und zog zu schnell. Diesmal konnte er sich nicht mehr erholen und verlor das von seinem Gegner stark gespielte Endspiel deutlich.


Der Springer auf e6 gibt Weiß Hoffnung auf mehr als nur einen halben Punkt. Wie sollte sich Anish Giri hier mit Schwarz verteidigen? Mit etwas mehr als sieben Minuten für vier Züge blieb dem Kandidaten genügend Zeit die Stellung zu verstehen. Was ziehen? Giri zog schnell und lag daneben.


Unkommentierte Remis-Partien

Wijk aan Zee ist traditionsgemäß mit 13 Runden eines der anstrengendsten Turniere auf der Tour. Da hilft es sich gelegentlich eine Auszeit zu gönnen und nicht zu viel zu versuchen. Die meisten der fünf Remispartien der dritten Runde waren umkämpft, aber es gelang keinem Spieler ein ausreichendes Ungleichgewicht zu schaffen.






Ergebnisse Masters 2026

Ergebnisse Challengers 2026

Moment des Tages

Der legendäre Vasyl Ivanchuk ist bekannt für manche dramatische Momente. Da in beiden Turnieren in den ersten 40 Zügen ohne Inkrement gespielt wird, ist die Situation aus seiner Partie normalerweise undenkbar. Nach 39 Zügen zeigte die Uhr eine Sekunde an. Die Stellung sah so aus:


Velimir Ivic steht mit Weiß hier vor seinem 40. Zug. Mancher Kommentator schlug vor als Überraschungsidee auf g6 mit der Dame zu schlagen. Ivic zog stattdessen seinen e-Bauern vor und der Ukrainer reagierte mit seinem Turm, den er nach e8 zog. Die Uhr sprang nicht um und Vasyl gewann später. Objektiv war der e-Bauernzug zudem keine gute Idee.


Paarungen der Kandidaten

Anish GiriPraggnanandhaaSindarovBluebaum
Anish GiriXRunde 50.5 – 0.5Runde 10
PraggnanandhaaRunde 5XRunde 12Runde 7
Sindarov0.5 – 0.5Runde 12XRunde 4
BluebaumRunde 10Runde 7Runde 4X

Fotos: Dariusz Gorzinski, Lennart Ootes (Tata Steel Chess), Jurriaan Hoefsmit (Tata Steel Chess).


Service-Hinweis

Die Partien und Analysen können heruntergeladen werden, indem man in der Ansicht des Diagramms den hier orange markierten Button klickt.


Foto: Dariusz Gorzinski. In der dritten Runde standen

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess)

Heute stand die Begegnung der zwei Kandidaten Anish Giri und Javokhir Sindarov im Mittelpunkt des Interesses. Beide Kandidaten zeigten Schwächen in Präzision und im Rechenteil des Bauernendspiels. Praggnanandhaa verlor gegen Nodirbek Abdusattorov ein Turmendspiel, das er als potentieller Weltmeister nicht verlieren darf. Vincent Keymer verlor wegen einer taktischen Unaufmerksamkeit Partie und Führung.

Von Thorsten Cmiel

Das Masters in Wijk aan Zee hat eine lange Tradition mit herausragenden Partien, aber auch manche überraschende Kurzpartie war dabei. Der erste Spieltag 2026 war insofern mit dem Sieg von Niemann in 16 Zügen keineswegs ein historisches Ereignis. 32 Jahre zuvor verlor Ex-Weltmeister Anatoly Karpov eine legendäre Kurzpartie bei der er eine Figur nach einem einfachen Doppelangriff verlor. Darauf verweist ein X-Eintrag von Douglas Griffin. Das Turnier 1993 fand in einem K.o.-Modus statt und Karpov gewann seinen Wettkampf später noch und war ebenfalls im Turnier siegreich.


Wijk 2026 in Zahlen

In der Schachwelt stellen manche Statistiker historische Vergleiche an. Daher soll hier erwähnt werden, dass die Ausgabe 2026 mit einem Elo-Durchschnitt von 2726 der Kategorie 20 entspricht. Die Ausgabe 2025 hatte eine identische durchschnittliche Rating aufgewiesen. Die Turnier-Kategorie 20 war in den 2020er-Jahre die angestrebte Größenordnung. Anders als Turniere im Sinquefield-Cup oder bei Norway-Chess sind Kategorie-Rekorde mit 14 Teilnehmern kaum zu erreichen und auch nicht notwendig.

Aus den unterschiedlichen Elozahlen der Teilnehmer – von Vincent Keymer (2776) bis hin zu Thai Dai Van Nguyen (2656) – ergeben sich spezifische Erwartungswerte für die Ergebnisse. So müssen die ersten sechs Spieler im Feld ein Ergebnis von Plus Zwei (7.5 Punkte aus 13) vorweisen, um keine Ratingpunkte zu verlieren. Nguyen am anderen Ende des Spektrums benötigt „lediglich“ ein Ergebnis von Minus Zwei (5.5 Punkte), um sogar etwas Rating hinzuzugewinnen.

Die Bedenkzeit 2026 wurde angepasst an das diesjährige Kandidatenturnier (Open) auf Zypern. Es wird mit einer Startbedenkzeit von 120 Minuten für die ersten vierzig Züge gespielt. Danach erhalten die Spieler einen erneuten Zeitzuschlag von 30 Minuten für den Rest der Partie inklusive 30 Sekunden je Zug ab dem 41. Zug. Im letzten Jahr sah die Zeiteinteilung noch eine sehr lange Bedenkzeitregelung (100+50+15 bei 30 Sekunden pro Zug vom ersten Zug an) vor.

Wie es lief in Runde 2 im Masters

Diesmal gab es zwei entschiedene Partien. Erneut hätten es aber vier Entscheidungen sein müssen: Sowohl der Usbeke Javokhir Sindarov als auch Anish Giri dürften mit ihrer Frühform nicht vollkommen zufrieden sein. Mit Praggnanandhaa leistete sich der Titelverteidiger aus dem Vorjahr und einer der als Mitfavorit gehandelten Spieler beim Kandidatenturnier, einen Fehlstart. Wie der 20-jährige Inder seine Partie in einem technischen Endspiel verlor dürfte in Chennai die Alarmglocken läuten lassen. Diese Partie schauen wir uns wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung in den nächsten Tagen gesondert an. Die zweite entschiedene Partie dürfte insbesondere die deutschen Fans enttäuschen: Der deutsche Starspieler Vincent Keymer verlor nach einer nicht allzu schwierigen, aber dennoch schönen taktischen Finesse diesmal deutlich.

Giri mit Ungenauigkeiten

Anish Giri zeigte am zweiten Tag hintereinander eine scheinbar schluderige Leistung. Sein Gegner allerdings war nicht in der Lage die Fehler seines Gegners auszunutzen. Es begann mit einem Rechenfehler beider Spieler. Aber der zweite Höhepunkt war ein von Giri schlecht gespieltes Bauernendspiel. Erneut bestrafte sein usbekischer Gegner das nicht.


In der Partie der beiden Kandidaten hatte Anish Giri einen taktischen Fehler in seine Kalkulation eingebaut und zuvor den zentralen Bauern auf d4 verloren. Sindarov ging ihm letztlich auf den Leim und bemerkte seinen Fehler sofort. Wie sollte er in der Diagrammstellung fortsetzen?


In diesem Bauernendspiel ist Anish Giri mit Weiß am Zuge. Schwarz wird in der Konstellation einen gedeckten Freibauern bilden können. Die Frage ist wie man die Stellung mit Weiß trotzdem Remis halten kann.


Der Moment der Wahrheit. Sindarov war am Zuge und sollte was spielen? Er tat es nicht und zog sehr schnell, um sich in der Nachbetrachtung dann vermutlich zu ärgern.


Das Comeback von Vladimir Fedoseev

Die Niederlage vom Vortag provozierte einige grundsätzliche Fragen. Das erläuterte Fedoseev im Interview nach der Partie und kommentierte ausführlich seinen Sieg gegen Vincent Keymer. Der entscheidende Moment war in der folgende Stellung gekommen. Dabei schockte mich mehr eine Entscheidung von Vincent Keymer kurz zuvor. Schach mag im Zeitalter der Engines noch mehr ein konkretes Spiel sein, aber das ist insbesondere bei Vincents bevorzugten Positionsspiel-Stil diesmal kein Argument.


In dieser Stellung fand Vladimir Fedoseev einen sehr starken Zug, wobei die scheinbar einfachen Folgen komplexer sind als man mit einem schnellen Blick feststellen kann.


Pragg mit Fehlstart

Ein Spieler muss bei Rundenturnieren mit zwei Schwarzpartien beginnen. Diesmal traf es den Inder mit der Startnummer acht, also einen über dem Durst sozusagen. Dennoch ist es eher selten, dass Spieler mit einer Doppelnull beginnen. In einem der Vorjahre gewann Gukesh mit der gleichen Startnummer sogar seine beiden Auftaktpartien. Am ersten Tag war Pragg seinem Kumpel in die Variante gelaufen und diesmal scheiterte er im Endspiel. Das Endspiel mit vier gegen drei Bauern und einem wenig entfernten Freibauern ist ein theoretisches Remis, aber die Sache ist in der Praxis nie einfach. Wir betrachten diese Partie und die entscheidende Spielphase gesondert, weil es vermutlich einiges zu lernen gibt.


Spannende Remis-Partien

Die Partie zwischen dem 14jährigen Türken Yağız Kaan Erdoğmuş und dem Inder Aravindh Chithambaram hatte einige taktische Momente, welche die Spieler nach der Partie im gemeinsamen Interview mit Fiona Steil-Antoni beleuchteten.


Partien ohne Swing

Nach etwas mehr als anderthalb Stunden war die zweite Partie des Kandidaten Matthias Blübaum gegen Hans Niemann vorbei. Erneut ohne Makel, aber auch nicht sonderlich ereignisreich.



Paarungen der Kandidaten

Anish GiriPraggnanandhaaSindarovBluebaum
Anish GiriXRunde 50.5 – 0.5Runde 10
PraggnanandhaaRunde 5XRunde 12Runde 7
Sindarov0.5 – 0-5Runde 12XRunde 4
BluebaumRunde 10Runde 7Runde 4X

Ergebnisse Masters 2026

Ergebnisse Challengers 2026

Was im Challenger geschieht

Am zweiten Tag verloren die drei niederländischen Spieler sämtliche Partien und weisen im Challenger-Turnier einen Score von Null aus Sechs auf. Auch im Masters läuft es noch nicht für die heimischen Spieler. Es gibt natürlich auch erfreuliche Meldungen je nach Perspektive: Lu Miaoyi gewann ihre Schwarzpartie gegen den Inder Panesar Vedant und führt das Turnier mit Zwei aus Zwei an. Die Kandidatin Bibisara Assaubaeva benötigte mit Schwarz etwas Glück, um diesmal die Punkte zu teilen.

Ergebnisse Chess-Results.

Offizielle Homepage.

Fotos: Darius Gorzinski, Lennart Ootes (Tata Steel Chess), Jurriaan Hoefsmit (Tata Steel Chess).


Foto: Lennart Ootes (Tata Steel Chess) Heute stand

Foto: Dariusz Gorzinski.

Vier Kandidaten und eine Kandidatin überprüfen ihre Form in diesem Jahr in Wijk aan Zee. Es stehen 13 Runden an und das kommt dem Geschehen im Kandidatenturnier durchaus nahe. In der ersten Runde verloren gleich zwei Kandidaten ihre Schwarzpartien. Sindarov drohte sogar eine Niederlage mit Weiß in der Partie des Tages.

Von Thorsten Cmiel

Ein Turnier mit 14 Teilnehmern zu verfolgen ist keine einfache Angelegenheit. Am besten sucht man sich einige Spielerinnen und Spieler raus, denen man folgen und mit denen man mitfiebern kann. Oft sind das landsmannschaftliche Vorlieben. Die meisten Teilnehmer stellen traditionell die Inder – Tata Steel als Hauptsponsor ist ein indisches Unternehmen und stellt daher immer ein größeres Kontingent an Spielern und niederländische Spieler sind natürlich ebenfalls prominent vertreten. Als Deutscher kann man sich natürlich dem Fokus auf die zwei aktuell erfolgreichsten Spieler Vincent Keymer, der erstmals in Wijk als Favorit im Masters an den Start geht, und Matthias Blübaum, der in einigen Wochen das Kandidatenturnier spielt, kaum entziehen. Zudem ist es natürlich eine spannende Frage wie die Frühform der Kandidaten aussieht. In der ersten Runde verloren sogar zwei Kandidaten ihre Auftaktbegegnungen und der Usbeke Javohir Sindarov stand kurz vor einer Niederlage. Für deutsche Fans zeigte Matthias Blübaum eine ansprechende und fehlerfreie Leistung mit Schwarz und remisierte ohne größere Probleme. Vincent Keymer gewann seine Partie gegen Anish Giri nach einem überraschenden Kollaps seines Gegners. Netter Start.

Paarungen der Kandidaten

Anish GiriPraggnanandhaaSindarovBluebaum
Anish GiriXRunde 5Runde 2Runde 10
PraggnanandhaaRunde 5XRunde 12Runde 7
SindarovRunde 2Runde 12XRunde 4
BluebaumRunde 10Runde 7Runde 4X

Turnierübergreifend misslang der kollektive Start der Niederländer. Nur Jorden van Foreest holte für die fünf Niederländer einen halben Punkt mit den weißen Steinen und das war eher glücklich. Im Challenger-Turnier verloren die drei Teilnehmer (Erwin L’Ami, Max Warmerdam und Eline Roebers) ihre Auftaktbegegnungen. Jede Partie kann natürlich genauso aus einer anderen Perspektive betrachtet werden. Die Chinesin Liu Miaoyi (Jahrgang 2010) gewann ihre Weißpartie gegen Max Warmerdam und sorgte für ein erstes Ausrufezeichen. Die kasachische Kandidatin Bibisara Assaubaeva gewann gegen den US-Boy Andy Woodward (2010). Sicherlich Geschichten, die erzählt werden sollten. Manche werden sich für die jüngsten Teilnehmer im Feld interessieren. Da ist zum einen das größte türkische Talent Yağız Kaan Erdoğmuş (2011) aus Bursa und im Challenger-Turnier die spanischsprachige Hoffnung aus Buenos Aires, Faustino Oro (2013), der Goldjunge. Wie in jedem Jahr ist es den Organisatoren gelungen, sehr illustre Felder zusammenzustellen. Es dürfte in beiden Turnieren spannend werden.

Den Organisatoren gelang es diesmal nicht, das Turnier pünktlich anzufangen, da eine Demonstration von Extinction Rebellion stattfand und diese den Eingang mit Kohle zuschütteten, um auf Umweltsünden des indischen Titelsponsors Tata Steel in den Niederlanden hinzuweisen. Was blieb war eine Verspätung von anderthalb Stunden für die Spieler und die weltweite Übertragung.

Momente aus Runde 1

In der ersten Runde gab es im Masters drei entschiedene Partien, was eine gute Quote zum Auftakt war. Die Partien von Fedoseev gegen Hans Niemann und die Partie von Vincent Keymer und Kandidat Anish Giri gingen recht schnell und nach groben Versehen zu Ende.


In der Partie von Hans Niemann (USA) und Vladimir Fedoseev nahm hier der für Slowenien antretende ehemalige Russe mit seinem Springer auf c5, um den ungedeckten Läufer auf d3 zu nutzen.



In dieser Stellung war der niederländische Top-Spieler und Kandidat mit Schwarz am Zuge. Was ist von dem Schlagen des Bauern auf d4 zu halten und gab es andere Züge, die in Frage kamen?


Das indische Duell

Arjun Erigaisi verpasste 2025 erneut die Qualifikation zum Kandidatenturnier auf Zypern und darf nur zuschauen. Zudem ist Wijk bisher ein eher schwieriges Turnier. Insofern dürfte ihm sein Start-Zielsieg gegen Praggnanandhaa, kurz Pragg, Hoffnung auf ein gutes Turnier 2026 geben.


Arjun Erigaisi (2003) spielte zum Auftakt gegen den Titelverteidiger und Kandidaten Pragg (2005). Die Eröffnung erwies sich als Volltreffer für den älteren Inder. Wie sollte Schwarz in dieser Stellung reagieren und eine ausgeglichene Stellung reklamieren? In der Partie passierte noch einiges mehr, aber Pragg fand nach einem Fehler in dieser Stellung nie wieder zurück ins Geschäft.



Wie sollte Schwarz hier am besten fortsetzen. Falls Sie den f-Bauern ziehen wollen, wie weit soll der vorziehen? In der Partie verpasste Thai Dai Van Nguyen seine Chance auf einen vollen Punkt mit Schwarz.

Die Partie des Tages

Nach ausgeglichener Eröffnungsphase überspielte Weltmeister Gukesh (2006) seinen usbekischen Gegner und Kandidaten Javokhir Sindarov (2005) mit Schwarz. Die Partie nahm einen letztlich tragischen Verlauf für den Inder, der eine weltmeisterliche Partie spielte und dann zuletzt nur noch an sich selbst scheiterte. Wir betrachten die Partie in vier Phasen, wobei die Eröffnungsphase am wenigsten bot, da beide Spieler sich in der so genannten Carlsbader-Struktur gut auskannten.



Es sieht so aus als würde hier Weiß auf c6 das Material – er ist einen Bauern hinten – zurück bekommen. Hier spielte der Weltmeister einen starken Zug, der ihm Vorteil sicherte. Gukesh hatte etwas mehr als fünf Minuten für seine Entscheidung. Er nahm sich letztmals etwas Zeit und zog nach etwa vier Minuten.


Es bleiben ihnen anderthalb Minuten für zwei Züge – 30 Sekunden Inkrement gibt es erst nach Zug 40. Sie sehen das „Damenopfer“ für Springer und Turm auf b4. Spielen oder auf a4 erstmal zwischentauschen ist hier die Frage. In zwei Zügen geht es dann um die Frage wie die Stellung zu bewerten ist.



Hier fand Gukesh mit den schwarzen Steinen am Zuge einen sehr starken Zug. Ihr Vorschlag bitte.


Wie sollte Schwarz hier am besten fortsetzen, um dem Dauerschach zu entkommen?



Wie sollte Schwarz hier die Schachgebote des Gegners bekämpfen? Es entscheidet sich hier noch nicht, ob Gukesh nur Remis spielt, aber ein präziser Zug erleichtert die künftigen Ereignisse zu beherrschen.


Die letzte Chance für Gukesh sich den vollen Punkt zu sichern ist nach zähem mehrstündigem Kampf gekommen. Wie sollte Gukesh mit Schwarz hier seine Gewinnchancen sichern?


Die Remispartien ohne Swings

Die restlichen zwei Partien gingen vergleichsweise ereignisfrei über die Bühne. Die Schwarzspieler zeigten solide Leistungen und dürften mit ihrem Auftakt zufrieden gewesen sein.



Masters Wijk aan Zee 2026

Challengers Wijk aan Zee 2026

Offizielle Homepage Wijk.

Resultate Chess Results.

Fotos: Dariusz Gorzinski, Jurriaan Hoefsmit (Tata Steel Chess) und Lennart Ootes (Tata Steel Chess).


Foto: Dariusz Gorzinski. Vier Kandidaten und eine Kandidatin

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel India 2026).

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.

Der Inder Nihal Sarin (geboren 2004) war eigentlich für das Tata-Steel-India-Turnier im Januar 2026 gar nicht vorgesehen und ersetzte Gukesh, der vermutlich aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen konnte. Nihal, der seit längerer Zeit mit seinen indischen Landleuten Praggnanandhaa, Erigaisi und Gukesh nicht mehr mithalten kann, ist ein Experte in schnelleren Bedenkzeiten und gewann diesmal die Schnellschach-Version und landete beim Blitzen auf dem zweiten Platz. Wir schauen diesmal auf einige Momente vom Blitzturnier.


Beim Blitzschach gehört manchmal auch Glück dazu. Zuletzt hatte Vishy Anand hier seinen Läufer nach b2 gezogen. Wie erledigte Nihal den Job gegen die indische Legende?


Zuletzt hatte Nihal hier seinen Turm nach e6 gezogen und so den Läufer auf b2 attackiert. Wie sollte Pragg hier am besten reagieren mit dem Turmzug nach b1 oder nach c2? In der Partie lag Pragg falsch und verlor?


Zuletzt hatte Pragg den Turm seines Gegners attackiert. Wie sollte sich Vidit hier verteidigen? Dem älteren Spieler unterlief hier ein grobes Versehen. Das geht besser. Wie?


Hatte Vishy Anand (56) im Schnellschach mit der jungen Generation noch gut mitgehalten, erlebte er im Blitzen für seine eigenen Standards ein Desaster. Der spätere Turniersieger Wesley So aus den USA spielte hier welchen Zug, der Vishy zur Aufgabe bewog. Auch in dieser Partie war der Verlauf keineswegs einseitig gewesen.

Lichess-Quelle zum Tata-Steel-India-Blitzturnier.

In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.

Hinweis

Die Partien können heruntergeladen werden, indem man auf den Downloadbutton unter Diagrammen klickt.


Mehr Lasker-Aufgaben

Foto: Lennart Ootes (Tata Steel India 2026). Der

Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai.

Der Kubaner José Raúl Capablanca (1888 – 1942) war der dritte Weltmeister in der Geschichte des Schachspiels. Capablanca gehört zu den anerkannt besten Spieler aller Zeiten. Ihm sei diese neue Serie von Schachaufgaben gewidmet. Wir lösen damit die Lasker-Aufgaben ab.

Bei diesen Aufgaben sind einige Stellung aus einer amerikanischen Universitätsliga dabei, auf die Susan Polgar aufmerksam gemacht hat.


Weiß steht eindeutig dominant. Wie sollte er hier am stärksten fortsetzen. Eine recht einfache Aufgabe zum Start, oder?


Diese Stellung ist aus einer Partie, die inzwischen siebzig Jahre her ist. Wie sollte Weiß hier fortsetzen?


Wie sollte Schwarz hier am besten fortsetzen. Auch hier gibt es nicht nur einen Weg, aber einen klaren Gewinn zu finden ist in jedem Fall sinnvoll.


Weiß scheint zu gewinnen. Oder gibt es eine Spielweise für Schwarz, die ihm noch eine Chance gibt?

In praktischen Partien begegnen den Spielern in jeder Turnierpartie unterschiedliche Aufgaben und nicht immer sind es einfache Taktiken. Insofern finde ich neben thematischen Aufgabenzusammenstellungen einen Mix aus unterschiedlichen Aufgabentypen hilfreich.

Hinweis

Die Partien können heruntergeladen werden, indem man auf den Downloadbutton unter Diagrammen klickt.


Mehr Lasker-Aufgaben

Historisches Foto: José Raúl Capablanca. Illustration: NanaBanana.ai. Der

Foto: Lennart Ootes (FIDE Chess)

Bei der Blitz-Weltmeisterschaft der Frauen in Doha, Katar, ging es nicht nur um diesen Titel, sondern auch um den achten Platz der Kandidatinnen. Und es war knapper als es am Ende aussah. Letztlich gewann sie ihren dritten Blitz-WM-Titel und spielt auf Zypern mit.

Von Thorsten Cmiel

Assaubayeva (21) gewann ihren bisher dritten Blitz-WM-Titel nach 2021 und 2022. In den K.o.-Runden setzte sich die Kasachin recht deutlich zunächst gegen die Chinesin Zhu Jiner und dann Anna Muzychuk durch. Diese hatte auf die Qualifikation für das Turnier der Kandidatinnen gehofft, musste aber auf Schützenhilfe von anderen Spielerinnen hoffen, denn der Abstand beider Spielerinnen war größer als 16 Punkte und daher reichte der Ukrainerin ein möglicher Sieg im Finale nicht.

Die größte Chance aus Sicht von Anna Muzychuk ergab sich in der letzten Runde des Vorturniers nach Schweizer System in der folgenden Stellung. Die Ex-Weltmeisterin Antoaneta Stefanova hatte selbst noch Qualifikationschancen für das K.o.-Finale, musste aber aus der folgenden Stellung gegen Assaubaeva einen vollen Punkt holen. Die Kasachin hatte einen halben Punkt Vorsprung vor mehreren Spielerinnen und musste „nur“ Remis erreichen, um sich weiter zu qualifizieren.

Beide Fotos (Lennart Ootes) stammen aus anderen Runden. Links Antoaneta Stefanova, Rechts zeigt Bibisara auf das hier von der weißen Dame besetzte Feld b7.


In dieser Stellung war die Bulgarin Stefanova dran und es war bisher alles sehr gut gelaufen. Die wesentlichen Faktoren sind ein ungelenk postierter Springer auf a4 und ein schwacher Bauer auf b7. Wie sollte Weiß hier am besten fortsetzen und einen gewinnbringenden Vorteil nachweisen?

Die Bulgarin verpasste in dieser Partie mehrfach ihre Chancen und musste letztlich beim Knockout-Finale zusehen.


Eigentlich schien die Russin Valentina Gunina sicher qualifiziert. Allerdings verlor sie ihre Letztrundenbegegnung ausgerechnet gegen die Ukrainerin Anna Muzychuk und schied aus. Es begann das große Rechnen, wer es über die Stichkampfregelung schaffen würde.

Halbfinals

Die Paarungen sahen Bibisara Assaubaeva zunächst gegen Zhu Jiner vor. Anna Muzychuk war Favoritin gegen die Niederländerin Eline Roebers. Das war eine erste wichtige Weichenstellung, denn Anna hätte durch einen Sieg gegen die Kazachin ihre eigenen Chancen für das Erreichen des Turniers der Kandidatinnen verbessern können. Bibisara gewann ihr Match deutlich und sicherte sich die erhoffte Qualifikation frühzeitig. Assaubaeva löste also das Ticket als 8. Kandidatin. Das zweite Halbfinale verlief spannender und wurde erst in der vierten Partie entschieden.


Finale

Die Entscheidung im Finale fiel erst in der vierten Partie des Wettkampfes.


Offizielle Homepage.

Chess-Results.

Fotos: Lennart Ootes (FIDE Chess)


Foto: Lennart Ootes (FIDE Chess) Bei der Blitz-Weltmeisterschaft